Zaberfeld ist eine Gemeinde im Landkreis Heilbronn im nördlichen Baden-Württemberg. Sie gehört zur Region Heilbronn-Franken und zur äußeren Metropolregion Stuttgart.
Geographie mini|Blick auf Zaberfeld vom Spitzenberg Geographische Lage Zaberfeld liegt im Zabergäu im südwestlichen Teil des Landkreises Heilbronn am Fluss Zaber, der im südlich des Ortsteils Zaberfeld gelegenen Stromberg entspringt.
Nachbargemeinden Nachbarstädte und -gemeinden Zaberfelds sind (im Uhrzeigersinn, beginnend im Norden): Eppingen, Pfaffenhofen (beide Landkreis Heilbronn), Sachsenheim (Landkreis Ludwigsburg), Sternenfels (Enzkreis), Kürnbach und Sulzfeld (beide Landkreis Karlsruhe). Zusammen mit Güglingen und Pfaffenhofen bildet Zaberfeld den Gemeindeverwaltungsverband „Oberes Zabergäu“ mit Sitz in Güglingen.
Gemeindegliederung Zaberfeld besteht aus den Ortsteilen Zaberfeld, Leonbronn, Michelbach und Ochsenburg. Zu Zaberfeld gehört noch der Wohnplatz Reisenmühle, zu Ochsenburg der Weiler Riesenhof. Auf der Markung Zaberfeld befanden sich die abgegangenen, also nicht mehr bestehenden Orte Mörderhausen, Muttersbach und Ramsbach.Quelle für den Abschnitt Gemeindegliederung: Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverbände Franken und Ostwürttemberg. Kohlhammer, Stuttgart 1980, ISBN 3-17-005708-1. S. 85–88.
+ Übersicht der Ortsteile Ortsteil Einwohner Fläche (ha) Bevölkerungsdichte (Einwohner/km²) Zaberfeld 2077 866 239,8 Leonbronn 742 573 129,5 Michelbach 741 308 240,6 Ochsenburg 639 471 135,7 Gesamtgemeinde 4199 2218 216,4
Flächenaufteilung
Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.Statistisches Landesamt, Fläche seit 1988 nach tatsächlicher Nutzung für Zaberfeld.
Schutzgebiete in Natur und Landschaft mini|Naturschutzgebiet Spitzenberg-Michelbach-Baiershälde Zaberfeld liegt mit seinem gesamten Gemeindegebiet innerhalb des Naturparks Stromberg-Heuchelberg und beheimatet das Naturparkzentrum am Stausee Ehmetsklinge. Ein Naturschutzgebiet liegt nordöstlich der Zaberfelder Ortschaft; das Gebiet Spitzenberg-Michelbach-Baiershälde umfasst mit einer Größe von fast 46 ha Teile des Spitzenbergs sowie den nördlich davon liegenden Stausee komplett. Große Teile des Zaberfelder Gemeindegebiets außerhalb der besiedelten Fläche sind als Landschaftsschutzgebiet Oberes Zabergäu zwischen Zaberfeld-Ochsenburg und Pfaffenhofen-Weiler in Zaberfeld und Pfaffenhofen geschützt. Des Weiteren gibt es mehrere Naturdenkmale in Zaberfeld.
Geschichte mini|Zaberfeld in den Forstlagerbüchern Andreas Kiesers (1684) Zaberfeld Zaberfeld wurde vermutlich um das Jahr 1000 gegründet. Während der Zeit der Stammesherzogtümer lag der Ort im Herzogtum Franken. 1321 kam der Ort von den Herren von Magenheim an Baden. 1355 kam Zaberfeld unter württembergische Oberhoheit und wurde 1749 endgültig württembergisch. 1390 bis 1749 hatten die Herren von Sternenfels den Ort als württembergisches Lehen inne. Nach der Gründung des Königreichs Württemberg gehörte Zaberfeld von 1807 bis 1810 zum Oberamt Güglingen, ab 1810 bis 1938 zum Oberamt Brackenheim, dann nach dessen Auflösung während der NS-Zeit in Württemberg zum Landkreis Heilbronn. 1939 wurden 830 Einwohner gezählt, Ende 1945 waren es 926.Mitteilungen des Württ. und Bad. Statistischen Landesamtes. Nr. 1: Ergebnisse der Einwohnerzählung am 31. Dezember 1945 in Nordwürttemberg
1945 bis 1952 war Zaberfeld wie auch der gesamte Landkreis Heilbronn dem Land Württemberg-Baden zugeordnet. Dieses Land war 1945 in der Amerikanischen Besatzungszone gegründet worden. 1952 gelangte die Gemeinde Zaberfeld zum neuen Bundesland Baden-Württemberg.
Ortsteile Michelbach wurde 1276 erstmals in einer Urkunde erwähnt. 1356 kam es unter württembergische Oberhoheit und wurde 1749 endgültig württembergisch. 1970 vereinigte sich Michelbach mit Zaberfeld.
Ochsenburg, 1231 erstmals in einer Urkunde erwähnt, entstand als Siedlung zu einer mittelalterlichen Burg und hatte bis 1807 Stadtrechte. Nach Abbruch der Burg zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde der Ortsname kurzzeitig in Ochsenberg geändert. Der Namenswechsel wurde auf Wunsch der Gemeinde aber wieder rückgängig gemacht.
Leonbronn wird als „Lincbrunnen“ 1289 erstmals erwähnt. 1971 bildete es zusammen mit Ochsenburg die neue Gemeinde Burgbronn, die aber schon 1975 in Zaberfeld aufging.
20. und 21. Jahrhundert mini|Das Löweneck bildet seit 1993 die neue Ortsmitte Seit 1993 fanden in der Ortsmitte von Zaberfeld umfangreiche Umgestaltungs- und Sanierungsmaßnahmen statt, die mit der Stilllegung der seit 1901 verkehrenden und den Ort durchquerenden Zabergäubahn im Jahr 1995 einhergingen. Den neuen Ortskern bildet seit 1993 das unterhalb von Kirche und Schloss gelegene Löweneck mit öffentlichen Einrichtungen, Geschäften und Wohnungen. 1996 begann ein Sanierungsprogramm für die Ortsmitte, in dessen Folge 2001 auch das Rathaus und 2004 die Bahnhofstraße saniert wurden.
Entstehung der heutigen Gemeinde im Überblick Am 1. Juli 1970 vereinigte sich Zaberfeld mit Michelbach am Heuchelberg zur neuen Gemeinde Zaberfeld. Am 1. Januar 1971 vereinigten sich Leonbronn und Ochsenburg zur neuen Gemeinde Burgbronn. Am 1. Januar 1975 vereinigte sich Zaberfeld mit Burgbronn zur neuen Gemeinde Zaberfeld.
Religionen mini|Friedhof Zaberfeld In jedem der vier Ortsteile gibt es eine eigene evangelische Kirchengemeinde. Für die katholischen Christen ist die katholische Kirchengemeinde Hl. Dreifaltigkeit Güglingen zuständig.
Jüdische Gemeinde Zaberfeld: Juden wurden in Zaberfeld erstmals um 1745 durch die Sternenfelsische Ortsherrschaft aufgenommen: Durch den Zuzug von Söhnen und von auswärts stieg die Zahl der jüdischen Haushalte in württembergischer Zeit bis 1770 auf acht mit insgesamt 44 Personen an, die trotz eines entsprechenden noch im selben Jahr veröffentlichten württembergischen Erlasses nicht ausgewiesen wurden, deren Zahl sich jedoch aufgrund der Begrenzung der Familienzahl bis 1818 mit 47 Personen auch nicht mehr wesentlich erhöhte. Danach nahm die Gemeinde durch Ab- und Auswanderung allmählich ab. 1873 waren es noch 33 Juden, 1900 noch 24, 1933 noch 13, die größtenteils im Zuge von Deportationen 1940–1942 zu Tode kamen.
Politik Gemeinderat mini|Rathaus Zaberfeld In Zaberfeld wird der Gemeinderat nach dem Verfahren der unechten Teilortswahl gewählt. Dabei kann sich die Zahl der Gemeinderäte durch Überhangmandate verändern. Der Gemeinderat besteht ab 2024 aus den 15 gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und der Bürgermeisterin als Vorsitzende. Die Bürgermeisterin ist im Gemeinderat stimmberechtigt.
Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte zu folgendem Endergebnis.Wahlinformationen des Kommunalen Rechenzentrums Stuttgart
Parteien und Wählergemeinschaften %2024 Sitze2024 %2019 Sitze2019 FWV Freie Wählervereinigung 45,81 7 56,5 7 UWV Unabhängige Wählervereinigung 45,93 7 43,5 6 AfD Alternative für Deutschland 8,26 1 – – gesamt 100,0 15 100,0 13 Wahlbeteiligung 65,12 % 63,52 %
Bürgermeister Der Bürgermeister wird für acht Jahre direkt gewählt.
1970–2000: Wulf-Karl Krafft 2000–2009: Thilo Michler 2009–2020: Thomas CsaszarWolfgang Müller: Was Brackenheims Bürgermeister Czaszar beim Amtsantritt verspricht. stimme.de, 6. März 2020 ab 2020: Diana DannerElfi Hofmann: Diana Kunz wird Bürgermeisterin in Zaberfeld. In: Heilbronner Stimme, 2. März 2020 (parteilos)Elfi Hofmann: Diana Kunz bewirbt sich für das Amt der Bürgermeisterin in Zaberfeld. In: Heilbronner Stimme, 27. Januar 2020
Wappen und Flagge Die Blasonierung des Zaberfelder Wappens lautet: In Blau aus dem Unterrand emporkommend ein beiderseits mit Flankenmauern versehener goldener Zinnenturm (Burg), belegt mit einem sinkenden siebenstrahligen roten Stern auf zweistufigem blauem Fels. Die Flagge der Gemeinde ist Gelb-Blau.
Das ursprüngliche Wappen von Zaberfeld ist das redende Wappen der Familie von Sternenfels, die den Ort bis 1749 als württembergisches Lehen besaß. Seine Blasonierung lautet: In Rot auf einem dreistufigen mauerartigen goldenen Felsen ein siebenstrahliger goldener Stern. Die Farben weichen zum Zwecke der Unterscheidung vom Familienwappen ab und gehen auf einen Vorschlag der württembergischen Archivdirektion von 1938 zurück. Dieses Wappen und die Flaggenfarben Gelb-Rot wurden der Gemeinde am 22. Februar 1963 vom baden-württembergischen Innenministerium verliehen.
Nach der Vereinigung mit Michelbach am Heuchelberg am 1. Juli 1970 erhielt Zaberfeld ein neues Wappen, das den Felsen und den Stern aus dem alten Zaberfelder Wappen mit zwei silbernen Monden aus dem Wappen Michelbachs kombinierte. Die Blasonierung des neuen Wappens lautete: In Rot auf einem zweistufigen, mauerartigen goldenen Felsen ein sinkender siebenstrahliger goldener Stern, darüber beiderseits je ein abgekehrter silberner Mond. Die Flaggenfarben blieben Gelb-Rot.Gemeinsames Amtsblatt … des Landes Baden-Württemberg. 1972, S. 574 (genehmigt am 12. Oktober 1970)
Die heutigen Zaberfelder Ortsteile Leonbronn und Ochsenburg bildeten vom 1. Januar 1971 bis zum 1. Januar 1975 die Gemeinde Burgbronn. Diese führte ein Wappen mit folgender Blasonierung: In Blau ein aus dem Unterrand wachsender, beiderseits mit Flankenmauern versehener goldener Zinnenturm (Burg), belegt mit einem nach oben weisenden grünen Lindenblatt. Die Burgbronner Flaggenfarben waren Gelb-Blau.Gemeinsames Amtsblatt … des Landes Baden-Württemberg. 1973, Seite 1082 (genehmigt am 12. Juli 1972)
Nach der Vereinigung Zaberfelds mit Burgbronn zur neuen (dritten) Gemeinde Zaberfeld wurde der Gemeinde am 15. August 1977 vom Landratsamt des Landkreises Heilbronn zusammen mit den Flaggenfarben Gelb-Blau ihr jetziges Wappen verliehen, das die den Ortsnamen Burgbronn symbolisierende „Burg“ aus dem Burgbronner Wappen mit dem Wappensymbol der Herren von Sternenfels kombiniert, die in allen Zaberfelder Ortsteilen Lehensbesitz gehabt hatten.Quellen für den Abschnitt Wappen und Flagge (außer den mit weiteren Einzelnachweisen versehenen Absätzen):Heinz Bardua: Die Kreis- und Gemeindewappen im Regierungsbezirk Stuttgart. Theiss, Stuttgart 1987, ISBN 3-8062-0801-8 (Kreis- und Gemeindewappen in Baden-Württemberg, 1). S. 145.Eberhard Gönner: Wappenbuch des Stadt- und des Landkreises Heilbronn mit einer Territorialgeschichte dieses Raumes. Archivdirektion Stuttgart, Stuttgart 1965 (Veröffentlichungen der Staatlichen Archivverwaltung Baden-Württemberg, 9). S. 157.
Kultur und Sehenswürdigkeiten Zaberfeld liegt an der Württemberger Weinstraße, die an vielen Sehenswürdigkeiten vorbeiführt.
Bauwerke
Die evangelische Pfarrkirche Sankt Mauritius in ZaberfeldEintrag auf der Website des Kirchenbezirks Brackenheim. geht auf einen Bau aus dem 13. Jahrhundert zurück. Der nach Osten ausgerichtete Chor wurde 1505 von Baumeister Hans Wunderer ergänzt. Das Zaberfelder Schloss entstand als Renaissancebau 1587 bis 1619 mit geschweiftem Nordgiebel, erhielt 1712 ein Barockportal an der Ostseite und diente zeitweilig als Pfarrhaus, bevor es im Jahr 2000 zu einem Wohnhaus umgebaut wurde. Zwischen Schloss und Kirche befindet sich das historische Rathaus.
An der Hauptstraße von Zaberfeld befindet sich seit 2005 die Plastik Am Rande mittendrin des Bildhauers Darko Gol aus Corten-Stahl mit einer Edelstahlscheibe. Die vier oberen Spitzen symbolisieren die vier Ortsteile von Zaberfeld, die drei unteren Ecken die drei angrenzenden Landkreise. Weitere Skulpturen des in Zaberfeld lebenden Gol sind am Ortsausgang Richtung Leonbronn und an der Ehmetsklinge aufgestellt. Im Löweneck befindet sich der Bacchusbrunnen der Güglinger Bildhauerin Ursula Stock von 1993, ebenso von ihr, der auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindliche Pferdekopf, beim Rathaus ist die Figurengruppe Nachbarin mit zwei Kindern des Winnender Bildhauers Martin Kirstein zu sehen.
Sport und Freizeit mini|Naturparkzentrum Stromberg-Heuchelberg