mini|Kurt Bärbig. mini|Friedhofskapelle Böhrigen. Erbaut 1923. mini|Kriegerdenkmal in Rabenau am Mühlberg für die Gefallenen im 1. Weltkrieg. mini|Häuserzeile Dresden-Laubegast Steirische Straße. Erbaut 1924–25. mini|Volkshaus Dresden-Cotta, „Rote Hütte“, Hebbelstraße. Erbaut 1926. mini|Ortskrankenkasse Sebnitz. Finkenbergstraße. Erbaut 1928. mini|Burg Hohnstein (Sächsische Schweiz). Anbau Zentralküche an Haus 3. Erbaut 1928. mini|Volkshaus Dresden-Cotta, „Rote Hütte“, Hebbelstraße. Anbau erbaut 1928. mini|Doppelhäuser der Siedlungsgemeinschaft Niederpoyritz, von 1924 bis 1939 realisiert. mini|Ehemaliges Jugend-Erholungsheim auf der Endlerkuppe (367 m) bei Ottendorf (Sebnitz), Luftaufnahme 2022. Erbaut 1929. mini|Ehemaliges Jugend-Erholungsheim auf der Endlerkuppe (367 m) bei Ottendorf (Sebnitz). Erbaut 1929. mini|Ehemaliger Fleisch-Verarbeitungsbetrieb der Konsumgenossenschaft „Vorwärts“ in Dresden, Fabrikstraße. Erbaut 1927–30. mini|Konsumgenossenschaft „Vorwärts“ in Dresden, Fabrikstraße, Innenraum, Zustand 2019 während Sanierung. Erbaut 1927–30. mini|Konsumgenossenschaft „Vorwärts“ in Dresden, Fabrikstraße, Laderampe, Zustand 2022 nach Sanierung. Erbaut 1927–30. mini|Gedenkstätte für die Opfer des Nationalsozialismus am Schwanenteich in Zwickau. Erbaut 1948. mini|Hauptgebäude des Instituts für Landtechnik in Potsdam-Bornim. Erbaut 1955. mini|Zentrum für Integrierte Naturstofftechnik der TU Dresden. Ehemaliges Versuchsgut Institut Landtechnik TH Dresden. Erbaut 1956–59. mini|Zentrum für Integrierte Naturstofftechnik der TU Dresden. Ehemaliges Versuchsgut Institut Landtechnik TH Dresden. Seitenrisalit. Erbaut 1956–59. Kurt Bärbig (* 20. März 1889 in Dresden; † 3. September 1968 in Lubmin) war ein deutscher Architekt.

Leben und Wirken mini|Grab von Kurt Bärbig in Dresden-Hosterwitz. Maria am Wasser. Kurt Bärbig war ein bedeutender deutscher Architekt und Städtebauer des 20. Jahrhunderts. Er wurde als erstes von acht Kindern des Zimmermanns Franz Bärbig (1863–1936) in Dresden geboren. Sein Vater trat 1886 der SPD und 1919 der KPD bei. In der Folge wurde er als kommunistischer Funktionär aktiv und war ab 1934 für zwei Jahre in Bautzen inhaftiert. In den 1920er Jahren distanzierte sich Bärbig von seinem VaterFranz Bärbig. In: Museum für Stadtgeschichte, Alfred Werner (Bearb.): Sie kämpften und starben für kommendes Recht. Kurze Lebensbeschreibungen Dresdner Arbeiterfunktionäre und Widerstandskämpfer II. Meißner Druckhaus, Dresden 1963, S. 9–13, v. a. S. 11., dessen frühe sozialdemokratische Haltung ihn jedoch prägte. So war Bärbig bereits im Alter von 14 Jahren Gewerkschaftsmitglied.Architekten in Cotta. Teil 3: Kurt Bärbigs Bauten und Entwürfe auf der Hebbelstraße. In: Froschpost. Heimatzeitung der Bürgerinitiative Cotta e.V. Nr. 2, 2008, S. 4 (online).

Wie sein Vater absolvierte Bärbig eine Zimmermannslehre und besuchte Abend- sowie Sonntagskurse an der Städtischen Gewerbeschule Dresden. Von 1906 bis 1910 studierte er an der Staatsbauschule Dresden sowie von 1910 bis 1912 Städtebau bei Cornelius Gurlitt an der Technischen Hochschule Dresden. Während seines Studiums sammelte er praktische Erfahrungen auf Baustellen in Sachsen, Österreich, Tschechien und Bayern. Es folgte eine Zeit als Bautechniker bei Rudolf Kolbe in Dresden-Loschwitz. Von 1912 bis 1916 lernte Bärbig im Meisteratelier für Baukunst bei German Bestelmeyer an der Akademie der Bildenden Künste Dresden. 1912 erhielt er den Kompositionspreis der Akademie, 1916 die Silbermedaille des Ateliers.

1913 gründete er ein Architekturbüro in Dresden, das später 16 Mitarbeiter beschäftigte. Während seiner Militärzeit – er wurde 1917 als Soldat eingezogen und nahm am Ersten Weltkrieg teil – starben seine Frau und sein Sohn. Von 1918 bis 1933 gehörte er dem Vorstand des Bundes Deutscher Architekten (BDA) an und wurde 1923 als einziger Dresdner Architekt in die Freie Deutsche Akademie für Städtebau berufen.

Bärbig widmete sich unter anderem dem Kleinwohnungsbau und entwarf Wohnsiedlungen in Dresden-Laubegast (Siedlung des ehem. Bau- und Sparvereins, Steirische Straße 35–59) und die Siedlung „Friedenshang“ in Niederpoyritz.Wachwitz – Geschichte eines Fischer- und Weindorfes, Hrsg. Ortsverein Loschwitz-Wachwitz e.V., Elbhang-Kurier-Verlag, Dresden, 2000, S. 142 1923 lieferte er die Pläne für das Volkshaus Cotta an der Dresdner Hebbelstraße, 1927 folgte der Fleischverarbeitungsbetrieb der Konsumgenossenschaft „Vorwärts“ in der äußeren Wilsdruffer Vorstadt Dresdens.Gebäude der Konsumgenossenschaft auf das-neue-dresden.de 1929 entwarf er das erste deutsche Jugenderholungsheim Endlerkuppe in Ottendorf bei Sebnitz.Jugenderholungsheim Endlerkuppe auf das-neue-dresden.de

Neben der Beschäftigung im eigenen Büro war Bärbig auch in der Bauberatungsstelle des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz tätig. In Form eines Gremiums war diese Institution beratend im Sinne der Vereinsideen tätig. Abgestützt auf das Gesetz gegen die Verunstaltung von Stadt und Land vom 10. März 1909 wurde vom Heimatschutz propagiert, dass sich Bauten in die Landschaft harmonisch einfügen und der Umgebung anpassen sollten. Schematismus sollte vermieden werden, stattdessen die örtlichen Bedürfnisse und die Verwendung heimischer Baumaterialien im Vordergrund stehen. Zu den beratenden Architekten der Bauberatungsstelle gehörten neben Bärbig u. a. sein ehemaliger Chef Rudolf Kolbe, Hans Richter, Otto Schubert und Otto Rometsch, allesamt Vertreter der modernen Architektur und der progressiven Siedlungsplanung.

1923 wurde Bärbig als ehrenamtliches Mitglied in die neugebildete Landesstelle für Gemeinwirtschaft berufen. Dieses Gremium tagte in monatlichem Turnus in Fachausschüssen zu Fragen der wirtschaftlichen Entwicklung.

Bärbig galt als „roter Architekt“ und wurde 1933 von den Nationalsozialisten mit einem Berufsverbot belegt. 1934 emigrierte er nach Brasilien und ließ seine Tochter bei Verwandten in Dresden zurück. Bei einem Besuch in der Heimat 1939 wurde ihm wegen des Kriegsausbruchs die Wiederausreise verwehrt, dennoch überlebte er die Kriegsjahre. Da das Berufsverbot nur für Sachsen galt, hielt er sich mit kleinen Aufträgen in Berlin und Brandenburg über Wasser. 1945 kehrte er in das vom Krieg zerstörte Dresden zurück. Er wurde Mitglied des ersten Trümmerkomitees und Mitbegründer des neuen BDA und der Kammer der Technik.GutWohnen. Das Magazin der Gemeinnützigen Wohnungsgenossenschaft „Glückauf“ Süd Dresden eG, Nr. 1/2021, GWG Dresden, Dresden 2021, S. 5, PDF online (abgerufen am 27. Juni 2025).

Ab 1946 leitete er den Lehrstuhl für Baukunst an der Akademie der Bildenden Künste Dresden (ABK Dresden). Von 1956 bis 1959 errichtete er das Institutsgebäude für Landtechnik an der Technischen Hochschule Dresden. Beim Wettbewerb um die Neugestaltung Dresdens 1952 war er Leiter der freischaffenden Architekten. Seine Planungen um eine Neugestaltung des Dresdner Stadtzentrums erfolgten in einer Weise, „der man heute durchaus mit Hochachtung begegnen muß.“ 1965, in seinem 75. Lebensjahr, bekam Bärtig sogar noch die Zulassung als privater Architekt.Händel: Architekten in Cotta. Teil 3: Kurt Bärbigs Bauten und Entwürfe auf der Hebbelstraße. In: Cottaer Froschpost, 2/2008, S. 4–5.

Kurt Bärbig verstarb 1968 in Lubmin an den Folgen eines Herzinfarkts beim Waten durch die Ostseebrandung.Franziska Klemenz: „Er hat mich großgezogen wie ein Vater“, Erinnerungen der Enkelin Karin Knorr, Sächsische Zeitung, 27. September 2018. Er wurde auf dem Kirchhof Maria am Wasser in Dresden beigesetzt.

Wettbewerbsbeiträge (Auswahl) 1916: Städtebauliche Gestaltung des Eliasfriedhofes, Kennwort „Hödur“, Prämierung als einer von drei gleichen Preisen (andere Preisträger: „Stille Einkehr“ Willi Meyer, „Grüne Insel“ Dipl.-Ing. Otto Fischer, beide aus Dresden).Sächsische Staatszeitung, 23. November 1916, Nr. 272, S. 11. 1919: Kleinwohnungskolonie Wilsdruff „Ministersiedlung“, Bismarckstr. (heute: Heinrich-Heine-Str.) / Gerichtsstraße, acht zweistöckige Wohnhäuser mit ca. 30 Wohnungen, 1. Preis, Realisierung 1920.Kurt Bärbig. Schriftenreihe Neue Werkkunst. Berlin. 1930. 1919: Preisausschreiben zur Erlangung von Entwürfen für Wohnhäuser mit kleinen und mittleren Wohnungen auf Gemeindegrundstück von 62.000 m², Dresden Laubegast, Hauptstraße (heutige Österreicher Str.), Leubener Str., Carolastraße (heutige Steirische Str.), Albertstraße (heutige Tauernstraße), Preis (und Architekt Paul Löffler), 1924 Häuserzeile an Steirischer Str. realisiert. 1919: Dienstgebäude für den Zentralarbeitsnachweis und für einen Bebauungsvorschlag für das Gelände in Cotta, zusammen mit Max Schöne, Kennwort Dienstgebäude: Entwurf „Eva“, Kennwort Bebauungsvorschlag „Neon“, 3. Preis für den Bebauungsvorschlag für das Gelände mit dem Kennwort „Neon“, 1000M, Ankauf für den Entwurf für das Dienstgebäude mit dem Kennwort „Eva“, 500 M.Frühausgabe der Dresdner Nachrichten, 31. Dezember 1919 1922: Handels- und Gewerbeschule, Steuerhaus, Stadthalle, Freital.Sächsische Staatszeitung, 7. November 1922, Nr. 261, S. 3. 1922: Kriegerdenkmal Rabenau, 1. Preis, realisiert. 1924: Wohnhaussiedlung Sebnitz-Hainersdorf mit ca. 200 kleinen Wohnhäusern, Badeanstalt und kulturellem Gemeinschaftsbau, von der Stadtgemeinde unter Mitwirkung des Sächsischen Heimatschutzes ausgeschrieben, 2. Preis, weitere Preise: Gustav Lüdecke, Hellerau (1. Preis), Hans Richter, Dresden (2. Preis), Tamm & Grobe, Zwickau (Ankauf).Der Baumeister, Dezember 1924, Beilage, Heft 12, B 93. 1924: Schule mit Rathaus, Neusalza-Spremberg, ausgeschrieben vom Sächsischen Heimatschutz, Schulneubau und städtebauliche Gestaltung des an der Bahnhofstraße gelegenen Geländes, Kennwort Beitrag Bärbig: Kleeblatt, 1. Preis, weitere Preise: Prof. Wilhelm Jost, Seifhennersdorf-Stuttgart (1. Preis), Richard Schiffner, Zittau (2. Preis), Otto Rometsch, Niederlößnitz (2. Preis), Preisgericht: Regierungsbaurat Dr. Goldhardt, Prof. Oswin Hempel, Ministerialrat Dr. Oskar Kramer, Prof. Dr. Heinrich Tessenow, 1928 realisiert durch Richard Schiffner.Dresdner Nachrichten, 13. Juli 1924, Nr. 262, S. 4. 1924: Zentraler Friedhof und Krematorium in Freital, 1. Preis, nicht realisiert.Der Baumeister, 1924, Dezember, Beilage, Heft 3, B 22 1924: Kriegerdenkmal Königsbrück, 3. Preis.Frühausgabe Dresdner Nachrichten, 28. Juli 1924, Nr. 287, S. 3. 1925: Turnhalle Ottendorf-Okrilla, unter Berücksichtigung eines späteren Baus einer Zentralschule, 3. Preis (1. Preis: Paul Löffler, Dresden, 2. Preis: Eugen Schwemmle, Hellerau, Ankauf: Gustav Lüdecke, Hellerau)Dresdner Nachrichten Nr. 417, 5. September 1925, S. 7. 1925–26: Geladener Baukünstlerischer Ideenwettbewerb für Neubau des Dresdner Lehrervereins, weitere Teilnehmer neben Bärbig: Prof. Walter Gropius, Emil Högg, Gustav Lüdecke und Ludwig Wirth (Dresden), Preisgericht: Adolf Muesmann, Paul Wolf, Heinrich Tessenow.Dresdner Nachrichten Nr. 17, 11. Januar 1926, S. 2–3. 1927: Konsumverein Vorwärts, Betriebszentrale, Dresden, beschränkter Wettbewerb, moderne Großbäckerei mit drei Mammutöfen und einer Jahresproduktion von 28 Millionen Kilo Brot, eine Fleisch- und Wurstfabrik für die Verarbeitung von 40000 Schweinen pro Jahr, ein Lagergebäude, ein großes Werkstättengebäude mit Schlosserei und Tischlerei, Autogarage für 100 Lastkraftwagen, 1. Preis, weitere Teilnehmer: Prof. Dr. Schubert, Bauräte Schilling & Graebner (3. Preis), Walter Gropius (2. Preis), Baudirektor a. D. Dr. Tischer, Rudolf Bitzan, Alexander Pötzschke, Born (Leipzig), Heinrich Wichmann, Hans Richter (außer Konkurrenz zugelassen), 1. Bauabschnitt realisiert.Arbeiterstimme, Tageszeitung der KPD, 3. Jahrgang, Nr. 133, 10. Juni 1927, Beilage, Neubauplan des Konsumvereins Vorwärts.Ein Momument des Genossenschaftsgedankens in Dresden. In: Arbeiterstimme, 27. Juni 192, Nr. 147, S. 2.