Der VfB 03 Bielefeld, der Verein für Bewegungsspiele von 1903 e. V. Bielefeld, war ein Sportverein aus Bielefeld. Er wurde am 3. März 1903 gegründet und hatte die Vereinsfarben Rot und Weiß. Am 1. Juli 1999 fusionierte der VfB 03 mit der SpVgg Fichte Bielefeld zum VfB Fichte Bielefeld. Der Verein bot zuletzt die Sportarten Fußball, Tischtennis und Damengymnastik an. Früher gab es noch Abteilungen für Handball, Leicht- und Schwerathletik.
Bekannt wurde der VfB 03 durch seine Fußballabteilung. Die Mannschaft wurde 1931 Westdeutscher Vizemeister und erreichte damit die Endrunde um die deutsche Meisterschaft. Zwischen 1939 und 1942 spielte der VfB 03 in der damals erstklassigen Gauliga Westfalen. Nach dem Zweiten Weltkrieg folgten noch drei Jahre in der seinerzeit zweitklassigen II. Division West. Die Spieler des VfB 03 waren als die „Roten“ oder die „Hüpker“ bekannt. Das Wort „Hüpker“ kommt aus den plattdeutschen und bezeichnet junge Fußballspieler („junge Hüpfer“), die durch eine Gasse liefen und hüpften, um den Sportplatz zu erreichen.
Regionale Erfolge erzielten die Handballerinnen, die in den 1960er Jahren zweimal westdeutscher Vizemeister wurden.
Geschichte Frühe Jahre und Westdeutsche Meisterschaft (1903 bis 1933) Am 3. März 1903 wurde der Fechtverein Bielefelder SK Cheruskia gegründet, der 1907 seinen Namen in VfB 03 Bielefeld änderte.Hardy Grüne, Christian Karn: Das große Buch der deutschen Fußballvereine. AGON Sportverlag, Kassel 2009, ISBN 978-3-89784-362-2, S. 71.Hendrik Köplin: Schattenspieler: VfB Fichte Bielefeld. In: Zeitspiel, Nr. 18, Seite 20–23 Gleichzeitig nahm der Verein erstmals am Ligenspielbetrieb teil und wurde in der Abteilung B des siebten Bezirkes Letzter. 1912 wurde die Mannschaft in der mittlerweile A-Klasse Westfalen, Gruppe Ost genannten Liga Zweiter hinter Preußen Münster. Bis zum ersten Erfolg sollten noch drei weitere Jahre vergehen. Durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieges kam der reguläre Spielbetrieb zum Erliegen und es wurde nur noch auf Bezirksebene gespielt. In der Bezirksliga Ravensberg-Lippe wurden der VfB 03 und der 1. BFC Arminia punktgleich Erster. Das Entscheidungsspiel konnten die „Hüpker“ mit 1:0 für sich entscheiden. Außerdem gewann der VfB durch einen 2:1-Sieg über die Arminia den Bezirkspokal. Nach Kriegsende spielte der VfB mit unterschiedlichem Erfolg in der Ostgruppe der höchsten westfälischen Spielklasse, die zu dieser Zeit von der Arminia dominiert wurde. Im Jahre 1921 erwarb der Verein eine Brachfläche an der Heeper Straße, auf der die VfB-Kampfbahn entstand.
Erst 1928 wurden die „Hüpker“ Gruppensieger, verloren aber das Finale um die Westfalenmeisterschaft gegen Borussia Rheine. Nun begann die erfolgreichste Zeit des Vereins. 1930 wurde der VfB Westfalenmeister und verpasste die Qualifikation zur Endrunde der Westdeutschen Meisterschaft nur knapp. Ein Jahr später war die Mannschaft erfolgreicher. In der Endrunde schlugen die „Roten“ Alemannia Aachen und trennten sich von Fortuna Düsseldorf und dem Meidericher SV unentschieden, wodurch der VfB Vizemeister wurde. In der Endrunde um die deutsche Meisterschaft waren die „Hüpker“ jedoch chancenlos. Nachdem zahlreiche Spieler vom FC Schalke 04 wegen illegaler Zuwendungen gesperrt worden waren verzichtete der VfB auf seine bezahlten Starspieler. Folglich kam schon im Achtelfinale das Aus gegen den späteren Meister Hertha BSC um Hanne Sobek. Die Hauptstädter gewann die im Stadion Rote Erde in Dortmund ausgetragene Partie mit 5:2.
Achtelfinale um die deutsche Meisterschaft 1931 gegen Hertha BSC Saisonbilanzen 1919–1933 Saison Liga Level Platz Tore Punkte Saison Liga Level Platz Tore Punkte 1919/20 Kreisliga Westfalen I 7. 19:35 9:15 1926/27 1. Bezirksklasse Westfalen, Gr. Ost I 4. 43:30 13:15 1920/21 Kreisliga Westfalen, Gr. Ost I 3. 44:29 22:12 1927/28 1. Bezirksklasse Westfalen, Gr. Ost I 1. 49:19 24:4 1921/22 Gauliga Westfalen I 9. 16:31 10:26 1928/29 1. Bezirksklasse Westfalen, Gr. Ost I 4. 50:25 17:11 1922/23 Gauliga Westfalen, Gr. Ost I 3. 17:8 9:5 1929/30 Bezirksliga Westfalen I 1. 34:13 24:4 1923/24 Gauliga Westfalen I 4. 67:21 31:7 1930/31 Bezirksliga Westfalen, Gruppe Ost I 1. 62:22 30:6 1924/25 Gauliga Westfalen I 4. 30:18 19:9 1931/32 Bezirksliga Westfalen, Gruppe Ost I 3. 51:34 24:16 1925/26 1. Bezirksklasse Westfalen I 5. 62:47 33:23 1932/33 Bezirksliga Westfalen, Gruppe Ost I 2. 48:26 26:10
Drittes Reich und Kriegsspielgemeinschaft (1933 bis 1945) 1933 verpasste der VfB die Qualifikation für die neu eingeführte Gauliga Westfalen und spielte fortan in der zweitklassigen Bezirksklasse. Auf Anhieb wurden die „Hüpker“ Meister, scheiterten aber in der folgenden Aufstiegsrunde. Union Recklinghausen hatte einen besseren Torquotienten. Auch 1935 und 1936 scheiterte der VfB 03 in der Aufstiegsrunde am TuS Bochum 08 und dem Erler SV 08 bzw. dem SV Rotthausen und Borussia Dortmund, ehe die „Roten“ in den folgenden zwei Jahren der Arminia den Vortritt lassen musste. Erst 1939 wurde die Mannschaft wieder Meister der Bezirksklasse und schaffte in der Aufstiegsrunde den Sprung in die Gauliga. Gleichzeitig qualifizierte sich die Mannschaft für den Tschammerpokal, dem Vorläufer des heutigen DFB-Pokals. In der ersten Runde unterlagen die „Hüpker“ jedoch dem VfL Osnabrück mit 1:3.
In der ersten Gauligasaison sorgte der VfB für Furore. Am 18. Februar 1940 siegte die Mannschaft sensationell durch drei Tore des Spielers Kaiser mit 3:1 gegen Schalke 04; eine von nur sechs Gauliganiederlagen der Gelsenkirchener zwischen 1933 und 1944. Nach Platz fünf in der Saison 1939/40 wurden die „Roten“ ein Jahr später sogar Dritter. Beide Spiele gegen Borussia Dortmund wurden im Saisonverlauf gewonnen. Danach ging es sportlich bergab. Der VfB wurde in der Saison 1941/42 Letzter und stieg wieder in die Zweitklassigkeit ab. Am 25. Juli 1943 ging der VfB 03 mit dem DSC Arminia eine Kriegsspielgemeinschaft (KSG) ein. Der so genannte „Bielefelder Fußballrest“ war jedoch chancenlos und beendete die Gauligasaison 1943/44 auf dem letzten Platz. Nach der Saison wurde die Gauliga aufgelöst und durch drei Kriegs-Gauklassen ersetzt. In dieser trug die KSG jedoch nur ein Spiel gegen Union Herford aus, welches 1:1 endete.
Abseits des Fußballplatzes arrangierte sich der Verein mit dem Nationalsozialismus. Der spätere Vereinspräsident und Sponsor Walter Goldmann wurde wegen seiner jüdischen Herkunft aus dem Verein ausgeschlossen. Seine Eltern ermöglichten ihm die Flucht aus Deutschland, ehe er 1953 nach Bielefeld zurückkehrte. Im Jahre 1935 wurden an der VfB-Kampfbahn Schilder aufgehängt, nachdem Juden im Stadion „unerwünscht“ seien. Die häufig getroffene Aussage, dass der Lokalrivale Arminia Bielefeld bei der Unterstützung des Nazi-Regimes in der Stadt alleine stand, erwies sich somit als falsch.
Saisonbilanzen 1933–1945 Saison Liga Level Platz Tore Punkte Saison Liga Level Platz Tore Punkte 1933/34 Bezirksklasse Westfalen, Gruppe 5 II 1. 62:34 39:5 1939/40 Gauliga Westfalen I 5. 45:47 19:17 1934/35 Bezirksklasse Westfalen, Gruppe 5 II 1. 101:15 38:2 1940/41 Gauliga Westfalen I 3. 53:33 29:15 1935/36 Bezirksklasse Westfalen, Gruppe 5 II 1. 56:24 33:11 1941/42 Gauliga Westfalen I 10. 20:60 6:30 1936/37 Bezirksklasse Westfalen, Gruppe 5 II 2. 67:25 37:7 1943/44 Gauliga Westfalen I 10. 23:50 10:26 1937/38 Bezirksklasse Westfalen, Gruppe 5 II 3. 61:44 29:15 1944/45 Gauliga Westfalen I abgebrochen 2:2 1:1 1938/39 Bezirksklasse Westfalen, Gruppe 5 II 1. 72:19 32:4
Nachkriegszeit (1945 bis 1963) Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges diskutierten die Verantwortlichen des VfB 03 und der Arminia über eine Fusion, die jedoch nicht zustande kam. Die 18 Vereine, die zwischen 1939 und 1944 in der Gauliga Westfalen spielten, bildeten als Provisorium die zweigleisige Landesliga. Während die Arminia absteigen musste, wurde der VfB 03 Sechster. Ein Jahr später verpassten die „Hüpker“ jedoch als Fünfter die Qualifikation zur Oberliga West. 1949 schafften die „Roten“ die Qualifikation für die neu geschaffene II. Division West nicht und rutschten erstmals in die Drittklassigkeit ab. 1950 stiegen die „Hüpker“ als westfälischer Vizemeister in die II. Division auf. Zwar unterlagen die Bielefelder in den Endspielen um die Westfalenmeisterschaft dem TSV Detmold mit 1:1 und 0:4, konnten aber durch freiwillige Rückzüge verschiedener Zweitligisten aufrücken. Bereits nach zwei Jahren musste die Mannschaft wieder abstiegen. 1953 später wurde der VfB Westfalenmeister. Am letzten Spieltag setzten sich die „Hüpker“ mit 3:2 beim Hombrucher FV 09 durch und verwiesen den TSV Hüls auf den zweiten Platz. Als Westfalenmeister verzichtete der Verein auf die Aufstiegsmöglichkeit und nahm an der deutschen Amateurmeisterschaft teil.
In der Vorrunde blieben die „Roten“ gegen Hertha Zehlendorf, TuRa Bremen und den TuS Güldenstern Stade ohne Punktverlust. Höhepunkt war das Spiel gegen Zehlendorf vor 35.000 Zuschauern im Berliner Olympiastadion. Im Halbfinale schied die Mannschaft jedoch nach einer 2:4-Niederlage gegen den Homberger SV aus. 1955 wurden die „Hüpker“ westfälischer Vizemeister hinter Eintracht Gelsenkirchen. Am letzten Spieltag der Runde trafen beide Mannschaften in der Gelsenkirchener Glückauf-Kampfbahn aufeinander. Das torlose Remis sicherte der Eintracht die Meisterschaft. Da sowohl der Mittelrheinmeister SV Bergisch Gladbach 09 als auch der Vizemeister Stolberger SV auf den Aufstieg in die II. Division verzichteten wurde ein Entscheidungsspiel gegen den niederrheinischen Vizemeister Homberger SpV angesetzt. Die „Roten“ gewannen das in Dortmund ausgetragene Spiel mit 2:1 und schaffte den Aufstieg in die II. Division West. Nach nur einer Saison folgte der sofortige Wiederabstieg. Die Saison 1955/56 war die letzte, in der der VfB 03 eine Liga höher als die Arminia spielte.
Als neue höchste westfälische Spielklasse wurde 1956 die zweigleisige Verbandsliga eingerichtet, wo der VfB 03 Bielefeld 1960 mit zwei Punkten Rückstand auf Meister BV Selm Dritter wurde. Zwischenzeitlich verhandelten die „Hüpker“ 1959 mit der Arminia über eine Fusion. Diese platzte, nachdem VfB-Präsident Walter Goldmann forderte, dass die Arminia „erst ihre Finanzen in Ordnung bringen müsse“. 1962 stieg die Arminia in die II. Division West auf, womit sich die Wege beider Vereine bis heute trennten. Ein Jahr später wurde der VfB Meister der Nordostgruppe und traf im Finale um die Westfalenmeisterschaft auf den Lüner SV, unterlag jedoch im Hammer Jahnstadion mit 1:3. Dadurch verpasste die Mannschaft die Chance, sich für die neu eingeführte Regionalliga West zu qualifizieren.
Saisonbilanzen 1945–1963 Saison Liga Level Platz Tore Punkte Saison Liga Level Platz Tore Punkte 1945/46 Landesliga Westfalen, Gruppe 2 I 6. 29:38 15:17 1954/55 Landesliga Westfalen, Gruppe 1 III 1. 70:23 47:13 1946/47 Landesliga Westfalen, Gruppe 2 I 5. 28:46 16:20 1955/56 II. Division West II 16. 29:52 17:43 1947/48 Landesliga Westfalen, Gruppe 2 II 3. 53:36 29:19 1956/57 Verbandsliga Westfalen, Gruppe 1 III 9. 49:42 28:32 1948/49 Landesliga Westfalen, Gruppe 3 II 5. 47:31 30:22 1957/58 Verbandsliga Westfalen, Gruppe 1 III 9. 44:47 29:31 1949/50 Landesliga Westfalen, Gruppe 1 III 1. 65:36 40:20 1958/59 Verbandsliga Westfalen, Gruppe 1 III 6. 50:49 31:29 1950/51 II. Division West, Gruppe 1 II 11. 48:58 26:34 1959/60 Verbandsliga Westfalen, Gruppe 1 III 3. 51:30 39:21 1951/52 II. Division West, Gruppe 1 II 14. 58:76 26:38 1960/61 Verbandsliga Westfalen, Gruppe 1 III 6. 32:26 28:28 1952/53 Landesliga Westfalen, Gruppe 1 III 1. 75:35 39:13 1961/62 Verbandsliga Westfalen, Gruppe 1 III 8. 39:39 26:30 1953/54 Landesliga Westfalen, Gruppe 1 III 3. 62:25 37:15 1962/63 Verbandsliga Westfalen, Gruppe 1 III 1. 46:21 39:17
Verbandsligajahre (1963 bis 1973)