mini|hochkant=1.2|Die Strecke in Québec 2007
Red Bull Ice Cross (seit der Saison 2019/2020 – vorher Red Bull Crashed Ice) ist eine winterliche Extremsportveranstaltung, die von Red Bull organisiert wird. 2001 fand die erste Veranstaltung dieser Art in Stockholm statt. Die Sportart wird auch Ice Cross Downhill oder Crashed Ice Contest genannt und enthält Elemente von Eishockey und Snowboardcross. Veranstaltet wird dabei eine Abfahrt mit Schlittschuhen auf einer künstlich angelegten Eispiste meist in städtischer Umgebung, welche Steilkurven, hohes Gefälle und Sprünge enthält. Die Teilnehmer sind überwiegend Eishockeyspieler und treten in einer entsprechenden Montur an. Seit 2010 gibt es Weltmeisterschaften.
Geschichte
Der sportliche Vergleich von Schlittschuhläufern und -läuferinnen geht auf eine Idee eines ehemaligen Snowboarders und Eishockeyspielers aus Schweden zurück. Der Mix besteht aus einem Drittel Boardercross, einem Drittel Eishockey und einem Drittel Inline-Downhill. Das Unternehmen Red Bull hatte zur Austragung einen ersten Eisparcour in der Großstadt Stockholm aufbauen lassen und lud interessierte Sportler zur Premierenveranstaltung im März 2001 ein. 57 Teilnehmer aus 10 Ländern u. a. Schweden, Niederlande, Norwegen, Österreich, Schweiz, Großbritannien, Frankreich und sogar Südafrika, hatten zur Premiere gemeldet, überwiegend waren es aktive Eishockeyspieler.Bericht auf Eurosport vom 9. März 2001. Nachdem alle Beteiligten an der ersten Veranstaltung diese als vollen Erfolg ansahen, etablierte sich diese neue Wintersportart unter dem ständigen Sponsoring von Red Bull als jährlicher Wettbewerb. Anfangs betrug das Gesamtpreisgeld 5000 $, das unter den jeweils ersten Vier aufgeteilt wurde. Im Jahr 2007 gab es insgesamt 10.000 $ zu gewinnen (1. Platz: 5000 $, 2.: 3000, 3.: 1500, 4.: 500).
Weil die Teilnehmerzahlen und das Interesse der Zuschauer ständig wachsen, wird seit dem Jahr 2010 jährlich eine Weltmeisterschaft (WM) organisiert.
Deutsche Teilnehmer an den internationalen Wettkämpfen gibt es erst seit 2009. In Deutschland wurde die bis dahin kaum bekannte Sportveranstaltung eine Zeitlang als „Ice Cross Downhill“ beworben. Bei passenden Gelegenheiten erschienen Aufrufe, dass sich weibliche und männliche Teilnehmer melden mögen.Harte Eis-Flitzer gesucht. In der Arena Nürnberger Versicherung sollten Kandidaten ihr Können beweisen, die drei Besten entsandten die Veranstalter dann zur Teilnahme an einer Ausscheidung im Rahmen des WM-Stopps vom Red Bull Crashed Ice im Januar 2010 in München. In: Fürther Nachrichten. (HFN), 5. Dezember 2009, S. 8.
Bahn, Ausrüstung und Regeln mini|hochkant|Startsituation
Die Ice-Skater starten in einer Art Eis-Halfpipe (Eistrack), die in größeren Städten als offene Anlage aufgebaut wird, zu dritt oder viert aus einer Startbox nebeneinander. Dann geht es eine bis zu 600 Meter lange in mehreren Kurven mit kleinen Buckeln, Treppchen und Torhindernissen (aus roten und blauen Wimpeln) oder auch Haarnadel-Kurven angelegte Eisbahn hinunter. Im Jahr 2007 war die Bahn in Québec bereits 430 m lang und hatte eine Höhendifferenz von 60 m.Information auf redbull.ca
Zur Ausrüstung gehören Eishockey-Schlittschuhe mit Sicherheitskufen, Eishockeykleidung mit gepolsterten Teilen inklusive Rückenprotektoren, Gelenkschützer, Handschuhe mit Protektoren und anerkannte Helme (Hockeyhelme mit Gesichtsschutz oder Downhill-Helme mit Schutzbrille). Nach dem Reglement sind übliche Bodychecks erlaubt, während Schubsen und Stoßen zur Disqualifikation führt. Im Laufe der Entwicklung wurden die Regeln mehrfach überarbeitet, zurzeit gilt das Werk vom Jahr 2017.
Der Wettkampf funktioniert nach dem K.-o.-System, d. h. die jeweils Besten aus drei oder vier Läufen treten dann gegeneinander an usw. Der Gewinner hat also mehrfach den Eiskanal zu durchsprinten. Geschwindigkeiten von rund 60–70 km/h wurden beim Crashed Ice bereits gemessen.
Wettbewerbsmodus
In regionalen Vorausscheidungen (Qualifier Events) werden die Teilnehmer der internationalen Veranstaltungen ermittelt, hierbei muss ein auf einem Eishockeyfeld abgesteckter Parcours möglichst schnell durchlaufen werden.
Bei den internationalen Wettbewerben (seit 2010 Weltmeisterschaftsläufe) treten die regional qualifizierten Teilnehmer und die Weltspitze gemeinsam zu Qualifikationsläufen an. Dabei handelt es sich um reine Zeitläufe ohne direkte Gegner. Die schnellsten 64 Läufer kämpfen dann in Vierergruppen (Heats) um den Einzug ins Finale. Die ersten beiden Läufer im Ziel erreichen die nächste Runde, bis im Finale die letzten Vier um den Sieg kämpfen.
Der Sieger eines Laufes erhält 1000 Weltmeisterschaftspunkte, der zweite 800 etc. Der Athlet mit den meisten Punkten zu Saisonende ist Weltmeister. Als Berechnungsgrundlage dienen die Platzierungen in gekennzeichneten Wettbewerben, in der Saison 2019/20 waren es die acht Stationen Judenburg (Österreich), Pra-Loup (Frankreich), Mont du Lac (USA), Percé (Kanada), Rautalampi (Finnland), Yokohama (Japan) und Le Massif de Charlevoix, Québec (Kanada).
Erste Wettbewerbe Jahr Ort/Land Anzahl Teilnehmer Gewinner Bemerkung 2001, März Stockholm, Schweden 57 aus 10 Ländern Jasper Felder, Schweden 2002 Klagenfurt, Österreich Jasper Felder, Schweden 20. Feb. 2004/21. Feb. Duluth (Minnesota), USA 100, davon 19 Frauen Jasper Felder, Schweden Austragung am Spirit Mountain 2004, Herbst Moskau, Russland Jasper Felder, Schweden 2005 Prag, Tschechien Jasper Felder, Schweden 2006 Québec, Kanada 100 Gabriel Andre, Kanada Die Bahn war 400 m lang. 2007, 3. März Québec, Kanada 64 Finalisten aus 150 Teilnehmern Kevin Olson, Kanada 2007 Helsinki, Finnland Kevin Olson, Kanada 2008 Davos, Schweiz Miikka Jouhkimainen, Finnland 2008 Québec, Kanada Arttu Pihlainen, Finnland 2009 Québec, Kanada Arttu Pihlainen, Finnland 2009 Prag, Tschechien Miikka Jouhkimainen, Finnland 2009 Lausanne, Schweiz Jasper Felder, Schweden
Weltmeisterschaft
Weltmeisterschaft 2010 + Endstand Position Name Land Punkte 1 Martin Niefnecker 1800 2 Kyle Croxall 1000 3 Gabriel Andre 890 + Ergebnisse Datum Ort/Land Gold Silber Bronze 16. Jan. München, Deutschland Martin Niefnecker, Deutschland Gabriel Andre, Kanada Kim Muller, Schweiz 21. Mär. Québec, Kanada Kyle Croxall, Kanada Martin Niefnecker, Deutschland Scott Croxall, Kanada
Weltmeisterschaft 2011 + Endstand Position Name Land Punkte 1 Arttu Pihlainen 3800 2 Kyle Croxall 3000 3 Scott Croxall 2030
+ Ergebnisse Datum Ort/Land Gold Silber Bronze 15. Jan. München, Deutschland Kyle Croxall, Kanada Arttu Pihlainen, Finnland Lukáš Kolc, Tschechien 5. Feb. Valkenburg, Niederlande Arttu Pihlainen, Finnland Scott Croxall, Kanada Kyle Croxall, Kanada 26. Feb. Moskau, Russland Arttu Pihlainen, Finnland Kyle Croxall, Kanada Kilian Braun, Schweiz 19. Mär. Québec, Kanada Arttu Pihlainen, Finnland Louis-Philippe Dumoulin, Kanada Kyle Croxall, Kanada
Weltmeisterschaft 2012 + Endstand Position Name Land Punkte 1 Kyle Croxall 3000 2 Arttu Pihlainen 2960 3 Scott Croxall 2300
+ Ergebnisse Datum Ort/Land Gold Silber Bronze 14. Jan. Saint Paul, USA Kyle Croxall, Kanada Arttu Pihlainen, Finnland Scott Croxall, Kanada 4. Feb. Valkenburg, Niederlande Kyle Croxall, Kanada Fabian Mels, Deutschland Paavo Klintrup, Finnland 18. Feb. Åre, Schweden Adam Horst, Kanada Arttu Pihlainen, Finnland Scott Croxall, Kanada 17. Mär. Québec, Kanada Arttu Pihlainen, Finnland Kyle Croxall, Kanada Scott Croxall, Kanada
Weltmeisterschaft 2013 + Endstand Position Name Land Punkte 1 Derek Wedge 2650 2 Kyle Croxall 2618,6 3 Cameron Naasz 2585 4 Scott Croxall 2241,6 5 Marco Dallago 2120
+ Ergebnisse Datum Ort/Land Gold Silber Bronze 1. Dez. Niagara Falls, Kanada Kyle Croxall, Kanada Cameron Naasz, USA Kilian Braun, Schweiz 26. Jan. Saint Paul, USA Kyle Croxall, Kanada Scott Croxall, Kanada Cameron Naasz, USA 9. Feb. Landgraaf, Niederlande Derek Wedge, Schweiz Marco Dallago, Österreich Bart van Roosmalen, Niederlande 2. Mär. Lausanne, Schweiz Cameron Naasz, USA Kim Müller, Schweiz Scott Croxall, Kanada 16. Mär. Québec, Kanada Arttu Pihlainen, Finnland Scott Croxall, Kanada Derek Wedge, Schweiz
Weltmeisterschaft 2014 + Endstand Position Name Land Punkte 1 Marco Dallago 3800 2 Scott Croxall 2390 3 Cameron Naasz 2200 4 Luca Dallago 1600 5 Fabian Mels 1548
+ Ergebnisse Datum Ort/Land Gold Silber Bronze 1. Feb. Helsinki, Finnland Marco Dallago, Österreich Fabian Mels, Deutschland Pacome Schmitt, Frankreich 22. Feb. Saint Paul, USA Marco Dallago, Österreich Scott Croxall, Kanada Cameron Naasz, USA 8. Mär. Moskau, Russland Cameron Naasz, USA Marco Dallago, Österreich Kim Müller, Schweiz 22. Mär. Québec, Kanada Marco Dallago, Österreich Scott Croxall, Kanada Luca Dallago, Österreich
Weltmeisterschaft 2015 + Endstand Position Name Land Punkte 1 Scott Croxall 3325 2 Cameron Naasz 2512,5 3 Dean Moriarity 2375 4 Kyle Croxall 2315 5 Dylan Moriarity 2140
+ Endstand Datum Ort/Land Gold Silber Bronze 24. Jan. Saint Paul, USA Kyle Croxall, Kanada Dean Moriarity, Kanada Cameron Naasz, USA 7. Feb. Helsinki, Finnland Scott Croxall, Kanada Marco Dallago, Österreich Cameron Naasz, USA 21. Feb. Belfast, Nordirland Scott Croxall, Kanada Dylan Moriarity, Kanada Dean Moriarity, Kanada 14. Mär. Edmonton, Kanada Cameron Naasz, USA Scott Croxall, Kanada Tommy Mertz, USA
Weltmeisterschaft 2016 + Endstand Position Name Land Punkte 1 Cameron Naasz 3385 2 Scott Croxall 3150 3 Dean Moriarity 2300 4 Tristan Dugerdil 1960 5 Luca Dallago 1617.5
+ Ergebnisse Datum Ort/Land Gold Silber Bronze 27. Nov. Québec, Kanada Cameron Naasz, USA Dean Moriarity, Kanada Scott Croxall, Kanada 8. Jan. München, Deutschland Cameron Naasz, USA Scott Croxall, Kanada Kyle Croxall, Kanada 29. Jan. Jyväskylä, Finnland Scott Croxall, Kanada Pacome Schmitt, Frankreich John Fisher, Kanada 26. Feb. Saint Paul, USA Cameron Naasz, USA Scott Croxall, Kanada Tristan Dugerdil, Frankreich
Weltmeisterschaft 2017 + Endstand Position Name Land Punkte 1 Cameron Naasz 3000 2 Scott Croxall 2337.5 3 Maxwell Dunne 2272 4 Dean Moriarity 2115 5 Marco Dallago 2088.5
+ Ergebnisse Datum Ort/Land Gold Silber Bronze 13. Jan. Marseille, Frankreich Cameron Naasz, USA Maxwell Dunne, USA Scott Croxall, Kanada 20. Jan. Jyväskylä, Finnland Scott Croxall, Kanada Maxwell Dunne, USA Cameron Naasz, USA 3. Mär. Saint Paul, USA Dean Moriarty, Kanada Marco Dalago, Österreich Cameron Naasz, USA 4. Mär. Ottawa, Kanada Cameron Naasz, USA Dean Moriarty, Kanada Jim De Paoli, Schweiz
Weltmeisterschaft 2018 + Endstand Position Name Land Punkte 1 Scott Croxall 2745 2 Cameron Naasz 2600 3 Luca Dallago 2500 4 Marco Dallago 2325 5 Maxwell Dunne 2095
+ Ergebnisse Datum Ort/Land Gold Silber Bronze 19. Jan. Saint Paul, USA Marco Dallago, Österreich Michael Iulianello, USA Scott Croxall, Kanada 2. Feb. Jyväskylä, Finnland Luca Dallago, Österreich Scott Croxall, Kanada Kyle Croxall, Kanada 16. Feb. Marseille, Frankreich Cameron Naasz, USA Scott Croxall, Kanada Maxwell Dunne, USA 9. Mär. Edmonton, Kanada Luca Dallago, Österreich Maxwell Dunne, USA Kyle Croxall, Kanada
Weltmeisterschaft 2019 + Endstand Position Name Land Punkte 1 Cameron Naasz 3250 2 Kyle Croxall 2800 3 Mirko Lahti 2525
+ Ergebnisse Datum Ort/Land Gold Silber Bronze 7. Dez. Yokohama, Japan Cameron Naasz, USA Kyle Croxall, Kanada Maxwell Dunne, Finnland 2. Feb. Jyväskylä, FinnlandKyle Croxall, KanadaMirko Lahti, FinnlandLuca Dallago, Österreich 8.–9. Feb. Fenway–Kenmore, USACameron Naasz, USALuca Dallago, ÖsterreichScott Croxall, Kanada
Weltmeisterschaft 2020
Durchgeführt? (Corona-Pandemie)
Weltmeisterschaft 2021
(Vor oder am) 10. April 2021, Moskau
Damen: 1. Veronika WindischUlrich Gutmann: Veronika Windisch : Weizer Weltmeisterin im härtesten Sport der Welt meinbezirk.at, 10. April 2021, abgerufen am 11. Januar 2024.
Weltmeisterschaft 2022