Erich Palme (* 19. September 1894 in Dresden; † 5. Juni 1971 in Berlin) war ein deutscher Filmproduktionsleiter, Filmeditor und Dokumentarfilm-Regisseur.
Leben Palme hatte eine dreijährige Ausbildung zum Kaufmann erhalten. Außerdem nahm er in seiner Heimatstadt Dresden Schauspielunterricht bei Eugen Huff. Eine weiterführende Ausbildung zum Kameramann folgte. Während des Ersten Weltkriegs eingezogen, wurde Palme im Januar 1917 verwundet. Nach seiner Genesung ging er zum Theater.
Mit Jahresbeginn 1919 wechselte er zum Film als Dramaturg und Schauspieler. 1921 gründete Erich Palme mit der Mercedes-Film in Dresden eine eigene Produktionsfirma, die aber bereits 1923 in Konkurs ging. Anschließend übersiedelte er nach Berlin und wirkte am Nollendorf-Theater und dem Schloßparktheater. 1926 wechselte Palme erneut den Beruf und begann eine journalistische Tätigkeit als Filmredakteur beim Fachblatt ‘Lichtbühne’.
1928 gründete er das Trickfilmatelier Patrick-Film, zwei Jahre darauf versuchte er sich als Schnittmeister. Wenig später war er in dieser Funktion auch an den Wochenschau-Beiträgen der Münchner Firma Emelka beteiligt. Seit seinem Einstand als Hersteller der italienischen Synchronfassung (1934) des NS-Propagandastreifens Hans Westmar arbeitete er in verschiedenen Funktionen beim Spielfilm als Schnittmeister, Regieassistent (u. a. 1935 bei Die selige Exzellenz, 1936 bei Diener lassen bitten und Moral und 1937 bei Spiel auf der Tenne und Der Biberpelz) und Dokumentarfilmregisseur. In letztgenannter Funktion stellte Palme 1936 zwei ziemlich einfallslos gestaltete Reise- und Expeditionsreportagen aus Ostasien her, die nach dem Krieg (1953 respektive 1955) erneut in die Kinos gelangten.
Seit 1935 konzentrierte er sich auf die Produktionsleitung. Bei aufwendigeren Produktionen der Produktionsfirma Euphono wie dem Hans-Albers-Erfolg „Sergeant Berry“ von 1938 und Rheinische Brautfahrt im Jahr darauf musste sich Palme mit der Tätigkeit eines einfachen Mitarbeiters begnügen. Zuletzt, von Herbst 1944 bis Juli 1945, stand Erich Palme als Produktionsleiter in Diensten der Bavaria.
Nach dem Krieg versucht sich der Dresdner erneut als Dokumentarfilmregisseur, gleichfalls mit eher schwacher Resonanz.
Filmografie Als Filmeditor 1933: Welle 4711 (Kurzfilm) 1933: Hugos Nachtarbeit (Kurzfilm) 1933: Schwarzwaldmädel 1934: Die Welt ohne Maske 1934: Der Herr der Welt 1934: Die beiden Seehunde 1934: Der Herr Senator. Die fliegende Ahnfrau 1935: Das Einmaleins der Liebe 1935: Der mutige Seefahrer 1936: Ein seltsamer Gast 1937: Der Biberpelz 1942: Dr. Crippen an Bord 1944: Ein Mann wie Maximilian 1953: Briefträger Müller
Als Produktions- oder Herstellungsleiter 1935: Die selige Exzellenz 1936: Arzt aus Leidenschaft 1936: Ein Lied klagt an 1936: Mönche, Tänzer und Soldaten 1936: Indische Rhapsodie 1937: Madame Bovary 1937: Einmal werd’ ich dir gefallen 1939: Die barmherzige Lüge 1940: Meine Tochter tut das nicht 1941: Der Meineidbauer 1944: Seine beste Rolle 1948: Im Tempel der Venus
Als Regisseur 1921: Fliegentüten-Heinrich lernt reiten! 1936: Der Streithammel (Kurzfilm) 1936: Mönche, Tänzer und Soldaten 1936: Indische Rhapsodie 1951: Wägen und wagen 1953: Prof. Wilhelm Filchner spricht...
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