mini|St. Mauritius in Warzfelden mini|Gasthof Schwarzer Adler
Warzfelden (fränkisch: Wats-fällnE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 193. Dort folgendermaßen transkribiert: „watsféln“.) ist ein Gemeindeteil des Marktes Dietenhofen im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Warzefelden liegt in der Gemarkung Kleinhaslach.
Geografie Durch das Kirchdorf fließt der Mettlachbach, dem dort der Hegstallgraben von rechts zumündet. Im Südwesten schließt sich das Waldgebiet Heegstall mit dem Mühlberg an. Der Ort liegt an der Kreisstraße AN 17, die nach Adelmannsdorf (2,7 km nordwestlich) bzw. zur Staatsstraße 2246 bei Kleinhaslach führt (2,3 km östlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Dietenhofen (2,5 km nördlich) und zu einer weiteren Gemeindeverbindungsstraße (1,3 km südlich) zwischen Kleinhabersdorf (0,6 km östlich) und Petersdorf (1,5 km südwestlich).
Geschichte Der Ort wurde im Jahr 1281 als „Wartsuelde“ erstmals urkundlich erwähnt. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist der Personenname Warto, der wohl auch der Name des Gründers dieser Siedlung war.E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 193. Die Flurnamen „Burkwiese“ und „Burgwieslein“ verweisen auf eine Festungsanlage, die wohl im 10. Jahrhundert strategisch günstig auf einem Hügel errichtet wurde. An ihrer Stelle wurde später die Mauritiuskirche errichtet.J. Kollar: Markt Dietenhofen, S. 157.
Im 16-Punkte-Bericht des Oberamtes Ansbach von 1684 wurden für Warzfelden 13 Mannschaften verzeichnet. Grundherren waren das Hofkastenamt Ansbach (7 Halbhöfe, 3 Güter, 1 Gütlein), das Stiftsamt Ansbach (1 Anwesen) und die Herren von Leonrod (1 Anwesen). Das Hochgericht und Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das brandenburg-ansbachische Hofkastenamt Ansbach aus.Staatsarchiv Nürnberg, Ansbacher Salbuch 128, 4273. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 693. 1689 wurde erstmals ein Lehrer in Warzfelden aufgeführt. Die Schule wurde bis 1978 genutzt.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Warzfelden 15 Anwesen. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte weiterhin das Hofkastenamt Ansbach aus. Alle Anwesen hatten das Fürstentum Ansbach (Hofkastenamt Ansbach: 6 Halbhöfe, 4 Güter, 1 Tafernwirtschaft, 1 Mühle, 1 Schmiede-Gütlein, 1 Tropfhaus; Stiftsamt Ansbach: 1 Söldengut) als Grundherrn. Neben den Anwesen gab es noch die Kirche und kommunale Gebäude (Schulhaus, Hirtenhaus, Brechhaus).M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 922 f. Hiernach gab es 17 Untertansfamilien.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 6, Sp. 107. Hiernach gab es zwölf Untertansfamilien. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Ansbach.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 998.
Im Jahre 1806 kam Warzfelden zum Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Warzfelden dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Kleinhaslach und der 1811 gegründeten Ruralgemeinde Kleinhaslach zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Ansbach 1808–17. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 961. Ein Gesuch aus dem Jahre 1824, eine politische Gemeinde Warzfelden zu bilden, zu der Adelmannsdorf, Höfen und Rüdern gehören sollten, wurde abgelehnt. Mit der Eingemeindung von Kleinhaslach am 1. Juli 1972 im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde Warzfelden Teil der Gemeinde Dietenhofen.
Baudenkmäler Evangelisch-lutherische Filialkirche St. Mauritius Haus Nr. 4: Gasthaus zum Adler, zweigeschossiger Satteldachbau, Fachwerk, 1804, daneben eingeschossiges Wohnstallhaus mit teilweise verputztem Fachwerkgiebel, wohl 17. Jahrhundert Haus Nr. 22: ehemalige Mühle, Fachwerkobergeschoss, 16./17. Jahrhundert Brücke: Quadersteinbrücke, einbogig, 18./19. Jahrhundert
Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2005 2013Einwohner 129 129 115 131 133 109 124 141 98 88 96 94 82HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1885 bis 1987 als Wohngebäude. 23 24 25 23 22 22 22 20 Quelle Warzfelden: 121 Einwohner, 23 Häuser; Warzfeldermühle: 8 E., 1 H. Warzfelden: 121 Einwohner; Warzfeldermühle: 10 E. Warzfelden: 119 Einwohner, 23 Wohngebäude; Warzfeldermühle: 14 E., 2 Wgb. auf: dietenhofen.de
Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und war ursprünglich nach St. Andreas (Dietenhofen) gepfarrt, seit der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ist die Pfarrei St. Martin (Kleinhaslach) zuständig. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession waren ursprünglich nach Unsere Liebe Frau (Heilsbronn) gepfarrt, seit den 1980er Jahren ist die Pfarrei St. Bonifatius (Dietenhofen) zuständig.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Geographie (Dietenhofen) Kategorie:Ersterwähnung 1281 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)