Pierino Antonio Alberto „Piero“ Taruffi (* 12. Oktober 1906 in Albano Laziale; † 12. Januar 1988 in Rom) war ein italienischer Konstrukteur, Formel-1-, Sportwagen- und Motorradrennfahrer sowie Motorrad- und Sportwagenweltrekordler.

Karriere Anfänge im Motorsport Taruffi verwandte seine Ingenieurkenntnisse jahrzehntelang dazu, das Gilera-Motorrad-Team technisch wie fahrerisch voranzubringen. Seine Rennfahrerkarriere startete er Anfang der 1920er-Jahre auf zwei Rädern, 1923 bestritt er mit einem Fiat sein erstes Autorennen.

An der Mille Miglia nahm er das erste Mal 1930 teil und verzeichnete drei Jahre später einen dritten Platz. Am Ende seiner Karriere konnte er bei diesem Rennen für Sportwagen auch einen Sieg erringen.

Im Jahr 1932 gewann Taruffi auf der Pista del Littorio in Rom auf einer von der Scuderia Ferrari eingesetzten Norton die Motorrad-Europameisterschaft in der 500-cm³-Klasse. mini|rechts|Denkmalf für Piero Taruffi am Bolsenasee, Juli 2023 1937 gelang Taruffi auf einer Gilera Rondine der damalige Geschwindigkeitsweltrekord für Motorräder mit 274,181 km/h über den so genannten „fliegenden Kilometer“. In den 1950er Jahren erzielte er mit der Tarf verschiedene Weltrekorde.

Formel 1 Bei der Automobil-Weltmeisterschaft 1950 steuerte Taruffi einen Alfa Romeo Tipo 158 beim Grand Prix von Italien in Monza. Im folgenden Jahr – vor dem Rückzug Alfa Romeos aus der Weltmeisterschaft – wechselte Taruffi zum Konkurrenten Ferrari und belegte gleich beim Großen Preis der Schweiz hinter Juan Manuel Fangio in einem Alfa Romeo Tipo 159 einen zweiten Platz. Dank weiterer guter Platzierungen rangierte er im Endklassement auf der sechsten Position.

Die Automobil-Weltmeisterschaft 1952 wurde sein bestes Jahr. Beim Großen Preis der Schweiz erreichte Taruffi seinen einzigen Sieg. Dabei profitierte er von der Abwesenheit Alberto Ascaris, der beim Indianapolis 500 antrat, sowie vom Ausfall von Giuseppe Farina. Auch bei den anderen Rennen punktete Taruffi und erreichte in der Weltmeisterschaft mit 22 Punkten einen dritten Platz.

Nachdem er 1954 einen Vertrag mit Lancia unterzeichnet hatte, um mit dieser Marke Sportwagenrennen zu bestreiten, bestritt Taruffi nur noch sporadisch einige Formel-1-Rennen für Mercedes, Maserati und Vanwall. 1956 zog er sich vollständig vom Monoposto-Sport zurück.

Sportwagenkarriere 1951, während seiner Ferrari-Zeit, gewann Taruffi die Carrera Panamericana.

Den Wechsel zu Lancia brauchte Taruffi nicht zu bereuen, da ihm 1954 sowohl der Sieg bei der Targa Florio und dem Giro di Sicilia gelang. Letzteres Rennen konnte er ebenso 1955 für sich entscheiden.

1957 gewann Taruffi die letzte Mille Miglia. Danach beendete er im Alter von 51 Jahren seine Rennfahrerkarriere und zog sich endgültig vom Rennsport zurück.

Sonstiges 1958 verfasste Taruffi das Buch Stil und Technik des Rennfahrers: Erfahrungen eines Meisters im Rennsport ().

1959 wurde seine Tochter Prisca Taruffi geboren. Sie ist ebenfalls Rennfahrerin.

Ihm zu Ehren heißt die Rennstrecke von Campagnano di Roma offiziell Autodromo Vallelunga – Piero Taruffi.Website der Rennstrecke (italienisch)

Statistik Statistik in der Automobil-Weltmeisterschaft

Grand-Prix-Siege (Bremgarten)

Gesamtübersicht Saison Team Chassis Motor Rennen Siege Zweiter Dritter Poles schn.Rennrunden Punkte WM-Pos. 1950 Alfa Romeo SpA Alfa Romeo Typ 158 Alfa Romeo 1.5 L8s 1 − − − − − − – 1951 Scuderia Ferrari Ferrari 375F1 Ferrari 4.5 V12 5 − 1 − − − 10 6. 1952 Scuderia Ferrari Ferrari 500 Ferrari 2.0 L4 6 1 1 1 − − 22 3. 1954 Scuderia Ferrari Ferrari 625 Ferrari 2.5 L4 1 − − − − − − –1955 Scuderia Ferrari Ferrari 555 Supersqualo Ferrari 2.5 L4 1 − − − − − −6. Daimler Benz A.G. Mercedes-Benz W196 Mercedes 2.5 L8 2 − 1 − − − 91956 Officine Alfieri Maserati Maserati 250F Maserati 2.5 L6 1 − − − − − − – Vandervell Products Ltd. Vanwall VW2 Vanwall 2.5 L4 1 − − − − − − Gesamt 18 1 3 1 − − 41

Einzelergebnisse Saison 1 2 3 4 5 6 7 8 91950 DNF 1951 2 DNF 5 5 DNF 1952 1 DNF 3 2 4 71954 6 DNA1955 8 DNA 4 21956 DNF DNF

Le-Mans-Ergebnisse Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Platzierung Ausfallgrund 1953 Scuderia Lancia Lancia D20 Umberto Maglioli Ausfall Motorschaden

Sebring-Ergebnisse Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Teamkollege Platzierung Ausfallgrund 1954 Scuderia Lancia Lancia D24 Robert Manzon Disqualifiziert 1955 Luigi Chinetti Ferrari 750 Monza Harry Schell Rang 5 1956 Officine Alfieri Maserati Maserati 300S Jean Behra Cesare Perdisa Rang 5 1957 Lindsay Hopkins Chevrolet Corvette SS John Fitch Ausfall Aufhängung

24-Stunden-von-Spa-Ergebnisse

Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Platzierung Ausfallgrund 1932 Scuderia Ferrari Alfa Romeo 8C 2300 MM Guido d’Ippolito Rang 2

Einzelergebnisse in der Sportwagen-Weltmeisterschaft Saison Team Rennwagen 1 2 3 4 5 6 7 1953 Lancia Lancia D20Lancia D24 DNF DNF DNF 2 1954 LanciaFloyd Clymer Lancia D24Ford 6 DNF DNF 2 34 1955 Luigi ChinettiScuderia Ferrari Ferrari 750 MonzaFerrari 118LMFerrari 857S 5 DNF 6 1956 Maserati Maserati 300S 5 DNF 1 DNF 1957 Lindsay HopkinsScuderia Ferrari Chevrolet Corvette SSFerrari 315S DNF 1

Literatur Piero Taruffi: Stil und Technik des Rennfahrers. Motorbuchverlag, Stuttgart 1964

Weblinks

Kurzbiographie (englisch)

Einzelnachweise

Kategorie:Formel-1-Rennfahrer (Italien) Kategorie:Motorrad-Rennfahrer (Italien) Kategorie:Rennfahrer des 24-Stunden-Rennens von Le Mans Kategorie:Grand-Prix-Fahrer vor 1950 Kategorie:Sportwagen-WM-Rennfahrer Kategorie:Europameister (Motorradsport) Kategorie:Rennfahrer des 12-Stunden-Rennens von Sebring Kategorie:Bergrennfahrer Kategorie:Italiener Kategorie:Geboren 1906 Kategorie:Gestorben 1988 Kategorie:Mann Kategorie:Rennfahrer des 24-Stunden-Rennens von Spa-Francorchamps