Der Landkreis Nordwestmecklenburg ist ein Landkreis im Nordwesten des Landes Mecklenburg-Vorpommern an der Ostseeküste. Zum Kreisgebiet gehört neben dem Festland die Ostseeinsel Poel. Nachbarkreise sind im Osten der Landkreis Rostock, im Süden die kreisfreie Stadt Schwerin und der Landkreis Ludwigslust-Parchim sowie im Westen der schleswig-holsteinische Kreis Herzogtum Lauenburg und die kreisfreie Stadt Lübeck. Kreisstadt ist seit dem 4. September 2011 die Hansestadt Wismar. In der vorigen Kreisstadt Grevesmühlen besteht eine Außenstelle der Verwaltung weiter.
Geografie Nordwestmecklenburg gehört zum Landesteil Westmecklenburg und hat am Klützer Winkel sowie östlich von Wismar bei der Insel Poel Anteil an der Ostseeküste der Mecklenburger Bucht. Der im Gemeindegebiet Passee liegende 118 Meter hohe Lünenberg ist die höchste Erhebung des Landkreises.
Größere Seen befinden sich mit dem Neuklostersee, Großen Wariner See und dem Groß Labenzer See im Bereich der Sternberger Seenlandschaft im Osten des Landkreises, zudem gehört der Schweriner Außensee zum Kreisterritorium. Im Westen grenzt der Landkreis an den Schaalsee. Größere Flüsse gibt es im Landkreis nicht. Erwähnenswerte Fließgewässer sind die Wakenitz als Grenzfluss zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein, der Brüeler Bach, die Stepenitz und der Wallensteingraben sowie mehr unter historischen Aspekten die Harkenbäk.
Raumordnerisch kann der Landkreis durch seine Zugehörigkeit zur Metropolregion Hamburg sowie die Lage zwischen den Metropolregionen von Berlin und Kopenhagen-Malmö profitieren, ebenso durch die Regiopole Rostock und durch Stettin mit seinem grenzübergreifenden Ballungsraum.
Im Landkreis liegt ein Teil vom Biosphärenreservat Schaalsee.
Geschichte rechts|mini|400px|Bevölkerungspyramide für den Kreis Nordwestmecklenburg (bereits gemeinsam mit der Hansestadt Wismar, Datenquelle: Zensus 2011)
Der Landkreis entstand 1994 durch Zusammenlegung der Kreise Gadebusch (GDB), Grevesmühlen (GVM) und Wismar (WIS) sowie Teilen der Kreise Sternberg (STB) und Schwerin-Land (SN).
Im Zuge der Kreisgebietsreform Mecklenburg-Vorpommern 2011 kam zum Landkreis Nordwestmecklenburg die bis dahin kreisfreie Hansestadt Wismar hinzu. Sie ist seitdem auch Kreissitz des Landkreises und löste Grevesmühlen ab. Dort verbleiben jedoch vorerst große Teile der Verwaltung im bisherigen Sitz, der historischen Malzfabrik.
Städte und Gemeinden
Das Oberzentrum für den Landkreis ist die nicht kreisangehörige Stadt Schwerin, zudem sind die Oberzentren Rostock und Lübeck räumlich nah. Die größten Städte Nordwestmecklenburgs sind Wismar und Grevesmühlen, die als Mittelzentren festgelegt sind, wobei Wismar auch oberzentrale Funktionen übernimmt (etwa durch seine Hochschule, die wirtschaftliche Bedeutung und als Hafenstandort).
Im Regionalen Raumentwicklungsprogramm Westmecklenburg von 2011 sind zudem folgende Grundzentren im Landkreis definiert: Bad Kleinen, Dassow, Gadebusch, Klütz, Lüdersdorf, Neukloster, Rehna, Schönberg und Warin.Regionales Raumentwicklungsprogramm Westmecklenburg (2011), Regionaler Planungsverband, abgerufen am 12. Juli 2015
(Einwohner am )
Amtsfreie Gemeinden Grevesmühlen, Stadt ** () Insel Poel () Wismar, Hansestadt und Große kreisangehörige Stadt ()
** Amt Grevesmühlen-Land ohne eigene Verwaltung – Bildung einer Verwaltungsgemeinschaft mit der Stadt Grevesmühlen mit gleichzeitiger Übertragung der Aufgaben des übertragenen Wirkungskreises des Amtes auf die Stadt
Ämter mit amtsangehörigen Gemeinden und Städten * Sitz der Amtsverwaltung 1. Amt Dorf Mecklenburg-Bad Kleinen () Bad Kleinen () Barnekow () Bobitz () Dorf Mecklenburg * () Groß Stieten () Hohen Viecheln () Lübow () Metelsdorf () Ventschow () 2. Amt Gadebusch () Dragun () Gadebusch, Stadt * () Kneese () Krembz () Mühlen Eichsen () Roggendorf () Rögnitz () Veelböken () 3. Amt Grevesmühlen-Land ** () Bernstorf () Gägelow () Roggenstorf () Rüting () Stepenitztal () Testorf-Steinfort () Upahl () Warnow () 4. Amt Klützer Winkel () Boltenhagen () Damshagen () Hohenkirchen () Kalkhorst () Klütz, Stadt * () Zierow () 5. Amt Lützow-Lübstorf () Alt Meteln () Brüsewitz () Cramonshagen () Dalberg-Wendelstorf () Gottesgabe () Grambow () Klein Trebbow () Lübstorf () Lützow * () Perlin () Pingelshagen () Pokrent () Schildetal () Seehof () Zickhusen () 6. Amt Neuburg () Benz () Blowatz () Boiensdorf () Hornstorf () Krusenhagen () Neuburg * () 7. Amt Neukloster-Warin () Bibow () Glasin () Jesendorf () Lübberstorf () Neukloster, Stadt * () Passee () Warin, Stadt () Zurow () Züsow () 8. Amt Rehna () Carlow () Dechow () Groß Molzahn () Holdorf () Königsfeld () Rehna, Stadt * () Rieps () Schlagsdorf () Thandorf () Utecht () Wedendorfersee () 9. Amt Schönberger Land () Dassow, Stadt () Grieben () Lüdersdorf () Menzendorf () Roduchelstorf () Schönberg, Stadt * () Selmsdorf () Siemz-Niendorf ()
Gebietsänderungen In den Jahren zwischen 1994 und 2005 fanden im Gebiet des Landkreises Nordwestmecklenburg wie im gesamten Bundesland Mecklenburg-Vorpommern umfangreiche Gebietsänderungen statt.
Aus den ursprünglich 14 Ämtern wurden nach Abschluss der Gebietsreform am 1. Januar 2005 8 Ämter. Die Städte Gadebusch und Schönberg verloren ihre Amtsfreiheit. Die Anzahl der Gemeinden verringerte sich von 112 auf 94. Durch weitere Eingemeindungen und Zusammenschlüsse im Verlauf des Jahres 2009 verringerte sich die Zahl der Gemeinden auf 91.
Ämterauflösungen, Ämterfusionen, Amtswechsel von Gemeinden Fusion der Stadt Gadebusch mit dem Amt Gadebusch-Land zum neuen Amt Gadebusch (1. Januar 2004) Fusion der Stadt Schönberg mit dem Amt Schönberger Land (1. Januar 2004) Ausgliederung der Gemeinde Kalkhorst aus dem Amt Ostseestrand – Eingliederung in das Amt Klützer Winkel (1. Januar 2004) Fusion der Ämter Neukloster und Warin zum neuen Amt Neukloster-Warin (1. Juli 2004) Fusion der Ämter Dorf Mecklenburg und Bad Kleinen zum neuen Amt Dorf Mecklenburg-Bad Kleinen (1. Juli 2004) Auflösung des Amtes Gägelow – Eingliederung der Gemeinde Zierow zum Amt Klützer Winkel sowie der Gemeinden Barnekow und Gägelow zum Amt Dorf Mecklenburg-Bad Kleinen (1. Januar 2005) Fusion der Ämter Lübstorf/Alt Meteln und Lützow zum neuen Amt Lützow-Lübstorf (1. Januar 2005) Auflösung des Amtes Ostseestrand – Eingliederung der Stadt Dassow und der Gemeinde Selmsdorf zum Amt Schönberger Land (1. Januar 2005) Wechsel der Gemeinde Gägelow in das Amt Grevesmühlen-Land (1. April 2005) Eingliederung der amtsfreien Gemeinde Boltenhagen in das Amt Klützer Winkel (1. Juli 2011) Wechsel der Gemeinde Papenhusen vom Amt Schönberger Land in das Amt Grevesmühlen-Land (1. Januar 2014)
Eingemeindungen, Gemeindeneubildungen Auflösung der Gemeinde Groß Salitz – Eingemeindung nach Krembz (1. Januar 1999) Auflösung der Gemeinde Testorf – Eingemeindung nach Testorf-Steinfort (1. Januar 1999) Auflösung der Gemeinden Moor und Parin – Neubildung der Gemeinde Moor-Rolofshagen (1. Januar 1999) Auflösung der Gemeinde Babst – Eingemeindung nach Glasin (1. Januar 2001) Auflösung der Gemeinde Hagebök – Eingemeindung nach Neuburg (1. Januar 2002) Auflösung der Gemeinde Krassow – Eingemeindung nach Zurow (1. Januar 2002) Auflösung der Gemeinde Groß Labenz – Eingemeindung nach Warin (1. Januar 2004) Auflösung der Gemeinden Elmenhorst und Kalkhorst – Neubildung der Gemeinde Kalkhorst (1. Januar 2004) Ausgliederung der Ortsteile Groß Thurow und Neu Thurow aus der Gemeinde Dechow – Eingliederung in die Gemeinde Roggendorf (1. Juni 2004) Auflösung der Gemeinde Böken – Eingemeindung nach Alt Meteln (13. Juni 2004) Auflösung der Gemeinden Harkensee und Pötenitz – Eingemeindung nach Dassow (13. Juni 2004) Auflösung der Gemeinde Löwitz – Eingemeindung nach Rehna (13. Juni 2004) Auflösung der Gemeinden Beidendorf, Bobitz und Groß Krankow – Neubildung der Gemeinde Bobitz (13. Juni 2004) Auflösung der Gemeinden Bülow, Demern und Groß Rünz – Neubildung der Gemeinde Königsfeld (13. Juni 2004) Auflösung der Gemeinden Gramkow und Groß Walmstorf – Neubildung der Gemeinde Hohenkirchen (1. Januar 2005) Auflösung der Gemeinde Schimm – Eingemeindung nach Lübow (7. Juni 2009) Auflösung der Gemeinden Badow und Renzow – Neubildung der Gemeinde Badow-Renzow (7. Juni 2009) Auflösung der Gemeinden Damshagen und Moor-Rolofshagen – Neubildung der Gemeinde Damshagen (7. Juni 2009) Auflösung der Gemeinde Hanshagen – Eingemeindung nach Upahl (1. Januar 2011) Auflösung der Gemeinden Köchelstorf und Wedendorf – Neubildung der Gemeinde Wedendorfersee (1. Juli 2011) Auflösung der Gemeinden Börzow, Mallentin und Papenhusen – Neubildung der Gemeinde Stepenitztal (25. Mai 2014) Auflösung der Gemeinden Nesow und Vitense – Eingemeindung nach Rehna (25. Mai 2014) Auflösung der Gemeinde Plüschow – Eingemeindung nach Upahl (1. Januar 2019) Auflösung der Gemeinde Lockwisch – Eingemeindung nach Schönberg (1. Januar 2019) Auflösung der Gemeinden Groß Siemz und Niendorf – Neubildung der Gemeinde Siemz-Niendorf (26. Mai 2019)
Namensänderungen von Gemeinde Vitense Parber zu Gemeinde Vitense (11. Februar 1992) von Gemeinde Köchelstorf b. Rehna zu Gemeinde Köchelstorf (1. August 1999) von Gemeinde Neuburg-Steinhausen zu Gemeinde Neuburg (1. Januar 2002) von Gemeinde Badow-Renzow zu Gemeinde Schildetal (1. Oktober 2009)
Politik Kreistag
Vorangegangene Wahlen Parteien und WählergemeinschaftenProzent2024Sitze2024 Prozent2019 Sitze2019 Prozent2014 Sitze2014 Prozent2011 Sitze2011 Prozent2009 Sitze2009 Prozent2004 Sitze2004 Prozent1999 Sitze1999 Prozent1994 Sitze1994 Prozent1990 AfD Alternative für Deutschland25,416 12,4 8 4,8 3 — — — — — — — — — — — CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands22,514 23,0 14 28,6 18 24,2 15 31,7 17 39,9 21 38,1 22 27,2 15 24,9 SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands17,911 21,4 13 24,9 15 36,3 22 23,5 13 19,6 10 26,8 15 34,2 19 26,9 DIE LINKE. DIE LINKE.9,56 16,4 10 18,0 11 18,3 11 20,3 11 18,7 10 19,9 11 19,4 11 14,0 LUL Ländlicher Raum, Umwelt und Landwirtschaft6,94 6,1 4 6,1 4 3,2 2 — — — — — — — — — GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen5,74 9,8 6 5,3 3 7,2 4 3,8 2 3,0 1 1,6 – 3,9 – 1,5BB NWMBürgerBündnis NWM3,22——————————————— FDP Freie Demokratische Partei2,82 4,6 3 3,5 2 3,9 3 8,4 5 5,1 3 4,3 – 6,3 4 4,5 FREIE WÄHLER FREIE WÄHLER2,21 1,8 1 — — — — — — — — — — — — — PIRATENPiratenpartei Deutschland1,51 1,4 1 1,4 1 — — — — — — — — — — —BDBündnis Deutschland0,70——————————————— Heimat Die Heimat0,70 1,3 1 2,5 2 4,3 3 3,3 2 — — — — — — —WGUWählergemeinschaft Upahl0,20——————————————— FW NWM Freie Wähler Nordwestmecklenburg—— — — 2,3 1 1,9 1 — — — — — — — — — RENTNER Rentner Partei Deutschland—— — — 1,0 1 — — — — — — — — — — — Sonst. Sonstige—— 0,3 0 0,6 — — — 6,1 3 8,7 5 7,5 4 8,5 4 28,3 EB Einzelbewerber0,70 1,6 0 1,0 0 0,1 0 2,8 0 4,7 3 1,6 1 0,5 0 — Gesamt 100 61 100 61 100 61 100 61 100 53 100 53 100 53 100 53 100 Wahlbeteiligung65,7 %59,3 %48,4 %51,5 %51,0 %48,0 %52,7 %65,9 %k. A. Ergebnis der Kreistagswahl 2014.service.mvnet.de Ergebnis der Kreistagswahl 2011.service.mvnet.de Ergebnis der Kreistagswahl 2009.service.mvnet.de Ergebnis der Kreistagswahl 2004.service.mvnet.de Ergebnis der Kreistagswahl 1999.service.mvnet.de Ergebnis der Kreistagswahl 1994. S. 95. Die Linke ist bis 2004 als PDS angetreten. Sonstige: 2019: FPA (0,3 %); 2014: WGB (0,2 %), WG Upahl-Hanshagen (0,2 %) und WIR (0,2 %); 2009: Bv (5,3 %), WG (0,5 %), BsG (0,2 %) und WG SVS 93 (0,1 %); 2004: Bv; 1999: Bv; 1994: Bv (6,2 %), WFN (1,1 %), FORUM (0,8 %) und AWG (0,4 %).