Daniel Juncadella Perez-Sala (* 7. Mai 1991 in Barcelona) ist ein spanischer Automobilrennfahrer. Er fuhr von 2010 bis 2012 in der Formel-3-Euroserie und gewann in der letzten Saison die Gesamtwertung. 2012 wurde er zudem Meister der europäischen Formel 3. Von 2013 bis 2016 sowie 2018 trat er für Mercedes-Benz in der DTM an, 2019 wechselte er zu Aston Martin.

Karriere

Anfänge im Kart- und Formelsport (2004–2009)

Juncadella begann seine Motorsportkarriere 2004 im Kartsport, in dem er bis 2006 aktiv war. 2007 wechselte er in den Formelsport und machte seine ersten Erfahrungen in der Formel Master Junior, in der er auf Anhieb den Vizemeistertitel gewann. Außerdem trat er zu sechs Rennen der deutschen Formel BMW an und wurde 23. in der Gesamtwertung.

2008 wurde Juncadella in das Förderprogramm von Red Bull aufgenommen und bestritt die komplette Saison in der europäischen Formel BMW, die aus der Fusion der deutschen mit der britischen Formel BMW hervorgegangen war, für EuroInternational.„Red-Bull-Kader 2008 mit 13 Junioren“ (Motorsport-Total.com am 12. Dezember 2007) Der Spanier gewann zwei Rennen und wurde Vierter in der Gesamtwertung. Außerdem startete er für das Euro Junior Team bei sechs Rennen der amerikanischen Formel BMW, von denen er ein Rennen für sich entschied. Beim Formel-BMW-Weltfinale erreichte er den vierten Platz.

2009 blieb Juncadella bei EuroInternational in der europäischen Formel BMW und gewann ein Rennen. Am Saisonende belegte er hinter seinem Teamkollegen Felipe Nasr, der die Saison dominiert hatte und Meister geworden war, den zweiten Platz in der Gesamtwertung. Obwohl er den Vizemeistertitel gewann, beendete Red Bull die Zusammenarbeit mit ihm.„Red Bull verkleinert Juniorteam auf sechs Fahrer“ (Motorsport-Total.com am 5. Dezember 2009)

Formel-3-Euroserie (2010–2012)

mini|links|Juncadella bei der Formel-3-Euroserie am Hockenheimring (2010) 2010 startete Juncadella für das Prema Powerteam in der Formel-3-Euroserie.„Juncadella will bester Rookie werden“ (Motorsport-Total.com am 8. April 2010) Nachdem er die erste Pole-Position der Saison erzielt hatte, folgte beim Sonntagsrennen auf dem Hockenheimring mit Platz zwei seine erste Podest-Platzierung in der Formel-3-Euroserie. Nach einer schwächeren Phase in der Mitte der Saison, erzielte er zum Ende der Saison regelmäßig Punkte und gewann das Saisonfinale auf dem Hockenheimring. Er belegte den achten Gesamtrang. Außerdem startete er für Tech 1 Racing bei fünf Rennwochenenden der Saison 2010 der neugegründeten GP3-Serie und belegte am Saisonende mit einem zweiten Platz als bestes Resultat den 14. Platz im Gesamtklassement. Darüber hinaus absolvierte er Gaststarts in der britischen Formel-3-Meisterschaft.

mini|Juncadella in Zandvoort 2011 2011 bestritt Juncadella seine zweite Saison in der Formel-3-Euroserie für das Prema Powerteam als Teamkollege von Roberto Merhi.„Juncadella fährt 2011 wieder für Prema“ (Motorsport-Total.com am 18. Januar 2011) Mit zwei dritten Plätzen und einem Sieg am ersten Rennwochenende startete er in die Saison. In den nächsten Rennen folgten vier weitere Siege. Während Merhi mit 406 Punkten Meister wurde, beendete Juncadella die Saison mit 280 Punkten als Dritter. Darüber hinaus nahm Juncadella auch an der FIA-Formel-3-Trophäe 2011 teil. Er gewann dabei den Macau Grand Prix und wurde auch in dieser Kategorie Dritter, während Merhi erneut den Titel holte.

2012 startete Juncadella für das Prema Powerteam abermals in der Formel-3-Euroserie.„F3 Euro Series - Juncadella hält Prema 2012 die Treue“ (Motorsport-Magazin.com am 7. Februar 2012) Juncadella gewann fünf Rennen und entschied die Meisterschaft mit insgesamt elf Podest-Platzierungen für sich. Zudem gewann er in dieser Saison die europäische Formel-3-Meisterschaft, zu der einige Rennen der Formel-3-Euroserie zählten. In dieser gewann Juncadella ebenfalls fünf Rennen. Darüber hinaus entschied Juncadella das Formel-3-Masters in Zandvoort für sich.

DTM (seit 2013)

Mücke Motorsport (2013–2015)

2013 startete Juncadella in der DTM in einem Mercedes von Mücke Motorsport. Bei seinem Debütrennen wurde er Zwölfter. Auf dem EuroSpeedway Lausitz erzielte er mit einem sechsten Platz erstmals Punkte. Ein Rennen später auf dem Norisring verbesserte er sich ein weiteres Mal und wurde Vierter. Er beendete die Saison auf dem 16. Gesamtrang und setzte sich damit intern gegen Pascal Wehrlein durch.

2014 blieb Juncadella bei Mücke in der DTM. Mit einem vierten Platz als bestem Ergebnis wurde er 18. in der Fahrerwertung. Darüber hinaus fungierte Juncadella als Ersatzfahrer beim Formel-1-Rennstall Force India. In dieser Funktion nahm er an Freitagstrainings teil.

2015 absolvierte Juncadella für Mücke Motorsport seine dritte DTM-Saison. Als Startnummer wählte er die 12. Mit einem fünften Platz als bestem Resultat erreichte er den 20. Platz im Gesamtklassement. Darüber hinaus fuhr er für Rowe Racing in der Blancpain Endurance Series und wurde dort Siebter in der Pro-Wertung. Ferner kehrte Juncadella 2015 für drei Rennen in den Formelsport zurück. Für Emilio de Villota Motorsport absolvierte er zwei Gaststarts in der Euroformula Open, wobei er Dritter und Vierter wurde. Für Fortec Motorsport trat er zum Macau Grand Prix an. Nach Platz zwei im Qualifying beschädigte er sein Auto beim Qualifikationsrennen so stark, dass er nicht zum Grand Prix starten konnte.

HWA (2016–2018)

Zur DTM-Saison 2016 wechselte Juncadella innerhalb der Mercedes-Teams zu HWA. Mit jeweils einem achten und neunten Rang beendete er die Saison auf dem 24. Gesamtrang.

Nachdem er für die Saison 2017 kein Einsatzcockpit mehr in der DTM erhalten hatte, trat er in das Glied des Testfahrers von Mercedes zurück. Darüber hinaus ging Juncadella 2017 in der Blancpain Endurance Series an den Start. Dort trat er gemeinsam mit Felix Serralles und Tristan Vautier, der während der Saison für ein Rennen durch Renger van der Zande vertreten wurde, an. Das Team erreichte einen Saisonsieg und Juncadella wurde punktgleich mit Serralles Sechster der Fahrerwertung.

Zur Saison 2018 kehrte Juncadella in die DTM zurück, wo er erneut für HWA antritt. In Nürnberg erzielte er am Sonntag seine erste Pole-Position und im Rennen als Dritter auch seine erste Podiumsplatzierung in der DTM. In Zandvoort erreichte er am Samstag eine weitere Pole-Position. Anders als am Norisring gelang es ihm dieses Mal, die erste Position zu halten und das Rennen zu gewinnen. Damit wurde er zum insgesamt 37. Fahrer und nach Miguel Molina zum zweiten Spanier, der mindestens ein DTM-Rennen gewann. In Spielberg fuhr er am Samstag zum dritten Mal in dieser Saison auf die Pole-Position, fiel im Rennen jedoch aus den Punkterängen. Die Saison beendete er mit 61 Wertungspunkten als schlechtester Mercedes-Pilot auf dem 15. Gesamtrang.

Nach dem DTM-Ausstieg von Mercedes mit Ende der Saison 2018 wurde Juncadella zur Saison 2018/19 als Test- und Ersatzfahrer von HWA für die FIA-Formel-E-Meisterschaft verpflichtet.

R-Motorsport (2019)

Für 2019 erhielt Juncadella ein Einsatzcockpit bei R-Motorsport, wo er eines von vier Fahrzeugen des DTM-Neueinsteigers Aston Martin pilotiert. Mit 23 Punkten belegte er den 14. Rang der Gesamtwertung und wurde somit bester Aston Martin-Pilot.

Persönliches

Daniel Juncadella stammt aus einer katalanischen Familie. Sein Vater Javier Juncadella, selbst im Rennsport aktiv und als Rallye- und Bergrennfahrer erfolgreich, war eines von fünf Kindern des Textilindustriellen José Maria Juncadella und der bekannten spanischen Schriftstellerin Mercedes Salisachs.Über Mercedes Salisachs Der Bruder seines Vaters, José Juncadella, war ebenfalls Rennfahrer, Gründer der Escuderia Montjuich und in führender Funktion im Familienimperium tätig.Mercedes Salisachs und die Familie Juncadella Mercedes, die Schwester seines Vaters, heiratete Àlex Soler-Roig, der zu Beginn der 1970er-Jahre in der Formel 1 an den Start ging und somit sein Onkel ist. Ein weiterer Onkel ist Luis Pérez-Sala, verheiratet mit einer Schwester seiner Mutter.

Juncadella spricht Spanisch, Katalanisch, Englisch und Deutsch.

Statistik

Karrierestationen

2004–2006: Kartsport 2007: Formel Master Junior (Platz 2) 2007: Deutsche Formel BMW (Platz 23) 2008: Europäische Formel BMW (Platz 4) 2009: Europäische Formel BMW (Platz 2) 2010: Formel-3-Euroserie (Platz 8) 2010: GP3-Serie (Platz 14) 2011: Formel-3-Euroserie (Platz 3) 2011: FIA-Formel-3-Trophäe (Platz 3) 2012: Formel-3-Euroserie (Meister) 2012: Europäische Formel 3 (Meister) 2013: DTM (Platz 16) 2013: Formel 1 (Testfahrer) 2014: DTM (Platz 18) 2014: Formel 1 (Testfahrer) 2015: DTM (Platz 20) 2015: Blancpain Endurance Series, Pro (Platz 7) 2016: DTM (Platz 24) 2017: DTM (Testfahrer) 2017: Blancpain Endurance Series (Platz 6) 2018: DTM (Platz 15) 2019: DTM (Platz 14) 2021: DTM (Platz 9)

Einzelergebnisse in der GP3-Serie

Jahr Team 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 Punkte Rang 2010 Tech 1 Racing 10 14. 11 11 DNF DNF 8 2 5 DSQ 22 DNF

Einzelergebnisse in der Formel-3-Euroserie

Jahr Team Motor 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 Punkte Rang 2010 Prema Powerteam Mercedes-Benz 35 8. 4 7 8 2 9 9 10* 6 12 10 DNF 9 6 3 4 6 8 1 2011 Prema Powerteam Mercedes-Benz 280 3. 3 3 1 6 1 4 5 7 12 2 6 1 DNF 3 11 2 4 1 3 2 8 4 3 2 7 6 3 2012 Prema Powerteam Mercedes-Benz 240 1. 1 DNF 1 2 12 8 7 8 1 DSQ 11 2 1 8 DSQ 6 2 1 2 7 2 13* DNF 4

Le-Mans-Ergebnisse

Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Teamkollege Platzierung Ausfallgrund 2024 TF Sport Chevrolet Corvette Z06 GT3.R Hiroshi Koizumi Sébastien Baud Rang 38 2025 TF Sport Chevrolet Corvette Z06 GT3.R Jonny Edgar Ben Keating Rang 39 2026 Genesis Magma Racing Genesis GMR-001 Paul-Loup Chatin Mathieu Jaminet Rang 13

Sebring-Ergebnisse

Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Teamkollege Platzierung Ausfallgrund 2022 Gilbert Korthoff Motorsports Mercedes-AMG GT3 Evo Stevan McAleer Mike Skeen Rang 23 2023 WeatherTech Racing Mercedes-AMG GT3 Evo Maro Engel Jules Gounon Rang 16 2024 Corvette Racing Chevrolet Corvette Z06 GT3.R Antonio García Alexander Sims Ausfall Unfall 2025 Corvette Racing by Pratt Miller Motorsports Chevrolet Corvette Z06 GT3.R Antonio García Alexander Sims Rang 25

Einzelergebnisse in der FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft

Saison Team Rennwagen 1 2 3 4 5 6 7 8 2024 TF Sport Chevrolet Corvette Z06 GT3.R 25 25 27 38 DNF 23 DNF 17 2025 TF Sport Chevrolet Corvette Z06 GT3.R 18 25 27 39 24 DNF 27 23 2026 Genesis Racing Genesis GMR-001 29 13 13 13 15 11

Statistik in der DTM

Diese Statistik umfasst alle Teilnahmen des Fahrers an der DTM.

Gesamtübersicht

Saison Team Hersteller Fahrzeug Rennen Siege Zweiter Dritter Poles schn.Rennrunden Punkte Pos. 2013 Mücke Motorsport 20px|Mercedes-Benz Mercedes DTM AMG Mercedes C-Coupé 10 – – – – – 21 16. 2014 Mücke Motorsport 20px|Mercedes-Benz Mercedes DTM AMG Mercedes C-Coupé 10 – – – – – 22 18. 2015 Mücke Motorsport 20px|Mercedes-Benz Mercedes Mercedes-AMG C 63 DTM 18 – – – – – 26 20. 2016 HWA 20px|Mercedes-Benz Mercedes Mercedes-AMG C 63 DTM 18 – – – – 2 6 24. 2018 HWA 20px|Mercedes-Benz Mercedes Mercedes-AMG C 63 DTM 20 1 – 1 3 4 61 15. 2019 R-Motorsport 20px|Aston Martin Aston Martin Aston Martin Vantage DTM 18 – – – – – 23 14. 2021 GruppeM Racing 20px|Mercedes-Benz Mercedes Mercedes-AMG GT3 16 – 1 – 1 – 77 9. Gesamt 110 1 1 1 4 6 236

Einzelergebnisse

Saison 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 2013 12 20 13 6 4 18 DNF 17 18 10 2014 19 DNF 16 13 15 15 5 4 17 21* 2015 DNF 15 10 6 10 8 16 DNF 11 23* 5 13 10 15 17 10 13 13 2016 DNF 16* DNF 12 18 DNF 19 DSQ 8 12 24 12 17 9 11 DSQ 21 20* 2018 8 18 14 12 10 11 8 31 16 12 11 9 14 173 15 17* 141 11 14 15 2019 9 16* DNF DNF 13 14 6 10 DNF 7 10 8 12 12 10 12 DNF DNF

Weblinks

Einzelnachweise

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