mini|Adam Zielinski (März 2007) Adam Zielinski (* 22. Juni 1929 in Drohobycz, Galizien; † 26. Juni 2010 in WienIsabella Pohl: Adam Zielinski 1929–2010. In: Der Standard/Printausgabe, 28. Juni 2010) war ein vielfach ausgezeichneter polnisch-österreichischer Schriftsteller und vormaliger Unternehmer. Seine Werke schrieb er auf Polnisch und Deutsch.

Leben Adam Zielinski, Sohn eines Rechtsanwaltes, wurde in Drohobycz, unweit von Lemberg, geboren und wurde während des Zweiten Weltkrieges Vollwaise, da die Nationalsozialisten erst seinen Vater, dann seine Mutter ermordeten. Zielinski war einer von 19 Juden aus seinem Heimatort Stryj, die den Holocaust überlebten. Die anderen 18.000 wurden, wie seine Eltern, ebenfalls ermordet.Der Standard: Adam Zielinski 1929–2010 1947 schloss Adam Zielinski in Krakau das Gymnasium mit dem Abitur ab und studierte anschließend bis 1954 an der Jagiellonen-Universität in Krakau Sozialwissenschaften und Journalistik (Diplom 1954). 1956 schloss Zielinski als Magister ein Studium der Publizistik an der Universität Warschau ab. 1982 erwarb er zusätzlich einen PhD in Politologie der Glendale University/USA.

mini|Wiener Zentralfriedhof, Alte Arkaden, Gruft Nr. 22: Grabstätte von Adam Zielinski 1957 zog Zielinski mit seiner Familie nach Wien und war zunächst in der Industrie tätig, 1959 erwarb er die österreichische Staatsbürgerschaft. 1961 gründete er das Handelsunternehmen „Compensa“. Seit 1989 trat er als Schriftsteller hervor und erhielt zahlreiche nationale und internationale Auszeichnungen und literarische Preise.

Zielinski war seit dem 14. Juli 1951 mit Sophie Zielinski, einer Slawistin und langjährigen wissenschaftlichen Mitarbeiterin der Wiener Universität, verheiratet. Sein Sohn Christoph Zielinski ist Facharzt für Innere Medizin mit Schwerpunkt internistische Onkologie, Professor für Innere Medizin und ehemaliger Vorstand einer von drei Universitätskliniken für Innere Medizin an der Medizinischen Universität und dem Allgemeinen Krankenhaus in Wien.

Adam Zielinski wurde am Wiener Zentralfriedhof, in den Alten Arkaden, Nr. 22 bestattet.

Schriften (Auswahl) Die bucklige Welt. Eine Reportage aus dem XX. Jahrhundert, Frankfurt am Main 1991 Unweit von Wien (zeitgeschichtlicher Roman), Frankfurt am Main 1992 Eine Rückkehr (Roman), Frankfurt am Main 1996 Holobutow. Dwa opowiadania (zwei Erzählungen, zweisprachig polnisch-deutsch), Krakau 1998 Jan war Jossele und andere Erzählungen, Klagenfurt etc. 2001 Wien. Ein Fall (Roman), Klagenfurt etc. 2002 Werkausgabe in 10 Bänden, Wieser Klagenfurt etc. 2004 An der Weichsel (Roman), Klagenfurt etc. 2006 Höre nie auf zu lernen. Erinnerungen, Begegnungen, Fehden, Versöhnungen, Klagenfurt etc. 2007 Als die Russen nach Hirschberg kamen und andere Geschichten, Klagenfurt etc. 2008 12 jüdische Erzählungen, Klagenfurt etc. 2009 Im Schtetl, Klagenfurt, Wieser-Verlag 2010

Preise und Auszeichnungen 1979: Goldenes Verdienstzeichen der Republik Österreich 1986: Orden der Jugoslawischen Fahne am Band mit drei goldenen Sternen 1986: Verleihung des Titels „Kommerzialrat“ 1988: Silbernes Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien 1998: Preis „Ex oriente lux“ der Internationalen Gesellschaft für Slawische Angelegenheiten in Lublin (Polen) 1994: Verleihung des Berufstitels Professor durch den Österreichischen Bundespräsidenten 1997: Ehrenmedaille des Polnischen Kulturministers „Verdienter der polnischen Kultur“ 1997: Kommandeur-Kreuz des Ordens der Wiedergeburt Polens 1999: Jan-Adamczewski-Preis für Literatur der Krakauer Vereinigung der polnischen Autoren 1999: Medaille „Merentibus“ der Jagiellonen-Universität Krakau 2000: Goldene Plakette der Stadt Wien 2003: Österreichisches Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 2003: Sonderpreis für Literatur der Stiftung für polnische Kultur 2003: „Bona Fide“-Auszeichnung für Leistungen in der Literatur des Krakauer Verbandes der Künstler und Literaten 2003: „Sic Itur Ad Astra“-Medaille des Krakauer Verbandes der Künstler und Literaten 2004: Literarischer Preis „Włodzimierz Tetmajer“ 2005: Kommandeurskreuz/Komtur mit dem Stern des Verdienstordens der Republik Polen; abgerufen am 27. Juni 2010 2007: Franz-Theodor-Csokor-Preis des Österreichischen PEN-Clubs 2009: Manès-Sperber-Würdigungspreis für Leben und Werk 2009: „Goldener Rathausmann“ der Stadt Wien 2009: Krakauer Goldenes Szepter für Leistungen um die Literatur und Auszeichnung „Honoris Gratia“ 2009: Ehrendoktorwürde der Pädagogischen Iwan-Franko-Universität in Drohobycz, Ukraine

Literatur Rembert J. Schleicher: Der letzte Galizianer. Adam Zielinski auf der Spur. Frankfurt am Main 2000. Ullrich Schmidt: Die neun Leben des Adam Zielinski. Wien 2009. Nachruf auf Adam Zielinski in Literarisches Österreich, Ausgabe 2/2010, S. 76f

Weblinks

Website über Adam Zielinski Die vier Leben des Adam Zielinski auf oe1.orf.at Nachruf in Der Standard

Einzelnachweise

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