mini|hochkant|Volker Stelzmann, 1985 Volker Stelzmann (* 5. November 1940 in Dresden) ist ein deutscher Maler und Grafiker.

Leben Stelzmann wurde als drittes Kind des ReichsbahninspekteursAdressbuch 1940 Kurt Stelzmann und seiner Frau Charlotte Ruth, geb. Lambrecht, geboren. Sein Vater fiel 1944 im Krieg. Seit 1948 wuchs Stelzmann in Leipzig auf, wo er nach der Mittleren Reife von 1957 bis 1960 eine Lehre zum Feinmechaniker machte und bis 1963 in diesem Beruf arbeitete. Gleichzeitig besuchte er eine Abendmalschule der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig (HGB) bei Walter Münze. Ab 1963 studierte er an der HGB in der Fachklasse von Gerhard Kurt Müller und schloss 1968 mit dem Diplom ab. Das Grundstudium absolvierte er bei Fritz Fröhlich, Hans Mayer-Foreyt und Harry Blume. Während seiner Studienzeit setzte er sich mit Essays von Michel de Montaigne auseinander.

Von 1968 bis 1973 arbeitete Stelzmann in Leipzig als freischaffender Künstler und suchte die Auseinandersetzung mit Werken von Pontormo, Rosso Fiorentino, Otto Dix und der Neuen Sachlichkeit. Nachdem er schon 1966 mehrfach zu Studienreisen in der Sowjetunion war, besuchte er in dieser Zeit auch Bulgarien, Kuba und Indien. Von 1970 bis 1986 war er Mitglied im Verband Bildender Künstler der DDR, ab 1978 als Vorsitzender deren Zentraler Sektionsleitung. Von 1973 bis 1974 machte er eine Aspirantur an der HGB. 1979 wurde er zum Dozenten und Abteilungsleiter des Grundstudiums ernannt. 1982 bekam er eine Professur an der HGB. Er übte seine Lehrtätigkeit bis 1986 aus.

Stelzmann hatte in der Zeit der DDR im In- und Ausland eine bedeutende Zahl von Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen, u. a. von 1972 bis 1983 an der VII. bis IX. Kunstausstellung der DDR in Dresden. 1966 hatte er gemeinsam mit Ulrich Hachulla seine erste Personalausstellung in Ahrenshoop.

1986 kehrte Stelzmann von einer Reise anlässlich seiner Ausstellungen in Oberhausen und West-Berlin nicht in die DDR zurück. Von 1987 bis 1988 war er Gastprofessor an der Städelschule in Frankfurt am Main und wurde 1988 zum Professor für Malerei an die Hochschule (später Universität) der Künste Berlin berufen. Aus Protest dagegen legte der Maler Georg Baselitz seine Lehrtätigkeit an der Hochschule für längere Zeit nieder, da er Stelzmann als „linientreuen Staatskünstler“ ansah. Stelzmanns Lehrtätigkeit endete 2006.

Volker Stelzmann lebt und arbeitet in Berlin-Charlottenburg. Er ist seit 1988 mit Henriette Stelzmann, geb. Arndt, verheiratet.

Stelzmann wird von DIE GALERIE in Frankfurt am Main und der Galerie Poll in Berlin vertreten.

Ausstellungen (unvollständig) mini|hochkant=1.3|1985 in Köln: (v. l. n. r.) Volker Stelzmann, Waldemar Otto, Timm Gierig und Eberhard Fiebig Einzelausstellungen 1984: Kulturzentrum der DDR, Paris 1985/1986: Städtische Galerie, Oberhausen 1986: Staatliche Kunsthalle, West-Berlin 1988: BASF, Ludwigshafen; Kunststation St. Peter, Köln; Städtische Galerie, Albstadt-Ebingen; Galerie Poll, Berlin 1989: Volker Stelzmann, A.W. Faber-Castell, Stein; Volker Stelzmann, Ludgerikirche, Norden; Volker Stelzmann, Akademie der Diözese Rottenburg, Stuttgart 1990: Kunstverein, Bretten 1991: Galerie Poll, Berlin 1992: Kroch-Haus, Leipzig; Volker Stelzmann, Ausstellungszentrum der Universität Leipzig, Leipzig; Volker Stelzmann, Saale-Galerie, Saalfeld; Volker Stelzmann, Sankt Martin-Kirche, Leutkirch 1993: Lafayette Parke Gallery, San Francisco 1994: Volker Stelzmann, Kulturspeicher, Oldenburg; Volker Stelzmann, Kunstverein Gütersloh; Galerie Poll, Berlin 1995: Städtische Galerie, Wesseling 1996: Volker Stelzmann, Kunsthof Voigtei, Halberstadt 1997: Galerie Poll, Berlin 1999: Versuchsanordnungen, Figurenbilder 1990–1998, Museum für Bildende Künste Leipzig 2000: Volker Stelzmann, Landesmuseum für Kunst- und Kulturgeschichte, Schloß Gottorf, Schleswig; Volker Stelzmann, Kurpfälzisches Museum, Heidelberg; Aufzug, Galerie Poll, Berlin 2001/2002: Volker Stelzmann, Centro Cultural São Lourenço, Almancil, Portugal 2002: Volker Stelzmann. Gemälde, Zeichnungen; Städtische Sammlungen Freital; Pellegrinaggio, 12 Figurenbilder, (12. April–23. Juni), St. Matthäus-Kirche, Berlin in der Reihe Das andere Altarbild in der St. Matthäus-Kirche, Berlin: Deposizione IV (26. März–30. März), „Resurrezione“ (31. März–12. Mai), „Das Pfingstbild“ (14. Mai–23. Juni) 2003: Volker Stelzmann, Kunstverein Südsauerland, Olpe; Volker Stelzmann, DIE GALERIE, Frankfurt am Main 2004: Positionen – Depositionen, Kunstverein Coburg e. V.; Konspiration – Malerei, Galerie Poll, Berlin 2006: Volker Stelzmann. Zeichnungen, Museum Folkwang, Essen; Volker Stelzmann. Versuchsanordnungen II, Galerie Poll, Berlin 2007: Volker Stelzmann. Versuchsanordnungen, DIE GALERIE, Frankfurt am Main; Versuchsanordnungen II in: Kunstverein Marburg, Städtische Galerie Speyer, Galleria ModenArte, Modena, Italien 2008: Volker Stelzmann. Experimental Arrangements, Rudolph Projects ArtScan Gallery, Houston, Texas, USA Volker Stelzmann. Paintings and Drawings, Centro Cultural São Lourenço, Almacil, Portugal 2009: Volker Stelzmann. Konspirationen, Kunsthalle Jesuitenkirche Aschaffenburg 2010: Volker Stelzmann. Parallelen, Emsdettener Kunstverein, Emsdetten 2011: Volker Stelzmann. Stationen, DIE GALERIE, Frankfurt am Main; Galerie Poll, Berlin 2014: Zweiundzwanzig Gemälde und Die Offenbarung, Kunstverein Wiligrad, Schloss Wiligrad, Lüpstorf; Volker Stelzmann, Kunstverein Region Dahlenburg, Dahlenburg 2015: V.S. Leipzig – Berlin, Galerie Poll, Berlin; Panoptikum, Osthaus Museum Hagen; Panoptikum, DIE GALERIE, Frankfurt am Main 2017: Das Treffen – Neue Bilder, Galerie Poll, Berlin; Galerie Verein Stadt Leonberg 2020/21: Volker Stelzmann. Stadt - Werkstatt. Angermuseum Erfurt, Kunsthalle Schweinfurth 2024: Volker Stelzmann – Dickicht, Galerie Poll, Berlin

Weitere Ausstellungsbeteiligungen 1970: Junge Deutsche Malerei – Kontinuität der Neuen Sachlichkeit, Mailand 1978: Malerei und Grafik der DDR, Kunsthalle Worpswede 1978/1979: Internationaler Realismus, Kunstvereine Karlsruhe und Hamburg 1980: Galleria Teatro del Falcone, Genua 1981: Malerei und Grafik in der DDR, Musée National d’Art Moderne, Paris 1982: Biennale Venedig 1985: Leopold-Hoesch-Museum, Düren 1987: Spuren der Heiligen in der Kunst heute, Neue Galerie - Sammlung Ludwig, Aachen 1989: Zweihundert Jahre Französische Revolution, Staatliche Kunsthalle, Berlin 1991: Interferenzen, Riga und Leningrad 1993: 1. Realismus-Triennale, Martin-Gropius-Bau, Berlin, Die andere Tradition – Leipziger Malerschule, Von der Heydt-Museum, Wuppertal Armory Show (The ART SHOW), New York (mit Forum Gallery) 1996: Zeitströmungen, Sprengel-Museum, Hannover Amory Show (THE ART SHOW), New York (mit Forum Gallery) 1997: Standort Deutschland, Museum Schloß Morsbroich, Leverkusen Lust und Last – Leipziger Kunst seit 1945; Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg, Museum der bildenden Künste Leipzig 2000: Guten Morgen, Malerei, Kunstverein Augsburg 2002: Räume des 20. Jahrhunderts, Neue Nationalgalerie Berlin; Grünewald in der modernen Kunst, Jesuitenkirche, Galerie der Stadt Aschaffenburg 2003: Kunst in der DDR, Neue Nationalgalerie, Berlin 2005: Berlinische Galerie, Berlin, Universität der Künste Berlin; Para Volker, Internationale Künstler zum Tod von Volker Huber, Centro Cultural São Lourenço, Algarve, Portugal 2008: Berlin. Klasse Stelzmann, Mineta Contemporary, Brüssel

Öffentliche Sammlungen mit Werken Stelzmanns (Auswahl) mini|Anno 1982: Porträt Peter Gosse Städtische Galerie, Albstadt Lindenau-Museum Altenburg Berlinische Galerie, Berlin Neue Nationalgalerie, Berlin Kupferstichkabinett, Berlin Graphische Sammlungen der Veste Coburg Brandenburgische Kunstsammlungen, Cottbus Kupferstichkabinett der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden Deutsche Bibliothek, Frankfurt am Main Museum für Junge Kunst, Frankfurt (Oder) Sprengel-Museum, Hannover Kunsthalle zu Kiel Museum der bildenden Künste Leipzig Stadtgeschichtliches Museum Leipzig Kunstsammlung der Universität Leipzig Kunsthalle Nürnberg Albrecht-Dürer-Haus, Nürnberg Sammlung Ludwig, Oberhausen Niedersächsisches Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte, Oldenburg Kunsthalle Rostock Diözesanmuseum Rottenburg in Rottenburg am Neckar Staatliches Museum Schwerin St. Petersburg, Sammlung Ludwig im Russischen Museum Sammlung Ludwig im Stadtpalais Liechtenstein, Wien Städtische Sammlungen, Freital, Traumdunkel – der Symbolismus in Sachsen

Ehrungen 1978: Kunstpreis der DDR 1983: Nationalpreis der DDR für Kunst und Literatur III. Klasse

Literatur Renate Hartleb: Volker Stelzmann. Werkverzeichnis der Gemälde bis 1975, Henschel, Berlin 1976. Volker Stelzmann 1967 - 1985. Werkverzeichnis der Gemälde und Graphik. Ausstellungskatalog mit Werkverzeichnis und Beiträgen von Rainer Behrends, Peter Gosse, Oberhausen 1986 Johann-Karl Schmidt, Volker Stelzmann, in: Volker Stelzmann – Stationen, Frankfurt am Main 2011, ISBN 978-3-925782-69-5. Volker Stelzmann – Konspirationen. Begleitkatalog zur gleichnamigen Ausstellung, die von Volker Stelzmann eigens für den profanierten Sakralraum der Kunsthalle Jesuitenkirche konzipiert wurde. Museen der Stadt Aschaffenburg, Kunsthalle Jesuitenkirche, Hachmanneditionen, Bremen 2009, ISBN 978-3-939429-71-5. Volker Stelzmann – Versuchsanordnungen. Monographie mit Texten von Eduard Beaucamp, Dieter Hoffmann und Maurizio Vanni. POLLeditionen, Berlin, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-925782-54-1. (deutsch, englisch, italienisch) Eduard Beaucamp, Dieter Hoffmann, Maurizio Vanni: Volker Stelzmann. Infopress, 2006, ISBN 978-3-925782-54-1. Adolf Dresen, Günter Metken, Andreas Stolzenburg, Herwig Guratzsch: Volker Stelzmann – Versuchsanordnungen: Figurenbilder 1990–98. Museum der bildenden Künste, Leipzig 1999, ISBN 978-3-86060-006-1. Adolf Smitmans, Volker Stelzmann, Anne Peters, Heinz Liesbrock: Volker Stelzmann: Zeichnungen und Druckgraphik. Städtische Galerie Albstadt 1988, ISBN 978-3-923644-22-3.

Stelzmann, Volker. In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 925/926 Volker Stelzmann. Stadt - Werkstatt. Katalog zur Ausstellung Angermuseum Erfurt und Kunsthalle Schweinfurt mit Beiträgen von Andrea Brandl, Rolf Günther, Kai Uwe Schierz, Jan Soldin, Schweinfurt 2020, ISBN 978-3-945255-25-4

Weblinks

Website von Volker Stelzmann Volker Stelzmann bei Poll Fotos und Werke von Volker Stelzmann sowie Informationen, SLUB / Deutsche Fotothek. Abgerufen am 29. Januar 2020. https://www.bildindex.de/ete?action=queryupdate&desc=%22stelzmann%2C%20volker%22%20&index=pic-all

Einzelnachweise

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