Die Kansas City Royals sind ein US-amerikanisches Baseball-Team. Sie spielen in der Central Division der American League. Die größten Erfolge der Royals sind der Gewinn der World Series 1985 gegen die St. Louis Cardinals sowie World Series 2015 gegen die New York Mets.
Der Name „Royals“ ist eine Hommage an die American Royal, eine Vieh- und Pferdeschau, ein Rodeo und eine Grillmeisterschaft, die seit 1899 jährlich in Kansas City stattfindet, sowie an die identischen Namen zweier ehemaliger Negro-League-Baseballteams, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts spielten.
Im Jahr 1968 veranstaltete das Team einen Wettbewerb zur Benennung der Mannschaft, für den mehr als 17.000 Einsendungen eingingen. Sanford Porte, ein Brückeningenieur aus dem Vorort Overland Park wurde mit seinem Beitrag „Royals“ zum Sieger gekürt. „Das neue Baseballteam von Kansas City sollte Royals heißen, weil Missouri über ein Milliardeneinkommen aus der Viehzucht verfügt, Kansas City der führende Viehzucht- und Futtermittelmarkt der Nation ist und die landesweit bekannte Parade und der Festzug der American Royals stattfindet“, schrieb Porte. Der Vorstand des Teams stimmte mit 6:1 Stimmen für den Namen, nur der Teambesitzer Ewing Kauffman war dagegen, änderte aber schließlich sein Votum und sagte, der Name sei ihm ans Herz gewachsen.
Der Klub, der 1969 zusammen mit den Seattle Pilots in die American League aufgenommen wurde, wurde vom Geschäftsmann Ewing Kauffman aus Kansas City gegründet. Das Franchise wurde auf Betreiben von Stuart Symington, dem damaligen US-Senator von Missouri, gegründet, der ein neues Franchise für die Stadt forderte, nachdem die Athletics (Kansas Citys vorheriges Major-League-Team, das von 1955 bis 1967 in Kansas City spielte) 1968 nach Oakland, Kalifornien, umgezogen waren. Seit dem 10. April 1973 spielen die Royals im Kauffman Stadium, das früher als Royals Stadium bekannt war.
Das neue Team entwickelte sich schnell zu einem Kraftpaket, das von 1976 bis 1985 sieben Mal in den Playoffs stand, eine World Series und eine weitere AL-Meisterschaft gewann, angeführt von Stars wie Amos Otis, Hal McRae, John Mayberry, George Brett, Frank White, Willie Wilson und Bret Saberhagen. Das Team blieb in den frühen 1990er Jahren konkurrenzfähig. In 28 aufeinanderfolgenden Spielzeiten (1986–2013) konnten sich die Royals nicht für die MLB-Postseason qualifizieren, eine der längsten Postseason-Dürren in der aktuellen Wildcard-Ära des Baseballs. Das Team durchbrach diese Durststrecke im Jahr 2014, indem es sich den ersten Wildcard-Platz des Franchises sicherte und in die World Series 2014 einzog, welche sie in sieben Spielen gegen die San Francisco Giants verlor. Im Jahr 2015 gewannen die Royals den ersten AL Central Division Titel des Teams und besiegten in der World Series 2015 die New York Mets in fünf Spielen, um ihre zweite World Series Titel zu gewinnen.
Geschichte
Baseball kehrt nach Kansas City zurück Als die Kansas City Athletics nach der Saison 1967 nach Oakland umzogen, stand Kansas City zum ersten Mal seit 1883 ohne Major League Baseball Team bzw. überhaupt ohne professionellen Baseball-Team da. Das Team wurde von Charlie Finley geleitet, der viele Umzugspläne untersuchte und Kansas City im Wesentlichen mied, bevor das Team überhaupt umgezogen war. Der Senator Stuart Symington drohte damit, ein Gesetz einzuführen, das die kartellrechtliche Freistellung des Baseballs aufheben würde, wenn Kansas City in der nächsten Expansionsrunde kein Team erhalten würde. Die Major League hielt sich an eine überstürzte Expansionsrunde im Winter 1967. Kansas City erhielt eines von vier Teams, die 1971 den Spielbetrieb aufnehmen sollten. Symington war jedoch nicht damit zufrieden, dass Kansas City drei Jahre auf die Rückkehr des Baseballsports warten musste und übte Druck auf die MLB aus, damit die neuen Teams den Spielbetrieb 1969 aufnehmen konnten. Symingtons Intervention könnte zum finanziellen Zusammenbruch des Expansionsteams der Royals, der Seattle Pilots, beigetragen haben, die 1969 den Spielbetrieb aufnehmen mussten, bevor sie bereit waren (die Liga verlangte, dass neue Franchises in Paaren antreten, um die Symmetrie bei der Terminplanung zu wahren).
Der Pharmaunternehmer Ewing Kauffman erhielt den Zuschlag für das neue Team in Kansas City. Er führte einen Wettbewerb durch, um den besten und passendsten Namen für das neue Franchise zu ermitteln. Sanford Porte aus Overland Park, Kansas, schlug den Namen Royals vor, in Anerkennung der milliardenschweren Viehzuchtindustrie von Missouri. Sein Vorschlag lautete, dass das neue Teams nach der bekannte Parade und des Festzuges der American Royals benannt werden sollte. Der Name wurde aus 17.000 Bewerbungen ausgewählt und der Vorstand der Royals stimmte mit 6:1 Stimmen für die Annahme des Namens. Die einzige Gegenstimme war die von Herrn Kauffman. Er änderte schließlich seine Meinung, nachdem ihm der Name ans Herz gewachsen war. Das Logo der Mannschaft, eine Krone auf einem Schild mit den Buchstaben „KC“ innerhalb des Schildes, wurde von Shannon Manning, einem Künstler von Hallmark Cards, entworfen.
1969–1979 Die Royals nahmen 1969 in Kansas City den Spielbetrieb auf. In ihrem Eröffnungsspiel am 8. April 1969 besiegten die Royals die Minnesota Twins mit 4:3 nach 12 Innings. In ihrer ersten Saison erreichten die Royals eine Bilanz von 69-93, angeführt von Lou Piniella, der den AL Rookie of the Year Award gewann.
Das Team wurde schnell durch eine Reihe von Trades aufgebaut, die vom ersten General Manager Cedric Tallis eingefädelt wurden. Unter anderem holte er den Center Fielder Amos Otis, der der erste große Star des Teams wurde, den First Baseman John Mayberry, den Second Baseman Cookie Rojas, den Shortstop Fred Patek und den Designated Hitter Hal McRae. Die Royals investierten auch in ein starkes Farmsystem und brachten bald zukünftige Stars wie die Pitcher Paul Splittorff, Dennis Leonard und Steve Busby, die Infielder George Brett und Frank White sowie den Outfielder Al Cowens hervor. Mit diesen jungen Spielern begannen die Royals, einen jungen Kern aufzubauen, der für zukünftige Erfolge gerüstet war. alternativtext=Die Royals trugen ihr Markenzeichen, das pulverblaue Trikot, von 1973 bis 1991 und führten es 2008 als Ausweichtrikot wieder ein.|links|mini|Die Royals trugen ihr Markenzeichen, das pulverblaue Trikot, von 1973 bis 1991 und führten es 2008 als Ausweichtrikot wieder ein. 1971 hatten die Royals ihre erste erfolgreiche Saison, in der sie unter Manager Bob Lemon den zweiten Platz belegten. 1973 übernahmen die Royals unter Manager Jack McKeon ihre ikonischen „puderblauen“ Auswärtsuniformen und zogen vom Municipal Stadium in das brandneue Royals Stadium (heute Kauffman Stadium).
Das All-Star Game 1973 wurde im Royals Stadium ausgetragen, wobei Otis und Mayberry in der Startaufstellung des Teams der American League standen. Zuvor war das Spiel 1960 im Municipal Stadium ausgetragen worden, als die Athletics noch in Kansas City ansässig waren.
Manager Whitey Herzog löste McKeon 1975 ab und die Royals wurden schnell zum dominierenden Franchise in der Western Division der American League. Nach einer Saison, in der sie mit 91 Siegen den zweiten Platz belegten, gewannen sie von 1976 bis 1978 drei Divisionsmeisterschaften in Folge, einschließlich der einzigen Saison mit 100 Siegen im Jahr 1977. Allerdings verloren die Royals in drei aufeinanderfolgenden Begegnungen der American League Championship Series gegen die New York Yankees.
1980–1984 Nachdem die Royals 1979 den zweiten Platz belegten, wurde Herzog entlassen und durch Jim Frey ersetzt. Unter Frey und einer legendären .390er-Saison von George Brett erholten sich die Royals 1980 und zogen ins ALCS ein, wo sie erneut auf die Yankees trafen. Die Royals besiegten die Yankees in einem Drei-Spiele-Sweep. Nachdem die Royals ihre erste World Series erreicht hatten, unterlagen sie den Philadelphia Phillies in sechs Spielen. Spiel 6 war auch deshalb von Bedeutung, weil es das meistgesehene Spiel in der Geschichte der World Series blieb. alternativtext=Der Baseballschläger, den der Third Baseman George Brett beim „Pine Tar Incident“ am 24. Juli 1983 benutzte|mini|Der Baseballschläger, den der Third Baseman George Brett beim „Pine Tar Incident“ am 24. Juli 1983 benutzte Im Juli 1983, als die Royals auf dem Weg zum zweiten Platz hinter den Chicago White Sox waren, ereignete sich ein weiteres Kapitel in der Rivalität des Teams mit den New York Yankees. In einem Vorfall, der als „Pine Tar Incident“ bekannt geworden ist, entdeckten die Schiedsrichter, dass der Schläger von Third Baseman George Brett illegal mit Holzteer beschmiert war, nachdem er einen Two-Run-Homerun gegen Gossage geschlagen hatte, der die Royals im 9 Inning zu einem Zwischenstand von 5-4 beförderte. Nachdem Yankee-Manager Billy Martin aus dem Dugout gekommen war, um mit Home Plate-Schiedsrichter Tim McClelland zu sprechen, untersuchten McClelland und die anderen Schiedsrichter den Schläger. McClelland zeigte dann auf Brett im Dugout und gab das Zeichen „out“, womit der Homerun nicht anerkannt wurde. Wütend stürmte Brett aus dem Dugout auf McClelland und Martin zu, woraufhin McClelland Brett hinauswarf. Der Homerun wurde später von AL-Präsident Lee MacPhail wieder anerkannt und die Royals gewannen das Spiel, welches mehrere Wochen später bei dem Zwischenstand nach Bretts Homerun fortgesetzt wurde.
Die Saison 1983 war auch durch einige Veränderungen in der Organisation der Royals gekennzeichnet. Erstens verkaufte der Eigentümer Ewing Kauffman 49 % seiner Anteile an den Entwickler Avron Fogelman aus Memphis. Zweitens wurde John Schuerholz zum General Manager ernannt. Schuerholz verstärkte bald das Farmsystem mit den Pitchern Bud Black, Danny Jackson, Mark Gubicza, David Cone und Bret Saberhagen sowie mit Schlagmännern wie Kevin Seitzer.
Dank der plötzlichen und überraschenden guten Leistungen der meisten der oben genannten Spieler gewannen die Royals 1984 ihre fünfte Division-Meisterschaft und stützten sich dabei auf Brett und das junge Pitching-Team Saberhagen, Gubicza, Charlie Leibrandt, Black und Jackson. In der American League Championship Series wurden die Royals dann von den Detroit Tigers besiegt. Die Tigers gewannen daraufhin die World Series.
1985: Der erste Word Series Titel In der regulären Saison 1985 gewannen die Royals zum sechsten Mal in zehn Jahren die Western Division, angeführt von Bret Saberhagens, der mit dem Cy Young Award ausgezeichnet wurde und George Bretts selbst beschriebenem besten „Allround-Jahr“. In den anschließenden Playoffs holten die Royals einen 0:2 und 1:3-Rückstand auf und konnten die Serie für sich entscheiden. Im dritten Spiel, in dem KC mit 2:0 zurücklag, erzielte George Brett zwei Homeruns und schlug einen Double über den Zaun im rechten Feld, um Kansas City wieder in die Serie zu bringen. In der American-League-Meisterschaftsserie gegen die Toronto Blue Jays lagen die Royals mit drei zu eins zurück und gewannen die Serie schließlich mit 4:3.
In der World Series 1985 gegen die St. Louis Cardinals (die den Spitznamen „I-70 Series“ trägt, weil beide Teams im Bundesstaat Missouri liegen und durch die Interstate 70 miteinander verbunden sind) gerieten die Royals erneut in Rückstand, und zwar mit eins zu drei Spielen. Nachdem Danny Jackson die Royals im fünften Spiel zu einem 6:1-Sieg geführt hatte, fuhren die Cardinals und die Royals für das sechste Spiel zurück nach Kansas City. Im entscheidenden siebten Spiel schaltete Bret Saberhagen die Cardinals aus und Kansas City dominierte die Cardinals mit 11:0 und sicherte sich damit den ersten Titel in der Geschichte des Franchises.
1986–1994