Die 36. Internationale Friedensfahrt (Course de la Paix) war ein Straßenradrennen, das vom 8. bis 22. Mai 1983 ausgetragen wurde.

Die 36. Auflage dieses Radrennens bestand aus 12 Einzeletappen und führte auf einer Gesamtlänge von 1.899 km von Warschau über Berlin nach Prag. 94 Fahrer aus 16 Ländern starteten in Warschau, 82 von ihnen erreichten das Ziel in Prag. Falk Boden aus der DDR gewann das Gelbe Trikot des Gesamteinzelsiegers. Olaf Ludwig ebenfalls aus der DDR gewann das Rosa Trikot des vielseitigsten Fahrers, das Grüne des besten Bergfahrers und das Weiße des punktbesten Fahrers. Das Violette des aktivsten Fahrers ging an den Rumänen Mircea Romașcanu. Die beste Mannschaft dieser Rundfahrt kam aus der DDR.

Alle Teams und Fahrer 94 Fahrer aus 16 Ländern starteten zum Prolog in Warschau. 82 von ihnen erreichten das Ziel in Prag. Pro Mannschaft waren sechs Fahrer zugelassen. Finnland und das Vereinigte Königreich starteten mit lediglich fünf Fahrern, da ihre jeweils sechsten Fahrer verletzungsbedingt kurz vor dem Start nicht mehr ersetzt werden konnten. Mit Olaf Ludwig war der letztjährige Friedensfahrtssieger erneut am Start. + 1 – Tadeusz Krawczyk 2 – Mieczysław Korycki 3 – Andrzej Mierzejewski 4 – Lech Piasecki 5 – Andrzej Serediuk 6 – Adam Zagajewski + 13 – Jarmo Sorsa 14 – nicht besetzt 15 – Patrick Wackström 16 – Jukku Nikkilä 17 – Olavi Kaarela 18 – Janne Lehti + 19 – Ladislav Ferebauer 20 – Milan Jurčo 21 – Vladimír Kozárek 22 – Miroslav Sýkora 23 – Vladimír Vávra 24 – Jiří Škoda + 25 – Riho Suun 26 – Pēteris Ugrjumovs 27 – Juri Kaschirin 28 – Alexander Kulikow 29 – Oleh Tschuschda 30 – Ivar Fels + 31 – Belmiro Silva 32 – Eduardo Correia 33 – Manuel Zeferino 34 – António Fernandes 35 – Fernando Fernandes 36 – Luis Teixeira + 37 – Mircea Romașcanu 38 – Constantin Căruţaşu 39 – Valentin Constantinescu 40 – 41 – 42 – + 43 – Nentscho Stajkow 44 – 45 – Jordan Pentschew 46 – Nasko Stotschew 47 – Weliko Welikow 48 – + 49 – Gerrit Solleveld 50 – Teun van Vliet 51 – Henk van Weers 52 – Ron Snijders 53 – Rinus Ansems 54 – Bert Wekema + 55 – Thomas Barth 56 – Falk Boden 57 – Bernd Drogan 58 – Uwe Raab 59 – Olaf Ludwig 60 – Andreas Petermann + 61 – 62 – 63 – 64 – Daschdschamtsyn Mönchbat 65 – D. Nambaldorch 66 – Darzaagijn Ench-Od + 67 – Claude Carlin 68 – Thierry Lavergne 69 – Thierry Peloso 70 – 71 – Bruno Wojtinek 72 – Alain Renaud + 73 – Laszlo Halasz 74 – Zoltan Halasz 75 – Péter Sajó 76 – Lukács Szántó 77 – István Tóth 78 – György Szuromi + 79 – Douglas Shapiro 80 – Tomas Prehn 81 – Jett Bradley 82 – Daniel Franger 83 – Thurlow Rogers 84 – Tom Broznowski + 85 – Eddy de Bie 86 – Gino Knockaert 87 – Andre Lurquin 88 – Patrick van Hul 89 – Luc van Mol 90 – Patrick van Staeyen + 91 – Russell Harrington 92 – Christopher Wreghitt 93 – Nigel Bloor 94 – Hugh Ashworth 95 – nicht besetzt 96 – Steve Wakefield + 97 – Osmany Alvarez 98 – Eduardo Alonso 99 – Roberto Rodríguez 100 – Orestes Mora 101 – Antonio Quintero 102 – Edel García

Trikots Bei dieser Rundfahrt wurden sechs Trikots vergeben: das Gelbe Trikot des Gesamtbesten, das Rosa des vielseitigsten Fahrers, das Violette des aktivsten Fahrers, das Grüne des besten Bergfahrers, das Weiße des punktbesten Fahrers und das Blaue der besten Mannschaft.

Am Ende jeder Etappe (nicht Prolog) erhielt der Sieger 10 Sekunden, der Zweite 6 Sekunden und der Dritte 3 Sekunden weniger für die Gesamtwertung – und damit für das gelbe Trikot.

Die jeweils ersten drei der Schlusswertungen des Violetten, Grünen und Weißen Trikots erhielten zusätzlich 10, 6 und 3 Sekunden Zeitgutschrift.

Etappenübersicht Etappe Datum Start – Ziel Etappensieger Etappen-länge FahrzeitProlog 8. Mai Einzelzeitfahren Einzelzeitfahren in Warschau Olaf Ludwig 7 km 9:331. Etappe 9. Mai Flachetappe Warschau – Olsztyn Uwe Raab 181 km 3:47:332. Etappe 10. Mai Flachetappe Olsztyn – Toruń Olaf Ludwig 171 km 3:59:573. Etappe 11. Mai Flachetappe Toruń – Poznań Olaf Ludwig 150 km 3:31:00R 12. Mai Ruhetag Ruhetag 4. Etappe 13. Mai Flachetappe Poznań – Forst Mircea Romașcanu 175 km 4:06:225. Etappe 14. Mai Flachetappe Forst – Berlin Olaf Ludwig 180 km 4:08:546. Etappe 15. Mai Flachetappe Berlin – Halle (Saale) Uwe Raab 202 km 4:41:177. Etappe 16. Mai Einzelzeitfahren Einzelzeitfahren in Halle Olaf Ludwig 35 km 43:378. Etappe 17. Mai Flachetappe Halle – Karl-Marx-Stadt Edel Garcia 157 km 4:04:53R 18. Mai Ruhetag Ruhetag 9. Etappe 19. Mai Bergige Etappe Karl-Marx-Stadt – Ústí nad Labem Uwe Raab 181 km 4:32:2410. Etappe 20. Mai Bergige Etappe Ústí nad Labem – Příbram 171 km 4:38:0211. Etappe 21. Mai Bergige Etappe SoleniceDorf in Tschechien, 425 Einwohner (7.2006) – Tábor Mircea Romașcanu 165 km 4:14:4812. Etappe 22. Mai Bergige Etappe Tábor – Prag Andreas Petermann 124 km 3:03:32

Trikots im Rundfahrtverlauf Die Tabelle zeigt den Führenden in der jeweiligen Wertung zu Beginn der jeweiligen Etappe an.

Etappe Gelbes Trikot20px Rosa Trikot20px Violettes Trikot20px Grünes Trikot20px Weißes Trikot20px Teamwertung20px Prolog ohne 1. Etappe Olaf Ludwig nicht vergeben nicht vergeben nicht vergeben nicht vergeben DDR 2. Etappe Uwe Raab Uwe Raab Falk Boden Uwe Raab 3. Etappe Oleh Tschuschda Falk Boden Oleh Tschuschda 4. Etappe Oleh Tschuschda 5. Etappe 6. Etappe Olaf Ludwig 7. Etappe 8. Etappe 9. Etappe 10. Etappe Falk Boden Mieczysław Korycki Olaf Ludwig 11. Etappe 12. Etappe Mircea Romașcanu Olaf Ludwig Sieger Falk Boden Olaf Ludwig Mircea Romașcanu Olaf Ludwig Olaf Ludwig DDR

Etappen im Detail Bei allen Zeitangaben sind die Etappenzeitgutschriften bereits mit eingerechnet. Prolog Am Start: 94 Fahrer

Der Prolog hatte eine Länge von 6,7 km und wurde in Warschau ausgetragen. Olaf Ludwig gewann mit einem Stundenmittel von 44,55 km/h. + Einzelwertung Fahrer Zeit 1. 9:32,83 minDie Zehntelsekunden wurden nur zur Ermittlung der Reihenfolge herangezogen. 2. + 0,33 s 3. Oleh Tschuschda + 2,13 s 4. + 7,14 s 5. + 7,79 s

1. Etappe: Warschau – Olsztyn, 181 km Am Start: 94 Fahrer

Die erste Etappe führte auf einer flachen Strecke von Warschau mit scharfen Start in Serock nach Olsztyn. Nach 115 km bildete sich eine 27-köpfige Spitzengruppe – ohne Olaf Ludwig, den Träger des Gelben Trikots. Im Stadion von Olsztyn sprintete Uwe Raab zum Etappensieg und übernahm das Gelbe Trikot.

Die Prämiensprints gewannen in (Pułtusk 23 km), Falk Boden in (Przasnysz 67 km) und Andrzej Mierzejewski in (Szczytno 132 km). + Etappeneinzelwertung Fahrer Zeit 1. 3:47:33 h 2. + 4 s 3. + 7 s 4. + 10 s 5. Oleh Tschuschda + 10 s

2. Etappe: Olsztyn – Toruń, 171 km Am Start: 93 Fahrer – ausgeschieden: Harrington (GBR)

Die zweite Etappe führte von Olsztyn nach Toruń. Auf dem flachen Streckenprofil kam es zu einigen Stürzen in denen vor allem die Fahrer der DDR und der Sowjetunion entscheidend verwickelt waren. Nach 67 km landete Bernd Drogan im Straßengraben und einen Kilometer weiter prallten Thomas Barth und der Träger des Gelben Trikots Uwe Raab auf den Asphalt. Während Drogan und Raab weiter fahren konnten und bis ins Ziel fünfzehn Minuten verloren, war für den Kapitän der DDR-Mannschaft Thomas Barth nach erlittenen Schlüsselbeinbruch die Tour beendet. Juri Kaschirin aus der Sowjetunion erwischte es nach 115 km und trotz der Hilfe seiner Landsleute Riho Suun und Ivar Fels verloren er bis ins Ziel über acht Minuten. Am Abend wurde bei ihm ebenfalls ein Schlüsselbeinbruch diagnostiziert. Den Tagessieg in Toruń sicherte sich Olaf Ludwig im Spurt vor dem Kubaner Rodríguez. Der Vierte des Tages Oleg Tschuschda übernahm das Gelbe Trikot.

Die Prämiensprints gewannen Claude Carlin in (Ostróda 38 km), Bruno Wojtinek in (Brodnica 108 km) und Falk Boden in (Kowalewo Pomorskie 145 km). + Etappeneinzelwertung Fahrer Zeit 1. 3:59:57 h 2. + 4 s 3. + 7 s 4. Oleh Tschuschda + 10 s 5. + 10 s

3. Etappe: Toruń – Poznań, 150 km Am Start: 89 Fahrer – ausgeschieden: Kaschirin (URS), Barth (GDR), Shapiro (USA) und Knockaert (BEL)

Die dritte Etappe führte auf flachem Gelände von Toruń nach Poznań. Bei heftigem Kantenwind bildete sich nach 44 km eine 25-köpfige Spitzengruppe mit allen Favoriten. Diese fuhr bis zum Ziel (nur noch 21-köpfig) einen Vorsprung auf das Hauptfeld von über drei Minuten heraus. Im Spurt holte sich Olaf Ludwig seinen zweiten Etappensieg in Folge.

Die Prämiensprints gewannen Adam Zagajewski in (Inowrocław 32 km), Oleg Tschuschda in (Gniezno 93 km) und Olaf Ludwig in (Swarzędz 137 km). + Etappeneinzelwertung Fahrer Zeit 1. 3:31:00 h 2. + 4 s 3. Oleh Tschuschda + 7 s 4. + 10 s 5. + 10 s

4. Etappe: Poznań – Forst, 175 km Am Start: 88 Fahrer – ausgeschieden: Wojtinek (FRA)

Nachdem Ruhetag führte die vierte Etappe vom polnischen Poznań auf das Gebiet der DDR nach Forst. Auf den ersten Kilometern dieser Etappe riskierten lediglich der Mongole und der Portugiese Luis Teixeira einen Vorstoß, welcher jedoch vor dem ersten Prämiensprint beendet wurde. Bei Kilometer 76 starteten beide ihren zweiten Versuch, zu dem sich noch der Rumäne Mircea Romașcanu und Ganbolds Landsmann gesellten. Letzterer musste jedoch beim dritten Prämiensprint, den sich Teixeira sicherte, wieder abreißen lassen. Das verbliebene Trio konnte sich weiterhin an der Spitze des Feldes behaupten und passierte den Grenzübergang in Guben mit bereits vier Minuten Vorsprung. Dieser wuchs Zwischenzeitlich auf fünf Minuten an und konnte vom Hauptfeld nur noch auf 90 Sekunden bis zum Ziel in Forst verkürzt werden. Im Kampf um den Tagessieg versuchte sich Romașcanu drei Kilometer vor dem Ziel von seinen Mitstreitern zu lösen, was jedoch noch nicht von Erfolg gekrönt wurde. Im zweiten Versuch konnte nur noch Teixeira folgen, den er im Zielsprint auf den zweiten Platz verweisen konnte. Damit sicherte sich der Rumäne bei seiner achten Friedensfahrt den dritten Etappensieg.

Die Prämiensprints gewannen Uwe Raab in (Wolsztyn 25 km), Olaf Ludwig in (Sulechów 63 km) und Luis Teixeira in (Zielona Góra 85 km). + Etappeneinzelwertung Fahrer Zeit 1. 4:06:22 h 2. + 0:04 min 3. + 0:20 min 4. + 1:36 min 5. + 1:36 min

5. Etappe: Forst – Berlin, 180 km Am Start: 87 Fahrer – ausgeschieden: Prehn (USA)

Die fünfte Etappe führte von Forst in die Hauptstadt der DDR nach Berlin. Trotz mehrerer Ausreißversuche kam es in Berlin zur Massenankunft, bei der Olaf Ludwig mal wieder nicht zu schlagen war.

Die Prämiensprints gewannen Falk Boden in (Cottbus 23 km), Vladimír Kozárek in (Peitz 35 km) und Thierry Peloso in (Fürstenwalde 101 km). + Etappeneinzelwertung Fahrer Zeit 1. 4:08:54 h 2. + 4 s 3. + 7 s 4. + 10 s 5. + 10 s

6. Etappe: Berlin – Halle, 202 km Am Start: 87 Fahrer

Die sechste Etappe führte von Berlin nach Halle. Bereits nach zwei Kilometern setzten sich der Belgier Patrick van Hui, der Franzose Thierry Lavergne und der Mongole vom Feld ab. Das Trio fuhr zwischenzeitlich einen Vorsprung von sechs Minuten auf das Hauptfeld heraus und machte die ersten zwei Prämiensprints unter sich aus. Nach fast 110 km vor dem Feld wurden die drei wieder geschluckt und so kam es dann im Kurt-Wabbel-Stadion von Halle zum Massensprint. In diesen setzte sich Uwe Raab durch, der damit seine zweite Etappe bei dieser Rundfahrt gewann.

Die Prämiensprints gewannen in (Potsdam 38 km), Thierry Lavergne in (Wittenberg 109 km) und Alain Renaud in (Dessau 142 km). + Etappeneinzelwertung Fahrer Zeit 1. 4:41:17 h 2. + 4 s 3. + 7 s 4. + 10 s 5. Oleh Tschuschda + 10 s

7. Etappe: Einzelzeitfahren in Halle, 35 km Am Start: 87 Fahrer

Das Zeitfahren in Halle wurde von Olaf Ludwig dominiert. Bereits nach der Hälfte der Distanz hatte er bis auf Uwe Raab allen mehr als eine halbe Minute abgejagt und diese Distanz vergrößerte sich dann auf der zweiten Hälfte der Strecke noch. Falk Boden kam in der Gesamtwertung bis auf eine Sekunde an den Gelben Oleg Tschuschda ran. + Etappeneinzelwertung Fahrer Zeit 1. 43:37 min 2. + 1:00 min 3. + 1:15 min 4. + 1:27 min 5. Oleh Tschuschda + 1:35 min