mini|Hl. Johannes von Kronstadt

Johannes von Kronstadt (, bürgerlich ; * in Sura, Gouvernement Archangelsk; † in Kronstadt) war ein Erzpriester der russischen orthodoxen Kirche, der 1964 heiliggesprochen wurde.

Leben mini|Denkmal des Hl. Johannes in Kronstadt mini|Der Heilige Johannes heilte eine andersgläubige Frau von einem Bauchleiden mini|Dorf Sura mini|Haus der Arbeitsliebe mini|St.-Johannes-Kloster in St. Petersburg mini|Das Haus des Hl. Johannes in Kronstadt (Russland) mini|Dem Heiligen Johannes von Kronstadt geweihte russisch-orthodoxe Kirche in Hamburg-St. Pauli mini|St.-Andreas-Kathedrale in Kronstadt (Russland), 1932 zerstört mini|Kreuzprozession in Kronstadt (Russland) zum 180. Jubiläum der Geburt und dem 100. Jubiläum des Todes von Pater Johannes mini|Im Jahr 2009 erhielt ein Kleinplanet (№ 16395) den Namen des Hl. Johannes.

Iwan Iljitsch Sergijew, auch bekannt als Heiliger Gerechter Johannes von Kronstadt, war ein mit der Mitra ausgezeichneter Erzpriester der russischen-orthodoxen Kirche, Propst der St.-Andreas-Kathedrale in Kronstadt und seit 1906 Mitglied des Heiligen Synods – er weigerte sich aber, an deren Sitzungen teilzunehmen. Er war Mitglied des Bundes des russischen Volkes, Prediger, geistlicher Schriftsteller, kirchlicher und gesellschaftlicher Aktivist und Verfechter von rechtskonservativen monarchistischen Ansichten. Deshalb wurde er in der UdSSR im Rahmen des Kampfes gegen die Religion negativ bewertet.История канонизации святого Иоанна Кронштадтского в русском зарубежье (MS Word; 21 kB)Атеистический словарь. М.: Политиздат. 1983, стр. 193 (статья «Иоанн Кронштадтский»)

Namenstag: 19. Oktober (nach dem julianischen Kalender); Tag der Überführung der Gebeine des Heiligen Johannes von Rila, seines Schutzpatrons.

Er wurde in dem von ihm gegründeten St.-Johannes-Kloster am Karpowka-Fluss in St. Petersburg begraben. Von der Russischen Orthodoxen Kirche im Ausland wurde er am 16. Juni 1964 und am 8. Juni 1990Деяние Освященного Поместного Собора Русской Православной Церкви о канонизации праведного Иоанна Кронштадтского 8 июня 1990 года, Свято-Троице-Сергиева Лавра auch von der Russischen Orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats, im Chorus der Gerechten heiliggesprochen als Heiliger Gerechter Johannes von Kronstadt.

Gedenktag: 20. Dezember nach dem julianischen Kalender (in der russisch-orthodoxen Kirche im Ausland auch am 19. Oktober).

Abstammung und Verwandte Johannes wurde am 19. Oktober 1829 im Dorf Sura des Amtsbezirks Pinega im Gouvernement Archangelsk als erstes Kind eines armen Dorf-Küsters geboren. Das neugeborene Kind war so schwach und kränklich, dass seine Eltern es „wegen der Gesundheitsschwäche“Точные слова из записи в метрической книге; цит. по: ЖМП. 1990, № 10, стр. 58 («Житие») am Tag seiner Geburt zu Hause taufen ließen. Der Junge wurde nach Johannes von Rila benannt. Kurz nach der Taufe begann Johannes zu genesen, was seine frommen Eltern dem Sakrament der Taufe zuschrieben. Sie bemühten sich darum, die Aufmerksamkeit des Kindes auf Gott zu richten und ihn zu eifrigem Beten anzuhalten. Sein Vater nahm ihn schon als kleines Kind in die Kirche mit und erzog ihn zu einer besonderen Liebe zu Gottesdiensten. Der Junge liebte auch die Natur. Als Kind lebte Johannes in extremer materieller Not, lernte früh die Armut und das Leiden der einfachen Menschen kennen.

Die Familie von Johannes hatte viele Priester hervorgebracht:

Großvater (väterliche Linie): Michail Nikititsch Sergijew, geboren 1779, Priester der Gemeinde zu Sura. auf der Webseite Глинские чтения Vorfahren in der väterlichen Linie waren seit 350 Jahren Priester gewesen.Сергиев Иоанн, протоиерей. Христианская философия. Спб., 1902, стр. 201. Unter den Kirchendienern des Amtsbezirks Pinega werden Jakow Sergijew (1687) und Michail Sergijew (1755–1756) erwähnt.Краткое историческое описание приходов и церквей Архангельской епархии, Архангельск, 1894. auf der Webseite Глинские чтения Taufpate: Ioann Kunnikow. Vater: Ilja Michailowitsch Sergijew, geboren am 13. Juli 1808, absolvierte die geistliche Bezirksschule, wonach er nach Hause zurückkehrte und als Küster der St.-Nikolaus-Kirche von Sura diente, neben der er auch begraben wurde. Nach Johannes starb sein Vater „früh, im Alter von 48 Jahren, im Jahre 1851“. Großvater (mütterliche Linie): Wlasi Porochin, Küster der Kirche in Sura.Протоиерей Геннадий Беловолов Маменька, святыня моя auf der Webseite des Patentante: Darja (wahrscheinlich die Schwester seines Vaters), Tochter von Priester Sergijew (wahrscheinlich sein Großvater). Mutter: Feodora Wlasjewna, geborene Porochina, geboren am 8. Februar 1808, am 22. Juli 1828 getraut. Sie hatte sechs Kinder (vier Jungen und zwei Mädchen), von denen drei überlebten. Sie verstarb als Nonne am 6. Juli 1871 in Kronstadt im Alter von 63 Jahren an Cholera.Ф. А. Тимофеевский Краткий исторический очерк двухсотлетия города КронштадтаАлександр Пронин Кронштадтский батюшка Über ihrer Grabstätte wurde eine Kapelle (Ruhestätte) erbaut, die 2008 wiederhergestellt wurde.В Кронштадте восстановлена часовня-усыпальница матери святого Иоанна Кронштадтского Brüder: Nikita und Wassili verstarben als Kleinkinder; Iwan starb im Alter von 18 Jahren an Tuberkulose. Schwester: Anna Iljinitschna Fidelina, verheiratet mit Wassili Fidelin, einem Diakon der Gemeinde in Sura. Ihr älterer Sohn, Iwan Wassiljewitsch Fidelin, zog nach Kronstadt und wurde persönlicher Sekretär von Johannes von Kronstadt. 1982 veröffentlichte er dessen gesammelte Werke. Schwester: Darja Iljinitschna Malkina, verheiratet mit Semjon Malkin, einem Bauern des Dorfes Gorskaja. Ihre Enkeltochter, Ljubow Alexejewna Malkina, geboren 1920, eine Großnichte von Johannes von Kronstadt wohnte in Sura.Протоиерей Геннадий Беловолов Внучка Иоанна Кронштадтского auf der Webseite des Рассказы Любови Алексеевны Малкиной auf der Webseite des

Studium Im Jahre 1839 wurde Johannes kostenpflichtig in die Gemeindeschule zu Archangelsk eingeschrieben, wo er Abschlussjahrgangsbester war. Sein weiteres Studium erfolgte im Geistlichen Seminar zu Archangelsk, das er 1851 als zweitbester Student absolvierte. Im selben Jahre wurde er wegen seiner Erfolge im Studium auf Staatskosten in die Geistliche Akademie Sankt Petersburg aufgenommen, die er 1855 mit dem Grad eines Dr. theol. (russ.: кандидат богословия) für eine Arbeit „Über das Kreuz Christi bei der Entlarvung angeblicher Altritualisten“ (russ. „О Кресте Христовом в обличении мнимых старообрядцев“) abschloss.Диакон Владимир Василик Святой праведный Иоанн Кронштадтский и вызовы современности

Sein Vater starb während seines Seminarstudiums. Johannes wollte das Studium abbrechen und sich eine Diakons- oder Küstersstelle suchen, um seine Mutter zu unterstützen, die mittellos zurückgeblieben war. Sie war aber dagegen, dass ihr Sohn ihretwegen auf die höhere geistliche Ausbildung verzichtete. Johannes erhielt eine Stelle in der Akademiekanzlei und schickte sein gesamtes Gehalt an seine Mutter.Житие святого праведного Иоанна Кронштадтского

Während seines Akademiestudiums erwog Johannes, sich der Missionarsarbeit der Völker Sibiriens und Nordamerikas zu widmen. Er entschied sich jedoch anders. In einem Traum sah er sich als Priester der St.-Andreas-Kathedrale zu Kronstadt und hielt dies für einen Wink Gottes. Bald erfüllte sich dieser Traum: nach der Absolvierung der Akademie wurde er aufgefordert, Elisaweta, die Tochter von Konstantin Neswizki, einem Erzpriester der St.-Andreas-Kathedrale zu Kronstadt, zu heiraten und nach der Priesterweihe in der Kathedrale zu dienen. Nach der Weihe, die am 12. Dezember 1855 stattfand, betrat er die St.-Andreas-Kathedrale und erkannte angeblich in ihr das Gotteshaus aus seinem Traum.

Familie Die Ehe blieb kinderlos. Johannes litt sehr darunter.Vgl. Johannes von Kronstadt, Dnewnik (Tagebuch), hg. v. Damaskin (Orlowski), Bd. 15, Moskau 2006, 337. 342. 506; Bd. 17, Twer 2009, 53. Nach seinem Tagebuch schlief er seit 1868 nicht mehr mit seiner Frau.Vgl. Johannes von Kronstadt, Dnewnik, hg. v. Damaskin (Orlowski), Bd. 14, Twer 2009, 62. 194. 232; Bd. 17, Twer 2009, 25. «Православный церковный календарь 1992». — Издание Московской Патриахии, стр. 3: Enthaltsamkeit von Beginn der Ehe an.

Sie erzogen aber an Kindes statt zwei Nichten von Elisaweta Konstantinowna: Rufina und Elisaweta. Rufina heiratete später den Seemann Nikolaj Nikolajewitsch Schemjakin und bekam von Johannes 6000 Rubel in Gold (ca. 84 000 €) als Brautausstattung.Св. Иоанн Кронштадтский и семья Несвицких Доклад проф. Светланы Шемякиной Rufina Schemjakina schrieb Johannes’ Predigten der letzten Lebensjahre auf und veröffentlichte 1909 zwei Bücher über ihren Onkel und ihre Tante.Шемякина Р. Г. Венок на свежую могилу незабвенного пастыря отца Иоанна Кронштадтского. Кронштадт, 1909; Шемякина Р. Г. Светлой памяти Елизаветы Константиновны Сергиевой. Кронштадт, 1909.

Am Ende ihres Lebens verlor Elisaweta Konstantinowna nach einer schweren Operation ihre Beine.Петербургскiя вeсти // «Московскiя Вѣдомости». 24 декабря 1908, № 298, стр. 3. Sie verstarb am 22. Mai 1909 und wurde vom Heiligen Hieromärtyrer Kyrill (Smirnow), damals Bischof von Gdow, ausgesegnet und im Hof der St.-Andreas-Kathedrale bestattet.П. М. Чижовъ. Отецъ Іоаннъ Кронштадтскій. Жизнь, дeятельность и кончина добраго пастыря, великаго молитвенника и духовнаго свeтильника Земли Россійской. Jordanville, N.Y., 1958, стр. 190—191.

Dienst Am 10. Dezember 1855 wurde Johannes in der Peter-und-Paul-Kathedrale in St. Petersburg von Bischof Christophor (Emausski) von RevalС.-Петербургскiя Вeдомости. 23 (5 января) декабря 1908, № 290, стр. 2., dem Titularbischof der St. Petersburger Metropolie, zum Diakon und einen Tag später, am 12. Dezember, zum Priester geweiht und an die St.-Andreas-Kathedrale von Kronstadt ordiniert, in der er 53 Jahre lang bis zu seinem Tod, diente.

Seit 1875 war er Erzpriester, seit 1894 Vorsteher der St.-Andreas-Kathedrale und seit 1898 ein mit der Mitra ausgezeichneter Erzpriester. Während der 47 Jahre seines Dienstes feierte Pater Johannes täglich die Göttliche Liturgie und übte daneben im geheimen Askese, durch unablässiges Gebet und Fasten. Seit dem 14. Dezember 1856Надежда Киценко.. Святой нашего времени: отец Иоанн Кронштадтский и русский народ. М., 2006, стр. 27. führte er Tagebuch („Mein Leben in Christo“), das sich jetzt im Russischen Staatlichen Historischen Archiv befindetНадежда Киценко.. Святой нашего времени: отец Иоанн Кронштадтский и русский народ. М., 2006, стр. 15.. Kurz nach seinem Erscheinen wurde es in viele verschiedene Sprachen übersetzt. Nach der Auflösung der Sowjetunion wurde dieses Tagebuch in Russland mehrmals, zunächst in Auszügen, veröffentlicht und gilt z. Z. als Richtlinie für viele Orthodoxe.

Ab 1874 war Pater Johannes Religionslehrer in der Städtischen Schule in Kronstadt; ab 1862 unterrichtete er 25 Jahre lang orthodoxe Religion im örtlichen klassischen Gymnasium.П. М. Чижовъ. Отецъ Іоаннъ Кронштадтскій. Жизнь, дeятельность и кончина добраго пастыря, великаго молитвенника и духовнаго свѣтильника Земли Россійской. Jordanville, N.Y., 1958, стр. 9.

Er zeichnete sich durch eine innovative Einstellung zu seinen pastoralen Pflichten aus, die sich unter anderem in der großen Emotionalität seiner Predigten äußerte (Augenzeugen sagten, er sei dabei oft in Tränen ausgebrochen). In den 1860er Jahren zog er sich die Missbilligung der anderen Kleriker der Kathedrale (in der er damals nur der dritte Priester war) und der Schulleitung zuНадежда Киценко. Святой нашего времени: отец Иоанн Кронштадтский и русский народ. М., 2006, стр. 116—117..

Entgegen der damals in der russisch-orthodoxen Kirche herrschenden Praxis führte er die kollektive Beichte (im Rahmen des Bußsakramentes) ein. Er rief auch zum häufigeren Empfang der Heiligen Sakramente auf (im damaligen Russland war es üblich, nur ein- oder zweimal im Jahr, während der Großen Fastenzeit, zu Kommunion zu gehen).