Niigata (jap. ) ist eine designierte Großstadt und der Verwaltungssitz der gleichnamigen japanischen Präfektur Niigata (historisch Provinz Echigo) auf der Hauptinsel Honshū. Niigata liegt an der Mündung des Flusses Shinano und ist eine der größten Hafenstädte an der Küste zum Japanischen Meer.

Niigata hat Einwohner und liegt 300 km nördlich von Tokio.

Die Region ist ein Erdöl- und Erdgas-Fördergebiet, daher gibt es hier auch Erdölraffinerien. Daneben spielen die Papier- und Nahrungsmittelindustrie sowie der Maschinen- und Schiffbau eine bedeutende wirtschaftliche Rolle.

Geschichte Nach einer langen Geschichte als Hafenstadt wurde Niigata nach dem Harris-Vertrag und weiteren Ungleichen Verträgen der europäische Kolonialmächte zum Vertragshafen – umgesetzt wurde die Öffnung aber erst 1869 kurz nach der Meiji-Restauration.

Nach der Restauration entstand aus der bisherigen Shōgunatsverwaltung für die Stadt und Umgebung nach mehreren Fusionen und Neugliederungen die Präfektur (zeitweise -fu, später -ken) Niigata. Darin wurden der Stadtkreis (-ku) Niigata 1879 und die heutige kreisfreie Stadt (-shi) Niigata 1889 eingerichtet.

Niigata stand 1945 neben Kokura und anderen Städten auf der Liste möglicher Atombombenziele, blieb aber verschont. Die Ziele der Atombombenabwürfe waren schließlich Hiroshima und Nagasaki.

1949 wurde die Universität Niigata gegründet. Am 16. Juni 1964 wurden große Teile der Stadt durch ein Erdbeben der Stärke 7,3 zerstört. Dabei kippten einige Häuserblocks, die auf einem aufgefüllten ehemaligen Flussbett standen, spektakulär als Ganzes mehr oder weniger stark zur Seite. Dies war infolge einer von den Erdbebenwellen ausgelösten Bodenverflüssigung möglich.H. Sato, T. Yoshida T., I. Takaya, T. Sato T., Y. Ikeda Y., N. Umino: Late Cenozoic tectonic development of the back arc region of central northern Honshu, Japan, revealed by recent deep seismic profiling. Journal of the Japanese Association for Petroleum Technology, Nr. 69, 2. Ausgabe, S. 145–154. 2004 ()H. Kawasumi: General Report on the Niigata Earthquake of 1964 (1. Introduction). Tokyo Electrical Engineering College Press, Tokyo 1968 ()

Einige Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft 2002 wurden in Niigata ausgetragen.

mini|links|Entwicklung des Stadtgebiets von der Einrichtung der Stadt Niigata 1889 bis 2005 Zum 1. Januar 2001 wurde die kreisangehörige Stadt Kurosaki () aus dem Landkreis Nishikanbara nach Niigata eingemeindet. Zum 21. März 2005 folgten zwölf weitere Gemeinden: die kreisfreien Städte (shi) Niitsu (), Shirone (), Toyosaka (), sowie die Städte (machi) Kosudo (), Yokogoshi () und Kameda () je aus dem nach Landkreis Nakakanbara, die Stadt Nishikawa, die Dörfer (mura) Iwamuro (), Ajikata (), Katahigashi (), Tsukigata () und Nakanokuchi, jeweils aus dem Landkreis Nishikanbara, sowie am 10. Oktober die Stadt Maki () aus ebendiesem Landkreis.

2007 wurde Niigata von der Regierung zur Großstadt ernannt.Stadt Niigata: (Geschichte von Niigata-shi)

Politik und Verwaltung

Bürgermeister von Niigata (Niigata-shichō) ist seit 2018 der ehemalige Rätehausabgeordnete Yaichi Nakahara. Bei der Bürgermeisterwahl am 23. Oktober 2022 wurde er gegen den KPJ-SDP-gestützten Herausforderer Ei Suzuki mit über 73 % der Stimmen für eine zweite Amtszeit wiedergewählt. Die Wahlbeteiligung sank auf 32,1 %.

Das Stadtparlament von Niigata (Niigata-shigikai) hat seit 2023 regulär 50 Mitglieder, die aus den Stadtbezirken als Wahlkreise noch bei einheitlichen Lokalwahlen gewählt werden. Bei der Wahl 2023 blieb die LDP mit 15 Sitzen stärkste Partei, 17 Wahlsieger waren ohne Parteinominierung; die KPJ gewann sechs Sitze, KDP und Kōmeitō jeweils vier, die Nippon Ishin no Kai zwei, SDP und Grüne je einen.

In das 53 Mitglieder starke Präfekturparlament von Niigata (Niigata-kengikai) wählen die Bezirke der Stadt Niigata insgesamt 15 Abgeordnete.Präfekturparlament Niigata: Abgeordnete

mini|Gemeinden und Abgeordnetenhauswahlkreise von Niigata seit 2024 mit der Stadt Niigata in lila Bei Wahlen zum Abgeordnetenhaus (Shūgiin), dem Unterhaus des nationalen Parlaments, erstreckt sich die Stadt Niigata seit 2024 in die Wahlkreise 1 bis 3 der Präfektur Niigata. Bei der Abgeordnetenhauswahl 2024 gewann die KDP alle drei. mini|Stadtbezirke mini|Rathaus

Stadtgliederung Seit dem 1. April 2007 ist Niigata als seirei shitei toshi („Großstadt per Regierungserlass“) in acht Stadtbezirke (ku) untergliedert:

Codemit Prüfziffer Name Fläche (in km²) Bevölkerung Bevölkerungs-dichte (Ew./km²) Farbe inder Karte Hepburn-lat.(+Übersetzung) jap. 1.10.2015Volkszählung 2015 15101-7 Kita-ku („Bezirk Nord“) 76.328 708,58 blaugrün 15102-5 Higashi-ku („Bezirk Ost“) 137.577 3562,33 hellblau 15103-3 Chūō-ku („Bezirk Mitte“) 183.767 4868,00 dunkelblau 15104-1 Kōnan-ku 68.906 913,63 gelbgrün 15105-0 Akiha-ku 76.843 805,65 grün 15106-8 Minami-ku („Bezirk Süd“) 45.685 452,73 zyan 15107-6 Nishi-ku („Bezirk West“) 162.833 1730,61 orange 15108-4 Nishikan-ku 58.218 329,75 ocker 15100-9 Niigata-shi („Stadt Niigata“) 810.157 1115,23

Verkehr Der Bahnhof Niigata ist Endstation der Jōetsu-Shinkansen von Ueno und stellt daher für den von Tokio anreisenden Besucher den bequemsten Zugang zur Küste des Japanischen Meeres dar. Die 1982 eingeweihte Strecke verdankt ihre Existenz dem persönlichen Einsatz des früheren Premierministers Tanaka Kakuei, dessen Wahlkreis in der Präfektur Niigata lag.

Etwa 8 km nordöstlich des Stadtzentrums liegt der Flughafen Niigata. Unter anderem besteht eine Flugverbindung zur russischen Stadt Wladiwostok.

Die Hafenanlagen, bestehend aus dem alten Osthafen und dem neueren Westhafen, zählen zu den 23 „bedeutenden Häfen“ Japans.

Eisenbahn JR Jōetsu-Shinkansen JR Jōetsu-Linie JR Shin’etsu-Hauptlinie JR Uetsu-Hauptlinie JR Echigo-Linie JR Hakushin-Linie

Straße Kanetsu-Autobahn Nationalstraße 7 Nationalstraße 8 Nationalstraße 17

Sport Niigata ist die Heimat des Fußballvereins Albirex Niigata aus der J. League Division 1, dessen Spiele im Denka Big Swan Stadium ausgetragen werden.

Söhne und Töchter der Stadt Takenouchi Shikibu (1712–1767), Konfuzianist Maki Ryōho (1777–1843), Kalligraph Otake Chikuha (1878–1936), Maler Fujikage Seiju (1880–1966), Tänzerin Tatekawa Yoshitsugu (1880–1945), Armee-General und Botschafter in Moskau Aizu Yaichi (1881–1956), Literaturhistoriker und Lyriker, Ehrenbürger Inomata Tsunao (1889–1942), marxistischer Wirtschaftswissenschaftler Tanaka Michitarō (1902–1985), Philosoph Kunio Maekawa (1905–1986), Architekt Ango Sakaguchi (1906–1955), Schriftsteller Saitō Eishirō (1911–2002), Unternehmer und Organisator in der Stahlbranche und im öffentlichen Bereich Shinji Mizushima (* 1939), Manga-Zeichner Muneji Munemura (* 1943), Ringer Aquirax Aida (1946–1978), Musikkritiker, Promoter und Produzent Masaru Tanaka (* 1946), Komponist und Musikpädagoge Kuroi Ken (* 1947), Buchillustrator und Maler Sachiko Kobayashi (* 1953), Enka-Sängerin und Schauspielerin Takashi Amano (1954–2015), Fotograf und Aquarianer Rumiko Takahashi (* 1957), Comic-Zeichnerin (Mangaka) Makoto Kobayashi (* 1958), Mangaka Akira Yamaoka (* 1968), Komponist Takeshi Obata (* 1969), Manga-Zeichner Yōko Ishida (* 1973), Sängerin Lee Sang-il (* 1974), Regisseur Double (* 1975), R&B-Sängerin Daisuke Nakano (* 1982), Turner Mayumi Watanabe (* 1983), Sprinterin One (* 1986), Mangaka Atomu Tanaka (* 1987), Fußballspieler Shū Hiramatsu (* 1992), Fußballspieler Fumiya Hayakawa (* 1994), Fußballspieler Naoto Hasegawa (* 1996), Hochspringer Yūshin Ōtake (* 2005), Fußballspieler Momo Suzuki (* 2007), Snowboarderin Ami Nakai (* 2008), Eiskunstläuferin

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Ort in der Präfektur Niigata Kategorie:Ort mit Seehafen Kategorie:Japanische Präfekturhauptstadt