mini|Gustav von Tempsky (um 1860) mini|Gustav von Tempsky (um 1865)(bei den Forest Rangers) mini|Tempskys Tod(Maler: Kennett Watkins) Gustav(us) Ferdinand von Tempsky (* 15. Februar 1828 Braunsberg, Provinz Ostpreußen;Angabe lt. GHdA von 1961; damit sind alle anderen Ortsangaben widerlegt. † 8. September 1868 zu Te Ngutu o te Manu, bei Kapuni , Neuseeland) war ein preußischer Abenteurer, Offizier und Maler.
Leben Er entstammte einem alten pommerellischen Adelsgeschlecht mit Sitz in Tempz (seit 1874 Hedille (Landkreis Neustadt (Westpr.)), jetzt Teil der Landgemeinde Luzino), seit 1640 auch in Schlesien ansässig, und war der Sohn des königlich preußischen Oberstleutnants Julius Louis von Tempsky (1797–1868) und der Karoline Henriette Friederike Wilhelmine von Studnitz. Er war ein Cousin der Schriftstellerin Valeska von Gallwitz. Tempsky wuchs in Liegnitz (Niederschlesien) auf. Seine militärische Laufbahn begann er zunächst in der Kadettenanstalt in Potsdam, anschließend besuchte er die Allgemeine Kriegsschule in Berlin. Im Jahr 1845 wurde er ins Regiment seines Vaters versetzt, das Garde-Füsilier-Regiment, in dem auch sein Bruder Benno als Leutnant diente, verblieb dort aber nur neun Monate.Sollte es sich um ein in Liegnitz stationiertes Regiment handeln, wo er aufwuchs und sein Vater wohl während dieser Jahre stationiert war, müsste es wohl das Infanterieregiment No. 43 von 1741/9 (Füsilierregiment von 1741) gewesen sein.
Als 18-Jähriger zog Tempsky im Mai 1846 als preußischer Fähnrich voller Abenteuerlust an die Miskitoküste in Honduras, wo Preußen eine Siedlung gründen wollte.Götz Dieter Freiherr von Houwald: Deutsches Leben in Nikaragua. Auswanderer-Schicksale. S. 209, Nicaragua-Gesellschaft (Hrsg.), 1986, ISBN 3-925290-60-5 bzw. ISBN 978-3-925290-60-2 (Auszug) Dort wurde er später sogar Instrukteur der Soldaten des Miskitokönigs.Hartmut Fröschle: Die Deutschen in Lateinamerika, Band 15 der Buchreihe Deutsch-ausländische Beziehungen des Instituts für Auslandsbeziehungen, Verlag Erdmann, Stuttgart 1979, ISBN 3-7711-0293-6 bzw. ISBN 978-3-7711-0293-7. Im Jahr 1852 kam er das erste Mal nach Nicaragua.
In den Jahren 1853 bis 1855 war er in Mexiko, Guatemala und El Salvador unterwegs. Eindrücke aus dieser Zeit veröffentlichte er 1858 in seinem Buch Mitla, a Narrative of Incidents and Personal Adventures.Henry Mills Alden (Hrsg.): Harper’s new monthly magazine. Band 17, 1858, S. 170 (Digitalisat)
Zurück in Nicaragua heiratete Tempsky in Greytown (Nicaragua) Emilia Ross Bell (1823–1900), die Tochter des britischen Residenten James Stanislaus Bell (1797–1858) in Greytown.Emilias Bruder Charles Napier Bell veröffentlichte im Jahr 1899 sein Buch Tangweera, in dem auch Tempsky erwähnt wird. (Digitalisat) Mit ihr hatte er mindestens die beiden Söhne Randal von Tempsky (1856 Bluefields, Nicaragua – 1898 Kula, Maui County, Hawaii) und Louis von Tempsky (1858 Glasgow, Schottland – 1922 Waiakoa, Maui County, Hawaii) sowie die Tochter Lina (1859 Sandhurst, Bendigo, Victoria, Australien – 1935 Napier, Neuseeland). Den Geburtsorten seiner Kinder entsprechend, muss sich Tempsky im Jahr 1856 in Bluefields (Nicaragua), 1858 in Glasgow (Schottland) und 1859 in Australien aufgehalten haben.
Fast wäre ihm die Leitung der Expedition von Burke und Wills (1860/1861) übertragen worden.Jürgen Tampke, Colin Doxford: Australia, Willkommen. A history of the Germans in Australia. Verlag New South Wales University Press, 1990, ISBN 0-86840-307-5, S. 52 bzw. ISBN 978-0-86840-307-6 (Auszug) Stattdessen ging er als Goldsucher nach Victoria (Australien) und Kalifornien (USA), schließlich nach Neuseeland in die Region , den District und nach Coromandel.Stevan Eldred-Grigg: Diggers, hatters, whores. The New Zealand gold rushes. Verlag Random House, 2008, ISBN 1-86941-925-1, S. 350 bzw. ISBN 978-1-86941-925-7 (Auszug) Dort verbrachte er die letzten Jahre seines Lebens.
In Neuseeland arbeitete er als Korrespondent für die Zeitung „Southern Cross“. Doch bald wollte er nicht länger über die Kämpfe gegen die Māori nur schreiben (siehe: Neuseelandkriege), sondern kämpfte selbst im Waikato-Krieg sehr erfolgreich. Er ließ sich bei Kriegsausbruch 1863 von den Siedlern als Söldner bezahlen und kämpfte als britisch-königlicher Major mit selbst geworbenen Freiwilligen unter dem Oberbefehl von Thomas McDonnell (1831–1899) als 2. Kompanie der Forest Rangers (1. Regiment der Waikato-Truppen) gegen die Ureinwohner.Christine Morton-Evans, Michael Morton-Evans: The Flower Hunter. The Remarkable Life of Ellis Rowan. S. 297, Fußnote 7 (Auszug) Im September 1868 fiel er zur „Battle of the Beak“ im Kampf gegen die Soldaten des Māori-Häuptlings Riwha Titokowaru (1823–1888), die ihn anerkennend „Major Many Birds“ nannten; seine englischen Kameraden nannten ihn den „Preußen“.William John Schafer: Mapping the Godzone. A primer on New Zealand literature and culture. S. 108 (Digitalisat)
In Neuseeland betätigte sich Tempsky auch als Aquarellmaler; er malte Landschaften und Szenen von seinen Kämpfen gegen die Māoris.
Veröffentlichungen
Werke (Auswahl)
Literatur
James Belich: The New Zealand Wars. Verlag Penguin Books, 1986 Michael King, Rose Young: G. F. von Tempsky, artist and adventurer. 1981 W. T. Parham: Von Tempsky: Adventurer. Verlag Hodder & Stoughton, London 1969, ISBN 0-340-10798-7. Richard Stowers: Forest Rangers. Selbstverlag, Hamilton, 1996 W. Walker: The War in Nicaragua. New York, 1860 Genealogisches Handbuch des Adels, Adelige Häuser B, Band V, Band 26 der Gesamtreihe, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 1961, S. 411. Genealogisches Taschenbuch der Ritter- u. Adels-Geschlechter, Zweiter Jahrgang, Brünn 1877, S. 677.
Weblinks
Werkbeispiele und Fotos im Museum of New Zealand „Te Papa Tongarewa“ (engl.) Kurzbiografie Gustavus von Tempsky Biography Research and Publishing Group of the New Zealand Ministry for Culture and Heritage (engl.)
Einzelnachweise
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