Bis nichts mehr bleibt ist ein deutscher Fernsehfilm aus dem Jahre 2010, eine auf zahllosen Aussteigerberichten basierende Geschichte, die Kritik an der Organisation Scientology übt.
Der Film ist eine teamWorx-Produktion in Koproduktion mit dem Südwestrundfunk, der ARD Degeto und dem Norddeutschen Rundfunk; er wurde gefördert von der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein (FFHSH). Die Produzenten sind Nico Hofmann und Benjamin Benedict.
Entstehung Der Film kostete 2,5 Millionen Euro.Scientology schlägt zurück. In: taz, 25. März 2010 Er ist das erste Projekt eines deutschen Fernsehsenders, in dem das umstrittene Thema Scientology zu einem fiktionalen Stoff verarbeitet wird. sueddeutsche.de, 7. März 2010 Aus Sorge vor rechtlichen Schritten seitens der Scientology-Kirche wurde der Film unter dem Decknamen Tatort: „Der Tote im Sund“ gedreht.Kai Wiesinger: So lief unser Geheimdreh bild.de Nach dem Bekanntwerden reagierte Scientology mit einer Pressekonferenz sowie einem eigenen Gegenfilm. Das Erste nahm die Wiederholung des Films am Tag nach der Premiere aus dem Programm, da der Film aus Gründen des Jugendschutzes nicht vormittags ausgestrahlt werden durfte.
SWR-Fernsehfilmchef Carl Bergengruen erklärte bei der Berliner Filmpremiere, zum heiklen Thema Scientology bewusst einen Spielfilm produziert zu haben, da so mehr Menschen erreicht werden könnten als mit einer Dokumentation.
Handlung Der fiktionale Film zeigt, wie eine Familie mit Scientology in Berührung kommt und schließlich ihr gesamtes Leben davon beeinflusst wird.Sekten-Film – Fernsehabend mit Scientology. zeit.de, 1. April 2010.Umstrittene Sekte – Aussteiger fordert Verbot von Scientology. welt.de, 26. März 2010. Als der Protagonist Frank Reiners die Scientology-Kirche verlassen will, entbrennt zwischen ihm und seiner Frau, die weiterhin Scientology-Mitglied bleibt, ein Streit um das Sorgerecht für das gemeinsame Kind. Der Film spielt als Rückblende aus dem Gerichtssaal.
Rezeption Die Erstausstrahlung des Films am 31. März 2010 um 20:15 UhrBis nichts mehr bleibt Fernsehfilm Deutschland 2010 Das Erste Mittwoch, 31. März 2010 20:15 - 21:45 (90 Min.) sahen 8,69 Millionen Zuschauer (Marktanteil: 27,1 %), doppelt so viele wie üblicherweise bei anderen Mittwochsfilmen im Ersten. Bei der Gruppe der 14- bis 49-Jährigen konnten 2,20 Millionen Zuschauer und 17,3 % Marktanteil erreicht werden.Quotenknaller: Scientology-Film schießt durch die Decke. quotenmeter.de, abgerufen am 27. September 2011.
Scientology bezeichnete die Produktion als „absoluten Propagandafilm“.Scientology-Film in der ARD – In der Höhle des Löwen. taz.de, 31. März 2010.
Die im Anschluss an den Film ausgestrahlte Talksendung „Hart aber fair“ zum Thema Scientology erzielte ebenfalls eine vergleichsweise hohe Quote: 7,47 Millionen Zuschauer sorgten für einen Marktanteil von 28,3 %, dies war die höchste je erzielte Reichweite der Sendung. In ihr nahm der Pressesprecher der Organisation Stellung zu dem Film.Quotenerfolg für Scientology-Film. Spiegel Online, 1. April 2010, abgerufen am 11. April 2010Christian Buß: Scientology-Debatte bei Plasberg – Nicht ohne meinen Anwalt. spiegel.de, 1. April 2010. Bei der üblichen Webausstrahlung der Talkshow war es der Redaktion aus rechtlichen Gründen nicht mehr möglich, dokumentierende Einspieler zu Vorgehensweisen der Organisation anzubieten. Sie wurden mit einem Hinweis auf die Rechtslage ausgeblendet.
Auch im Deutschlandfunk war der Film am Tag der Ausstrahlung Schwerpunktthema. Deutschlandfunk, 31. März 2010 Es gab Interviews mit dem Filmemacher Niki SteinEs gibt bei Scientology keine guten Seiten. Regisseur Niki Stein über seinen Film „Bis nichts mehr bleibt“ Deutschlandradio Kultur, 31. März 2010 sowie mit dem Berliner Journalisten Frank NordhausenWerbung mit dem „Versprechen uneingeschränkter Macht“. Der Autor Frank Nordhausen über die Ziele von Scientology Deutschlandfunk, 31. März 2010 und der Hamburger Scientology-Expertin Ursula Caberta.Ich bin mir sicher, dass sehr, sehr viele Menschen sich diesen Film ansehen. Scientology-Expertin Ursula Caberta lobt „Bis nichts mehr bleibt“
Am 29. Februar 2012 wurde der Film erneut um 20:15 im ersten Programm der ARD und am 31. Mai 2016 im WDR gesendet.
Kritiken
Auszeichnungen 2010: Bayerischer Fernsehpreis für Niki Stein für Buch und Regie des Films 2011: Jupiter Award für Nina Kunzendorf in der Kategorie Beste TV-Darstellerin 2011: Drehbuchpreis für Niki Stein beim Festival International de Programmes Audiovisuels in Biarritz
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Filmtitel 2010 Kategorie:Deutscher Film Kategorie:Fernsehfilm (Das Erste) Kategorie:Filmdrama Kategorie:Scientology