Conrad Cappi (auch Konrad, Curd oder Curt Cappi; * 8. Januar 1878 als Conrad Heinrich Paul Lehmann in Weimar, Deutsches Reich; † 7. Oktober 1964 in Linz, Österreich) war ein deutsch-österreichischer Schauspieler.
Leben Der geborene Conrad Lehmann war ein Sohn des Großherzoglichen Hofschauspielers Guido Lehmann (1826–1909) und dessen Ehefrau Marie, geb. Hauser.Stadtarchiv Weimar, Geburtsregister Standesamt Weimar, Nr. 14/1878 (Online auf Ancestry, kostenpflichtig). Ab 1896 in Graz wohnhaft, studierte er vier Semester an der Technischen Hochschule. Danach war er als Rechnungsbeamter der steiermärkischen Statthalterei bedienstet. Nachdem er bereits 1908 zum Theater gestoßen war, ließ er sich im Oktober 1912 in den zeitlichen Ruhestand versetzen und ging nach Berlin, um sich ganz der Bühne zu widmen. Ab diesem Zeitpunkt führte er den amtlichen Familiennamen Cappi. Im Jahre 1919 übernahm er erstmals eine Filmrolle.
Cappi arbeitete auf der Bühne und vor der Kamera als klassischer Kleindarsteller. Vor allem in den frühen 1920er Jahren und dann erneut im Dritten Reich wirkte er in mehreren Kinofilmen mit, zuletzt mit Auftritten von Sekundenkürze. Er verkörperte einen Drehorgelspieler ebenso wie einen Intendanten, einen Theaterportier ebenso wie einen Büroangestellten.
Von 1940 bis 1943 soll Cappi trotz nachweislich intensiver Filmtätigkeit und fortgeschrittenem Alter in der Wehrmacht gedient haben.Vgl. dazu Cappis Personalakte der Reichsfilmkammer, Bundesarchiv Berlin. Anschließend übersiedelte er ins oberösterreichische Linz und zog sich ins Privatleben zurück. Er starb 1964 im Pflegeheim „Haus der Barmherzigkeit“.Magistrat der Landeshauptstadt Linz, Sterberegister Standesamt Linz, Nr. 2448/1964.
Filmografie (Auswahl) 1920: Der Unerkannte 1920: Der Schrecken der Millionäre 1920: Das Geheimnis der Mitternachtsstunde 1920: In den Goldfeldern von Nevada 1921: Die Brillantenmieze (2 Teile) 1921: Das Achtgroschenmädel. Jagd auf Schurken (2 Teile) 1921: Die kleine Midinette 1921: Die goldene Pest 1922: Sterbende Völker (2 Teile) 1922: Der Roman einer Halbweltdame 1922: Abenteuer der Liebe 1922: Im Glutrausch der Sinne (2 Teile) 1922: Die rote Marianne 1928: Polnische Wirtschaft 1929: Das Recht der Ungeborenen 1930: Namensheirat 1933: Das Tankmädel 1935: Die selige Exzellenz 1935: Eine Nacht an der Donau 1936: Arzt aus Leidenschaft 1936: Ave Maria 1936: Moral 1936: Ein Lied klagt an 1936: Ritt in die Freiheit 1936: Truxa 1937: Unter Ausschluß der Öffentlichkeit 1937: Die Korallenprinzessin 1938: Die fromme Lüge 1938: Mordsache Holm 1938: Zwei Frauen 1938: Tanz auf dem Vulkan 1939: Die Geliebte 1939: Die barmherzige Lüge 1939: Die Frau ohne Vergangenheit 1939: Hochzeit mit Hindernissen 1939: Weißer Flieder 1940: Falstaff in Wien 1940: Die Rothschilds 1940: Kleider machen Leute 1941: Jungens 1941: Der Meineidbauer 1941: Rembrandt 1942: Die goldene Stadt 1942: Wir machen Musik 1942: Die Entlassung 1942: Karneval der Liebe 1943: Geliebter Schatz 1943: Die goldene Spinne
Literatur Kurt Mühsam, Egon Jacobsohn: Wie ich zum Film kam. Lexikon des Films. Verlag der Lichtbildbühne, Berlin 1926, S. 32.
Weblinks
; hier fälschliche Angabe seines Sterbejahres mit 1944 Conrad Cappi in den Akten der Reichsfilmkammer
Anmerkungen und Einzelnachweise
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