mini|hochkant=1.4|Elisabeth-Triptychon, c. 1480–90, Staatliche Kunsthalle Karlsruhe
Als Meister der Coburger Rundblätter (Lee Hendrix: Ruminations on books in a drawing by the Master of the Coburg Roundels. In: Hildegard Bauereisen, Martin Sonnabend (Hrsg.): Correspondances. Festschrift für Margret Stuffmann zum 24. November 1996. H. Schmidt Mainz 1996, ISBN 3-87439-412-3, S. 43–50.) oder auch Meister der Gewandstudienz. B. Fedja Anzelewsky: Peter Hemmel und der Meister der Gewandstudien. In: Zeitschrift des Deutschen Vereins für Kunstwissenschaft. Band 18, 1964, , S. 43–53. wird ein altdeutscher Zeichner und Maler bezeichnet, der von ca. 1485 bis ca. 1500 am Oberrhein und schließlich in Straßburg tätig war.
Namensgebung Der namentlich nicht bekannte Künstler erhielt seinen Notnamen nach zwei rundformatigen Federzeichnungen, die in der Kunstsammlung der Veste Coburg aufbewahrt werden.Walter Hugelshofer: Der deutsche Zeichner der Rundblätter von 1515. In: Jahrbuch der Berliner Museen. Band 7, Heft 2, 1965, , S. 189–207. Neben den Scheibenrissen in Coburg sind weltweit insgesamt mehr als 100 Werke des Meisters in den Kupferstichkabinetten anderer führender Museen wie Berlin, Los Angeles, Madrid oder Paris zu finden. Des Weiteren werden dem Meister der Coburger Rundblätter Gemälde und in Straßburg Entwürfe zu Glasfenstern zugeschrieben.Michael Roth: Die Zeichnungen des sog. „Meisters der Gewandstudien“ und ihre Beziehung zur Straßburger Glas- und Tafelmalerei des späten 15. Jahrhunderts. In: Rüdiger Becksmann (Hrsg.): Deutsche Glasmalerei des Mittelalters. Band 2: Bildprogramme, Auftraggeber, Werkstätten (= Jahresgabe des Deutschen Vereines für Kunstwissenschaft. 1991). Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1992, ISBN 3-87157-150-4, S. 153–172.
Kunsthistorische Bedeutung Auch wenn es sich bei den Werken des Meisters der Coburger Rundblätter oft um Kopien oder Nachzeichnungen von Werken anderer KünstlerFelix Thürlemann: Rogier van der Weyden. Leben und Werk (= Beck’sche Reihe 2502). C. H. Beck, München 2006, ISBN 3-406-53592-5, S. 27. handelt, ist sein Schaffen eine wichtige Quelle für das Verständnis der Zeichen- und Malkunst kurz vor der Dürer-Zeit.Michael Roth: Adaption durch Kopie. Überlegungen zur Funktion von Nachzeichnungen im Werk des Meisters der Gewandstudien. In: Anzeiger des Germanischen Nationalmuseums. 2009, , S. 97–109.Bildung und Kommunikation Städel (Hrsg.): 20. November 2003 bis 8. Februar 2004 Wendepunkte deutscher Zeichenkunst Spätgotik und Renaissance im Städel, Lehrermappe. Frankfurt am Main 2003. Dabei wird auch sichtbar, wie man sich gattungsübergreifend die räumliche Wanderung von Motiven und Kompositionen in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts vorstellen kann.
Werke (Auswahl) Dem Meister der Coburger Rundblätter werden über 100 Zeichnungen, zahlreiche Gemälde und andere Werke zugeschrieben, darunter: Federzeichnungen Kupferstichkabinett Berlin: 22 Blätter (davon 10 doppelseitig)Dies sind die Inv. Nrn. 777, 1005r/v, 1030, 1045v, 1051, 1203r/v, 1204, 1973r/v, 1978, 2628r/v, 2629r/v, 4051, 4296r/v, 4332, 4465, 4617r/v, 4618r/v, 11657r/v, 12298, 14699, 17680, 17681r/v; eine revidierte Zuschreibung hat das Blatt 1057r/v. Die Suche im Online-Katalog der SMB ergibt für "Meister der Gewandstudien" und "Meister der Coburger Rundblätter" etwas unterschiedliche Ergebnisse.
Kunstsammlung der Veste Coburg:
Maria im Rosenhag Christus am Ölberg
Städel Museum FrankfurtSuchergebnis mit drei Zuschreibungen im Online-Katalog des Städel. S. a. unter Gemälden.
Staatliche Kunsthalle Karlsruhe Sieben Kopf- bzw. Halbfigurstudien, 1465/75 (1955-4) Altarskizze(?) mit der Kreuzigung Christi, zwei Heiligen und Pilgerkommunion (VIII 1993)
Grafikkabinett Straßburg: fünf FederzeichnungenDies sind die Inv. NM : 77.994.0.1; CE 5231; CE LVII.80; CE XLIX.85; CE XLIX.130 . Siehe Online-Katalog https://musees-strasbourg.skin-web.org/ (Stand Februar 2026).
Gemälde Staatliche Kunsthalle Karlsruhe Elisabeth-Triptychon, 1480/90, Tempera auf Lindenholz, Rahmen, geschlossen: 47 × 40 cm (2888)Dietmar Lüdke: Das Karlsruher Elisabeth-Triptychon. Ein unbekanntes Werk des Meisters der Coburger Rundblätter. In: Frank Matthias Kammel, Carola Bettina Gries (Hrsg.): Begegnungen mit alten Meistern. Altdeutsche Tafelmalerei auf dem Prüfstand. Germanisches Nationalmuseum (= Wissenschaftliche Beibände zum Anzeiger des Germanischen Nationalmuseums. Band 17). Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg 2000, ISBN 3-926982-67-5, S. 109–121. Einsiedler erblickt die im Gebet in die Lüfte erhobene Heilige Maria Magdalena, 1480/90, Mischtechnik auf Nadelholz, 160 × 35,5 cm (53) Christus am Ölberg, 1490/95, Öl auf Nadelholz, 58 × 60,5 cm (2184) Kreuztragung Christi, 1490/95, Öl auf Nadelholz, 58,5 × 60,5 cm (2185) Landesmuseum Mainz Ecce Homo Privatbesitz
Gnadenstuhl mit Maria und Johannes, den Heiligen Laurentius und Stephanus und Stifter, 1479, Öl auf Fichte, 79,8 × 139,7 cmSusie Nash: Late Medieval Panel Paintings. Material, Methods, Meanings. London 2011, Nr. 4, S. 52–75.
Glasfenster Da einige Zeichnungen Glasfenster des Münsters von Straßburg von 1460 sind, wird vorgeschlagen, dass der Meister der Coburger Rundblätter die Entwürfe zu diesen Fenstern lieferteHans Wentzel: Meisterwerke der Glasmalerei. Deutscher Verein für Kunstwissenschaft, Berlin 1951. oder, weniger wahrscheinlich, dort in einer der Glaswerkstätten tätig war.
Literatur (chronologisch) Michael Roth: Die Zeichnungen des „Meisters der Coburger Rundblätter“. Berlin 1988 (Berlin, Freie Universität, Dissertation, 1988).
Weblinks
Landesmuseum Mainz: Ecce Homo (Tafelbild)
Einzelnachweise
Coburger Rundblatter, Meister Der Coburger Rundblatter, Meister Der Kategorie:Bildender Künstler (Straßburg) Kategorie:Geboren im 15. Jahrhundert Kategorie:Gestorben im 15. oder 16. Jahrhundert Kategorie:Mann