Dies ist die Liste der chinesischen Botschafter in Deutschland. Der erste Gesandte, den das Kaiserreich China nach Berlin entsandte, war von 1877 bis 1878 Liu Xi-Hong.

Gesandte des Kaiserreichs China (1877–1911) Der erste Gesandte des kaiserlichen China, der in Berlin die Interessen der Qing-Dynastie vertrat, kam aus London und überreichte am 28. November 1877 dem deutschen Kaiser Wilhelm I. sein Beglaubigungsschreiben.Erich Gütinger: Die Geschichte der Chinesen in Deutschland: ein Überblick über die ersten 100 Jahre ab 1822. Waxmann Verlag, Münster 2004, ISBN 3-8309-1457-1, S. 134. Bis zum Ende der Herrschaft der Qing-Dynastie gab es in Berlin elf chinesische Gesandte:

Botschafter der Republik China (1913–1941) Die chinesische Gesandtschaft Berlin am Kurfürstendamm 218 war 1910 eingerichtet worden und wurde am 18. Mai 1935 in eine Botschaft aufgewertet. Besondere Bedeutung erlangte die Vertretung in der Zeit der zeitweisen intensiveren Chinesisch-Deutschen Kooperation in diesen Jahren.Hrsg. Bernd Martin, Susanne Kuß, Deutsch-chinesische Beziehungen, 1928–1937 S. 191

Ernannt / Akkreditiert Name Bemerkung ernannt von akkreditiert bei Posten verlassen rahmenlos|80px|zentriert|W W. Yen, Hui-ch ing Yen, Wei-ching Yen, Yen Hm-ching (* 2. April 1877; † 24. Mai 1950) Kriegserklärung Chinas an das Deutsche Reich Schutzmacht Dänemark Wei Chen-Isu, Sun Chou wei, Sunchou Wei, Sun cho-wei, Wei Suntchow, Wei Chen-tsu (* 1885) 1910 Gesandtschaftsattaché in Berlin, residierte nicht ständig am Kurfürstendamm 218 und war gleichzeitig in Wien akkreditiert. zentriert|80px|Tsiang Tso Ping Tsiang Tso-ping (* 1884; 1942) General aus Hupeh,1929 Chinesischer Gesandter in Berlin Liu Von-tao (* 1893; 1967) Militär aus Hupeh, ab 1934 Botschafter in Rom. Kabinett Papen rahmenlos|80px|zentriert|Liu Chongjie (* 1880) Kabinett Hitler rahmenlos|80px|zentriert|Cheng TianfangChengs Memoiren erschienen in den späten 1960er-Jahren in Taiwan. Kabinett Hitler rahmenlos|80px|zentriert|Chen JieAbbruch der diplomatischen Beziehungen nach Anerkennung des Wang Jingwei-Regimes durch Deutschland im Juli 1941. Chen und die Mitarbeiter der Botschaft reisten infolge dessen in die Schweiz aus. Am 9. Dezember 1941 (nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor) erklärte die Republik China Deutschland den Krieg. Kabinett Hitler Tobias C Bringmann: Handbuch der Diplomatie, 1815–1963: Auswärtige Missionschefs in Deutschland, S. 62 f.

Diplomatische Vertreter des Mandschuko- und Wang-Jingwei-Regimes (1938–1945) Das Mandschuko-Regime hatte ab Juni 1936 einen Handelskommissar namens Kato Hiyoshi in Berlin. Mit der Annahme des Akkreditierungsschreibens von Lü Yiwen entstand auch formal eine Parallelgesandtschaft.

Ernannt / AkkreditiertNamechinesisch Bemerkung ernannt von akkreditiert bei Posten verlassen Lü Yiwen呂宜文 Gesandter, auch transkribiert als: Lue I-Wen, Lue-I-Wen, Lu-I-Wen, Lu I-Wen, Lü-I-Wen und Lü I-Wen. Kabinett Hitler Wang Deyin王德寅 Konsul, Sohn von Wang Itang, auch transkribiert als Wang Teh-Yin Kabinett Hitler

Vertreter der Republik China (Taiwan) Nach dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen 1941 entsandte die Republik China nach Kriegsende zwar 1945 eine Militärmission nach ins besetzte Berlin. Es kam jedoch nicht zu einer Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen.

Die Interessen der Republik China (Taiwan) werden stattdessen von den Taipei Wirtschafts- und Kulturbüros wahrgenommen, die in Deutschland den Namen „Taipeh Vertretung in der Bundesrepublik Deutschland“ tragen. Zwischen 2016 und 2025 vertrat Jhy-Wey Shieh die Interessen Taiwans in Deutschland. Seit Oktober 2025 leitet Klement Gu die Vertretung.

Botschafter der Volksrepublik China Botschafter der Volksrepublik China in der DDR (1949–1990) mini|1952 bis 1973: Treskowallee (Hermann-Duncker-Straße) 26 in Berlin-Karlshorst mini|1973 bis 1990 Heinrich-Mann-Straße 9 in Berlin-Pankow Die Deutsche Demokratische Republik (DDR) und die Volksrepublik China nahmen im Oktober 1949 – kurz nach Gründung der DDR – diplomatische Beziehungen auf, die bis zur deutschen Wiedervereinigung galten.Werner Meissner, Anja Feege: Die DDR und China 1949 bis 1990. Politik, Wirtschaft, Kultur. Akademie Verlag, Berlin 1995, ISBN 3-05-002806-8, S. 63. Es gab zwei Standorte für die Botschaft, zunächst in Berlin-Karlshorst, dann umgesiedelt nach Berlin-Niederschönhausen (siehe Fotos).

Ernannt/Akkreditiert Name chinesisch Bemerkung ernannt von akkreditiert während der Amtszeit von Posten verlassen 姬鹏飞 Erster chinesischer Botschafter in der DDR (1950–1955), später (1972–1974) Außenminister.Werner Meissner, Anja Feege: Die DDR und China 1949 bis 1990. Politik, Wirtschaft, Kultur. Akademie Verlag, Berlin 1995, ISBN 3-05-002806-8, S. 459. 曾涌泉 (* 1902 in Hunan; † 1996) 1952–1955: Botschafter in Warschau, 1966: Botschafter in Bukarest. 王国权 (* 1916 in Hunan;) 1964–1970: Botschafter in Warschau, 1973–1975: Botschafter in Canberra, 1977–1978 Botschafter in Rom; (1957–?)Joachim Schwellen: China-Politik auf Eis. In: Die Zeit, Nr. 19/1964. Wang war ab 1964 Botschafter in Polen.Der Kanzler sprach nicht zur Sache. In: Die Zeit, Nr. 32/1964. 张海峰 (* 1910 in Hebei; † 1998) 1969–1973: Botschafter in Bukarest, 1973–1978: Botschafter in Belgrad. 宋之光 1972–1977: Ambassador to the Court of St James’s, 1982–1985 Botschafter in Tokio. 彭光伟 1978–1981 Botschafter in Katmandu, 1981–1983: Botschafter in Belgrad. 陈东 1972–1977 Botschafter in Reykjavík 李强奋 1972–1977 Botschafter in Lusaka 马叙生 1988–1991 Botschafter in Belgrad 张大可 1985–1988 Botschafter in Prag, 1991–1993: Botschafter in Belgrad Ausländische Verbindungen Chinas

Botschafter der Volksrepublik China in der Bundesrepublik (1972–1990) Wang Yutian (1973–1974). Wang war bereits 1951–1958 an der chinesischen Botschaft in Ost-Berlin.Wang Yutian (1910–1977), Schreibung auch Wang Yu-tien. Mechthild Leutner, Tim Trampedach (Hrsg.): Bundesrepublik Deutschland und China 1949 bis 1995. Akademie Verlag, Berlin 1995, ISBN 3-05-002804-1, S. 434. Wang Shu (1974–1976)Chinese Ambassadors to Germany. Auf der Website des Chinesischen Außenministeriums. (Abgerufen am 16. Mai 2016.) Zhang Tong (1977–1982) An Zhiyuan (1983–1985) Guo Fengmin (1985–1988)Guo Fengmin (* 1930). Mechthild Leutner, Tim Trampedach (Hrsg.): Bundesrepublik Deutschland und China 1949 bis 1995. Akademie Verlag, Berlin 1995, ISBN 3-05-002804-1, S. 427. Mei Zhaorong (1988–1997)CV Mei Zhaorong (PDF) beim St. Gallen Symposium 2010.

Botschafter der Volksrepublik China in Deutschland (seit 1990) Lu Qiutian (1997–2001) Ma Canrong (2002–2009)Johnny Erling: Chinas neuer Botschafter Ma Canrong schwört auf Moselwein. In: Die Welt, 7. Januar 2002. Wu Hongbo (2009–2012)Hu appoints new ambassadors. In: „Xinhua News Agency“ vom 13. August 2009. Shi Mingde (2012–2019) Wu Ken (2019–2024) Deng Hongbo (seit 2024)

Siehe auch Chinesisch-deutsche Beziehungen Chinesische Botschaft in Berlin Botschaft der Volksrepublik China (Bonn)

Einzelnachweise

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