Rischon LeZion (, IPA: gewöhnlich (deskriptiv) [],M. J. Chayen: The Phonetics of Modern Hebrew. The Hague / Paris: Mouton, 1973, S. 31. normativ (präskriptiv) [],Shmuel Bolozky: Remarks on Rhythmic Stress in Modern Hebrew. In: Journal of Linguistics. 18.2 (September 1982), S. 275–289, hier S. 286. ; auch in abweichenden Transkriptionen vorkommend, z. B. Rishon le-Zion und heute häufiger Rishon le-Tsiyon) ist eine Großstadt in Israel im südlichen Teil des Großraums Tel Aviv-Jaffa, rund zehn Kilometer südlich von Tel Aviv im sogenannten Gusch Dan. Mit Einwohnern () ist sie die viertgrößte Stadt Israels nach Jerusalem, Tel Aviv und Haifa.
Geschichte mini|links|Rischon LeZion (1937) mini|Strandpromenade mini|Rischon LeZion (2013) mini|Promenade der jüdischen Nobelpreisgewinner in Rischon LeZion (Tayelet Hatnei Pras Nobel) Rischon LeZion wurde 1882 als Moschawa durch russische Immigranten gegründet und war damit eine der ersten jüdischen landwirtschaftlichen Siedlungen der Neuzeit im heutigen Israel. Es wurde nach einem Bibelzitat benannt: (Gott spricht): „Ich sagte als Erster zu Zion...“ (Jesaja 41,27)Wolfgang Scheel: Lexikon biblischer Ortsbenennungen im modernen Israel. 6. Auflage. Concepcion Seidel, Hammerbrücke 2024, ISBN 978-3-86716-265-4, S. 401. Carta's Official Guide to Israel and Complete Gazetteer to all Sites in the Holy Land. 3. Auflage. Carta, Jerusalem 1993, ISBN 965-220-186-3, S. 180. Danach ist von einer Freudenbotschaft die Rede, die die frühen Einwanderer auf sich bezogen.
Die ersten Jahre waren schwierig, bis ein Brunnen gegraben werden konnte. Deshalb sind in der Flagge die biblischen Worte zu lesen: „Wir haben Wasser gefunden.“ (Genesis 26,32)
Ein wichtiger Sektor der Landwirtschaft war bereits sehr früh der Weinbau: Im Jahr 1887 wurde mit Unterstützung von Baron Edmond de Rothschild eine Weinkellerei gegründet; daraus entwickelte sich Israels größter Weinproduzent Carmel, der noch heute seinen formellen Hauptsitz in Rischon LeZion hat. In der Zeit des britischen Mandats entstand in der Stadt außerdem mit den Palestine Breweries die erste Brauerei Palästinas, die das Bier Nesher produzierte.
Im Jahr 1948 hatte die Stadt nur 10.000 Einwohner. Nach der israelischen Staatsgründung entwickelte sich Rischon LeZion sehr schnell. Einwanderer aus der früheren Sowjetunion und dem heutigen Russland, rumänische, deutsche, jemenitische, marokkanische und iranische Einwohner sowie ihre Nachkommen prägen die Stadt., abgerufen am 2. September 2011.
Im Februar 1955 drang eine Gruppe ägyptischer Agenten in Armeebasen in Rischon LeZion und Nes Ziona ein und erbeutete Landkarten und andere Unterlagen. Am 23. Februar 1955 gab es ein Aufeinandertreffen mit israelischen Einsatzkräften. Auf der Flucht erschossen sie nahe Rechovot einen Motorradfahrer.
Die wichtigsten Wirtschaftszweige liegen in der Industrie (Pharmazie, Elektrotechnik).
Kultur Rischon LeZion ist seit der Gründung 1988 Sitz des Israel Symphony Orchestra Rischon LeZion. (englisch), abgerufen am 2. September 2011. Es verfügt über eine Stadtbibliothek mit dem Hauptsitz Kotar Rishon und elf Zweigstellen.
Jedes Jahr wird eine Woche lang zu Sukkot ein Weinfest gefeiert. (englisch), abgerufen am 2. September 2011.
Zu Ehren der jüdischen Nobelpreisgewinner wurde in Rischon LeZion eine Promenade (Tayelet Hatnei Pras Nobel) mit Gedenksteinen für die Laureaten errichtet.
Am 30. Oktober 2017 wurde die Paul-Grüninger-Straße im Beisein des Schweizer Bundesrates Johann Schneider-Ammann zu Ehren des ehemaligen St. Galler Polizeihauptmanns und Flüchtlingshelfers Paul Grüninger eingeweiht.Bundesrat weiht Paul-Grüninger-Strasse in Israel ein Artikel bei tagblatt.ch vom 30. Oktober 2017.
Bürgermeister 1950–1951: Elyakum Ostaschinski 1951–1951: Aryeh Scheftel 1952–1955: Mosche Gavin 1955–1955: Gershon Man Mankov 1955–1960: Hana Levin 1960–1962: Aryeh Scheftel 1962–1965: Noam Laoner 1965–1969: Aryeh Sheftel 1969–1983: Hananya Gibstein 1983–2008: Meir Nitzan 2008–2018: Dov Tzur seit 2018: Raz Kinstlich
Sport
Der bekannteste Sportverein der Stadt ist Maccabi Rischon LeZion, hinzu kommt der vierfache israelische Eishockeymeister Rishon Devils.
Städtepartnerschaften Rischon LeZion listet acht Partnerstädte, sowie zwei Landkreise: StadtLandseitBrașov1996Charkiw2007Debrecen1996Essex County 1999Gonder2008Heerenveen1993Kirjat Schmona2006Lublin1992Lwiw1993Münster1981Nîmes1986Prešov2008Prince George’s County 1990Sankt Petersburg2003Teramo1988Tianjin1994Wizebskunbelegt
Personen Söhne und Töchter der Stadt
Yaacov Hodorov (1927–2006), Fußballtorwart Yaacov Agam (1928–2026), Künstler Doron Almog (* 1951), Generalmajor Elan Steinberg (1952–2012), geschäftsführender Direktor des Jüdischen Weltkongresses Sohar Argov (1955–1987), Sänger Ophir Pines-Paz (* 1961), Politiker Jair Golan (* 1962), Offizier Avraham Nir (* 1962), Diplomat Ruchama Avraham Balila (* 1964), Politikerin Nitzan Horowitz (* 1964), Politiker Nir Zidkyahu (* 1967), Schlagzeuger Ram Bergman (* 1970), Filmproduzent Amichai Shalev (* 1973), Schriftsteller Eran Liss (* 1975), Schachspieler Amir Ohana (* 1976), Politiker und Rechtsanwalt Tal Ben Haim (* 1982), Fußballspieler Mei Feingold (* 1982), Sängerin und Teilnehmerin an Eurovision Song Contest 2014 Liran Cohen (* 1983), Fußballspieler Shai Gabso (* 1984), Sänger Tomer Kapon (* 1985), Filmschauspieler Avishay Smoler (* 1985), Handballspieler Roni Duani (* 1986), Pop-Sängerin Ori Laizerouvich (* 1987), Schauspieler Eran Zahavi (* 1987), Fußballspieler Rami Gershon (* 1988), Fußballspieler Omer Damari (* 1989), Fußballspieler Matan Tal (* 1992), Filmemacher und Autor Nir Tichon (* 1993), Eishockeytorwart Neta Alchimister (* 1994), Model, Unternehmerin und Influencerin Roey Aharonovich (* 1996), Eishockeyspieler Omer Hanin (* 1998), Fußballspieler Tomer Aharonovich (* 1999), Eishockeyspieler Giorgi Zitaischwili (* 2000), georgischer Fußballspieler Oz Bilu (* 2001), Fußballspieler Ilay Tamam (* 2001), Fußballspieler Doron Leidner (* 2002), Fußballspieler Tal Archel (* 2003), Fußballspieler
Sonstige berühmte Einwohner
Edith Samuel (1907–1964), Grafikerin, Zeichnerin, Kinderbuchautorin und Puppenmacherin Zwi Schulmann (* 1915 in Łódź, Kongresspolen, Russisches Kaiserreich, gestorben 1986 in Rischon LeZion), KZ-Überlebender, Ratsherr Shoshana Damari (* 1923 im Jemen, gestorben 2006 in Jerusalem) Sängerin David Bitan (* 1962 in Marokko), Politiker Boris Gelfand (* 1968 in Minsk, UdSSR), Schachmeister
Weblinks
Website der Stadt Rischon LeZion (hebräisch, russisch, englisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Gemeindegründung 1882