Die 19. Internationale Friedensfahrt (Course de la paix) war ein Radrennen, das vom 9. bis zum 25. Mai 1966 ausgetragen wurde. Das 2340 Kilometer lange Etappenrennen für Amateure führte von Prag über Warschau nach Ost-Berlin und war in 15 Etappen gegliedert. Die Fahrerwertung gewann der Franzose Bernard Guyot, die Sowjetunion siegte in der Mannschaftswertung und das Violette Trikot des aktivsten Fahrers eroberte sich Axel Peschel aus der DDR.

Teilnehmer 102 Fahrer aus 17 Ländern gingen in Prag an den Start. Gegenüber dem Vorjahr waren die Mannschaften aus England, Italien, Marokko und Norwegen wieder mit dabei. Die vorjährigen Exoten Kuba und Mongolei fehlten diesmal. Im Einzelnen hatten folgende Radsportverbände gemeldet:

Der Radsport-Verband der DDR hatte folgende sechs Fahrer nominiert:

Rennverlauf Die Fahrtroute war nur unwesentlich länger als bei der Vorjahrestour und hatte die gleiche Anzahl von Etappen. Der längste Tagesabschnitt betrug 246 Kilometer zwischen Schwerin und Potsdam. Zielort war das Ernst-Thälmann-Stadion. Es gab diesmal vier Bergetappen, die alle auf dem Gebiet der Tschechoslowakei bewältigt werden mussten. In Wismar wurde erstmals ein Kriterium ausgetragen. Das Gelbe Trikot des Spitzenreiters wechselte nur dreimal, am dritten Tourtag eroberte es sich Bernard Guyot, der es bis zum Ziel in Ost-Berlin verteidigte. Um das Blaue Trikot der schnellsten Mannschaft entbrannte ein Zweikampf zwischen der Sowjetunion und Polen, die bis zur letzten Etappe nie weiter als drei Minuten auseinander lagen. Erst auf der Schlussetappe, dem Einzelzeitfahren von Strausberg nach Ost-Berlin, verloren die sowjetischen Fahrer fast drei Minuten auf die Polen, konnten den Gesamtsieg aber noch mit sechs Sekunden Vorsprung retten. Die DDR musste nach vier Jahren erstmals auf ihren Kapitän Klaus Ampler verzichten und musste nach der neunten Etappe auf den verletzten Neuling Bernd Patzig verzichten. Trotzdem erreichte sie in der Mannschaftswertung noch den dritten Platz, auf dem Axel Peschel auch in der Einzelwertung landete. Das beste Team, das nicht mit Staatsamateuren antrat, war wie im Vorjahr Frankreich, das sich diesmal dank des überragenden Guyot um einen Rang auf Platz vier verbesserte. Von den 107 Teilnehmern erreichten 88 das Ziel Ost-Berlin.

Streckenplan hochkant=1.5|rahmenlos

Etappenübersicht

Etappe Start – Ziel Etappensieger Etappen-länge Zeit (h) km/h1 Rund um Prag Axel Peschel (DDR) 117 km 2:57:44 40,12 Prag – Liberec Pietro Guerra (Italien) 130 km 3:18:18 40,03 Tanvald – Hradec Králové Bernard Guyot (Frankreich) 125 km 2:52:30 44,04 Hradec Králové – Brünn Jan Kudra (Polen) 144 km 3:26:20 42,15 Brünn – Otrokovice Antal Megyerdi (Ungarn) 130 km 3:14:14 40,06 Gottwaldov – Kattowitz János Juszkó (Ungarn) 209 km 5:12:12 40,47 Kattowitz – Łódź Günter Hoffmann (DDR) 205 km 5:04:47 40,38 Rund um Warschau André Desvages (Frankreich) 108 km 2:30:00 43,29 Kutno – Posen Willy Van Neste (Belgien) 176 km 3:51:14 45,9 10 Posen – Stettin Pietro Guerra (Italien) 228 km 5:20:21 42,8 11 Stettin – Rostock Jan Smolík (ČSSR) 205 km 5:24:33 37,8 12 Wismar (Kriterium) Antonio Paolo Albonetti (Italien) 93 km 2:09:36 42,8 13 Rostock – Schwerin Alexei Petrow 180 km 4:57:03 36,6 14 Schwerin – Potsdam (ČSSR) 246 km 6:13:18 39,9 15 Strausberg – Ost-Berlin(Einzelzeitfahren) Jan Magiera (Polen) 44 km 0:54:54 47,8

Endresultate

Einzelwertung Fahrer Mannschaft Zeit 1. Bernard Guyot Frankreich 57:49:33 h 2. Aljaksej Dokljakou UdSSR + 1:39 min 3. Axel Peschel DDR + 3:45 min 4. Willy Van Neste Belgien + 3:47 min 5. Pietro Guerra Italien + 4:48 min 6. Alexei Petrow UdSSR + 6:19 min 7. Jan Kudra Polen + 6:24 min 8. Antal Megyerdi Ungarn + 6:58 min 9. Jan Smolík ČSSR + 7:38 min 10. Antonio Albonetti Italien + 9:05 min 11. Dieter Vogelsang DDR + 9:13 min 12. Rajmund Zielinski Polen + 10:20 min 13. Pavel Doležel ČSSR + 10:22 min 14. Jiří Háva ČSSR + 11:11 min 15. Jan Wouters Belgien + 11:29 min 16. Anguel Kirilow Bulgarien + 11:33 min 17. Marian Kegel Polen + 11:33 min 18. Günter Hoffmann DDR + 11:33 min 19. Iwan Bobekow Bulgarien + 12:16 min 20. Wladimir Sharkow UdSSR + 12:48 min 21. Lothar Appler DDR + 13:09 min … 38. Eberhard Butzke DDR + 24:11 min … 88. Belkacem Chibane Algerien + 9:17:40 h u. a. ausgeschieden: Bernd Patzig (DDR) Mannschaftswertung Mannschaft Zeit 1. Sowjetunion 173:37:13 h 2. Polen + 0:06 min 3. DDR + 7:55 min 4. Frankreich + 13:09 min 5. Tschechoslowakei + 15.55 min 6. Belgien + 19:52 min 7. Bulgarien + 21:57 min 8. Italien + 25:10 min 9. Ungarn + 30:15 min 10. Jugoslawien + 37:33 min 11. Dänemark + 39:28 min 12. Rumänien + 1:14:05 h 13. Norwegen + 2:46:15 h 14. England + 3:36:04 h 15. Marokko + 5:46:54 h 16. Finnland + 7:27:44 h 17. Algerien + 9:39:05 h Violettes Trikot Fahrer Mannschaft Punkte 1. Axel Peschel DDR 48 2. Alexei Petrow UdSSR 39 3. Jan Smolík ČSSR 32 4. Aljaksej Dokljakou UdSSR 32 5. Jan Magiera Polen 29 6. Ján Wenczel ČSSR 29

Fahrerprofile

Literatur Klaus Ullrich. Jedesmal im Mai. Sportverlag Berlin, 1987, ISBN 3-328-00177-8. S. 266–272 DDR-Sportzeitung Deutsches Sportecho, Ausgaben April/Mai 1966 XIX. Internationale Friedensfahrt 1966. Neues Deutschland, Berlin 1966, 32 Seiten Das war die XIX. Friedensfahrt. Neues Deutschland, Berlin 1966, 40 Seiten Die Neunzehnte. Programmheft. Deutsches Sportecho, Berlin 1966, 40 Seiten

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