Dieser Artikel enthält die Liste der Kommunalwappen mit der Jakobsmuschel in Österreich.

Als Jakobsmuscheln oder Pilgermuscheln werden zwei nahe verwandte Arten von Muscheln bezeichnet, die beide zur Gattung Pecten gehören. Der Name Jakobsmuschel geht auf den heiligen Jakobus, den Schutzpatron der Pilger, zurück, dessen Erkennungszeichen die Muschel ist.

Kärnten 100pxGallizien In Blau eine silberne, bis zum Schildhaupt reichende, und in der rechten und linken Herzstelle je einmal gezackte Spitze mit einem bis unter den Gipfel steigenden blauen Keil, vorne begleitet von [zwei überkreuzten] silbernen Pilgerstäben [belegt] mit einer Jakobsmuschel, hinten von einer steigenden silbernen, golden bekrönten und golden bezungten Schlange.zitiert nach Wilhelm Deuer: Die Kärntner Gemeindewappen. Verlag des Kärntner Landesarchivs, Klagenfurt 2006, ISBN 3-900531-64-1, S. 108. Erklärung: Im Wappen symbolisiert die silberne gezackte Spitze den „Hausberg“ der Gemeinde, den Hochobir, und der darin stehende blaue Keil den Wildensteiner Wasserfall. Jakobsmuschel und die von ihr belegten Pilgerstäbe sind Attribute des Pfarrpatrons Jakobus des Älteren. Die gekrönte silberne Schlange spielt auf eine lokale Sage an.siehe hierzu „Die verwunschene Jungfrau von Wildenstein“ In: Grabner: Sagen aus Kärnten. Graz 1941 (Onlinefassung auf sagen.at). Wappen und Fahne wurden der Gemeinde am 10. Jänner 1986 verliehen. Die Fahne ist Blau-Weiß mit eingearbeitetem Wappen. 100pxReichenfels In blauem Schild ein naturfarbener altkristalliner Fels, dessen Gipfel von je einer silbernen Jakobsmuschel rechts und links beseitet ist.zitiert nach Wilhelm Deuer: Die Kärntner Gemeindewappen. Verlag des Kärntner Landesarchivs, Klagenfurt 2006, ISBN 3-900531-64-1, S. 228. Erklärung: Obwohl seit Mitte des 15. Jahrhunderts Markt, wurde Reichenfels erst am 24. März 1557 durch Bischof Georg von Bamberg das Recht zur Führung eines Siegels gewährt. Das Siegel zeigte den Pfarrpatron, den Apostel Jakobus den Älteren, als Ganzfigur mit Pilgerstab und Mantel, der in seiner Linken ein Wappen mit einem zerklüfteten Fels und zwei Jakobsmuscheln hielt. Der Heilige Jakobus fungierte auch noch in jüngeren Darstellungen als Schildhalter oder (in einem Siegel aus dem Jahr 1595) gar als Hauptfigur des Reichenfelser Wappens. Anlässlich der förmlichen Bescheinigung bzw. Verleihung von Wappen und Fahne im Jahr 1971 ist jedoch auf Empfehlung des Landesarchivs nur noch der „redende“ Binnenschild mit dem altkristallinen Felsen (der „reiche Fels“) und den beiden silbernen Jakobsmuscheln, die auf den Patron hinweisen, verblieben. Die Fahne der Gemeinde Reichenfels ist Blau-Weiß mit eingearbeitetem Wappen. 107pxSankt Jakob im Rosental Im schräglinks geteilten Schild oben in Rot eine Jakobspilgermuschel, unten in Silber eine rote Rose. Erklärung: Die Muschel ist das Attribut und das Symbol des Pfarrpatrons Jakobus der Ältere, die rote, fünfblättrige Rose symbolisiert das Rosental, dem die Gemeinde angehört und das sie im Namen führt – allerdings leitet sich dessen Name nicht von der Rose ab, sondern von drei Burgen der Herren von Ras: von der im Hochmittelalter errichteten Rasburg auf der Gratschenitzen (auch: Gratschützen) westlich von Rosenbach, einer zweiten Burg in Schlatten (Burg Ras) und der dritten im heutigen Rosegg (Burgruine Rosegg). Das Wappen sowie die Fahne wurden der Gemeinde St. Jakob am 16. Mai 1980 verliehen, die Fahne ist Rot-Weiß mit eingearbeitetem Wappen.

Niederösterreich 100pxGedersdorf Ein grüner Schild, über geflutetem blauem Schildfuß mit vier silbernen Wellenleisten durch eine silberne Leiste gespalten, rechts übereinander eine goldene Jakobsmuschel und eine goldene heraldische Lilie, links ein goldener Weinstock mit drei Trauben und drei Blättern. Erklärung: Die Wellen stehen für die Donau- und Kampwellen. Das Grün symbolisiert die Fruchtbarkeit des Gemeindegebietes. Der Weinstock steht für alle Früchte die hier wachsen. Die Trennlinie kann als Bundesstraße angesehen werden. Die bourbonische Lilie symbolisiert die Pfarre Theiß, die der ohne Erbsünde geborenen Jungfrau Maria geweiht ist. Die Jakobsmuschel weist auf den Patron der Pfarre Brunn hin. 100px Guntramsdorf 100pxKautzen Das dreigeteilte Wappen zeigt im oberen Teil eine Kornähre. Diese symbolisiert die Landwirtschaft, die in der ländlichen Region des nördlichen Waldviertels weit verbreitet ist. Darunter ist eine Weberschiffchen abgebildet, das auf die prominente Verbreitung der Textilproduktion in der Region hinweist. Auf der rechten Seite des Wappens ist der heilige Jakobus der Ältere abgebildet, welcher Schutzpatron von Kautzen und der katholischen Pfarrkirche ist. 107pxLichtenau im Waldviertel Unter blauem Schildhaupt in Rot ein mit drei roten Jakobsmuscheln belegter goldener Schrägrechtsbalken. Erklärung: Im Wappen sind Elemente des Wappens des Ministerialengeschlechts der „Lichtenauer“ mit dem ehemaligen Gemeindewappen des eingemeindeten Ortes Loiwein verbunden. – Die Lichtenauer sind als erste Besitzer des heutigen Gemeindegebietes anzusehen. Sie kamen im 12. Jahrhundert in die damalige "Ostmark". Das ehemalige Marktwappen von Loiwein wurde im Jahre 1954 verliehen. Die Beschreibung lautet: "Im silbernen Feld schrägrechts untereinandergereiht drei rote Jakobsmuscheln". Es handelt sich dabei um das Muschelwappen der Ritterfamilie von Neidegg. Die Neidegger waren im 15. und 16. Jahrhundert als Besitzer der Schlösser und Güter von Lichtenau und Brunn am Wald unmittelbare Lehensinhaber eines Großteils der heutigen Gemeinde. Das neue Wappen kann als Symbol der gemeinsamen Geschichte der heutigen Großgemeinde Lichtenau im Waldviertel bezeichnet werden. 100px Puchenstuben In Silber eine ausgerissene völlig grüne beblätterte Buche unter einem schwarzen Schildhaupt mit gekreuztem silbernem Hammer und Schlägel. Zwei silbernen Muscheln begleiten das Gezähe. Erklärung: Die Buche im Puchenstubener Wappen soll auf die alte Schreibweise des Ortsnamens Buchenstuben hinweisen. 100pxRastenfeld Der in der Mitte geteilte Wappenschild enthält im oberen weißen Feld nebeneinander zwei rote Muscheln und im unteren roten Feld eine weiße Meermuschel. Erklärung: König Maximilian verlieh Rastenfeld am 13. Dezember 1494 in Antwerpen Wappen und Marktsiegel. In diesem Wappenbrief ist bereits von Jahr- und Wochenmärkten im Ort die Rede. Der Wappenschild, in der Mitte geteilt, enthält im unteren roten Feld eine weiße Meermuschel, im oberen weißen Feld nebeneinander zwei rote Muscheln, ähnlich dem Stammwappen der Herrn von Neudegg auf Rastenberg.

Oberösterreich 100pxRoitham am Traunfall Von Rot und Grün erniedrigt, geteilt durch einen silbernen, mit einer rechten Stufe gebrochenen Balken; oben unter der silbernen, durchgehenden Traunfallbrücke eine silberne Kaplan-Wasserturbine, unten eine goldene Muschel. Erklärung: Unter der Traunfallbrücke symbolisieren Turbine und Stufe das Kraftwerk und den Traunfall selbst. Die Muschel als Attribut des Heiligen Jakobus steht für den Pfarrpatron.Herbert Erich Baumert: Die Wappen der Städte, Märkte und Gemeinden Oberösterreichs, 7. Nachtrag (1984-1987). In: Oberösterreichische Heimatblätter. Heft 4, 1988, S. 235 f. (). Das Gemeindewappen wurde 1985 verliehen. 100pxSchalchen In Silber über blauem, gewelltem Schildfuß zwei blaue, schräggekreuzte Reißhaken mit roten Stielen, überdeckt durch eine rote, gestürzte Muschel.Erklärung: Die Muschel deutet als Attribut des Apostels Jakobus d. Ä. auf das Patrozinium der Schalchener Kirche. Die Flößerhaken sowie die Wellen erinnern an die einstige Holztrift im Schwemmbach, der das Gemeindegebiet von Süden nach Norden durchfließt.Entworfen wurde das Wappen vom Linzer Herbert Erich Baumert, die Verleihung erfolgte am 22. September 1975. 100pxSchönau im Mühlkreis In Gold zwei schwarze, schräggekreuzte Brände, darunter eine rote Muschel. Erklärung: Die Brände sind ein Wappenbild des Ministerialengeschlechtes der Pranter, die Anfang des 13. Jahrhunderts die erste Burg Prandegg errichteten. Die rote Muschel steht für den Heiligen Jakobus, dem Kirchenpatron, und symbolisiert eine Pilgermuschel. Die Gemeindefarben sind Rot-Gelb. Die Verleihung des Gemeindewappens und der Gemeindefarben erfolgte am 24. April 1972.Land Oberösterreich, Landesgeschichte: Wappen der Gemeinde Schönau. Abgerufen am 29. Oktober 2008.

Steiermark 120x120pxLassing In einem von Gold und Grün schräg rechts geteilten Schild ein von einem Tor und zwei Fenstern durchbrochener blauer Turm im goldenen und eine goldene Pilgermuschel im grünen Felde. Erklärung: Ursprünglich bestand das Gemeindegebiet aus zwei selbstständigen Gemeinden: die goldene Hälfte des Wappens steht für Lassing-Sonnseite, die grüne für die Teilgemeinde Lassing-Schattseite, der Turm symbolisiert die Burg Strechau, die Muschel als das Zeichen des Heiligen Jakob, dem Schutzpatron der Kirche von Lassing. 100pxSoboth In silbernem Schild über blauem mit zwei silbernen gestürzten Jakobsmuscheln belegtem Schildfuß ein silberner Wellenbalken, belegt mit sieben einzeln nebeneinander gestellten blauen Wellen, darüber ein grüner Dreispitzberg, dessen mittlere Spitze bis zum oberen Schildrand reicht und mit drei silbernen aus gemeinsamem Muttergestein wachsenden langprismatischen Bergkristallen belegt ist.Verordnung der Steiermärkischen Landesregierung vom 14. September 2009 über die Verleihung des Rechtes zur Führung eines Gemeindewappens an die Gemeinde Soboth (politischer Bezirk Deutschlandsberg). Steiermärkisches Landesgesetzblatt vom 23. September 2009. Jahrgang 2009, Nr. 84, 27. Stück, S. 398. Erklärung: Das Wappen enthält heraldische Symbole für die geographische Lage, die wirtschaftliche Geschichte und die kirchlichen Verhältnisse des Gemeindegebietes: die Jakobsmuscheln verweisen auf die beiden Katastralgemeinden Soboth und Laaken, der Wellenbalken symbolisiert die Fließgewässer des Gemeindegebietes, die Bergkristalle stehen für den Quarz als Grundlage der Glaserzeugung im Gebiet von Soboth und Pack, der grüne Dreiberg der Umrahmung steht für die almenreiche Bergwelt der Umgebung von Soboth. der Steiermärkischen Landesregierung vom 8. März 2010 über die Verleihung des Gemeindewappens. Das Wappen wurde der Gemeinde 2009 verliehen und am 7. März 2010 im Rahmen einer Feier überreicht.Soboth erhält Gemeindewappen. Wochenzeitung Weststeirische Rundschau vom 12. März 2010. 83. Jahrgang, Nr. 10, S. 1. 100pxThal In Rot zwei silberne Pfähle, jeder Pfahl belegt mit sechs Muscheln in Schattenfarbe. Erklärung: Die Pfähle stammen aus dem Familienwappen der ältesten nachweisbaren adeligen Grundherrschaft „von Waldsdorf“. Die Muscheln weisen auf den Pfarrpatron, Apostel Jakobus den Älteren, hin. Die offizielle Verleihung des Wappens erfolgte am 11. Juli 1987.

Tirol 100px Innsbruck-InnenstadtDas viergeteilte Wappen mit Mittelschild zeigt in Feld 3 die Insignien des Patrons des Innsbrucker Doms zu St. Jakob: in rot zwei silberne (weiße) schräggekreuzte Pilgerstäbe mit drei links, rechts und unten eingefügten silbernen (weißen) Jakobsmuscheln. 100pxSt. Jakob in DefereggenIn Grün eine silberne Muschel, mit den schwarzen Bergwerkszeichen Schlägl und Eisen belegt, im Schildhaupt eine ganze und zwei halbe gestürzte silberne Spitzen.Erklärung: Das Hauptfeld des Gemeindewappens mit dem Gebirgseinschnitt steht für den Staller Sattel, über den bairische Siedler das Hochtal besiedelten. Die Jakobsmuschel symbolisiert den Heiligen Jakobus; der ist nicht nur Namenspatron der Pfarrkirche, er repräsentiert als Schutzpatron der Wanderhändler und Hutmacher auch zwei ehemals bedeutende Berufszweige. Das Bergwerkszeichen steht für den ebenfalls bedeutenden Bergbau im Defereggental der frühen Neuzeit.Bezirkskunde Osttirol S. 353–358.