Das Dragonerregiment „Königin Olga“ (1. württembergisches) Nr. 25 war von 1806 (1813Spieß, Ritter S. V: Durch das Kriegsministerium wurde 1900 der 17. November 1813 als Stiftungstag festgesetzt. Siehe auch: Brigade Normann.) bis 1919 ein Regiment des württembergischen Heeres. In ihrem letzten Stationierungsort Ludwigsburg wurden sie in der Umgangssprache auch die weißen Dragoner genannt.
Geschichte Name Das Leib-Chevauxlegers-Regiment wurde 1806 mit vier Eskadronen aufgestellt und 1811 umbenannt in Leib-Chevaulegers-Regiment Nr. 2. Das Regiment hatte 1813 zur Brigade Normann gehört. Bei der Rückkehr nach Ludwigsburg am 19. November 1813 wurde der Kommandeur entlassen und das Regiment erhielt am 17. November 1813 den neuen Namen Jäger-Regiment Nr. 4 Prinz Adam. Bei der Neuorganisation des Heeres erhielt das Regiment am 31. März 1817 den Namen 4. Reiter-Regiment.
mini|hochkant|Urkunde des Dragoner-Regiments Königin Olga (1. Württ.) Nr. 25 Durch einen Erlass König Karls vom 19. Dezember 1864 wurde an die frühere Tradition angeknüpft und so die Namen einiger Regimenter erweitert, das Regiment erhielt den Zusatz 4. Reiter-Regiment Königin Olga.Württ. Regierungsblatt 1811 Nro. 25, 1. Juni, Seite 265: „In der Absicht, die früher bestandene Einrichtung der Benennung der Reiter- und Infanterie-Regimenter wieder ins Leben zu rufen, zugleich auch um ausgezeichnete militärische Verdienste in besonderer Weise zu ehren und zu belohnen, finde Ich Mich bewogen, Folgendes zu verfügen: 2. … will Ich Meinen Namen, und dem 4. Reiter-Regiment, sowie dem 1. Infanterie-Regiment den Namen Meiner Gemahlin, der Königin Olga Majestät und Libden, verliehen haben..“ 1870 wurde es umbenannt in 1. Dragoner-Regiment Königin Olga und am 2. Oktober 1871 in 1. Württembergisches Dragoner-Regiment Königin Olga Am 18. Dezember 1871 erhielten alle württembergischen Regimenter zusätzliche Nummern. Diese entsprachen der fortlaufenden Nummerierung aller Regimenter des deutschen Bundesheeres, unabhängig von ihrer Zugehörigkeit zu einem der Kontingente, das Regiment erhielt die Nummer 25 1. Württembergisches Dragoner-Regiment Königin Olga Nr. 25. Alle württembergischen Truppenteile erhielten am 14. Dezember 1874 die Namen in der endgültigen Schreibweise und Nummerierung: Dragonerregiment „Königin Olga“ (1. württembergisches) Nr. 25.
Das Regiment wurde zum 1. Mai 1919 aufgelöst.Durch die Verfügung des Kriegsministeriums Ia Nr. 17431 wurde die Auflösung des stehenden Heeres angeordnet.
Die Tradition des Regiments übernahm in der Reichswehr die 1. (württembergische) Eskadron des 18. Reiter-Regiments.
Garnisonen 1813 Ludwigsburg 1814 Kirchheim (im Schloss Stab und 2 Eskadronen), und Nürtingen (Kaserne, später Gasthaus zum Stern, 2 Eskadronen) 1815 Besatzung in Frankreich (Lauterburg) 1818 Ulm Zeughaus-Kaserne 1833 Ludwigsburg 1838 Esslingen am Neckar 1845 Stuttgart, Reiterkaserne (auf dem Gelände des späteren Güterbahnhofs) 1852–1919 Ludwigsburg, Kaserne am Arsenalplatz, Reiterkaserne am Karlsplatz (heute Hochbauamt), 1906 Königin Olga-Kaserne
Teilnahme an Gefechten und Kampfhandlungen 1805 mit Frankreich gegen Österreich, Stärke 19 Offiziere, 5 Chirurgen, 28 Unteroffiziere, 336 Chevaulegers, 9 Trompeter, 5 Schmiede, 1 Profoß, 1 Fahnensattler, 1 Büchsenmacher, 320 Pferde in 4 Eskadronen. Keine Kampfhandlungen. 1807 mit Frankreich in der württembergischen Kavallerie-Brigade unter Graf Montbrun gegen Preußen, Stärke 15 Offiziere, 477 Unteroffiziere und Chevaulegers sowie 421 Pferde in 4 Eskadronen. Kämpfe vor Glogau, Breslau, Schweidnitz, Neiße, Attacken bei Strehlen, Stephansdorf und Heilsberg. Als Ersatz wurden 2 Offiziere, 179 Unteroffiziere und Chevaulegers sowie 153 Pferde nachgeführt. Gesamtverluste 25 Gefallene, 13 Verstorbene, 69 Verwundete (darunter auch der Kommandeur), 3, Vermisste, 8 desertiert. 1809 mit Frankreich im VIII. Armee-Korps Vandamme, Stärke 22 Offiziere, 574 Unteroffiziere und Chevaulegers sowie 511 Pferde in 4 Eskadronen. Kämpfe bei Riedau, Abensberg, Landshut, Eggmül und Regensburg. Verluste unbekannt. 1812 Russlandfeldzug 1812 mit Frankreich im II. Armee-Korps Ney, Stärke 22 Offiziere, 580 Unteroffiziere und Chevaulegers sowie 519 Pferde in 5 Eskadronen. Stärke am 15. September 1812 7 Offiziere und 120 Unteroffiziere und Chevaulegers, am 15. September laut Rapport 6 Offiziere, 16 Unteroffiziere, 64 Chevaulegers, 3 Ärzte, 6 Trompeter, 7 Trainsoldaten, 10 Burschen sowie 105 Pferde, im Lazarett 8 Offiziere (darunter der Kommandeur) und 173 Unteroffiziere und Chevaulegers, kommandiert 2 Offiziere, 23 Unteroffiziere und Chevaulegers, 19 Pferde. Am 24. Oktober 1812 wurden beide Chevaulegers-Regimenter zu einer Eskadron (unter dem Kommandeur des 1. Regiments Oberst von Palm) zusammengefasst: 1. Zug Regiment Nr. 1, 2. Zug Regiment Rr. 2, 3. Zug 10 Offiziere beider Regimenter. Ende Dezember 1812 sammelten sich in Marienwerder noch 17 Offiziere, 1 Arzt, 2 Wachtmeister, 7 Unteroffiziere, 3 Trompeter, 36 Chevaulegers. 1813 in der Brigade Normann, Stärke 22 Offizier, rund 600 Unteroffiziere und Chevaulegers, Verluste unbekannt. 1814 gegen Frankreich mit der Hauptarmee in der 2. Brigade (von Jett) der Kavallerie-Division (Prinz Adam), IV. Armee-Korps (Kronprinz Wilhelm von Württemberg), Stärke 21 OffiziereKommandeur Major von ReinhardtEtatmäßiger Stabsoffizier Major von MögelinKommandeurs-Eskadron Stabsrittmeister von MengenMajors-Eskadron Mögelin Premierleutnant Graf von Reischach3. Eskadron Major von Moltke(Nach dem Feldzug zum Oberstleutnant befördert)4. Eskadron Stabsrittmeister von Thungern und rund 500 Unteroffiziere und Jäger. Einsätze bei Neu-Breisach, Chaumont, Brienne, Montereau, Arcis-sur-Aube und Fère-Champenoise (Verluste: 6 Gefallene, 1 Verstorbener, 25 Verwundete, 2 Vermisste sowie 16 tote, 28 verwundete, 2 vermisste Pferde). Gesamtverluste unbekannt. 1815 im Herbst gegen Frankreich im III. Korps der Oberrhein-Armee wieder in der Brigade von Jett der Kavallerie-Division Prinz Adam, Stärke 25 OffiziereKommandeur Oberst von ReinhardtEtatmäßiger Stabsoffizier Oberstleutnant von SeidenbergerKommandeurs-Eskadron Stabsrittmeister Fhr. Von PodewilsEskadron Seidenberger Stabsrittmeister von Dalbenden3. Eskadron Major von Raßler4. Eskadron Rittmeister von Völter, 580 Unteroffiziere und Jäger sowie 519 Dienstpferde. Kämpfe bei Saarburg i. L., Hagenau, vor Straßburg, Attacke bei Suffelweyersheim (Verluste 49 Verwundete, 8 Vermisste). Gesamtverluste unbekannt. 1847 bis 1849 war das Regiment bei den Maikrawallen 1847 zur Wiederherstellung der Ordnung in seiner Garnison Stuttgart eingesetzt. Im September 1848 bezogen zwei Eskadronen Vorpostenstellungen bei Plieningen, die 3. Eskadron wurde mit dem 4. Infanterie-Regiment und einer Batterie nach Rottweil verlegt. Nach Ausbruch der Badischen Revolution wurde das Regiment in einer gemischten Brigade5. und 7. Infanterie-Regiment, das Regiment, 2 Batterien in den Raum Knittlingen – IllingenSpieß, Ritter: S. 225 gesandt. Von dort verlegten zwei Eskadronen nach Heilbronn, um die Bürgerwehr zu entwaffnen, die beiden anderen Eskadronen kamen zum Beobachtungs-Korps. 1866 gegen Preußen bei der Reserve-Kavallerie des VIII. Bundes-Korps, Stärke 21 Offiziere 583 Unteroffiziere und Reiter, 592 Reit- und 30 Zugpferde, dazu die dem Regiment unterstellte 3. Eskadron des 2. Reiter-RegimentsKommandeur seit 5. März Oberst von Gukelen,Stabsoffizier Major Veiel, seit 13. Juni im Regiment, 1. Eskadron Rittmeister Graf zu Lippe-Biesterfeld-Falkenflucht2. Eskadron Rittmeister Neuhaus seit Anfang Juni3. Eskadron Rittmeister Link4. Eskadron Rittmeister von Ausin seit März5. Eskadron neu unterstell Rittmeister Rau. Eingesetzt bei der Kavallerie-Reserve des VIII. Korps des Deutschen Bundes war das Regiment ab 18. Juni in Offenbach am Main, ab 21. Juni in Vilbel, ab 25. Juni im Raum Friedberg stationiert. Am 29. Juni wurde das Regiment aufgeteilt: 1. bis 3. Eskadron marschierten mit der Hauptmacht nach Heblos (3. Juli), die 4. Und 5. Eskadron mit der Brigade Fischer bis Herbstein (5. Juli). Danach marschierte das Regiment, seit 12. Juli wieder vereint, mit der 3. Brigade der württembergischen Division aus dem Raum westlich Frankfurt nach Südwesten zurück. Am 24. Juli unternahm Regimentskommandeur von Gukelen vormittags mit der 2. und 3. Eskadron einen Aufklärungsritt über Hardheim hinaus, musste aber vor überlegenen preußischen Truppen zurückgehen (Verluste 1 Verwundeter, 3 Gefangene, 8 Vermisste, 1 totes, 3 verwundete und 7 vermisste Pferde). Am Gefecht um Tauberbischofsheim war das Regiment, in Stellung bei Großrinderfeld, nicht direkt beteiligt und ging mit dem Korps auf Würzburg zurück. Nach dem Waffenstillstand am 1. August kehrte das Regiment über Gaukönigshofen, Rothenburg ob der Tauber, Langensteinbach nach Stuttgart (Ankunft 16. August) zurück. Gesamtverluste 5 Gefallene, 4 Gefangene, 4 Vermisste.Die Vermissten vom 24. Juli waren wieder teilweise wieder zum Regiment gestoßen
mini|hochkant|Louis Braun Württembergische Dragoner (1870).
1870/1871 gegen Frankreich. Die württembergische Kavallerie-Brigade wurde vorab bis zum Abschluss der württembergischen Mobilmachung der badischen Division zugeteilt und verlegte am 22. Juli mit 15 Offizieren, 607 Unteroffizieren und Mannschaften, 555 Reit- und 28 Zugpferden per Bahn nach DurlachKommandeur Oberst Graf von Normann-Ehrenfels,Stabsoffizier Major Frhr. von Röder1 Schwadron Rittmeister Graf zur Lippe-Biesterfeld-Falkenflucht2. Schwadron Rittmeister von Schnizer,3. Schwadron Rittmeister Frhr. von König,4. Schwadron Rittmeister von Karaß, vereinigte sich am 25. Juli bei Rastatt, wo auch die noch fehlenden 85 Mann und 76 Pferde eintrafen, mit dem 1. Reiter-Regiment (4 Schwadronen) und dem 3. Reiter-Regiment (2 Schwadronen) zur württembergischen Kavallerie-Brigade unter Generalmajor Graf von Scheler und war bis 29. Juli im Vorpostendienst am Rhein im Raum Muggensturm eingesetzt. Ab 31. Juli gehörte die Brigade wieder zur württembergischen Felddivision, die wiederum ab dem 2. August zum Korps Werder gehörte. Die Division überschritt am 4. August über eine Schiffsbrücke den Rhein bei Maxau und betrat am darauffolgenden Tag oberhalb Lauterburg französischen Boden. Es war am 6. August in der Schlacht bei Wörth eingesetzt. Mit der württembergischen Felddivision ab 7. August beim V. (preuß.) Armee-Korps kam das Regiment am 1. September bei Mézières ins Gefecht. Am 4. September kam das Regiment zur 1. Feldbrigade (Generalmajor Frhr. von Reitzenstein) und blieb dort bis Kriegsende. Während der Belagerung von Paris stand das Regiment bei Villiers-sur-Marne – Champigny-sur-Marne – Noisy-le-Grand. Während der Schlacht bei Villiers stand das Regiment in Reserve. Nach dem Vorfrieden von Versailles 1871 verlegte die Division in die Champagne, das Regiment ab 13. März in Quartiere in und bei Châlons-en-Champagne, und marschierte ab 31. Mai nach Württemberg zurück. Am 28. Juni wurde die Felddivision aufgelöst und das Regiment kehrte am 29. Juni in seine Garnison Ludwigsburg zurück. Verluste: 3 Gefallene und 6 Verwundete. 1900 am zweiten internationalen Expeditionskorps in China nahmen 7 Unteroffiziere und 14 Dragoner teil, keine Verluste. 1904/1906 am Kampf gegen die Herero nahmen 2 Offiziere, 4 Unteroffiziere und 14 Dragoner teil. Verluste: 3 Gefallene, 3 Verstorbene, 3 Verwundete.