Feyenoord (Schreibweise bis 1971: Feijenoord), im deutschsprachigen Raum allgemein bekannt als Feyenoord Rotterdam, ist ein Fußballverein aus der niederländischen Stadt Rotterdam. Feyenoord ist neben Ajax Amsterdam und der PSV Eindhoven einer der drei großen Vereine des niederländischen Fußballs. Seit 1921 spielt er in der jeweils höchsten niederländischen Spielklasse, seit ihrer Gründung 1956 in der Eredivisie. 16-mal wurde der Verein Landesmeister und 14-mal Pokalsieger. 1970 gewann Feyenoord als erste niederländische Mannschaft den Europapokal der Landesmeister und den Weltpokal für Vereinsmannschaften, zweimal gewann der Klub den UEFA-Pokal.
Geschichte 1908 bis 1939 rechts|Wilhelmina/HFC and RVV Celeritas kits Feyenoord wurde am 19. Juli 1908 von Jugendlichen in dem Lokal De Vereeniging (von Jac. Keizer) im Stadtteil Feijenoord, einer ehemaligen Insel im Rheinarm Nieuwe Waterweg südlich des Strombetts, gegründet. Der ursprüngliche Vereinsname war allerdings nicht Feyenoord, sondern Wilhelmina. Die damaligen Vereinsfarben waren blau und rot – rotes Shirt mit abgesetzten blauen Ärmeln. Bereits 1909 wurde der Name in Hillesluise Football Club geändert. Zur gleichen Zeit trat man dem Rotterdamse Voetbalbond (Fußballverband Rotterdam) bei. Als es zum Ligastart kommen sollte, stellte der Verein fest, dass es bereits einen Klub mit der Abkürzung HFC gab (Koninklijke HFC). Um Verwechslungen zu vermeiden, wurde der Name ein weiteres Mal geändert, die Mannschaft wollte nun als RVV Celeritas auflaufen. Neben dem Namen wurde auch das Aussehen verändert. Das neue Jersey war gelb-schwarz längsgestreift. 1912 schloss sich der Verein dem niederländischen Fußballverband an. Von da an hieß das Team SC Feijenoord (auch Feyenoord geschrieben), nach dem Stadtteil, in dem die Gründung stattfand. Auch die Vereinsfarben wurden in die noch heute gültigen geändert.
1917 kam der erste Erfolg. Die Mannschaft stieg in die erste Liga auf. Mit dem Aufstieg kam der Umzug in das Kromme Zandweg Stadion. Sechzehn Jahre nach der Gründung konnte mit dem Gewinn der niederländischen Meisterschaft 1924 der erste groß-nationale Titel gewonnen werden. Die Mannschaft war auf einer Erfolgswelle. 1926, 1927, 1928 und 1929 wurden regionale Titel gesammelt. 1928 die zweite Meisterschaft gefeiert. Zwei Jahre danach, 1930, konnte zum ersten Mal der niederländische Pokal gewonnen werden. Im Finale setzte sich das Team gegen Stadtrivalen Excelsior Rotterdam durch. Fünf Jahre später erfolgte der erneute Triumph, als man im Endspiel gegen Helmond Sport gewinnen konnte. Feijenoord wurde immer populärer und zog mehr und mehr Fans an. Aus diesem Grund entschieden sich die Verantwortlichen zu dem Bau eines neuen Stadions. Der Verein konnte Geschäftsmann Daniël George van Beuningen ins Boot holen und bereits 1933 begann man mit der Entwicklung der neuen Konstruktion. 1935 begannen die Bauarbeiten. Durchgeführt wurden diese durch Architekt Leendert van der Vlugt. Das erste Spiel im neuen De Kuip war dann zwei Jahre später, am 27. März 1937. Von den Fans wird das Feyenoord-Stadion nur „De Kuip“ (sprich: de köip, „UI“ wie französisch: feuille), was auf Deutsch so viel wie „die Wanne“ bedeutet. Leen Vente war beim 5:2-Sieg gegen den belgischen Klub Germinal Beerschot Antwerpen dann der erste Schütze, der die Netze der neuen Wettkampfstätte einweihen durfte. Nur ein paar Monate später wurde das erste internationale Spiel in diesem Stadion zwischen den Nationalmannschaften der Niederlande und Belgiens ausgetragen.
1936 nochmal im alten und 1938 im neuen Stadion konnten die Rotterdamer die Meisterschaften drei und vier feiern.
1940 bis 1969 1940 wurde der fünfte niederländische Meistertitel gewonnen. Auch während der deutschen Besetzung der Niederlande im Zweiten Weltkrieg führte die niederländische Fußballliga den Spielbetrieb weiter. Als die deutschen Truppen De Kuip besetzten, wich Feijenoord auf das Kasteel Stadion, den Platz des Stadtrivalen Sparta Rotterdam, aus. Bei Heimspielen gegen Sparta spielte die Mannschaft im alten Stadion Kromme Zandweg. Erst zum Höhepunkt des Krieges wurde die Liga 1945 eingestellt. In dieser Zeit wurde nur 1943 der regionale Titel gewonnen. Auch nach dem Krieg lief es nicht mehr so gut und Feijenoord konnte sich oft nur mit Mühe für die nationale Meisterschaftsrunde qualifizieren.
Am 30. Juni 1954 beriefen die Präsidenten der drei großen Rotterdamer Klubs ein Treffen zwischen anderen Fußballpräsidenten und des KNVB in Utrecht ein. Ziel dieses Treffens war die Schaffung einer professionellen Fußballliga. Bereits 1954/55 wurde die erste Eredivisie-Saison ausgespielt. Feijenoord war eines der Gründerteams und blieb der Liga seither ununterbrochen treu. Schon damals entwickelten sich geschichtsträchtige Spiele und Rivalitäten zwischen Feijenoord und anderen Vereinen. Am 2. April 1956 wurde ein Spiel gegen die Volewijckers aus Amsterdam mit 11:4 gewonnen. Neunfacher Torschütze war Henk Schouten. Zu Ajax Amsterdam entwickelte sich ein Konkurrenzkampf. Schon früh wurden die Spiele zwischen den beiden Mannschaften als “de klassieker” (dt.: Der Klassiker) bezeichnet. Ein erster dieser Klassiker war am 11. November 1956, als Daan den Bleijker fünf Tore beim 7:3-Sieg gegen den Rivalen aus der Hauptstadt schoss.
Sechs Jahre nach Gründung der Profiliga gewann Feijenoord diese 1961 auch zum ersten Mal. Auf dem Weg zu diesem Triumph wurde Ajax in De Kuip mit 9:5 geschlagen, wobei Henk Schouten vier der neun Treffer erzielte. Im Folgejahr nahm der Verein das erste Mal am internationalen Wettbewerb des Europapokals der Landesmeister teil. Erster Gegner war der schwedische Vertreter IFK Göteborg. Mit 3:0 in Schweden und 8:2 im heimischen Stadion konnte man sich durchsetzen, doch bereits in der folgenden Runde musste die Mannschaft sich Tottenham Hotspur geschlagen geben und schied somit aus. 1962 wurde der nationale Titel verteidigt und das Finale des Intertoto-Cups erreicht. Dort traf man auf den großen Rivalen Ajax Amsterdam und musste sich den Hauptstädtern mit 2:4 beugen.
Am 12. Dezember 1962 spielte Feijenoord in der zweiten Runde des Europapokal der Landesmeister 1962/63 gegen Vasas Budapest. Nach Hin- und Rückspiel wurde 1:0 durch die jeweilige Heimmannschaft gewonnen. Es musste ein Entscheidungsspiel auf neutralem Boden erfolgen. Als Austragungsort diente Antwerpen in Belgien. 30.000 Fans folgten ihrer Mannschaft in den benachbarten Staat. Wieder endete das Spiel durch einen Treffer von Rinus Bennaars 1:0 und somit für einen besseren Ausgang aus Sicht der Niederländer. Bennaars wurde daraufhin als „Der Held von Deurne“, dem Austragungsort der Partie, benannt. Zwischen Royal Antwerpen, die den Platz stellten, und Feijenoord entwickelte sich darauf eine enge Fanfreundschaft.
1963 machten sich tausend Fans auf den Weg nach Portugal, wo man am 8. Mai im Halbfinale des Europapokals Benfica Lissabon gegenübertrat. Das Hinspiel einen Monat zuvor war 0:0 ausgegangen. Zwar verlor die Feijenoord 1:3, doch war diese Niederlage der Beginn einer der erfolgreichsten Perioden in der Vereinsgeschichte. 1965 wurde zum ersten Mal das niederländische Double gewonnen. Dieser Erfolg wiederholte sich 1969. Der Meistertitel von 1965 bescherte einen Platz im Europapokal der Landesmeister 1965/66. Am 8. September 1965 traf der Klub das erste Mal auf den Seriensieger Real Madrid. Während des Spiels musste Hans Kraay nach 31. Minuten vom Platz genommen werden. Ein Wechsel erfolgte nicht. Kraay kehrte zum zweiten Spielabschnitt zurück und erzielte einen Treffer. Das Spiel endete mit einem 2:1-Sieg. Zwei Wochen später, zum Rückspiel um den Einzug in die nächste Runde, verlor Feijenoord gegen den Favoriten mit 0:5. Real holte später dann den Titel.
1970 bis 1989 Als niederländischer Meister von 1969 nahm Feijenoord am Europapokal der Landesmeister der Saison 1969/70 teil. Nachdem man in der ersten Runde KR Reykjavík mit 12:2 und 4:0 demontierte, traf die Mannschaft auf den AC Mailand. Das erste Spiel in Italien wurde 0:1 verloren, allerdings konnte man sich mit einem 2:0 im Rückspiel für die kommende Runde qualifizieren. Dort musste der Klub dem DDR-Vertreter FC Vorwärts Berlin gegenübertreten. Wie schon gegen Mailand wurde das Hinspiel mit 0:1 verloren und das Rückspiel konnte 2:0 gewonnen werden. Im Halbfinale wartete Legia Warschau. Rotterdam erreichte zum ersten Mal das Finale des Europapokals der Landesmeister. Im Giuseppe-Meazza-Stadion in Mailand hieß der Gegner am 6. Mai 1970 Celtic Glasgow. Tommy Gemmell für Celtic und Rinus Israël für Feijenoord erzielten die Tore zum 1:1 nach 90 Minuten. In der Verlängerung erzielte Ove Kindvall drei Minuten vor Schluss den 2:1-Siegtreffer.
Ohne den niederländischen Titel verteidigt zu haben, aber als Titelverteidiger startete die Mannschaft in die Europapokal-Saison 1970/71. Überraschenderweise schied Feijenoord in der ersten Runde gegen das rumänische Team UTA Arad aus. Trotzdem wurde ein weiterer Erfolg gefeiert. Als europäischer Gewinner des Europapokals der Landesmeister durfte Feijenoord gegen Estudiantes de La Plata (Argentinien) das Spiel um den Weltpokal bestreiten. Nach einem 2:2 im La Bombonera konnten die Argentinier in De Kuip durch einen Treffer von Joop van Daele mit 1:0 bezwungen werden. Oscar Malbernat, Spieler von Estudiantes de La Plata, war darüber so verärgert, dass er van Daele die Brille herunterriss und zertrampelte.
1971 holte Feijenoord den zehnten Meistertitel.
Im gleichen Jahr wurde der Verein von Feijenoord in Feyenoord umbenannt. Grund dafür war, dass viele ausländische Fußballanhänger Probleme mit dem „ij“ und dessen Aussprache hatten. Unter neuem Namen startete man in die UEFA-Cup-Saison 1973/74. Mit einigen Problemen erreichte der Klub das Halbfinale, wo der deutsche Vertreter VfB Stuttgart wartete. Nachdem das Hinspiel 2:1 gewonnen wurde, zitterte das Team sich mit einem 2:2 ins Finale um den UEFA-Pokal. Im ersten Finalspiel auswärts gegen Tottenham Hotspur stand es lange 1:2 aus Sicht der Rot-Weißen. Erst in der 85. Minute konnte Theo de Jong zum 2:2 ausgleichen. Das Spiel in Rotterdam gewannen die Niederländer mit 2:0 durch Tore von Wim Rijsbergen und Peter Ressel und waren damit das erste niederländische Team, das den UEFA-Pokal gewinnen konnte.
1974 konnte man nochmals die niederländische Meisterschaft gewinnen, doch in den kommenden Jahren blieben große Erfolge aus. 1978 trennte sich die Profi-Fußball-Abteilung von der Amateur-Abteilung. Feyenoord Rotterdam blieb als Hauptverein bestehen und die Amateure organisierten sich im neuen Verein Sportclub Feyenoord.
1980 bezwang Feyenoord im Finale um den niederländischen Pokal Ajax Amsterdam mit 3:1.
1984 trumpfte die Mannschaft wieder groß auf, als man das dritte Double perfekt machte. Schlüsselspieler wie Johan Cruyff, Ruud Gullit und Peter Houtman trugen damals das Trikot der Rot-Weißen. Cruijff kam im Sommer 1983 nach Rotterdam, nachdem er sich von seinem vorherigen Klub Ajax im Ärger getrennt hatte. Er blieb nur ein Jahr bei Feyenoord, ehe er seine Karriere beendete. Ebenfalls in dieser Spielzeit verlor die Mannschaft in Amsterdam mit 2:8 und erlitt damit die zweithöchste Niederlage in der Klubgeschichte. Im Pokalfinale schlug man Fortuna Sittard.
1990 bis 1999