Die Liste der Klöster, Stifte und Komtureien enthält ehemalige und bestehende Ordensniederlassungen im heutigen Mecklenburg-Vorpommern.

Historische Klöster, Stifte und Komtureien Diese Liste ist teilweise chronologisch sortiert und weitestgehend vollständig.

Name Ort Koord. Bestehen Orden Besonderheiten, spätere Nutzung Abbildung Nonnenkloster auf der Mecklenburg Mecklenburg (Burg) 10. Jahrhundert Benediktiner Ältestes bekanntes Kloster in Mecklenburg, an der Petrikirche in der Burg, von der abodritischen Prinzessin Hodica als Äbtissin geleitet. Kloster Stolpe Stolpe an der Peene 1153–1534 Benediktiner, Zisterzienser Erstes bekanntes Kloster in Pommern, durch Herzog Ratibor I. und Bischof Adalbert von Pommern als Benediktinerkloster gegründet. 1304 trat der Konvent unter Abt Ditmar zum Zisterzienserorden über. Nach dem Tod des letzten Abts Matthias 1534 säkularisiert. Im Dreißigjährigen Krieg 1637 durch Brand zerstört. 1807 in Privathand. Ruine des westlichen Turmunterbaues vorhanden. 100px Kloster Grobe Usedom 1151/1155–vor 1177 Prämonstratenser Durch pommerschen Herzog Ratibor I. nach 1150 gegründet, schon 1177 verödet. Durch Herzog Bogislaw IV. 1307 genehmigte Verlegung nach Pudagla 1309 abgeschlossen. Im Zuge der Reformation 1535 aufgelöst und in ein Amt verwandelt. Kloster Broda Neubrandenburg 1170/1240–1551 Prämonstratenser Fürst Kasimir I. von Pommern stiftete 1170 das Kloster, es wurde 1240 errichtet und war ein Chorherrenstift des Prämonstratenserordens. 1537 Inventarisierung des Stiftsvermögens, im Zuge der Reformation 1551 säkularisiert und in ein herzogliches Amt umgewandelt, letzte mittelalterlichen Baureste im 18. Jahrhundert beseitigt. 100px Schweriner Domkapitel Schwerin vor 1171–1648 Domkapitel St. Maria, St. Johannis Bau der Bischofskirche ab 1171 mit Bischof Berno, 1248 Kirchweihe. Das Domkapitel war nicht an Klausur gebunden, hatte zwölf hohe Domgeistliche, einen Dompropst mit Dompropstei. 1559 Domherrenhöfe für Geistliche und Kirchendiener. 1552 erster protestantischer Gottesdienst im Dom, 1648 Auflösung des Schweriner Domkapitels. 100px Kloster Doberan Bad Doberan 1171–1552 Zisterzienser Von Bischof Berno von Schwerin und Fürst Pribislaw 1171 in Althof (Alt Doberan) gegründet, durch Heinrich Borwin I. 1186 im heutigen Doberan neuerrichtet, 1552 neben Doberan auch der Doberaner Hof in Rostock säkularisiert, 1637 geplündert und beschädigt, einige Klostergebäude abgetragen und die Backsteine beim Schlossbau in Güstrow verwendet. 100px Kloster Dargun Dargun 1172/1209–1552/56 Zisterzienser 1199 nach Eldena verlegt, 1209 Wiedererstehen mit Doberaner Zisterziensern, von 1552 bis 1556 Säkularisation, danach Umbau zur Renaissanceschlossanlage, 1945 Kirche und Schloss durch Brandstiftung fast völlig vernichtet, nach Ruinensicherung heute Teilnutzung. 100px Kloster Verchen Verchen 1191/1194–um 1534 Benediktinerinnen / Communität Christusbruderschaft Ältestes pommersche Frauenkloster, gestiftet um 1191/94 von Heinrich und Borts Rannus auf dem Klosterberg. Die Nonnen kamen 1269 von Marienwerder nach Verchen . 1270 Beginn mit dem Kirchenbau, 1462 Marienbruderschaft, 1534 Inventarisierung durch Herzog Barnim IX. Seit 2004 Orden Communität Christusbruderschaft Selbitz. 100px Kloster Marienberg Altentreptow vor 1191 Benediktinerinnen Als ältestes Frauenkloster Pommerns von Heinrich und Borts, den Söhnen des Lutizenfürsten Rannus zu Ehren der hl. Jungfrau gegründet. 1191/94 bestätigt Bischof Sigwin von Kammin die Stiftung, 1239 nach Klatzow verlegt. --> Kloster Bergen auf Rügen Bergen auf Rügen 1193 Benediktinerinnen / Zisterzienserinnen Durch Fürst Jaromar I. von Rügen 1193 als Benediktinerinnenkloster gegründet, wurde es 1250 als Zisterzienserinnenkloster weitergeführt . Nach heftigem Widerstand 1569 in ein evangelisches adeliges Damenstift umgewandelt, im Dreißigjährigen Krieg verwüstet und geplündert, danach Hospital und Lazarett, 2005 als kulturelle Begegnungsstätte wiedereröffnet. 100px Kloster Eldena (Vorpommern) Eldena (Greifswald) 1199 Zisterzienser 1204 durch Papst Innozenz III. bestätigt. Bedeutendste Leistung waren die Gründung Greifswalds in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts und unter Mitwirkung von Abt Sabellus 1456 die Errichtung der Greifswalder Universität. 1535 wurde die Abtei aufgehoben und in ein fürstliches Amt verwandelt. Der Abbruch der Klausurgebäude erfolgte zum größten Teil im Dreißigjährigen Krieg. 100px Komturei Kraak Kraak 1217 Johanniter Gegründet in Sülstorf, Kirchenbau mit Sülstorfer Komtur 1275, um 1315 nach Kraak verlegt und dort Sitz des Komturs. 1552 Aufhebung und Säkularisation, 1562 Johannitergebäude als Jagdhaus landesherrlicher Besitz, erhalten sind nur die Kirchen in Sülstorf und Kraak. 100px Kloster Sonnenkamp Neukloster 1219 Benediktinerinnen / Zisterzienserinnen Als Kloster Sonnenkamp durch Fürst Heinrich Borwin I um 1211 in Parkow als Benediktinerinnenkloster gegründet. 1245 wurden die Ordensregeln der Zisterzienserinnen eingeführt. In der Reformationszeit wurde das Kloster 1555 säkularisiert und ging danach in den Besitz Herzogs Ulrich über. 100px Kloster Dobbertin Dobbertin 1220, 1234 Benediktiner / Benediktinerinnen 1220 Mönchskloster (OSB), 1234 Nonnenkloster gleichen Ordens, 1566 langandauernder Widerstand der Nonnen gegenüber der Reformation, trotz aller Versuche der mecklenburgischen Herzöge und Visitatoren 1570 noch katholisch. 1572 Umwandlung in ein evangelisches adliges Damenstift, 1918 Auflösung des Landesklosters, 1947 Landesalters- und Pflegeheim, 1962 Außenstelle der Bezirksnervenklinik Schwerin, 1991 Diakoniewerk Kloster Dobbertin gGmbH, von 1992 bis 2016 denkmal- und behindertengerechte Sanierung der gesamten Klosteranlage. Derzeit innere Restaurierung der Klosterkirche. 100px Kloster Tempzin Tempzin 1222 Antoniter Durch Fürst Heinrich Borwin I. von Mecklenburg gegründet, war mit Hospital die einzige Niederlassung der Antoniter im norddeutschen Raum. 1550 säkularisiert, Klosterkirche 1589 in evangelische Pfarrkirche umgewandelt, Mit Beginn des 20. Jahrhunderts Scheune, jetzt Begegnungsstätte und Pilgerherberge. 100px Stift Güstrow Güstrow 1226–1552 Kollegiatstift Durch Fürst Heinrich Borwin II. 1226 gegründet. Dompropst Gerd Oemke war mit Luther befreundet und setzte sich 1550 auf dem Sternberger Landtag für die Aufhebung des Kollegiatstiftes ein. Im Zuge der Reformation 1552 aufgehoben. 100px Komturei Mirow Mirow 1226 Johanniter Spätestens um 1242 zur Komturei entwickelt, Ordenshaus war eine Ritter- und Priesterkommende, seit 1552 Komturei den mecklenburgischen Prinzen vorbehalten, nach langem Besitzstreit 1648 säkularisiert. Die Komtureigebäude wurden zwischen 1749 und 1760 als Schloss zur fürstlichen Residenz ausgebaut, die 1945 zerstörte Kirche wurde 1951 wieder aufgebaut. 100px Kloster Eldena (Eldena) bei Eldena im Landkreis Ludwigslust-Parchim Zwischen 1229 und 1235 Benediktinerinnen / Zisterzienserinnen Gegründet von Bischof Gottschalk von Ratzeburg und 1291 bestätigt durch Bischof Konrad von Ratzeburg. Urkundliche Ersterwähnung 1307 1555 wurde das Nonnenkloster säkularisiert, der Grundbesitz wurde fürstliche Domäne, 1588 erfolgte die Auflösung des Klosters. 100px Kloster Rehna Rehna 1230 Benediktinerinnen / Prämonstratenserinnen Gründung als Benediktinerinnenkloster von Frater Ernestus, 1237 von Bischof Ludolf von Ratzeburg bestätigt, 1319 Übergang des Konvents zum Prämonstratenserorden, 1552 säkularisiert, 1576 bis 18. Jahrhundert Leibgedinge von Herzogswitwen und Prinzessinnen, danach bis 1819 Amtsgebäude, bis 1914 Forstamt, später Schule, nach 1997 Sanierung und Amtsgebäude. 100px Kloster Rühn Rühn 1232 Benediktinerinnen / Zisterzienserinnen Als Benediktinerinnenkloster durch Bischof Brunward von Schwerin gegründet, nach Visitationen 1549 und 1557 Umwandlung in ein evangelisches adliges Damenstift, dem 1581 eine Mädchenschule angegliedert wurde. Im Dreißigjährigen Krieg zerstört, teilweise wieder aufgebaut, 1756 geschlossen und danach Sitz des herzoglichen Domanialamtes Bützow-Rühn, nach 1945 Waisenhaus, 1950 bis 1990 Jugendwerkhof, ab 2008 Sanierung durch den Klosterverein Rühn. 100px Franziskanerkloster Schwerin Schwerin 1236 Franziskaner 1287 Kirchenbau vollendet, 1552 säkularisiert, danach Burg- und Fürstenschule, bald Teilabriss, später Kanzlei und Kornspeicher, heute Kollegienhaus. Kloster Klatzow Klatzow a. d. Tollense 1239 Benediktinerinnen Ersterwähnung 1239, als Herzog Wartislaw III. den Clatzower Nonnen die Kirche Hohenmocker verlieh. Bereits 1245 verließen die Nonnen Clatzow und zogen auf den Marienwerder in der Peene bei Verchen. Die Nonnen gingen 1269 nach Verchen. Komturei Krankow Klein Krankow um 1240 Deutscher Orden Gründungsjahr unbekannt, zwischen 1268 und 1355 zeitweilig Sitz eines Komturs in Mecklenburg, 1330 Niederlassung mit Ordenshof und Kapelle in Wismar bis 1356, Komturei Krankow 1356 an den Ritter Markwart von Stove verkauft. Katharinenkloster Rostock Rostock 1243 Franziskaner Seit 1234 Franziskaner in Rostock nachweisbar, 1269 wurde die Kirche und 1285 das Kloster genannt. 1531 Schließung der Kirche, 1534 aufgehoben, danach Armenhaus, Waisenhaus, beim Stadtbrand 1677 Klosterkirche bis auf den Chor abgebrannt, später Lazarett, Zuchthaus, Industrieschule, „Irrenanstalt“, im 20. Jahrhundert Altenheim, nach umfangreicher Sanierung von 1998 bis 2001 Hochschule für Musik und Theater. 100px Franziskanerkloster Parchim Parchim 1246 Franziskaner Ersterwähnung 1246 zwischen Parchimer Alt- und Neustadt, 1347 Streit zwischen Parchimer Geistlichen und den Franziskanern, der bis nach Rom ging. 1540 Schließung der Kirche, nach Einführung der Reformation verödete das Kloster, 1552 säkularisiert, danach Schule, 1560 Abriss einiger Gebäude, die Steine wurden zum Bau der Festung Dömitz verwandt. Franziskanerkloster Neubrandenburg Neubrandenburg 1248–1540/52 Franziskaner 1287 urkundliche Erwähnung, 1535 Schließung der Kirche. Zwischen 1540 und 1552 wurde das Kloster aufgelöst. 1567 an die Stadt zur Einrichtung als Hospital für arme Adlige und Notleidende, danach städtisches Altenheim, heute Regionalmuseum.