Segeste ist ein Ortsteil der Gemeinde Sibbesse im niedersächsischen Landkreis Hildesheim.
Geografie Segeste liegt südlich von Hildesheim an der Südflanke des Hildesheimer Walds zwischen den Naturparks Weserbergland im Westen und Harz im Südosten. Der Ort wird von der Alme (Zufluss der Riehe) durchflossen.
Geschichte Die Bedeutung des Namens von Segeste, das bereits 845 erstmals als „Seguti“ urkundlich genannt wurde, ist bis heute ungeklärt. Damals besaß das Kloster Corvey dort achtzig Morgen Land. Über einen Zusammenhang mit dem „Cheruskerfürsten Segestes“ wurde oft spekuliert, insbesondere, weil sich unweit des Dorfes ein Flurstück mit der Bezeichnung „Burgstelle“ befindet. Im Jahre 1020 wurde Segeste als „Segate“ erwähnt.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts lebten in Segeste 263 Menschen. In der Volkszählung 1950 wurden Segeste 481 Menschen zugerechnet.
Am 7. November 1901 wurde die Bahnlinie von Elze nach Gronau bis nach Bodenburg verlängert, und zwischen Almstedt und Segeste wurde ein Bahnhof gebaut. Anfangs hielten hier fünf Personenzugpaare pro Tag, und ein in Almstedt bereits bestehendes Kalkwerk erhielt einen eigenen Gleisanschluss für seinen Güterverkehr. Am 24. September 1966 wurde der Personenverkehr auf der Eisenbahnstrecke allerdings eingestellt und 1974 auch der Güterverkehr.
Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Niedersachsen, die am 1. März 1974 stattfand, wurde die zuvor selbständige Gemeinde Segeste zum Ortsteil der Gemeinde Almstedt.
Am 1. November 2016 wurde Almstedt und Segeste mit den anderen Gemeinden der Samtgemeinde Sibbesse zur neuen Gemeinde Sibbesse zusammengeschlossen.
Politik Ortsrat und Ortsbürgermeister Segeste wird auf kommunaler Ebene vom Almstedter Ortsrat vertreten.
Wappen Der Gemeinde wurde das Kommunalwappen am 29. November 1938 durch den Oberpräsidenten der Provinz Hannover verliehen. Der Landrat aus Alfeld überreichte es am 15. Februar 1939.
Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr Die wichtigste Verbindung von Segeste mit dem überörtlichen Straßennetz stellt die Landesstraße 482 dar; die nächstgelegenen Bundesstraßen sind die B 243 im Osten und die B 3 im Westen. Die Schnellfahrstrecke Hannover–Würzburg verläuft ohne Haltestelle durch das Gemeindegebiet. Sie verfügt hier jedoch über einen Betriebsbahnhof mit dem Namen Almstedt.
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|hochkant|Altes Feuerwehrhaus Bauwerke An der Hauptstraße von Segeste sind zahlreiche gut erhaltene Fachwerkhäuser zu bestaunen und an der Straße „Im Dorf“ stehen fünf Häuser bzw. Höfe unter Denkmalschutz. Ebenfalls sehenswert ist die 1770 erbaute evangelische Kapelle in Segeste, an der 1823 eine Schule angebaut wurde. Die Schule wurde 1909 in ein Wohnhaus umgewandelt, wobei auch die Kapelle umgebaut wurde. Die Orgel der Kapelle, deren Glocke 1835 eingefertigt wurde, befindet sich über dem Altar und nicht – wie sonst üblich – auf der Empore im Bereich des Turmes. Die Kapelle hat rund 100 Sitzplätze. Über ihrem Eingang im Bereich des Westturmes, dessen Haube mit Schiefer verkleidet ist, findet sich die in Stein gehauene Jahreszahl 1770. An der Südseite der Kapelle ist eine Sonnenuhr in das Mauerwerk eingraviert.
Museen Die 1901 eingeweihte Bahnstrecke Elze–Bodenburg mit dem Bahnhof Almstedt-Segeste wurde 1966 für den Personenverkehr und 1974 auch für den Güterverkehr aufgegeben; inzwischen verkehrt jedoch auf einem renovierten Teilstück mehrmals im Jahr eine Museumseisenbahn, die Almetalbahn der Arbeitsgemeinschaft historische Eisenbahn e. V. (AHE). In den 1980er Jahren wurde das Bahnhofsgebäude von der Süd- auf die Nordseite der Gleise verlegt.
Persönlichkeiten Manfred Kohrt (1947–2025), Germanist, Linguist und Hochschullehrer
Weblinks
Website der ehemaligen Samtgemeinde Sibbesse Website der Arbeitsgemeinschaft historische Eisenbahn e. V.
Einzelnachweise
Kategorie:Geographie (Sibbesse) Kategorie:Ort im Landkreis Hildesheim Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Hildesheim) Kategorie:Ersterwähnung 845 Kategorie:Gemeindeauflösung 1974