mini|hochkant=1.5|Übersichtskarte von Berlin-Grunewald
Die Liste der Straßen und Plätze in Berlin-Grunewald beschreibt das Straßensystem im Berliner Ortsteil Grunewald mit den entsprechenden historischen Bezügen. Gleichzeitig ist diese Zusammenstellung ein Teil der Listen aller Berliner Straßen und Plätze.
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Überblick Der Ortsteil Grunewald hat Einwohner (Stand: ) und umfasst die Postleitzahlenbereiche 10711, 14055, 14193, 14195 und 14199. Es existieren im Ortsteil 78 gewidmete Straßen und acht benannte Plätze, wie das Roseneck. 17 Straßen liegen teilweise in den Nachbarortsteilen oder setzen sich in diesen fort. Die Straßen im Ortsteil haben eine summierte Länge von 46,5 Kilometern.
Im Jahr 1889 wurde von der Kurfürstendamm-Gesellschaft auf einem 234 Hektar großen Terrain die Villenkolonie Grunewald angelegt, aus der der heutige Ortsteil Grunewald entstand. Am 1. April 1899 erfolgte die Erhebung zur selbstständigen Landgemeinde durch Kabinettsorder. 1906 wurde die Kolonie Neu-Grunewald in die Landgemeinde eingegliedert. Im Adressbuch 1899 wird Grunewald im Kreis Teltow mit einer Einwohnerzahl von 2650 angegeben. Die Straßen wurden dabei gezielt am Westende des Kurfürstendamms angelegt, wobei durch die kompakte Bebauung keine strikte Trennung nach Schmargendorf, Wilmersdorf und Grunewald stattfand. Das findet sich in der heutigen Straßenführung über die Ortsteile hinweg, aber auch schon in den Adressbüchern der 1890er Jahre wieder. Näheres dazu siehe unten.
Durch den Ortsteil führt die AVUS als Teil der Bundesautobahn 115, die die südliche Autobahnverbindung zwischen der westlichen Innenstadt und dem Berliner Ring bildet. Sie liegt im Ortsteil zwischen der südlichen Grenze zu Nikolassee mit der Anschlussstelle 2 (Hüttenweg) und der Anschlussstelle 11 (Messedamm Süd) der Bundesautobahn 100 (Stadtring) vom Rathenauplatz. Im Ortsteil gehören 2100 Meter Hauptfahrbahnen der A 100 (AD Funkturm und AS Kurfürstendamm) und 4570 Meter der A 115 (AS Hüttenweg und AD Funkturm) zum großräumigen Straßensystem Berlins. Ergänzt werden diese noch durch insgesamt 1250 Meter Ein-/Ausfahrten als übergeordnete Straßen. So hat das Hauptstraßensystem des Ortsteils Anschluss an den Kurfürstendamm und in die Innenstadt. Zum übergeordneten System gehören der Rathenauplatz mit dem Straßenzug Hubertusallee / Teplitzer Straße / Hohenzollerndamm (250 Meter) / Clayallee (110 Meter) nach Süden und die Halenseestraße nordwärts. Ebenfalls als übergeordnete Hauptstraßen sind 100 Meter der Schwarzbacher und die Auguste-Viktoria-Straße, am Rand des Ortsteils zu Schmargendorf entlang, eingeordnet. Die (vom Rathenauplatz westlicher liegende) ebenfalls nach Süden führende Koenigsallee und die querverbindende Hagenstraße, sowie die in Grunewald liegenden Teilstücke der Franzensbader, Warmbrunner und Paulsborner Straße sind als örtliche Straßen eingeordnet. Im Ortsteil liegen noch die Ergänzungsstraßen Am Postfenn und havelnah im Westen die Havelchaussee, die zwischen Wannsee und Spandau liegt und für den Ausflugsverkehr wichtig ist. Ansonsten werden die Berliner Forsten (jenseits der AVUS) mit Wegen für den Wander- und Radfahrerverkehr erschlossen, wovon einige im Straßenregister aufgenommen sind.
Mit der „Arisierung der Straßennamen“ wurden in den Jahren 1935 bis 1938 viele Namen von jüdischen und anderen damals unerwünschten Persönlichkeiten getilgt und durch andere – zu der damaligen Zeit opportune – Namen ersetzt. Die Umbenennungen konnten nach dem Zweiten Weltkrieg nicht immer rückgängig gemacht werden. Stattdessen erinnern Straßennamen in anderer Lage an ehemalige jüdische Bewohner von Grunewald.
Übersicht der Straßen und Plätze
Name/Lage Länge/Maße(in Metern) Namensherkunft Datum der Benennung Anmerkungen BildAm Bahnhof Grunewald ()70 × 40 (Trapezform)Vorplatz des S-Bahnhofs Grunewaldalign=right In den Platz münden folgende Straßen: Auerbachstraße, Fontanestraße, Winkler Straße und Trabener Straße. Sie bildet die um die Grünfläche „Karmielplatz“ umlaufende Straße und behielt den Namen auch nach Benennung der Grünfläche. Der nordöstliche Teil führt zum ehemaligen Güterbahnhof, auf dem sich die Gedenkstätte Gleis 17 befindet.140px|Bahnhof Grunewald 140px|Holocaust-Mahnmal des Berliner Senats Aufgang zum Güterbahnhof und zum Mahnmal der Deutschen Bahn „Gleis 17“ der Deutschen BahnAm Postfenn ()1440(im Ortsteil)nach dem nahegelegenen Naturschutzgebiet Postfennalign=right Ein Teil der Straße liegt in Westend.140px|Am PostfennAuerbachstraße ()540 Berthold Auerbach (1812–1882), Schriftstelleralign=right Von 1898 bis 1938 hieß der Verkehrsweg Auerbachstraße nach dem jüdischen Schriftsteller Berthold Auerbach. Am 16. Mai 1938 machten die Nationalsozialisten aus der Auerbachstraße die Auerbacher Straße, die nun nicht mehr nach einem populären jüdischen Schriftsteller benannt war, sondern nach der Stadt Auerbach im Vogtland. Eine Rückbenennung des Straßennamens wurde trotz jahrelanger Diskussionen wegen Anwohnerprotesten nicht vorgenommen. Stattdessen erinnerte ein Zusatzschild an Berthold Auerbach. Die Bezirksverordnetenversammlung Charlottenburg-Wilmersdorf hat in ihrer Sitzung am 15. November 2012 das Bezirksamt gebeten, die Auerbacher Straße in Auerbachstraße zurückzubenennen. Dies wurde zum 8. April 2013 wirksam.Rückbenennung der Auerbacher Straße in Auerbachstraße Pressemitteilung des Bezirksamtes Charlottenburg-Wilmersdorf vom 12. März 2013140px|AuerbachstraßeAuguste-Viktoria-Straße ()1060(im Ortsteil)Auguste Viktoria (1858–1921), Ehefrau von Wilhelm II.align=right Ein Teil der Straße liegt in Schmargendorf.140px|Auguste-Viktoria-StraßeBaraschstraße ()460Artur (1872–1942) und Irene Barasch, jüdisches Ehepaar, Opfer des Nationalsozialismusalign=right Die Straße verläuft von der Erdener Straße und Erbacher Straße bis zur Trabener Straße. Sie war von 1898 bis 2022 nach dem Befehlshaber deutscher Kolonialtruppen Hermann von Wissmann benannt.140px|BaraschstraßeBernadottestraße ()360(im Ortsteil)Folke Bernadotte (1895–1948), schwedischer Offizier und Philanthropalign=right Teile der Straße liegen in Schmargendorf und Dahlem.140px|BernadottestraßeBernhard-Wieck-Promenade ()80Bernhard Wieck (1845–1913), erster Amts- und Gemeindevorsteher von Grunewaldalign=right Der vorherige Name war Bernhard-Wieck-Straße. Sie verbindet die Hagenstraße in die Spohrstraße hinein. Sie ist im Straßenverzeichnis als Fußweg (RBS-Klasse: FUWE) aufgenommen und ist eine der beiden Verbindungen von der Hagens- zur Griegstraße.140px|Bernhard-Wieck-PromenadeBettinastraße ()340Bettina von Arnim (1785–1859), Schriftstellerinalign=right Die Straße verläuft von der Winkler Straße zur Douglasstraße.140px|BettinastraßeBilsestraße ()130Benjamin Bilse (1816–1902), Komponist und Kapellmeisteralign=right Die Straße verläuft von der Hagen- zur Menzelstraße.140px|BilsestraßeBismarckallee ()1320Otto von Bismarck (1815–1898), Reichskanzler des Deutschen Reichesalign=right Bismarck hatte maßgeblichen Einfluss auf die Gründung der Kolonie Grunewald.140px|GrunewaldkircheBismarckplatz ()100 (Durchmesser)Otto von Bismarck (1815–1898), Reichskanzler des Deutschen Reichesalign=right Der vorherige Name war von 1891 bis 1898 Joachimplatz.zentriert|140x140px|BismarckplatzBrahmsstraße ()300Johannes Brahms (1833–1897), Komponist und Dirigentalign=right Die Straße verläuft von der Richard-Strauss-Straße zur Hubertusbader Straße.140px|Schlosshotel GrunewaldCaspar-Theyß-Straße ()240 + 330 (im Ortsteil)Caspar Theiss (um 1510–um 1550), Baumeister der Renaissance in Berlin und der Mark Brandenburgalign=right Ein Teil der Straße liegt in Schmargendorf. Die Straße wird vom Bismarckplatz unterbrochen.140px|Caspar-Theyß-StraßeClayallee ()160(im Ortsteil)Lucius D. Clay (1898–1978), amerikanischer General, Initiator der Berliner Luftbrückealign=right Die vorherigen Namen waren vor 1878 bis 1934 Hauptstraße, vor 1912 bis 1934 Cecilienstraße und von 1912 bis 1949 Kronprinzenallee. Die Clayallee ist neben der Pacelliallee in Dahlem eine der wenigen Straßen in West-Berlin, die nach einer damals noch lebenden Person benannt wurde. Weitere Teile verlaufen in Schmargendorf, Dahlem und Zehlendorf. Der westliche Teil zwischen Bernadottestraße und Waldmeisterstraße liegt in Grunewald.140px|Restaurant Roseneck in der ClayalleeCordesstraße ()270(im Ortsteil)Heinrich Cordes (1852–1917), Eisenbahnbauinspektoralign=right Ein Teil der Straße liegt in Westend.140px|CordesstraßeDachsberg ()290Dachsberg, Weinlage bei Oestrich-Winkel im Rheingau, Hessenalign=right Der Straßenname leitet sich vom Dachsbau ab, weil hier bevorzugt Dachse im Waldboden ihre Baue gruben.140px|DachsbergDelbrückstraße ()710(im Ortsteil)Rudolph von Delbrück (1817–1903), preußischer Politikeralign=right Ein Teil der Straße liegt in Schmargendorf. In Friedrichsfelde gibt es ebenfalls eine Delbrückstraße.140px|DelbrückstraßeDouglasstraße ()590David Douglas (1799–1834), britischer Botaniker und Pflanzenjäger, Namensgeber der DouglasieDer Baumschuleninhaber John Cornelius Booth, der auch Namensgeber einer Straße in Lichterfelde war, hatte sich verstärkt für den Anbau dieser fremdländischen Baumart eingesetzt. Booth war Mitbegründer der Villenkolonie Grunewaldalign=right Die Straße verläuft von der Koenigsallee bis zur Auerbachstraße.140px|Villa HarteneckEichhörnchensteig ()570Eichhörnchenalign=right Der Steig ist ein Fußweg zum Forst Grunewald.140px|EichhörnchensteigEichkampstraße ()450(im Ortsteil)Siedlung Eichkampalign=right Die vorherigen Namen waren Kronprinzessinnenweg (vor 1892 bis nach 1918) und Königsweg (bis 1936). Ein Teil der Straße liegt in Westend.140px|EichkampstraßeErbacher Straße ()270Erbach, Stadtteil von Eltville am Rhein im Rheingaualign=right Die Straße liegt in einem Siedlungsgebiet, in dem Straßen nach Weinorten oder Weinsorten benannt wurden.140px|Erbacher StraßeErdener Straße ()310Erden, Ortsgemeinde im Landkreis Bernkastel-Wittlich in Rheinland-Pfalzalign=right Die Straße war von 1895 bis 1898 Teil der Trabener Straße.140px|Erdener StraßeFontanestraße ()470Theodor Fontane (1819–1898), Schriftstelleralign=right Die Straße verläuft von Auerbachstraße und Am Bahnhof Grunewald bis zur Koenigsallee und Hagenstraße.140px|FontanestraßeFranzensbader Straße ()110(im Ortsteil)Franzensbad (heute: Františkovy Lázne), Kurort im westlichen Tschechienalign=right Ein Teil der Straße liegt in Schmargendorf.140px|Franzensbader StraßeFurtwänglerstraße ()440Wilhelm Furtwängler (1886–1954), Dirigent und Komponistalign=right Die Straße verläuft von der Wernerstraße zur Hubertusbader Straße. Zwischen 1898 und 1955 hieß sie Beymestraße, benannt nach Carl Friedrich von Beyme.140px|FurtwänglerstraßeGillweg ()230Henry Gill (1824–1893), Direktor der Städtischen Wasserwerke zu Berlinalign=right Der vorherige Name war von 1898 bis 1960 Gillstraße. Er verbindet den Rathenauplatz zur Bundschuhstraße und ist im Straßenverzeichnis als Fußweg (RBS-Klasse: FUWE) aufgenommen. Der Weg führt neben dem südlichen Tunneleingang der Stadtautobahn entlang. 140px|Gillweg Ecke HumboldtstraßeGneiststraße ()180Rudolf von Gneist (1816–1895), preußischer Jurist und Politikeralign=right Die Straße verläuft von der Erdener Straße zur Baraschstraße. In der Gneiststraße 7 steht die von Graft Gesellschaft von Architekten errichtete Villa M.140px|Gneiststraße Villa MGottfried-von-Cramm-Weg ()150Gottfried von Cramm (1909–1976), Tennisspieleralign=right Vorher war er Teil des Oberhaardter Weges.140px|Gottfried-von-Cramm-WegGriegstraße ()690Edvard Grieg (1843–1907), norwegischer Komponistalign=right Der erste Name war Straße G 84. Hier befindet sich seit dem Jahr 2001 die Botschaft des Staates Kuwait in Deutschland in einem Gebäude aus dem Jahr 1923 (siehe Bild). Website Botschaft von Kuwait140px|Kuwaitische BotschaftGustav-Freytag-Straße