mini|Lee Hall Lee Hall (* 20. September 1966 in Newcastle upon Tyne, England) ist ein britischer Dramatiker und Drehbuchautor. Internationale Bekanntheit erlangte er insbesondere ab der Jahrtausendwende durch sein Drehbuch zum Film Billy Elliot – I Will Dance. Es folgten weitere Bühnenstücke und vermehrt Drehbücher, darunter die Romanverfilmungen Gefährten und Stolz und Vorurteil (mit Keira Knightley) sowie die Biopics Rocketman (mit Taron Egerton als Sir Elton John) und Victoria & Abdul (mit Dame Judi Dench als Queen Victoria und Ali Fazal als Abdul Karim).

Leben Lee Hall besuchte eine Gesamtschule und studierte danach Englisch an der Universität von Cambridge. Nach dem Studium arbeitete er als Mittelbeschaffer für das Jugendtheater in Newcastle und für das Gate Theatre in Notting Hill.

Halls Durchbruch als Autor erfolgte im Jahre 1997, als sein Hörspiel Spoonface Steinberg von der BBC gesendet wurde, die Geschichte eines krebskranken, autistischen Mädchens, die er im Jahr 1998 auch für das Fernsehen und 2000 für die Bühne adaptierte.

2010 verfasste er das Drehbuch zu Toast, im Jahr darauf war er an Gefährten als Drehbuchautor beteiligt. 2017 wurde Victoria & Abdul veröffentlicht, an dessen Drehbuch er mitwirkte. Rocketman, eine Filmbiographie über Elton John, folgte 2019. Mit John zusammen hatte er Jahre zuvor sein Drehbuch zu Billy Elliot als Bühnenmusical adaptiert und dafür unter anderem eine Tony-Nominierung in der Sparte Musik erhalten (John für die Musik, Hall für die Liedtexte).

Werke Dramen 1995: I Luv You Jimmy Spud 1997: The Love Letters of Ragie Patel 1997: The Sorrows of Sandra Saint 1997: Spoonface Steinberg (urspr. als Hörspiel; 1998 Fernseh-, 2000 Bühnenumsetzung) 1999: Cooking with Elvis 2000: NE1 2001: The Chain Play 2005: Child of the Snow 2005: Two's Company 2007: The Pitmen Painters 2014: Shakespeare in Love 2015: Our Ladies of Perpetual Succour 2017: Network

Drehbücher 2000: Billy Elliot – I Will Dance (Billy Elliot) 2001: Gabriel and Me 2005: Stolz und Vorurteil (Pride and Prejudice) 2006: The Wind in the Willows 2010: Toast 2011: Gefährten (War Horse) 2017: Victoria & Abdul 2019: Rocketman 2019: Cats

Musicals 2005: Billy Elliot the Musical

Opern 2011: Beached

Übersetzungen Herr Puntila und sein Knecht Matti von Bertolt Brecht (Übersetzung aus dem Deutschen: Mr Puntila and His Man Matti, 1998) Der Diener zweier Herren von Carlo Goldoni (Übersetzung aus dem Italienischen: A Servant to Two Masters, 1999) Mutter Courage und ihre Kinder von Bertolt Brecht (Übersetzung aus dem Deutschen: Mother Courage and Her Children, 2000) Op Hoop van Zegen von Herman Heijermans (Übersetzung aus dem Niederländischen: The Good Hope, 2001)

Auszeichnungen Laurence Olivier Award 2006: Best New Musical – Billy Elliot the Musical – gewonnen 2017: Best New Comedy – Our Ladies of Perpetual Succour – gewonnen 2018: Best New Play – Network – nominiert

Tony Award 2009: Best Book of a Musical – Billy Elliot the Musical – gewonnen 2009: Best Original Score – Billy Elliot the Musical (mit Elton John) – nominiert

Weitere Theaterpreise 2008: Evening Standard Award: Best Play – The Pitmen Painters – gewonnen 2009: Drama Desk Award, Outstanding Book of a Musical – Billy Elliot the Musical – gewonnen 2009: Drama League Award, Distinguished Production of a Musical: Billy Elliot the Musical (mit Elton John) – gewonnen 2009: Outer Critics Circle Award, Outstanding New Score: Billy Elliot the Musical (mit Elton John) – gewonnen

BAFTA 2001: Best Original Screenplay – Billy Elliot – nominiert

Oscar 2001: Best Original Screenplay – Billy Elliot – nominiert

Goldene Himbeere 2020: Schlechtestes Drehbuch – Cats – nominiert

Weitere Filmpreise 1999: Pearson Playwrights’ Scheme Award – gewonnen 2000: British Independent Film Award, Best Screenplay – Billy Elliot – gewonnen 2011: Satellite Award, Best Adapted Screenplay – Gefährten (War Horse, mit Richard Curtis) – nominiert 2018: Satellite Award, Best Adapted Screenplay – Victoria & Abdul – nominiert

Literatur Billy Elliot. Screenplay (= Reclams Universal-Bibliothek. Nr. 19818, Reclam Fremdsprachentexte). Herausgegeben von Susanne Schmid. Reclam, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-15-019818-6.

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