Arbing ist eine Gemeinde in Oberösterreich im Bezirk Perg im Mühlviertel mit Einwohnern (Stand ). Der Ort im Gerichtsbezirk Perg liegt rund sieben Kilometer östlich der Bezirkshauptstadt Perg, wo sich auch das zuständige Bezirksgericht befindet.

Der Name der Gemeinde leitet sich vom Personennamen Arbeo oder Arbo ab und deutet auf eine Gründung im Frühmittelalter hin. Die erstmalige urkundliche Erwähnung fällt in das Jahr 1137 oder 1139. Die heutige flächenmäßige Ausdehnung erhielt das Gemeindegebiet durch die Eingemeindung von Teilen der Gemeinde Puchberg im Machland Ende 1954.

Der seit 1483 als Kirchturm fungierende Wehrturm einer nicht mehr vorhandenen mittelalterlichen Burganlage aus dem 13. Jahrhundert hat keine Spitze, prägt das Landschaftsbild und ist als markantes Wahrzeichen auch im Gemeindewappen abgebildet.

Geografie Lage und Umgebung, Geologie Das Ortszentrum der Gemeinde Arbing liegt auf einer Höhe von Die Ausdehnung des im nördlichen Teil hügeligen und im südlichen Teil flachen Gemeindegebietes beträgt sowohl von Nord nach Süd als auch von West nach Ost etwa 4,4 km und die Gesamtfläche  km², 17,5 % der Fläche sind bewaldet, 71,7 % der Fläche sind landwirtschaftlich genutzt.

Die Gemeinde liegt im Untermühlviertler Schollenland,Hermann Kohl: Die leblose Natur. In: Land Oberösterreich (Hrsg.): Das Mühlviertel, Natur-Kultur-Leben, Beiträge zur Landesausstellung 1988 im Schloss Weinberg bei Kefermarkt. Linz 1988, S. 41–50 (). einem Ausläufer des Granit- und Gneisplateaus. Aus geologischer und geomorphologischer Sicht sowie unter Aspekten der Raumnutzung gehört das Gemeindegebiet von Arbing zu 3 der 41 Raumeinheiten des Bundeslandes Oberösterreich. Der in der Ebene befindliche Teil liegt in der Raumeinheit Machland. Ein kleiner Teil des Arbinger Gemeindegebietes in den Ortschaften, Hummelberg, Mollnegg und Roisenberg gehört zur Raumeinheit Aist-Naarn-Kuppenland. Zwischen den beiden eben erwähnten Raumeinheiten liegt die Raumeinheit Südliche Mühlviertler Randlagen, zu der die teilweise dichter besiedelten südlich ausgerichteten Abhänge des Gemeindegebietes in Groißing, Hummelberg, Arbing, Frühstorf und Puchberg zählen. Die Grenze zwischen Machland und Südlichen Mühlviertler Randlagen verläuft von Tobra bis Puchberg entlang der Donau Straße.

Gewässer Im Westen bildet der in Windhaag entspringende, im Oberlauf Modlerbach und an der Grenze zwischen Perg und Münzbach Kropfmühlbach genannte Tobrabach teilweise die Westgrenze zur Nachbargemeinde Perg. Ein Teil der Südgrenze zu Mitterkirchen verläuft ebenfalls entlang des Tobrabaches, da dieser südlich der Ortschaft Tobra die Richtung mit einem beinahe rechtwinkeligen Winkel wechselt. Im Nordosten fungiert der Falkenbauerbach als Grenze zur Marktgemeinde Münzbach. Ein Teil der Ostgrenze zur Marktgemeinde Baumgartenberg wird vom Deimingerbach und ein kleines Stück vom Puchbergerbach gebildet.

Der Tobrabach kreuzt im Bereich der Ortschaft Arbing den Arbingerbach mittels einer Betonrinne und den Deimingerbach mittels einer Überleitung und fließt dann weiter in Richtung Baumgartenberg.Klaus Berg, Clemens Gumpinger, Simonetta Siligato: Wehrkataster der Naarn und ihrer Zuflüsse. Gewässerschutz-Bericht 42. Amt der Oberösterreichischen Landesregierung, Abteilung Oberflächengewässerwirtschaft, Linz 2009 (Tobrabach S. 64, Arbingerbach S. 67, Deimingerbach S. 69; PDF; 2,8 MB auf land-oberoesterreich.gv.at).

Der Arbingerbach heißt im Oberlauf Neuhauserbach und entspringt nördlich von Hummelberg an der Grenze zu Münzbach. Er weist ein Einzugsgebiet von zehn Quadratkilometern auf und wurde auf einer Länge von 5,8 km kartiert. Der Bach fließt zunächst durch ein Waldgebiet, bevor er in ein gesichertes und über weite Strecken reguliertes Bachbett gelangt und in Arbing durch einen Kastendurchlass auf einer Länge von 200 Metern unter der Ortschaft durchgeführt wird. Südlich davon fließt der Bach in einem bis zu zwei Meter eingetieften Graben, quert den Tobrabach, der mittels einer Betonrinne übergeleitet wird und gelangt weiter Richtung Südosten in die Bruderau und auf das Gemeindegebiet von Baumgartenberg.

Der Deimingerbach entspringt auf einer Seehöhe von in einem Waldgebiet nordwestlich des Deimingergutes in der Nähe der Ortschaft Mollnegg. Zusammen mit dem Puchbergerbach wird ein Gebiet von 8,4 km² entwässert. Der Bach wurde ab der Siebermühle nach Süden umgeleitet und überquert etwa 80 Meter vor der Einmündung in den Arbingerbach den Tobrabach, der mittels einer Betonkreuzung darüber geleitet wird.

Gemeindegliederung

Arbing besteht seit der Eingemeindung von Teilen der Gemeinde Puchberg im Machland am 1. Jänner 1955 aus den beiden Katastralgemeinden Arbing und Puchberg (in Klammern Einwohnerzahl Stand ): Katastralgemeinde Arbing mit den Ortsteilen Arbing (), Frühstorf (), Groißing () und Puchberg im Machland () Katastralgemeinde Puchberg im Machlande I mit den Ortsteilen Hehenberg (), Hummelberg (), Mollnegg () und Roisenberg ()

Nachbargemeinden Arbing hat vier Nachbargemeinden, alle liegen im Bezirk Perg.

Geschichte mini|Burg Arbing. Kupferstich aus Georg Matthäus Vischers Topographia Austriae superioris modernae (1674) – Links: Schloss Arbing, daneben im Vordergrund die Südwestansicht des Jägerhäusls und dahinter rechts die Pfarrkirche mit dem markanten Wehrturm als Kirchturm mini|Schlossberg mit Kirche und Schloss Arbing mini|Das Jägerhäusl wird als Ausstellungs- und Lagerraum genutzt – Nordostansicht Funde auf dem Gemeindegebiet von Arbing, die als Nachweis für die Anwesenheit von Menschen dienen können, werden der Jungsteinzeit (Neolithikum, circa 5000 bis 1900 vor Christus) zugeordnet, u. a. ein zehn Zentimeter langes Stein-Flachbeil in nordischer Form, ein Lochbeilfragment aus grün-braun gesprenkeltem Serpetin und ein Klopfstein aus Aplit.

Während der Römerzeit lag Arbing nur wenige Kilometer nördlich der Grenze der Provinz Noricum, die in diesem Bereich vom Limes beziehungsweise von der Donau gebildet wurde, knapp außerhalb der 7,5 km breiten Pufferzone zwischen Römern und Barbaren. Das römische Kastell Adiuvense (Wallsee) und das römische Militärlager Lauriacum (Enns/Lorch) lagen in Sichtweite. Siedlungsspuren aus dieser Zeit sind auf dem Gebiet der Gemeinde Arbing nicht nachweisbar.

Der sprachliche Einfluss der slawischen und baierischen Siedlungstätigkeit im 7. und 8. Jahrhundert ist verschiedentlich in den Bezeichnungen des Ortes, der Ortschaften und der Bauernhöfe erhalten geblieben. Die Gegend um Arbing war ursprünglich im Ostteil des Herzogtums Bayern gelegen und gehörte ab dem 9. Jahrhundert zur Awarenmark.

Zur Zeit der Babenberger lagen die späteren Katastralgemeinden Puchberg und Arbing in der Markgrafschaft beziehungsweise später im Herzogtum Österreich im Machland auf dem Gebiet der Herren von Machland. Die älteste urkundliche Erwähnung von Arbing erfolgte 1137 in einer Urkunde von Herzog Leopold IV. in der Liste der Zeugen. Sie lautet „Arbingin“, der Ortsname geht wohl auf den Männernamen Arbeo/Arbo zurück. Ebenfalls im 12. beziehungsweise 13. Jahrhundert erfolgten die Nennungen von Frühstorf (Fridhalmesdorf 1209) und Groißing (Chrebizingen 1114). Das Landgericht Machland hatte in der ersten Jahrzehnten des 13. Jahrhunderts seinen Sitz auf der Burg in Arbing, bevor es auf die Burg Mitterberg verlegt wurde. Erster namentlich bekannter Landrichter war Wenzel (Wetzel) von Arbing (Erbing).

Im 15. Jahrhundert gelangten die Walchen in den Besitz der Herrschaft Arbing. Hanns IV. war 1434 Verweser der Hauptmannschaft ob der Enns. Die Walchen haben die Pfarrkirche neu gebaut und 1483 die Umwidmung des Wehrturms der zu einem Schloss umgebauten Burg zu einem Kirchturm veranlasst. Über die Jahrhunderte kam das Schloss zu häufigem Besitzwechsel zwischen adeligen Familien, bis es 1906 an eine Familie in Arbing verkauft wurde.

Das Gebiet um Arbing gehörte ursprünglich zur Mutterpfarre Naarn, die bereits 823 urkundlich erwähnt wurde. In der Burganlage befand sich eine Taufkapelle, die dem Heiligen Johannes dem Täufer geweiht war. 1147 wurde Arbing dem Stift Waldhausen einverleibt und 1335 war Arbing eine Filialkirche von Mitterkirchen. Als Pfarre wird Arbing erstmals 1633 erwähnt und nach der Aufhebung des Stifts Waldhausen stand Arbing unter dem Patronat des Religionsfonds. Seit 1939 wird der Arbinger Pfarrer vom Linzer Bischof ernannt.

Der Ort Arbing ist am Fuß der mittelalterlichen Burganlage entstanden und gehörte bis 1493 zum Landgericht Machland, dann zum Landgericht Greinburg. 1603 wurde ein eigenes Landgericht Arbing geschaffen. Eine Schule in Arbing lässt sich bis 1675 zurückverfolgen. 1809 ist der Neubau einer Schule vermerkt. 1848 entstanden auf den Gebieten der gleichnamigen Katastralgemeinden die Gemeinden Arbing und Puchberg, die ab 1918 zu Gemeinden im Bundesland Oberösterreich wurden. Der Ausbau der Infrastruktur begann mit dem Bau eines Post- und Telegraphenamtes im Jahr 1873 beziehungsweise 1898 mit der Errichtung eines Bahnhofs an der Donauuferbahn und wurde unterbrochen durch die Kriegsjahre im Einklang mit der Entwicklung im ganzen Land fortgeführt.

Anfang der 1920er Jahre haben sowohl Arbing als auch Puchberg im Machland Notgeld herausgegeben. Von 1927 bis 1938 bestand in Arbing eine Molkerei, wo Landwirte aus den Gemeinden Arbing, Puchberg, Baumgartenberg, Saxen, Klam, Kreuzen, Sankt Thomas am Blasenstein, Münzbach, Windhaag, Ried, Rechberg, Naarn, Hofstetten und Mitterkirchen täglich 7.000 bis 8.000 Liter Milch anlieferten. 1938 wurde die Molkerei Arbing aufgelöst und der 1930 gegründeten Molkerei Machland-Baumgartenberg eingegliedert.A. Kranzl: 850 Jahre Arbing, S. 37.

Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 gehörten die beiden Gemeinden Arbing und Puchberg zum Gau Oberdonau. 1945 erfolgte die Wiederherstellung Oberösterreichs und die beiden Gemeinden gehörten ab 5. Mai 1945 zunächst zur amerikanischen und ab 9. Mai 1945 bis 1955 zur sowjetischen Besatzungszone.Wolfgang Lehmann: Zwischen Hoffen und Bangen, die Tage des Umbruchs 1945, in: Heimatbuch der Stadt Perg 2009, Herausgeber: Heimatverein Perg und Stadtgemeinde Perg, Linz 2009, S. 309ff.

Am 1. Jänner 1955Gesetz betreffend die Auflösung der Ortsgemeinde Puchberg im Machland, politischer Bezirk Perg, LGBL. OÖ. Nr. 004/1955, abgerufen am 27. Mai 2015 wurde die Gemeinde Puchberg im Machland aufgelöst und die westlichen Teile, namentlich die Ortschaften Puchberg, Hummelberg und Roisenberg einschließlich einiger Liegenschaften in Mollnegg und Hehenberg nach Arbing eingemeindet, wodurch die Gemeinde Arbing das heutige Flächenausmaß erreichte. Die Ortschaften Baumgartenberg West, Deiming, Kolbing, Hehenberg und Steindl wurden zum selben Zeitpunkt zur Gemeinde Baumgartenberg eingemeindet.

Bevölkerung Bevölkerungsentwicklung

Die Einwohnerzahl war in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts stagnierend, betrug zur Jahrhundertwende 943 Personen und war in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, abgesehen vom Jahr 1939 rückläufig, wobei der Tiefpunkt 1934 mit 896 Personen erreicht wurde. Die Einwohnerzahl betrug zum 1. Januar 2019 1.480 und der Bevölkerungshöchststand wurde 2021 mit 1.546 Menschen erreicht. (Stand 2025)

Bevölkerungsstruktur nach Geschlecht, Alter und Bildung Die Gemeinde Arbing hatte am 1. Jänner 2009 1.374 Einwohner, davon 689 Männer und 685 Frauen.Statistik Austria: Ein Blick auf die Gemeinde Arbing Bevölkerungsstand und-struktur PDF

Die grobe Altersstruktur der Arbinger Bevölkerung zum 1. Jänner 2009 zeigt, dass 68,9 % der Arbinger über 15 und unter 65 Jahre alt sind. Mit 15,4 % ist etwas weniger als ein Sechstel der Bevölkerung jünger und mit 15,8 % etwas weniger als ein Sechstel der Bevölkerung älter. Der Frauenanteil liegt bei der Hauptgruppe und bei den jüngeren Personen etwas niedriger als beim Gesamtwert, während er bei den älteren Personen mit 60,8 % deutlich höher liegt.