Lunigiana ist eine historische Region in Italien, die sich im südlichen Teil der Region Ligurien und im nördlichen Teil der Region Toskana befindet.

Lage Im engeren Sinne bezeichnet Lunigiana das Einzugsgebiet der Magra und ihrer Zuflüsse zwischen Ligurien und der Toskana. Es umfasst Teile der heute südligurischen Provinz La Spezia und der nordtoskanischen Provinz Massa-Carrara und reicht vom Kamm des Apennins bis zur Mündung der Magra ins Ligurische Meer.

Die historische Lunigiana ist weiter gefasst: Sie entspricht dem Gebiet der Grafschaft und Diözese Luni und reichte deutlich über das Val di Magra hinaus. Ihre Grenze verlief von der Ponte di Strada bei Pietrasanta in der Versilia über den Kamm der Apuanischen Alpen in die obere Garfagnana mit Minucciano und dem größten Teil des heutigen Gemeindegebiets von Camporgiano, weiter über den Passo della Cisa und das Gebiet von Zeri, hinab nach Calice im Val di Vara und über die Berge am Golf von La Spezia (auch Golfo dei Poeti genannt) zurück an die Küste der Versilia; einen Umriss dieser Grenzen überliefert bereits der Schiedsspruch von 1202 zwischen dem Bischof von Luni und den Malaspina. Zur historischen Lunigiana zählte zudem ein kleines Gebiet in der heutigen Gemeinde Albareto in der Provinz Parma. Nach einer weiter gefassten Auffassung werden auch die Cinque Terre zur Lunigiana gerechnet.

Geschichte In der Region wurde die größte Anzahl von Statuenmenhiren, darunter auch mehrere weibliche, des 3. und 2. Jahrtausends v. Chr. auf dem italienischen Festland gefunden, die im Museo delle Statue Stele della Lunigiana in Pontremoli ausgestellt sind.

Der Name Lunigiana geht auf die antike Stadt Luna (italienisch Luni) an der Mündung der Magra zurück, den alten Hauptort der gleichnamigen Grafschaft und Diözese. Seit dem 13. Jahrhundert war die Region unter dem lateinischen Namen Provincia Lunisanae bekannt und eng mit der Familie der Malaspina verbunden. Vierzehn der Gemeinden schlossen sich im vereinigten Italien zur Comunità montana Lunigiana zusammen. Sitz der Gemeinschaft ist in Fivizzano.

Burgen Die Lunigiana ist dicht mit mittelalterlichen Burgen besetzt; alte Befestigungen prägen bis heute das Ortsbild fast aller Dörfer der Landschaft. Nach dem Jahr 1000 wurden zahlreiche Siedlungen neu geordnet und Burgen an den Pässen errichtet, da Handel und Pilgerverkehr über die Via Francigena wieder zunahmen. Zur eigentlichen Verdichtung führte jedoch die Herrschaft der Malaspina: Die Familie teilte ihren Besitz nach langobardischem Recht unter allen männlichen Erben auf, sodass er in immer kleinere Lehen zerfiel, von denen jedes einen eigenen befestigten Sitz erhielt – erstmals 1221, als sich die Linien Spino Secco mit dem Hauptort Mulazzo und Spino Fiorito mit dem Hauptort Filattiera trennten. So wurde die Landschaft im Lauf der Jahrhunderte mit Wohn-, Signal- und Burgtürmen überzogen, die der Behauptung des Territoriums und der Sicherung der beschwerlichen Verkehrswege dienten, an denen Reisende, Händler und Pilger verlässliche Unterkunft suchten.

Die Anlagen bestehen überwiegend aus grauem, grob zugehauenem Stein. Sie fielen häufig bescheiden aus und verdankten ihre Wehrhaftigkeit vor allem der hohen und schwer zugänglichen Lage. In der Regel entstanden sie zunächst als Turm und wurden erst später mit einem Mauerring umgeben, in dem Menschen, Vieh und Vorräte Schutz fanden. Der Turm blieb dabei das unverzichtbare Element und häufig das einzige gut zu verteidigende Bollwerk.

Zu den bekannteren Burgen der Malaspina zählen die Anlage von Fosdinovo, die Fortezza della Verrucola in Fivizzano, das Castello di Lusuolo in der Gemeinde Mulazzo, das Castello di Castiglione del Terziere in der Gemeinde Bagnone, die Burg von Malgrate in der Gemeinde Villafranca in Lunigiana und das Castello di Terrarossa in der Gemeinde Licciana Nardi.

Zugehörige Gemeinden mini|250px|Provinzen und Gemeinden der Lunigiana Provinz Massa-Carrara Aulla Bagnone Casola in Lunigiana Comano Filattiera Fivizzano Fosdinovo Licciana Nardi Mulazzo Podenzana Pontremoli Tresana Villafranca in Lunigiana Zeri

Provinz La Spezia Ameglia Arcola Bolano Castelnuovo Magra Luni (bis 2017 Ortonovo) Santo Stefano di Magra Sarzana Vezzano Ligure

Literatur Giacomo Ponticelli: Le fortificazioni della Lunigiana (secoli VI-VII d.C.): analisi di visibilità e interpretazione funzionale dei siti del “limes” alla luce del dato archeologico, Diss., Università di Firenze, Florenz 2017–2018. (Riassunto), academia.edu

Weblinks

Siehe auch Museo delle statue stele della Lunigiana in Pontremoli Giro della Lunigiana

Einzelnachweise

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