Die Atlantic Championship ist eine nordamerikanische Nachwuchsrennserie im Monoposto-Bereich. In der Karriereleiter junger Piloten folgte sie früher zumeist auf Engagements in der Star Mazda Series, den diversen F2000-Meisterschaften oder der Formel BMW und hatte einen ähnlichen Stellenwert wie ihre Konkurrenzserie Indy Lights.

Überblick Die Atlantic-Serie trug ihre Rennen nach der Rennformel Atlantic und in den vergangenen Jahren ausschließlich auf Straßen- und Stadtkursen aus. Sie unterschied sich damit von vielen anderen amerikanischen Automobilrennserien, die auch Ovale besuchen. Hinsichtlich der Vorbereitung auf einen möglichen Einstieg in die IndyCar Series, Amerikas höchste Monopostoklasse, wurde dies vermehrt als Nachteil aufgefasst.

Geschichte mini|Robert Wickens im Swift-016.a-Boliden (Houston 2007) Das erste Rennen der Atlantic-Meisterschaft fand am 26. Mai 1974 auf dem Westwood Circuit in Kanada statt. In der Folgezeit konnte sie sich als Top-Nachwuchsserie für die IndyCar World Series etablieren, wobei im Jahr 1976 und von 1985 bis 1990 zwei parallel ausgetragene Serien existierten. Bis einschließlich 2007 fuhr die 1991 wiedervereinigte Serie im Rahmenprogramm der Champ Car World Series und galt, im Vergleich zum IndyCar-Series-Konkurrenten Indy Pro Series, als die bessere Nachwuchsserie. Diese Einschätzung änderte sich seit dem Ende der Champ-Car-Serie jedoch zugunsten des inzwischen in „Indy Lights“ umbenannten Rivalen, da die Atlantic-Serie nun unter verschiedenen Hauptserien wie American Le Mans Series oder Grand-Am Sports Car Series anzutreten hatte, während die von der IRL veranstaltete Meisterschaft ihre Rennen durchgehend im Rahmenprogramm der IndyCar Series austragen kann.

Frauen in der Serie In ihrer über 30-jährigen Geschichte sorgten bereits mehrere Rennfahrerinnen für Aufsehen. Die erste von ihnen war Danica Patrick, welche in der Saison 2004 eine Pole-Position, drei Podiumsplätze und den dritten Gesamtrang erzielen konnte. Die erste Frau mit einem Laufsieg war Katherine Legge, die 2005 das Rennen in Long Beach gewinnen konnte. Mit weiteren zwei Siegen wurde sie am Ende ebenfalls Meisterschaftsdritte. Die Schweizerin Simona de Silvestro überbot die Bestmarke an siegreichen Läufen mit einem Erfolg 2008 und dreien 2009, musste sich am Ende der letzten Saison aber ebenfalls mit Platz drei begnügen.

Fahrzeug Es wurden zuletzt Formel-Atlantic-Fahrzeuge von Swift Engineering verwendet, die mit einem 300-PS-Mazda-Cosworth-Motor ausgestattet und mit Cooper-Tires-Reifen bestückt waren.

Daten Kenngröße Daten Foto: 400px|Swift 016.a von Raphael Matos 2007 Länge: 177.14 Zoll Höhe: 37,83 Zoll (ohne Kamera) Radstand: 109 Zoll Spurweite vorn: 66 Zoll Spurweite hinten: 61,37 Zoll Bauweise: Monocoque in Sandwichbauweise: Wabenkern mit Deckschichten aus mit Epoxidharz vorgetränkten Kohlenstofffasergeweben (KFK)Fahrzeugteile aus GFK Gewicht: 573,8 kg Achsaufhängung: Stahl-Querlenker mit DSSV-Dämpfer von Dynamic Suspensions Bremsen: Performance-Friction-Bremsscheiben sowie Bremssättel mit vier Kolben Getriebe: sequenziell, Swift/Hewland SG-4 Gänge: fünf Vorwärts-, ein Rückwärtsgang Motor: Mazda Cosworth YDX 2.3L DOHC inline 4 Leistung: 300 PS Radgröße: vorn: 15 × 10 Zollhinten: 15 × 14 Zoll Höchstgeschwindigkeit: über 175 mph

Sieger der Atlantic-Meisterschaft Jahr Meister Team Chassis atlantic-championship.com Player’s Challenge Series 1974 Bill Brack Lotus 59/69 1975 Bill Brack Scott Racing Chevron B29 CASC Player’s Challenge Series 1976 Gilles Villeneuve Ecurie Canada March 76B IMSA Formula Atlantic Championship 1976 Gilles Villeneuve Ecurie Canada March 76B Atlantic Championship 1977 Gilles Villeneuve Ecurie Canada March 77B 1978 Howdy Holmes Shierson Racing March 78B 1979 Tom Gloy Ralt RT-1 1980 Jacques Villeneuve senior March 80A 1981 Jacques Villeneuve senior March 81A 1982 Dave McMillan Ralt RT-4 FIA Atlantic Championship 1983 Michael Andretti Conte Racing Ralt RT-4 West Coast Atlantic Racing 1984 Dan Marvin Ralt RT-4 1985 Michael Angus Ralt RT-4 1986 Scott Goodyear Ralt RT-4 1987 Calvin Fish Ralt RT-4 1988 Steve Shelton Swift DB-4 Toyota Atlantic Championship (Atlantic Division) 1989 Jocko Cunningham Swift DB-4 1990 Brian Till Swift DB-4 East Coast Atlantic Racing 1985 Jeff WoodRalt RT-4 1986 Ted Prappas Ralt RT-4 1987 Johnny O’Connell Ralt RT-4 1988 Dean Hall Swift DB-4 Toyota Atlantic Championship (Pacific Division) 1989 Hiro Matsushita Swift DB-4 1990 Mark Dismore Swift DB-4 Toyota Atlantic Championship 1991 Jovy Marcelo Swift DB-4 1992 Chris Smith Swift DB-4 1993 David Empringham Ralt RT-40 1994 David Empringham Ralt RT-40 1995 Richie Hearn Ralt RT-40 1996 Patrick Carpentier Lynx Racing Ralt RT-40 1997 Lynx Racing Ralt RT-40 1998 Lee Bentham Forsythe Racing Swift 016.a 1999 Anthony Lazzaro PPI Motorsports Swift 016.a 2000 Buddy Rice PPI Motorsports Swift 016.a 2001 Hoover Orsi P-1 Racing Swift 016.a 2002 Jon Fogarty Dorricott Racing Swift 016.a 2003 A. J. Allmendinger RuSPORT Swift 016.a 2004 Jon Fogarty Sierra Sierra Racing Swift 016.a 2005 Charles Zwolsman junior Polestar Racing Group Swift 016.a Champ Car Atlantic Championship 2006 Simon Pagenaud Forsythe Racing Swift 016.a 2007 Raphael Matos Sierra Sierra Enterprises Swift 016.a Atlantic Championship 2008 Markus Niemelä Newman Wachs Racing Swift 016.a 2009 John Edwards Newman Wachs Racing Swift 016.a

Im Jahr 2010 wurden erstmals keine Rennen ausgetragen, da das Teilnehmerfeld zu klein gewesen wäre.Aus für die Formel Atlantic motorsport-total.com Auch 2011 fanden keine Rennveranstaltungen statt.

Zum Jahresende 2011 gab Formula Race Promotions, der Veranstalter der F2000 und der F1600 Formula F Championship Series („US-amerikanische Formel Ford“), bekannt, dass mit der Atlantic Championship Series eine Neuauflage des Championats für SCCA-legale Formel-Atlantic-Fahrzeuge geschaffen werde, welche zunächst drei Wochenenden à zwei Rennen im Rahmen der anderen beiden Meisterschaften austragen würde, von denen dann die besten fünf jedes Fahrers zum finalen Meisterschaftsstand gezählt würden. Als Reifenlieferant wurde Hoosier Racing Tire Corp präsentiert.

Jahr Meister Team Chassis Atlantic Championship Series 2012 Swift 014 2014 Swift 016.a

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Einzelnachweise

Kategorie:Champ Car Kategorie:Formel-Rennserie