Das Filzige Hornkraut (Cerastium tomentosum) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Hornkräuter (Cerastium) innerhalb der Familie der Nelkengewächse (Caryophyllaceae).
Vorkommen Das Filzige Hornkraut hat ursprüngliche Vorkommen auf Sizilien, in Italien, Albanien und in der früheren Tschechoslowakei. In Kroatien, Norwegen, Schweden und Dänemark ist das Filzige Hornkraut ein Neophyt.
Das Filzige Hornkraut kommt in Mittel- und Süd-Italien auf Hängen vor. Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2 (mäßig trocken), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 4+ (warm-kollin), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental), Salztoleranz = 1 (tolerant).
Nutzung Das Filzige Hornkraut wird verbreitet als Zierpflanze für Steingärten und als Bodendecker genutzt. Das Filzige Hornkraut ist mindestens seit 1620 in Kultur. Es ist oft aus der Kultur verwildert. Die sogenannte Varietät Cerastium tomentosum var. columnae wird häufig kultiviert.
Besondere Merkmale mini|Blüte Vegetative Merkmale Das Filzige Hornkraut ist eine immergrüne, ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 15 bis 30, selten bis 45 Zentimetern erreicht. Es werden kriechende Ausläufer gebildet. Stängel, Blütenstiele, Tragblätter und Kelchblätter sind dicht von einfachen, weißen, schlängelig-krausen Trichome wollig-filzig behaart. Sie bildet aus der Grundachse zahlreiche, verzweigte, aufrechte, blühende und nichtblühende Sprossachsen.
Die Laubblätter sind bei einer Länge von 10 bis 30 Millimetern sowie einer Breite von 2 bis 5 Millimetern linealisch bis lanzettlich. Sie ist silbrig-weiß und hat nach oben eingerollte Blattränder.
Generative Merkmale Die Blütezeit reicht von Mai bis Juli. Die Blütenstände enthalten 7 bis 15 Blüten.
Die zwittrige Blüte ist radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die Kelchblätter sind 5 bis 7 Millimeter lang. Die Kronblätter sind weiß und doppelt so lang wie die Kelchblätter. Sie sind vorn auf ein Drittel der Länge zweispaltig. Die offene Blüte hat einen Durchmesser von 12 bis 18 Millimetern.
Es wird eine Kapselfrucht gebildet. Die Zähne der Kapselfrucht sind leicht nach außen gebogen.
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 36, 72 oder 108.
mini|Habitus, Laubblätter und Blüten
Systematik Die Erstveröffentlichung von Cerastium tomentosum erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus I, Seite 440.
Eine weitere Varietät, Cerastium tomentosum var. aetnaeum , wurde aus Sizilien beschrieben.
Ähnliche Arten Ähnlich weißfilzig wie das Filzige Hornkraut ist Cerastium candidissimum . Es unterscheidet sich durch sternförmig verzweigte Trichome. Das Filzige Hornkraut kommt in Griechenland vor. Beim Filzigen Hornkraut sind die Laubblätter 10 bis 30 Millimeter lang und der Kelch ist 5 bis 7 Millimeter lang. Ähnlich ist auch das Bieberstein-Hornkraut (Cerastium biebersteinii ); sie ist ein Endemit auf der Krim. Die Laubblätter des Bieberstein-Hornkraut sind 35 bis 45 Millimeter lang und der Kelch ist 8 bis 190 Millimeter lang.
Einzelnachweise Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2001, ISBN 3-8001-3131-5. S. 378. Hans-Christian Friedrich: Familie Caryophyllaceae. In: Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 2. Auflage Band III, Teil 2, S. 909. Verlag Paul Parey, Berlin, Hamburg 1979, ISBN 3-489-60020-7. Karol Marhold (2011+): Caryophyllaceae. Datenblatt Cerastium tomentosum In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Gerald Parolly: Caryophyllaceae. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 98. Auflage. Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024, ISBN 978-3-494-01943-7. S. 575.
Weblinks
Thomas Meyer: Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben).
Kategorie:Hornkräuter Kategorie:Endemische Pflanze Italiens