Der Bahnhof Eckernförde ist der Bahnhof der Stadt Eckernförde in Schleswig-Holstein. Er ist als Durchgangsbahnhof ein wichtiger Unterwegsbahnhof auf der Bahnstrecke Kiel–Flensburg. Bis 1958 bestand nördlich des Empfangsgebäudes zusätzlich ein Kopfbahnhof der Eckernförder Kreisbahnen.
Betrieb Der Eckernförder BahnhofEckernförde auf bahnhof.de verfügt über drei Gleise mit Bahnsteig. Gleis 1: Hausbahnsteig dient den Zügen Kiel–Rieseby Schleibrücke Süd und in der Gegenrichtung, in den Randstunden teilweise den Zügen Kiel–Eckernförde–Kiel Gleis 2: keine regelmäßige Bedienung, Sonderverkehr wie Eckernförde–Schleibrücke Süd (Kieler Woche 2025, 2026) Gleis 3: Regionalexpress-Züge Kiel–Eckernförde–Kiel
Die Länge der Bahnsteige betrug (auf volle Meter gerundet) 225 Meter für Gleis 1, 370 Meter für Gleis 2 und 426 Meter für Gleis 3. Letzteres wurde zu einem Stumpfgleis zurückgebaut. Die Gleise 2 und 3 lagen früher an einem Mittelbahnsteig. Durch die Kürzung von Gleis 3 und nach Modernisierungsmaßnahmen 2016, bei der die Bahnsteigkanten auf 76 Zentimeter erhöht wurden, sind beide Gleise mit einem Außenbahnsteig versehen, die über einen beschrankten Fußgängerüberweg erreicht werden. Nach den Modernisierungsmaßnahmen ist der Bahnsteig am Gleis 1: 207 Meter, der am Gleis 2: 218 Meter und der am Gleis 3: 169 Meter lang.DB Stationsausstattung
Seit 2014 steuert ein von Lindaunis fernbedientes Elektronisches Stellwerk den Eckernförder Bahnhof.
Bedienung Der Bahnhof wird seit der Unterbrechung der Strecke nach Flensburg infolge der defekten Lindaunisbrücke an Werktagen zwischen etwa 4:30 Uhr und etwa 2:00 Uhr und an Sonntagen zwischen etwa 7:00 Uhr und etwa 2:00 Uhr im Stundentakt wie folgt bedient:
Linie Verlauf Kursbuchstrecke Frequenz FahrzeugeEVU Kiel Hbf – Gettorf – Eckernförde – Rieseby Schleibrücke Süd 146 Stundentakt Baureihe 526 Nordbahn Eisenbahngesellschaft Kiel Hbf – Gettorf – Eckernförde 146 Stundentakt Baureihe 526 Nordbahn EisenbahngesellschaftStand: Dezember 2025
Wegen des Neubaus der Lindaunisbrücke über die Schlei ist die Strecke unterbrochen. Züge verkehren im Nordteil von Flensburg bis Boren Schleibrücke Nord und im Südteil von Rieseby Schleibrücke Süd oder Eckernförde nach Kiel.
Nachdem die Deutsche Bahn nach Übernahme der Streckenbedienung im Dezember 2023 durch die Nordbahn ihr DB-Reisezentrum im Eckernförder Bahnhof schloss, hat dort die NAH.SH ein NAH.SH-Kundenzentrum eröffnet, in dem auch Fahrkarten erworben werden können. Eine Bahnhofsmission ist vorhanden.
Busverkehr Auf dem ehemaligen Gelände der Güterabfertigung südlich des Bahnhofsgebäudes liegt der ZOB Eckernförde. Von ihm gehen nach den Busliniennetzänderungen zum 1. Januar 2021 insgesamt vier innerstädtische und 17 regionale Buslinien unter anderem nach Kiel, Kappeln, Kropp, Schleswig und Rendsburg aus. Im Auftrag des Kreises Rendsburg-Eckernförde führt den Stadtbusverkehr der Stadtverkehr Eckernförde durch, den Regionalbusverkehr betreibt die Autokraftgemäß Fahrplanauskunft der DB-Regiobus Nord.
Geschichte mini|Ausschnitt aus der Eisenbahn-Karte von Central-Europa 1866 Bereits sehr früh in der deutschen Eisenbahngeschichte wurde um 1844 Eckernförde als eine geplante Bahnstation erwähnt. Der Ort sollte Endpunkt der „Rendsburg–Eckernförder Eisenbahn“ sowie Bahnstation einer Strecke von Kiel über Gettorf, Eckernförde und Missunde nach Schleswig sein. 1866 war in Julius Michaelis’ Eisenbahn-Karte von Central-Europa ein südlicherer Verlauf zwischen Eckernförde und Schleswig als projektiert eingezeichnet.
Die Kiel-Eckernförde-Flensburger Eisenbahn-Gesellschaft (KEFE) eröffnete am 1. Juli 1881 den Streckenabschnitt Kiel–Eckernförde und am 21. Dezember des gleichen Jahres den Streckenabschnitt Eckernförde–Flensburg der damals neuen Eisenbahnverbindung. Der Verkehr entwickelte sich zufriedenstellend, so dass die Preußischen Staatseisenbahnen die Bahn zum 1. Juli 1903 übernahmen. Diese ging zum 1. April 1920 in die Deutsche Reichsbahn über. Die Belegschaft des Bahnhofes bestand zeitweise aus rund 50 Bediensteten.Auf einem Foto aus dem Jahre 1920 oder 1921, publiziert in: Kurt Schulz: Gruß aus Eckernförde, Schleswiger Druck- und Verlagshaus, Schleswig 1977, ISBN 3-88242-020-0, Seite 11, sind 41 Bahnbedienstete abgebildet
Bahnbetriebswerk Eckernförde Da die KEFE weder in Kiel noch in Flensburg genügend Platz zum Bau eines Bahnbetriebswerkes mit Lokleitung, Lokschuppen, Wasserturm, Drehscheibe und Bekohlungseinrichtungen fand, wurden diese im Bereich des Eckernförder Bahnhofes erbaut. Der Einsatz der Lokomotiven und Züge erfolgte von Eckernförde aus. Mit der Übernahme der Eisenbahnstrecke durch die Preußischen Staatseisenbahnen und später der Reichsbahn verloren diese Einrichtungen an Bedeutung. Am 31. Oktober 1925 waren beim Bw Eckernförde folgende Lokomotiven beheimatet: für Nahgüterzüge die Baureihe 54 mit 54 843, 845, 913, 933, 957, 968, 1001, 1005, 1030 und 1037. für Personenzüge und Rangieraufgaben die Baureihe 91 (T 9.2) mit 91 062, 063, 067 und 079 sowie die Baureihe 91 (T9.3) mit 91 723.
Die Dienststelle wurde an einem nicht näher bekannten Datum nach dem 1. April 1926 zu einem Lokbahnhof abgestuft, die Einsatzplanung erfolgte danach von Kiel und Flensburg aus.Heimatgemeinschaft Eckernförde e. V. und Abteilung für Regionalgeschichte der Christian-Albrechts-Universität Kiel, ECKernförde-Lexikon, Husumer Druck- und Verlagsgesellschaft, Husum 2014, ISBN 978-3-89876-735-4, S. 27
Der Lokbahnhof war 1932 dem Bahnbetriebswerk (Bw) Neumünster unterstellt. 1941 wechselte die Zuständigkeit zum Bw Kiel. Ab den 1960er Jahren bis Anfang der 1990er Jahre war dem Bahnhof nur noch eine kleine Rangierlok ("Köf") zur Aufrechterhaltung des Hafenbahnbetriebes und für die zeitweise noch vorhandenen Ladegleise neben dem Bahnhof zugeteilt. Der Lokschuppen, der aus zwei dreigleisigen Rechtecksegmenten bestand, musste nach der Stilllegung der Hafenbahn einem Parkplatz weichen.
Schmalspurbahnhof Von der Eckernförde-Kappelner Schmalspurbahn-Gesellschaft wurde am 26. Januar 1889 eine Eisenbahnstrecke nach Kappeln mit der Endstation am Nordende des Eckernförder Bahnhofszeitweise endeten die Gleise östlich vom Nordteil des Bahnhofsgebäudes (die der Strecke Kiel-Flensburg liegen westlich davon) auf eigenen dort endenden Gleisen eröffnet. Zwei der Gleise dienten dem Personenverkehr.
500 Meter weiter nördlich lag der Schwansener Bahnhof (später: Kreisbahnhof) als nächste Station der Gesellschaft. Am 1. April 1903 übernahm der Kreis Eckernförde diese Bahnstrecke (fortan: Kreisbahnen) und eröffnete am 30. Oktober 1904 eine zweite nach Owschlag, die bis 1954 bestand.
Zur Unterscheidung vom „Kreisbahnhof Eckernförde“ und drei weiteren auf Eckernförder Stadtgebiet befindlichen Stationen der Eckernförder Kreisbahnen („Carlshöhe“, „Schnaap“war bis zur Eingemeindung Borbys 1934 ein Ortsteil des heutigen Eckernförder Stadtteils und ab 1947 „Hasenheide“) wurden Bezeichnungen wie Eckernförde Staatsbahnhof, Eckernförde Reichsbahnhof, Reichsbahnhof Eckernförde und nach dem Zweiten Weltkrieg für eine kurze Zeit Eckernförde Hauptbahnhof eingeführt. Der Regelbetrieb der Eckernförder Kreisbahnen wurde 1958 eingestellt.
Betrieb Am 1. Mai 1945 erreichte der Befehls-Sonderzug Auerhahn von Karl Dönitz, von Plön kommend, Eckernförde. Am übernächsten Tag verließ der Zug, der unter dem Kommando des Kapitänleutnants Asmus Jepsen stand, den Bahnhof in Richtung Flensburg, erreichte aber nur den Bahnhof Sörup. Asmus Jepsen wurde kurz darauf, auf Grund von Problemen mit dem Zug, zu einem Opfer der NS-Marinejustiz.Dieter Pust: Flensburger Straßennamen. Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte, Flensburg 2005, ISBN 3-925856-11-0, Artikel: Asmus-Jepsen-WegMai 1945. In: Gerhard Paul, Broder Schwensen (Hrsg.): Mai ’45. Kriegsende in Flensburg. Flensburg 2015, S. 101 ff.
Der Umstand, dass nach dem Zweiten Weltkrieg die Britischen Militärgouverneure von Schleswig-Holstein (Regional Commissioners (Hugh de Crespigny, danach William Asbury)) im Altenhofer Herrenhaus residierten, aber im Kieler Somerset House ihren Dienstsitz hatten, führten zu einer vergleichsweise schnellen Instandsetzung der Strecke und Wiederaufnahme des Eisenbahnverkehrs nach Kriegsende zwischen Kiel und Eckernförde mit einer Morgen- und einer Abendverbindung und einem einzigen Zwischenhalt im Altenhofer Bahnhof. Die Züge verfügten nur über einen einzigen Personenwagen für die Bevölkerung und über einen Salonwagen für den britischen Militärgouverneur.Ilse Rathjen-Couscherung: Eckernförde unter britischer Besatzung, Heimatgemeinschaft Eckernförde, 2008, ISBN 978-3-00-025744-5, Seite 176 Der Eckernförder Bahnhof war zum Kriegsende Ziel von Flüchtlingstransportzügen.Arnold Wicke, Das Schicksal der Heimatvertriebenen im Kreis Eckernförde, Heimatgemeinschaft Eckernförde e. V., Eckernförde 1979, Seite 23 Zwangsarbeiterheimreisetransportzüge fuhren ab Ende 1945 vom Eckernförder Bahnhof ab, so am 30. November 1945 die ersten 1500 Polen aus mehreren Lagern des Altkreises Eckernförde.Ilse Rathjen-Couscherung: Zur Situation von Zwangsarbeitern in Eckernförde 1940 bis 1945, In: Jahrbuch 2015 der Heimatgemeinschaft Eckernförde, S. 279 ff., 300
Von 1972 bis 2000 galt der Bahnhof Eckernförde aufgrund einzelner Schnellzug- und Intercity-Verbindungen an den Wochenenden als Fernbahnhof – hierbei handelte es sich unter anderem um die Verbindungen Eckernförde–Koblenz (anfangs von Flensburg aus), Köln–Eckernförde und Düsseldorf–Hannover–Eckernförde; teilweise hatten die IC-Züge Namen wie „Kranich“, „Seeadler“, „Seemöwe“, „Seestern“ und „Wittekind“. Zuletzt befuhr nur noch der IC 1139 frühmorgens die Strecke bis Süderbrarup und hielt auch in Gettorf und Rieseby an.Streckenfahrplan gültig ab 30. Mai 1999 (bis Ende Mai 2000) - Eckernförde an 5.23 Uhr, ab 5.43 Uhr Diese Züge dienten vor allem der Beförderung von Bundeswehrsoldaten am Wochenende. In den ersten Jahren nach Eröffnung des Seebades Damp 2000 1972 verkehrten IC-Sonderzüge von Köln nach Eckernförde.ein Bild vom IC-Sonderzug Eckernförde–Köln aus dem Jahr 1974 im Bereich Kiel-Hassee fahrend ist hier zu sehen (eingestellt am 13. Oktober 2013); drei weitere IC-Eckernförde-Köln-Fotos aus dem Bereich des Kieler Hauptbahnhofes 1974 sind hier zu sehen (eingestellt am 31. Mai 2015); Abruf am 5. Februar 2018 Als Fernverkehrszüge galten zudem auch „Heckeneilzüge“, die seit den 1960er Jahren Flensburg über Goslar und Bad Harzburg mit Kreiensen verbanden sowie eine zeitweise werktägliche Schnellzug-Verbindung von Eckernförde (montags ab Flensburg) nach Köln, die auf den Streckenabschnitten (Flensburg–)Eckernförde–Kiel und Hagen–Köln als Eilzug fuhr.Im Sommer 1976 war das der D 538 (E 538) und fuhr ab Eckernförde um 6.38 Uhr
Zu Beginn der 1980er Jahre existierten Pläne, die Bahnstrecke Kiel–Flensburg nördlich von Eckernförde oder insgesamt stillzulegen. Ende 1983 waren diese Pläne aber wieder ad acta gelegt worden.der damalige Eckernförder Bürgermeister Kurt Schulz berichtete 1984 der Eckernförder Ratsversammlung von einem Gespräch mit der Bundesbahndirektion Hamburg am 5. Oktober 1982, mit dem Ergebnis, dass die Strecke für die nächsten 10–15 Jahre erhalten bleiben solle und von einem Schreiben des Kieler Wirtschafts- und Verkehrsministeriums vom 22. Dezember 1983 mit der Mitteilung, dass die Strecke weiter betrieben werden soll.