Trittau ist eine Gemeinde im Kreis Stormarn in Schleswig-Holstein.

Geographie Trittau liegt etwa 30 Kilometer östlich von Hamburg. Im Osten Trittaus liegt die Hahnheide; im Süden bildet die Bille die Grenze zum Kreis Herzogtum Lauenburg.

Die Hälfte des Gemeindegebietes ist von Wald bedeckt, der Siedlungsbereich wird nach Osten durch die Mühlau begrenzt, die im südlichen Bereich der Gemeinde zum Mühlenteich aufgestaut ist und in die Bille mündet. Trittau liegt im Stormarner Endmoränengebiet und das Gelände weist eine entsprechend bewegte Topographie auf. Höchste Erhebung ist der Kleine Hahnheider Berg mit .

Nachbargemeinden

Geschichte Trittau wurde 1167 in einer Urkunde des Herzogs Heinrich des Löwen zum ersten Mal urkundlich erwähnt, 1239 anlässlich des Baus der Kirche, die zunächst zum Kloster Reinbek gehörte, ein zweites Mal. Im Jahre 1326 ließ Graf Johann der Milde zum Schutz gegen die Raubritter Scarpenbergh aus Linau das Schloss TrittauZangel, Frederic: unse slot Trittow, Hrsg. Trittauer Stiftung zur Förderung der Geschichtskultur, Verlag Ludwig 2013, ISBN 3-86935-215-9 errichten. Zweck der befestigten Anlage, die zunächst eher einer Burg geähnelt haben dürfte, war der Schutz der wichtigen Handelsstraßen nach Lübeck und Hamburg wie zum Elbübergang bei Artlenburg. Das Schloss war der Sitz des Amtmannes, der das Amt Trittau verwaltete. 1534 wurde Trittau von dem aus Hamburg stammenden Söldnerführer und Lübecker Stadthauptmann Marx Meyer im Zuge der Grafenfehde eingenommen. Im Frieden von Stockelsdorf ging es im Tausch gegen das kurzzeitig dänisch besetzte Travemünde an die Gottorfer zurück. Im Jahre 1775 wurde das Schloss wegen Baufälligkeit abgerissen. Der Amtmann residierte fortan im Schloss Reinbek.

Trittau gehörte zu den 17 sogenannten Holzdörfern.

Trittau und die Hahnheide waren zu Beginn des 20. Jahrhunderts als Luftkurort ein beliebtes Ausflugsziel für die Hamburger Bürger. Lange Zeit bestand mit der Südstormarnschen KreisbahnHans-Jürgen Perrey: Stormarns preußische Jahre, S. 130 ff., Bad Oldesloe 1993, ISBN 3-529-02732-4 (bis 1952) eine direkte Bahnanbindung nach Hamburg-Tiefstack sowie mit der Bahnstrecke Schwarzenbek–Bad Oldesloe der Bundesbahn nach Schwarzenbek und Bad Oldesloe (bis 1980).

Zum Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Deutschland schrittweise besetzt. Am 1. Mai 1945 trafen britische Panzer in Trittau ein und besetzten den Ort.Kriegsende. Vor siebzig Jahren kapitulierte die Stadt Ahrensburg. In: Hamburger Abendblatt, 2. Mai 2015, abgerufen am 31. Mai 2017 Am 4. Mai unterschrieb Hans-Georg von Friedeburg im Auftrag des letzten Reichspräsidenten Karl Dönitz, der sich zuvor mit der letzten Reichsregierung in den Sonderbereich Mürwik abgesetzt hatte, die Teilkapitulation der Wehrmacht für Nordwestdeutschland, Dänemark und die Niederlande. Der Krieg endete schließlich mit der Bedingungslosen Kapitulation am 8. Mai 1945. Zum Ende des Krieges waren zahlreiche Flüchtlinge und Heimatvertriebenen aus den Ostgebieten des Deutschen Reiches nach Schleswig-Holstein geflüchtet (vgl. Flüchtlinge in Schleswig-Holstein nach dem Zweiten Weltkrieg). Auch nach Trittau flüchteten Menschen, beispielsweise ein Zug von Eisenbahnern der Kleinbahn Freienwalde–Zehden mit ihren Familien.NDR-Zeitreise: Flucht in den Westen per Flüchtlingszug, vom 5. Mai 2019; Anmerkung: Im Filmbeitrag des NDR wird klar vermittelt, dass sich die Episode in den letzten Kriegstagen abspielte. Die Datumsangabe „8. Juni 1945“ im NDR-Begleittext ist offensichtlich fehlerhaft. In Folge verdoppelte sich die Bevölkerung Trittaus.Stormann Lexikon. Flüchtlinge nach dem Zweiten Weltkrieg in Stormarn, abgerufen am 6. Dezember 2019

mini|Trittauer Wassermühle mini|Plan des Schlosses Trittau von 1650

Konfessionsstatistik Gemäß der Zensus 2022 waren 30,9 % der Einwohner evangelisch, 4,9 % römisch-katholisch und 64,1 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe.Religion, Zensus 2022.

Christentum Trittau gehörte ursprünglich zum Kirchspiel Steinbek, bis es im Jahr 1248 zu einer eigenständigen Kirchengemeinde wurde. In Trittau gibt es heute folgende Kirchengemeinden: evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Trittau katholische Pfarrei Seliger Niels Stensen: Die katholische Kirche in Trittau, die das Patrozinium Maria – Braut des Heiligen Geistes trug, wurde ab 1971 erbaut. Sie ersetzte einen zu klein gewordenen Vorgängerbau von 1954. Die Kirche wurde am 20. Januar 1973 geweiht und bis zum 9. Juni 2025 genutzt. Seitdem finden die katholischen Gottesdienste in der evangelischen Kirche statt.Gemeinde Maria – Braut des Heiligen Geistes Trittau. Gottesdienstplan 2. Quartal 2025, Pfarrei Sankt Ansverus, abgerufen am 9. Juni 2025. freie evangelische Gemeinde Trittau Neuapostolische Kirche Gemeinde Trittau

Politik Die hauptamtlich verwaltete Gemeinde Trittau ist ein Unterzentrum im Amt Trittau.

Gemeindevertretung

Die Gemeindevertretung ist die kommunale Volksvertretung der Gemeinde Trittau. Über die Zusammensetzung entscheiden die Bürger alle fünf Jahre. Die letzte Kommunalwahl fand am 14. Mai 2023 statt. Diese führte bei einer Wahlbeteiligung von 47,0 % zu nebenstehender Zusammensetzung der Gemeindevertretung.

Bürgervorsteher ist Lars Ryll (CDU).

Bürgermeister Bis 1945: Conrad JessenOtto Hergenhan: Dreissig Jahre kommunale Arbeit in Trittau 1945–1975, Hrsg. Gemeinde Trittau Mai–Juni 1945: Ferdinand Rüffert, von der britischen Militärregierung berufen Juni–Nov. 1945: Andreas Ruf, von der britischen Militärregierung berufen Dez. 1945–Nov. 1946: Theodor Boe, von der britischen Militärregierung berufen Nov. 1946–März 1947: Johannes Wilhelm Friedrich Reibnitz 1947–1951: Ferdinand Rüffert, SPD (ehrenamtlich) (PDF; 695 kB) Website des SPD-Ortsvereins Trittau, abgerufen am 25. November 2016 1951–1970: Walter Stursberg, FDP (ehrenamtlich) 1970–1978: Otto Hergenhan, CDU (ehrenamtlich) 1978–2002: Jochim Schop, parteilos (hauptamtlich) 2002–2014: Walter Nussel, parteilos (hauptamtlich) 2014–2026: Oliver Mesch, parteilos (hauptamtlich) seit 2026: Patrick Marsian, CDU (hauptamtlich)

Wappen und Flagge Wappen: Blasonierung: „Über grünem Schildfuß, darin ein silberner Wellenbalken, in Silber ein zweistöckiges, traufenständiges rotes barockes Fachwerkhaus mit Krüppelwalmdach, übergiebeltem Zwerchhaus in der Frontmitte und pilasterflankierter, übergiebelter Haustür.“[ Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein]

Flagge: „Auf weißem, oben und unten von einem grünen Randstreifen begrenzten Flaggentuch das rote Haus des Gemeindewappens.“

Partnerschaft Trittau ist eine Gemeindepartnerschaft mit der Stadt Gadebusch in Mecklenburg-Vorpommern eingegangen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Martin-Luther-Kirche mini|Burgkrug mini|Ehemaliges Amtsgericht Bauwerke Die ältesten erhaltenen Gebäude Trittaus sind neben der Martin-Luther-Kirche aus dem Jahr 1880, die 1701 erbaute Wassermühle und der 1695 erbaute Gasthof „Burgkrug“, der gegenüber der Wassermühle an der alten Landstraße zwischen Hamburg und Mecklenburg gelegen ist. In der Liste der Kulturdenkmale in Trittau stehen die in der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragenen Kulturdenkmale.

In der Ortsmitte steht das ehemalige Pastorat, das vor dem Bau des neuen Rathauses auf dem Europaplatz als Verwaltungssitz diente und heute als Bürgerhaus genutzt wird. Gegenüber steht ein Bau des Architekten Fritz Höger, der heute ein Modehaus beherbergt. In unmittelbarer Nachbarschaft der historischen Wassermühle hat die Sparkassen-Kulturstiftung Stormarn 2006 ein modernes Atelierhaus mit Ausstellungsraum erbauen lassen. An der Hauptstraße im Süden der Gemeinde am Ortsausgang Richtung Hamfelde liegt das ehemalige Amtsgericht Trittau, das Geburtshaus Theodor Steltzers.

Im östlichen Teil der Hahnheide befindet sich ein 27 Meter hoher hölzerner Aussichtsturm, der sogenannte Hahnheider Turm, von dem man bis nach Hamburg sehen kann.

Musik, Theater und Museen Wichtige Teile der Mühlenausstattung sind noch vorhanden und für den Besucher der seit 1992 als Kulturzentrum genutzten Wassermühle sichtbar. Das Mühlenprogramm bietet Musik, Lesungen, Vorträge und Kleinkunstveranstaltungen, in der Mühlengalerie finden ständig Ausstellungen bildender Künstler statt. Eine Wohnung im Mühlengebäude wird jahresweise an Stipendiaten der Sparkassen-Kulturstiftung vergeben. Im benachbarten Atelierhaus finden ebenfalls Kunstausstellungen statt.

Im Bürgerhaus Trittau ist ein Saal mit Bühne, dort finden u. a. Aufführungen der Trittauer Laienspieler statt. In der Martin-Luther-Kirche finden Konzerte mit klassischer Musik statt.

Im Zentrum Trittaus an der Straße Zur Mühlau befindet sich ein Findlingsgarten.

Grünflächen und Naherholung Trittau ist eingebettet in eine wald- und seenreiche Landschaft, die zu Wanderungen und Radtouren einlädt. Die Hahnheide, das Mühlenbachtal und die Bille-Niederung stehen mit ihrer vielfältigen Flora und Fauna unter Naturschutz.

Sport Der Turn- und Sportverein Trittau von 1899 e. V. ist der mitgliederstärkste Sportverein in der Gemeinde. Besonders erfolgreich ist die Badminton-Sparte, die seit der Saison 2013/14 auch in der 1. Bundesliga spielt.

Regelmäßige Veranstaltungen Vor Ostern, zum Deutschen Mühlentag und zum Erntedankfest finden Kunsthandwerkermärkte bei der Wassermühle statt.

Zum Tag des Liedes Ende Mai findet auf dem Sängerberg das Sängerfest statt.

Am dritten Wochenende im August findet auf dem Schützenplatz das Trittauer Volks- und Schützenfest statt.

In den Sommerferien veranstaltet die „KinderInitiative Trittau“ (K. I. T.) ihr traditionelles Seifenkistenrennen in der Poststraße.

Am ersten Wochenende im Advent findet rund um die evangelische Martin-Luther-Kirche der Nikolausmarkt statt.

Wirtschaft und Infrastruktur mini|Hohenfelder Damm mini|Alter Bahnhof mini|Bürgermeister-Hergenhan-Straße im Gewerbegebiet Nord mini|Bürgerhaus in Trittau

Verkehr Straßenverkehr Die Fahrtstrecke vom Ortszentrum zur Anschlussstelle Stapelfeld der Bundesautobahn 1 beträgt etwa 14 km, die Anschlussstelle Schwarzenbek/Grande der Bundesautobahn 24 ist nach ca. 7 km zu erreichen. Unmittelbar westlich des Ortes verläuft die Bundesstraße 404 in Nord-Süd-Richtung, die über die Anschlussstellen Trittau-Nord und Trittau-Süd zu erreichen ist.

Die alte Straßenverbindung von Trittau nach Hohenfelde, der Hohenfelder Damm, steht heute unter Denkmalschutz.

Öffentliche Verkehrsmittel Innerhalb des Hamburger Verkehrsverbundes (HVV) werden durch die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH), sowie durch die Autokraft und die Verkehrsgesellschaft Südholstein (VGS) bzw. Dahmetal mehrere Buslinien in Trittau und Umgebung betrieben. Linie Verlauf Trittau – Hamburg-Billstedt Trittau – Grande – Witzhave – über A24/A1 – U Billstedt Trittau – Hamburg-Rahlstedt Trittau – Großensee – Meilsdorf – Braak – Stapelfeld – Bf. RahlstedtTrittau – Hamburg-Steinfurter-AlleeTrittau – Grande – Witzhave – Neuschönningstedt – Glinde – Oststeinbek – U Steinfurther Allee Trittau – Hamburg-Rahlstedt Trittau – Grönwohld – Lütjensee – Großensee – Meilsdorf – Braak – Stapelfeld – Bf. Rahlstedt Trittau – Ahrensburg Trittau – Lütjensee – Hoisdorf – U Großhansdorf – U Kiekut – U Schmalenbeck – Bf. Ahrensburg Trittau – Aumühle Trittau – Kuddewörde – Friedrichsruh – Bf. Aumühle Trittau – Bad Oldesloe Trittau – Lütjensee – Grönwohld – Dwerkaten – Sprenge – Mollhagen – Lasbek – Pölitz – Bad Oldesloe Trittau – Lübeck Trittau – Lütjensee – Grönwohld – Linau – Sirksfelde – Wentorf A/S – Sandesneben – Labenz – Kastorf – Bliestorf – Lübeck Hbf/ZOB Trittau – Mölln Trittau – Hamfelde (Lauenburg) – Mühlenrade – Köthel (Lauenburg) – Köthel (Stormarn) – Koberg – Nusse – Alt Mölln – Mölln