miniatur|hochkant=1.5|Armierungs-Bataillon beim Stellungsbau Armierungs-Bataillone waren im Ersten Weltkrieg pionierähnliche Truppenteile des deutschen Heeres. Sie dienten in erster Linie zum Bau von Verteidigungsanlagen und Stellungen, aber auch von Straßen und Grenzbefestigungen.
Geschichte Aufstellung
Bei der Mobilmachung 1914 wurden auch die deutschen FestungenBei Thionville (Diedenhofen): Feste Obergentringen, Feste Königsmachern, Feste Illingen, bei Metz: | Feste Kronprinz, Feste Kaiserin, Feste Leipzig, Feste Lothringen, Feste von der Goltz, Feste Luitpold, Feste Wagner, Feste Haeseler, bei Mutzig-Molsheim (Straßburg): Feste Kaiser Wilhelm II., bei Idstein: Feste Idstein armiert, d. h. in kampffähigen Zustand versetzt. In den Mobilmachungsplänen waren dafür Arbeitstruppen aus nicht feldverwendungs-, aber arbeitsfähigenErich Ludendorff: Meine Kriegserinnerungen 1914–1918 gedienten und ungedienten Landsturmpflichtigen vorgesehen, die nun in Truppenteile mit verschiedenen NamenArbeits-Bataillon, Armierungs-Bataillon oder -Kolonne, Schanz-Bataillon u. a. einberufen wurden. Nach Abschluss der Arbeiten wurden sie teilweise aufgelöst. Aufgrund der wegen des beginnenden Stellungskriegs erforderlichen Baumaßnahmen wurden die meisten dieser Truppenteile an die Front verlegt. Durch Erlasse des preußischen Kriegsministeriums vom 13. Februar und 10. April 1915Cron, S. 100 wurden alle in Armierungsbataillone umgewandelt. Während des Krieges wurden weitere Armierungsbataillone aufgestellt. Insgesamt gab es 217 dieser Bataillone.
Einsätze miniatur|Denkmal für das kgl. bayerische Armierungs-Bataillon X auf der deutschen Kriegsgräberstätte Azannes 1 Die Armierungs-Bataillone wurden an allen Fronten zum Bau von Stellungen, Straßen, Wegen, BrückenKarl Bleibtreu: Bismarck. Band 4 und Feldeisenbahnen eingesetzt, in der Schlacht um Verdun auch unmittelbar hinter den vordersten Linien. Im Generalgouvernement Belgien bauten Armierungssoldaten auch das Grenzhochspannungshindernis.
Verbandszugehörigkeit Die Armierungs-Bataillone zählten zu den Armeetruppen und wurden von den Armeeoberkommandos (A.O.K.) je nach Bedarf der Etappe oder einzelnen Truppenverbänden zugewiesen.
Bewaffnung und Ausrüstung Die Armierungs-Bataillone waren zunächst unbewaffnet, wurden aber gegen Ende des Krieges beim Bau der 2. Stellungen mit Beutegewehren ausgerüstet.
Persönlichkeiten In Armierungs-Bataillonen waren eingesetzt: Karl Liebknecht „1915, Februar: Liebknecht wird als Armierungssoldat zum Militärdienst eingezogen, […]“ Jean MettenAnton Maria Keim: Carl von OssietzkyGerhard Kraiker, Elke Suhr: Carl von Ossietzky. Rowohlt, 2015, S. 21. Karl Schmidt-Rottluff Kurt TucholskyPeter Panter (=Tucholsky): Schnipsel. In: Die Weltbühne Arnold Zweig
Siehe auch Armierungssoldat
Literatur
Hauptstaatsarchiv Stuttgart, Bestände M 543 Hermann Cron: Die Organisation des deutschen Heeres im Weltkriege. Verlag E. S. Mittler und Sohn, Berlin 1923 (= Forschungen und Darstellungen aus dem Reichsarchiv, Bd. 5)
Weblinks
Fotografie des Armierungs-Bataillons des II. Ersatz-Bataillon Königs-Infanterie-Regiment Nr. 145.
Anmerkungen
Einzelnachweise
Kategorie:Militärgeschichte (20. Jahrhundert) !Armierungsbataillon Kategorie:Pionierwesen (Militär)