Die New York Mets, eigentlich Metropolitan Baseball Club of New York, sind ein 1962 gegründetes Baseballteam der Major League Baseball, das in Flushing im New Yorker Stadtbezirk Queens beheimatet ist. Ihre Heimspiele tragen die Mets seit 2009 im Citi Field nahe dem Flushing-Meadows-Park aus, in dessen unmittelbarer Nähe das Shea Stadium stand, in dem die Mets von 1964 bis 2008 aktiv waren.

Das Franchise spielt seit seiner Gründung in der National League und seit der Einführung der Divisions 1969 in der Eastern Division dieser Liga.

Die größten Erfolge der Mets waren die Siege der World Series 1969 und 1986, wobei der Sieg der Miracle Mets 1969 als eine der größten Sensationen der Baseballhistorie gilt. Insgesamt qualifizierte sich der Club achtmal für die Postseason der MLB und erreichte dabei fünfmal das Finale der US-amerikanischen Baseball-Profiligen.

Die Mets sind eines von zwei Teams in der MLB, die in New York beheimatet sind; das andere Franchise sind die New York Yankees, die in der American League spielen.

Geschichte Vorgeschichte und Gründung mini|William Shea, der großen Anteil an der Rückkehr eines New Yorker Teams in die National League hatte (1957) Im Jahre 1957 verließen die Brooklyn Dodgers und die New York Giants die Stadt in Richtung Kalifornien und ließen New York, die größte Stadt der Vereinigten Staaten, ohne eigenes Baseball-Team in der National League zurück. Zwei Jahre später, am 27. Juli 1959 verkündete der Rechtsanwalt William Shea die Gründung einer dritten Major League, der Continental League. Zu diesem Vorhaben wurde erfolglos versucht, etablierte Teams der National League, wie die Philadelphia Phillies oder die Cincinnati Reds, abzuwerben. Nach einem Jahr voller Streit handelten Shea und andere Organisatoren der Continental League einen Deal mit den etablierten Major Leagues aus. Die Befürworter der Continental League verzichteten auf die Gründung der Liga. Als Gegenzug wurden vier neue Plätze in den vorhandenen Ligen geschaffen, je zwei in der National League und in der American League. Für eines der neuen Teams der National League erhielt New York unter der Führung von Joan Whitney Payson und ihrem Ehemann Charles Shipman Payson den Zuschlag. Beide hielten bereits zuvor Anteile an den New York Giants.

Das neue Team brauchte nun auch einen neuen Namen. Aus insgesamt 9.613 Vorschlägen, von denen 644 als erste Auswahl übrigblieben, wurde schlussendlich eine Liste mit zehn Vorschlägen generiert. In die engere Wahl kamen: „Avengers“, „Bees“, „Burros“, „Continentals“, „Jets“, „Metropolitans“, „NYBs“, „Rebels“, „Skyliners“ und „Skyscrapers“. Teamgründer Payson hingegen bevorzugte „Meadowlarks“ (dt: Wiesenlerchen), dieser Vorschlag schaffte es allerdings nicht in die Liste der letzten Zehn. Letztendlich einigten sich die Besitzer auf den Namen „Metropolitan Baseball Club of New York“, oder kurz Mets. Der Name wurde gewählt, da er ziemlich nah am bereits für den Club gegründeten Unternehmen „New York Metropolitan Baseball Club, Inc.“ war. Zudem war der Name historisch von Bedeutung, da bereits im 19. Jahrhundert ein New Yorker Baseballteam den Namen New York Metropolitans trug. Die alten Metropolitans spielten von 1883 bis 1887 in der American Association. Der Name Mets erfuhr daher großen Zuspruch von Fans und Presse. Zudem wollte man so darstellen, dass das Team nicht nur die Stadt, sondern die ganze Metropolregion New York repräsentieren würde.

1962–1968: Liebenswerte Verlierer Im Oktober 1961 wurde der Expansion Draft in der National League durchgeführt, um die Roster der neuen Teams, sprich der Mets und den Houston Colt .45s (heute: Houston Astros) abwechselnd mit Spielern anderer Clubs aufzufüllen. Die Mets wählten 22 Spieler, darunter einige bereits früher recht erfolgreiche wie Roger Craig oder Richie Ashburn. Das Management der Mets entschied sich, alternde Stars der Dodgers (z. B.: Robert Craig, Gil Hodges) oder der Giants (z. B.: Hobie Landrith, Ray Daviault) zu verpflichten, um die Fans mit Hilfe der bekannten Gesichter zu den Spielen zu locken, was allerdings dazu führte, dass man über keine jungen Talente im ersten Kader verfügte.

In ihrer ersten Saison 1962 verloren die Mets die ersten neun Spiele in Folge, bevor ihnen am 23. April 1962 der erste MLB-Sieg überhaupt gegen die bis dahin ungeschlagenen Pittsburgh Pirates gelang. Sie gewannen die Partie auswärts mit 9:1, wobei Starter Jay Hook alle 9 Innings pitchte und den ersten Win eines Mets-Werfers verbuchen konnte. Am Ende der Regular Season verzeichnete das Team ein miserables Ergebnis von 40:120, wobei sie alleine vom 21. Mai bis zum 6. Juni eine Serie von 17 Niederlagen am Stück hinnehmen mussten. Mit lediglich 25 % gewonnener Spiele war dies das drittschlechteste in der MLB seit der Jahrhundertwende. Nur ein Team in der MLB-Geschichte verlor mehr Spiele in einer Saison als die 62er Mets, und zwar die Cleveland Spiders im Jahre 1899 (mit einem Ergebnis von 20:134).Statistik der Cleveland Spiders auf baseball-reference.com (englisch). In der zweiten Spielzeit 1963 steigerten sich die Mets nur unwesentlich und beendeten die Saison mit 51 Siegen bei 111 Niederlagen.

Trotz mangelnden sportlichen Erfolgs waren die Mets der 1960er bei den New Yorker Fans sehr beliebt, vielleicht sogar genau wegen ihrer Untauglichkeit. In dieser Zeit entstanden ironische Spitznamen für die Mets-Spieler, wie etwa Marv Throneberry den Namen „Marvelous Marv“ (deutsch: der fabelhafte Marv) bekam, obwohl er keineswegs erfolgreich war. Auch die eigenen Spieler setzten sich auf teils ironische Weise mit der Situation auseinander.

mini|Das Shea Stadium, die Heimat der Mets von 1964 bis 2008 Die Mets, die die ersten beiden Spielzeiten noch im Polo Grounds, dem alten Stadion der Giants austrugen, zogen im Jahre 1964 in das neu errichtete und nach William Shea benannte Shea Stadium, welches in Flushing in Queens stand und 55.300 Sitzplätze umfasste. Das Stadion lag in der Nähe des Platzes, an dem 1964 die Weltausstellung in New York stattfand und wurde von 1964 bis 1983 neben den Mets auch vom Football-Team der New York Jets mit genutzt. Im Eröffnungsjahr war das Shea zudem Austragungsort des MLB All-Star Game, wobei mit Second Baseman Ron Hunt auch ein Spieler der Mets zum Auswahlspiel nominiert wurde. In der ersten Spielzeit im neuen Ballpark und auch 1965 wiederholte das Team nahezu das Vorjahresergebnis und stand am Ende der jeweiligen Runden bei 53 (1964) bzw. 50 Siegen (1965).

Langsam konnte die Zahl der Erfolge erhöht werden. Großen Anteil daran hatte Rookie Tom Seaver, der am 13. April 1967 bei den Mets debütierte und zu Saisonende zum Rookie of the Year gewählt wurde. Trotzdem beendete das Team die Saison erneut als Schlusslicht der Division.

1968 konnten sich die Mets dann sehr deutlich gegenüber dem bisher geleisteten verbessern. Man konzentrierte sich erstmals auf junge, talentierte Spieler, wie den aus Houston abgeworbenen Catcher Jerry Grote oder Shortstop Bud Harrelson, den man 1963 aus dem Free Agent Status heraus engagierte. Auch der neu verpflichtete Pitcher Jerry Koosman zeigte eine starke erste Saison in New York und erreichte in 35 Spielen 19 Wins bei einem ERA von nur 2,08. Zudem verließ Manager Wes Westrum das Team und wurde durch Gil Hodges ersetzt. Trotz deutlich höherer Siegquote von 45,1 % beendete man die Saison 1968 allerdings nur an Position 9 in der National League.

1969: Die Miracle Mets / The Amazin’ Mets Die Saison der Mets 1969 startete ausgeglichen. Es war die erste Saison in der MLB nach 99 Jahren, bei denen die Ligen in Divisionen eingeteilt waren. Ende Mai standen die Mets bei 21:23 Siegen. Mitte August sah alles danach aus, dass die favorisierten Chicago Cubs sicher die Eastern Division der National League für sich entscheiden konnten. Zu diesem Zeitpunkt lagen die Mets zehn Spiele zurück auf Platz drei. Doch die Cubs brachen ein, wohingegen die Mets mit Hilfe überragender Pitches ihres jungen Bullpen 38 ihrer letzten 49 Spiele gewinnen konnten und mit 100:62 Siegen erstmals als bestes Team der National League in die Play-offs einzogen.

Die Mets wurden in der Folge als „Amazin’ Mets“ oder „Miracle Mets“ bezeichnet. Der Spitzname The Amazin' Mets bzw. The Amazins hat sich bis in die Gegenwart gehalten.

NLCS 1969 Die ersten Play-offs der Franchise-Geschichte begannen am 4. Oktober 1969 mit einem Auswärtsspiel bei den Atlanta Braves, die in der West Division mit drei Spielen Vorsprung vor San Francisco in die National League Championship Series eingezogen waren. Das Spiel im Atlanta Stadium war bis zum siebten Inning sehr ausgeglichen und die Führung wechselte mehrmals. Im achten Inning kamen die Mets dann aber zu fünf Runs und gewannen schließlich mit 9:5. Spiel 2, ebenfalls Auswärts in Atlanta, dominierten das Team um Starting Pitcher Koosman von Beginn an. Nach viereinhalb Innings führten die Mets deutlich mit 9:1. Left Fielder Cleon Jones steuerte drei RBIs, davon zwei durch einen 2-Run-Homerun bei. In der zweiten Hälfte des vierten Innings kamen die Braves zwar noch mal auf 6:9 heran, verloren aber am Ende auch Spiel 2 gegen die Mets mit 6:11. In Spiel 3 gingen die Braves gleich zu Beginn mit 1:0-Führung. Beim ersten Auftritt vor heimischer Kulisse in einem Playoff-Spiel gelang den Mets im dritten Inning der Ausgleich durch einen Homerun von Tommie Agee. Nach vier Innings gingen die Mets mit 3:2 in Führung und konnten im fünften ihren Vorsprung auf zwei und im sechsten Inning ihren Vorsprung auf drei Runs ausbauen. Nach knapp zweieinhalb Stunden endete das Spiel mit 7:4, die Mets sweepten somit die Braves mit 3:0 und zogen in die World Series 1969 ein.

World Series 1969 mini|Der MVP der World Series 1969, First Baseman Donn Clendenon

In der folgenden World Series 1969 waren die Mets krasser Außenseiter gegen die Baltimore Orioles, die mit 109:53 durch die reguläre Saison gegangen waren und in der Folge in der ALCS die Minnesota Twins mit 3:0 besiegten. Vor dem Beginn der Serie wurde vermutet, dass der Starpitcher Tom Seaver Spiel 1 gewinnen könnte, die Orioles in der Folge die Mets aber schlagen sollten. Doch das genaue Gegenteil war der Fall. Seaver verlor Spiel 1 auswärts im Memorial Stadium und die World Series schien verloren. Gleich Seavers zweiten Pitch konnte Orioles-Infielder Don Buford zu einem Homerun nutzen. Im vierten Inning erhöhten die Orioles auf 4:0. Der einzige Run der Mets im siebten Inning konnte nichts mehr an ihrer Niederlage ändern.

Der Ausgleich in der Serie in Spiel 2 war denkbar knapp. Die Mets konnten, erneut auswärts, eine 1:0-Führung im vierten Inning durch einen Single-Homerun des späteren MVP der World Series Donn Clendenon bis in das siebte hinein halten. Den Ausgleich der Orioles beantwortete Al Weis durch einen RBI im letzten Inning. Die Mets gewannen mit 2:1 und die Serie war ausgeglichen.

Spiel 3, das erste World Series Match der Mets im heimischen Shea Stadium, ging nach einem spielfreien Tag dann deutlich mit 5:0 an die New Yorker. Starting Pitcher Gary Gentry bekam den Win gegen sein favorisiertes Gegenüber Jim Palmer zugesprochen. Den Save sicherte sich der spätere Hall of Famer Nolan Ryan.

Wiederum sehr eng war Spiel 4 der Serie, das nahezu eine Kopie von Spiel 2 hätte sein können. Wie schon beim 2:1-Sieg drei Tage zuvor gingen die Mets durch einen Single-Homerun, erneut von Donn Clendenon, in Führung. Auch diesmal konnten die Orioles ausgleichen. Nach einem Sacrifice Fly im neunten Inning musste die Partie in Extra-Innings entschieden werden. Pinch Runner Rod Gaspar gelang der entscheidende Run im zehnten Inning, die Mets gingen mit 2:1 vom Feld und bauten ihre Führung in der Serie auf 3:1 aus.