alternativtext=Visitbild von Herrmann Schiller|mini|Visitbild von Herrmann Schiller Hermann Schiller (auch Herman; * 7. November 1839 in Wertheim; † 11. Juni 1902 in Leipzig) war ein deutscher Pädagoge, Gymnasialdirektor und seit 1877 Professor an der Universität Gießen.

Leben und Werk Nach dem Studium der Philologie von 1856 bis 1859 an den Universitäten Heidelberg und Erlangen wurde Schiller 1862 Gymnasiallehrer in seiner Geburtsstadt Wertheim. Ab 1868 war er Gymnasialprofessor zunächst in Karlsruhe und als Gymnasialdirektor ab 1872 in Konstanz. Im Jahre 1876 wurde er an der Universität Tübingen promoviert, im selben Jahr ordentlicher Professor an der Ludwigsuniversität Gießen und Schulleiter des Großherzoglichen Gymnasiums Gießen. Im Jahr 1888 wurde Schiller zum Geheimen Oberschulrat ernannt und war bis Jahresende außerordentliches Mitglied des Grossherzoglich-Hessischen Ministeriums des Inneren.

Er galt als einer der bedeutendsten Schulpädagogen Deutschlands und schrieb unter anderem Beiträge zum altsprachlichen Unterricht, zur deutschen Aufsatzdidaktik und zur Schulhygiene, vielfach in der Zeitschrift für das Gymnasialwesen. Auch gehörte er zu den Pionieren der Seminardidaktik für junge Lehrer.

Vom 11. bis 13. Juli 1899 veröffentlichte Schiller in der Frankfurter Zeitung drei Artikel, in denen er das höhere Schulwesen im Großherzogtum Hessen einer scharfen Kritik unterzog. Darauf wurde er auf Veranlassung des Staatsministers Carl Rothe von Großherzog Ernst Ludwig vom Dienst suspendiert und sofort als Schuldirektor und Ordinarius zwangspensioniert. Als Privatgelehrter schrieb er noch eine vierbändige Weltgeschichte als Schulbuch und lehrte als Privatdozent an der Universität Leipzig.

Aus einem Nachruf

Schriften (Auswahl) Geschichte der Römischen Kaiserzeit. 2 Bände in 3 Teilen. Perthes, Gotha 1883/1887. Handbuch der praktischen Pädagogik. Fues, Leipzig 1886. Lehrbuch der Geschichte der Pädagogik: Für Studierende und junge Lehrer höherer Lehranstalten. Fues, Leipzig 1887 (Digitalisat). mit Moritz Voigt: Die römischen Staats-, Kriegs- und Privataltertümer (= Handbuch der Altertumswissenschaft. Band 4,2). C. H. Beck, Nördlingen 1887 (Digitalisat) – 2., umgearbeitete und vermehrte Auflage, C. H. Beck, München 1893 (Digitalisat). Weltgeschichte von den ältesten Zeiten bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts: Ein Handbuch. 4 Bände. Spemann, Berlin/Stuttgart 1900–1901.

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Einzelnachweise

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