Altenhaßlau ist, vor Eidengesäß, Großenhausen (mit Waldrode), Geislitz (mit Hof Eich und Eichermühle) und Lützelhausen, der größte der fünf Ortsteile der Gemeinde Linsengericht im hessischen Main-Kinzig-Kreis.
Geografie Geografische Lage Der Ort liegt am nördlichen Rande des Sandsteinspessarts, auf 145 m über NHN. Der durch den Ort fließende Haßelbach, ist ein im östlich gelegenen Ortsteil Eidengesäß entspringendes Gewässer, das am nördlichen Rande von Altenhaßlau links in die Kinzig mündet. Die Hauptverkehrsstraße durch den Ort ist die Landesstraße 2306. Sie verbindet ihn nördlich in 1 km mit der Stadt Gelnhausen, südöstlich mit dem Ortsteil Geislitz.
Nachbargemeinden Die Nachbargemeinden sind im Uhrzeigersinn: Der Gelnhäuser Ortsteil Haitz im Nord-Osten, die vier Ortsteile: Eidengesäß im Osten, Geislitz in Süd-Ost, Großenhausen im Süden, Lützelhausen im Süd-Westen. Es folgen die Gelnhäuser Ortsteile Hailer und Meerholz im Westen und die Stadt Gelnhausen im Nord-Westen und Norden.
Geschichte mini|Evangelische Martinskirche mini|Ehemalige lutherische Reinhardskirche
Ortsname Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Altenhaßlau erfolgte unter dem Namen Hasela im Jahr 1240. Damals vermachten Dietrich von Bardenhausen und seine Frau ihre Güter in Altenhaßlau dem Kloster Meerholz. Später wurde der Ort in erhaltenen Urkunden auch als Haselaha (1296) und Aldenhasela (1354) bezeichnet (in Klammern das Jahr der Erwähnung). Der lässt sich zurückführen auf „Hasel“ und „aha“, die keltische Bezeichnung für Wasser.
Mittelalter und Neuzeit Das Dorf war seit dem Mittelalter über Jahrhunderte hinweg Sitz des Gerichts Altenhaßlau, aus dem sich das Amt Altenhaßlau entwickelte, das zur Herrschaft Hanau, später zur Grafschaft Hanau und letztendlich zur Grafschaft Hanau-Münzenberg gehörte. Nach dem Tod des letzten Hanauer Grafen, Johann Reinhard III., 1736 erbte Landgraf Friedrich I. von Hessen-Kassel aufgrund eines Erbvertrages aus dem Jahr 1643 die Grafschaft Hanau-Münzenberg und damit auch Amt und Dorf Altenhaßlau. Das führte unter anderem dazu, dass das Dorf seine Mittelpunktfunktion zunehmend an die benachbarte – u. a. an Hessen-Kassel – verpfändete Reichsstadt Gelnhausen verlor, die seit 1746 ebenfalls vollständig zur Landgrafschaft gehörte. 1803 wurde die Landgrafschaft Hessen-Kassel zum Kurfürstentum Hessen erhoben. Während der napoleonischen Zeit stand das Amt Altenhaßlau ab 1806 zunächst unter französischer Militärverwaltung, gehörte von 1807 bis 1810 zum Fürstentum Hanau und von 1810 bis 1813 zum Großherzogtum Frankfurt, Departement Hanau. Anschließend fiel es wieder an das Kurfürstentum Hessen zurück, das auf dem Wiener Kongress 1815 wiederhergestellt wurde. 1821 kam das Dorf durch die Verwaltungsreform des Kurfürstentums Hessen zum neu gebildeten Kreis Gelnhausen. Mit der Annexion Kurhessens durch das Königreich Preußen nach dem verlorenen Krieg von 1866 wurde auch Altenhaßlau preußisch und kam zur Provinz Hessen-Nassau.
Hessische Gebietsreform Mit der Gebietsreform in Hessen wurde zum 1. September 1970 die Großgemeinde Linsengericht durch den freiwilligen Zusammenschluss der vier bis dahin selbständigen Gemeinden Altenhaßlau, Eidengesäß, Geislitz und Großenhausen gegründet, und der Landkreis Gelnhausen ging dann am 1. Juli 1974 im neuen Main-Kinzig-Kreis auf. Für alle Ortsteile von Linsengericht wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.
Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Altenhaßlau angehört(e):
vor 1458: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Hanau, Amt Altenhaßlau ab 1458: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Hanau-Münzenberg, Amt Altenhaßlau ab 1643: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Kassel (als Pfand), Grafschaft Hanau-Münzenberg, Amt Altenhaßlau ab 1803: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hanau, Amt AltenhaßlauDurch den Reichsdeputationshauptschluss. 1806–1810: Landgrafschaft Hessen-Kassel,Infolge der Napoleonischen Kriege. Fürstentum Hanau, Amt Altenhaßlau 1807–1810: Kaiserreich Frankreich, Fürstentum Hanau, Amt Altenhaßlau (Militärverwaltung) 1810–1813: Großherzogtum Frankfurt, Departement Hanau, Distrikt Gelnhausen ab 1815: Kurfürstentum Hessen,Infolge der Beschlüsse des Wiener Kongresses. Fürstentum Hanau, Amt Altenhaßlau ab 1821/22: Kurfürstentum Hessen, Provinz Hanau, Kreis GelnhausenVerordnung vom 30sten August 1821, die neue Gebiets-Eintheilung betreffend, Anlage: Übersicht der neuen Abtheilung des Kurfürstenthums Hessen nach Provinzen, Kreisen und Gerichtsbezirken. Sammlung von Gesetzen etc. für die kurhessischen Staaten. Jahr 1821 – Nr. XV. – August. (kurhess GS 1821) S. 76.Trennung von Justiz (Justizamt Gelnhausen) und Verwaltung. ab 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hanau ab 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Hanau, Amt Altenhaßlau ab 1867: Königreich Preußen,Infolge des Deutschen Krieges. Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Gelnhausen ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Gelnhausen ab 1918: Deutsches Reich,Infolge des Ersten Weltkriegs entsteht die Weimarer Republik. Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Gelnhausen ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Nassau, Kreis Gelnhausen ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone,Infolge des Deutschen Krieges. Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Landkreis Gelnhausen ab 1946: Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Landkreis Gelnhausen ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Landkreis Gelnhausen ab 1968: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Gelnhausen ab 1970: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Gelnhausen, Gemeinde LinsengerichtAm 1. September 1970 als Ortsbezirk zur Gemeinde Linsengericht. ab 1974: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Main-Kinzig-Kreis, Gemeinde Linsengericht
Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Altenhaßlau 3660 Einwohner. Darunter waren 261 (7,1 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 669 Einwohner unter 18 Jahren, 1644 zwischen 18 und 49, 732 zwischen 50 und 64 und 645 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 1581 Haushalten. Davon waren 501 Singlehaushalte, 423 Paare ohne Kinder und 489 Paare mit Kindern, sowie 141 Alleinerziehende und 27 Wohngemeinschaften. In 303 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 1116 Haushaltungen lebten keine Senioren.
Einwohnerentwicklung Belegte Einwohnerzahlen sind: 1587: 27 Schützen, 7 Spießer, 2 Hellebarder, 1 Zimmermann = 37 Familien 1632: 30 Dienstpflichtige 1753: 71 christliche, 12 Jüdische Haushalte mit 240 Personen 1812: 87 Feuerstellen, 460 Seelen Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs verdoppelte sich die Einwohnerzahl nahezu durch den Zustrom von Flüchtlingen und Vertriebenen.
Historische Religionszugehörigkeit • 1885: 637 evangelische (= 89,59 %), 44 katholische (= 6,19 %), 30 jüdische (= 4,22 %) Einwohner • 1961: 1853 evangelische (= 69,17 %), 782 katholische (= 29,19 %) Einwohner
Politik Ortsbeirat Für Altenhaßlau besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Altenhaßlau) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Der Ortsbeirat besteht aus acht Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 52,40 %. Dabei wurden gewählt: je drei Mitglieder der SPD und der CDU und zwei Mitglieder der „Freien Wähler Linsengericht“. Der Ortsbeirat wählte Werner Fischer (CDU) zum Ortsvorsteher.
Wappen links|80px
Blasonierung: „In goldenem Schild ein gotisches Rotes A.“ Das Recht zur Führung eines Wappens wurde der Gemeinde Altenhaßlau am 30. Januar 1951 durch das Hessische Innenministerium verliehen.
Frühere Darstellungen zeigten ein Schild mit einem Sparren und einem Schildhaupt, die zusammen den Buchstaben A ergaben. Später wurden beide gekürzt und zu einem gotischen A, dem Anfangsbuchstaben des Ortes vereint. Die Farben Rot und Gold gehen auf die Grafschaft Hanau zurück.
Gemeindepartnerschaften 1965 wurde eine Partnerschaft mit dem Ort St. Etienne du Bois in Frankreich eingegangen.
Öffentliche Einrichtungen Freiwillige Feuerwehr Die Freiwillige Feuerwehr Altenhaßlau wurde 1880 gegründet. Am 19. September 1969 folgte die Gründung einer Jugendfeuerwehr. Einsatz- und Gefahrenschwerpunkte sind: Technische Hilfeleistung VU, Gewerbe- und landwirtschaftliche Betriebe, Behindertenwohnheim und –schule. Die Einsatzabteilung besteht (Stand 2023) aus 42 Frauen und Männern. Die Jugendfeuerwehr Altenhaßlau zählt 26 EinsatzkräfteFreiwillige Feuerwehr Altenhaßlau, aufgerufen am 17. Januar 2023.
Weiteres Behindertenwerk Main-Kinzig – Barbarossa-Werkstatt, Einrichtung zur Behindertenförderung, seit 1973. Haus der Vereine, früher Alte Schule
Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft Die Landwirtschaft verlor seit den 1980er Jahren immer mehr an Bedeutung und wurde als wichtigster Arbeitgeber von der Industrie abgelöst. In Altenhaßlau und dem unmittelbar benachbarten Gelnhausen entwickelten sich mehrere Gewerbegebiete wie z. B. in der Lagerhausstraße / Baumschulenstraße. Später kamen die Gewerbegebiete Vogelsbergstraße und Im Niederfeld hinzu. Das größte Gewerbegebiet ist das „An der Wann“. In Altenhaßlau ansässig sind Autohäuser, Bauunternehmen sowie produzierendes Gewerbe und mehrere Supermärkte. Altenhaßlau verfügt über zwei Apotheken, ein Hausarztzentrum und einige niedergelassener Ärzte.
Nahverkehr Ganzjährig verkehrt die Buslinie MKK-63, des KVG und schafft öffentlichen Verkehrsanschluss zu allen Ortsteilen der Gemeinde Linsengericht, nach Gelnhausen und an die Kinzigtalbahn (Hessen) (Bahnhof Gelnhausen) sowie ins Freigericht. Es gilt der Tarif des Rhein-Main-Verkehrsverbundes.
Kultur und Sehenswürdigkeiten Kindertagesstätten Kindergarten Altenhaßlau – „Hasselbachzwerge“ ist eine integrative Kindertagesstätte. Die Kita bietet, in vier Gruppen, Platz für bis zu 75 Kinder, die von 12 pädagogischen Fachkräften betreut werden. Montessori Kinderhaus hat Platz für bis zu 20 KindernMontessori Kinderhaus, aufgerufen am 16. Dezember 2021
Schulen Grund- und Hauptschulen Grund- und Hauptschulen in der Gemeinde sind: Hasela-Grundschule, früher Grund- und Hauptschule Altenhaßlau, Martinsschule, eine Förderschule für den Schwerpunkt geistiger Entwicklung, seit 1980Martinsschule Linsengericht, aufgerufen am 10. Dezember 2021 Brentano-Schule mit den Abteilungen: Förderschule mit Schwerpunkt Lernen, Förderschule mit Schwerpunkt Sprachheil-Förderung, sowie das Beratungs- und Förderzentrum Montessori-SchuleMontessori-Schule mit Kindergarten, aufgerufen am 10. Dezember 2021
Weiterführende Schulen Weiterführende Schulen in der Region sind: Kopernikusschule im Freigericht, eine Kooperative Gesamtschule, Käthe-Kollwitz-Schule Langenselbold, eine Integrierte Gesamtschule, Alteburg-Schule in Kassel, eine Haupt- und Realschule, Grimmelshausen-Gymnasium Gelnhausen, ein Gymnasium mit Mittagsbetreuung.
Vereine In Altenhaßlau prägen zahlreiche Vereine das kulturelle und das gesellschaftliche Leben. Unter ihnen sind: 1. LCV "Die Haselnüß" e. V. belcanto Linsengericht e. V. Brieftaubenverein "Treu zur Hasselbach" Chorgemeinschaft Altenhaßlau e. V. Folkloregruppe Linsengericht e. V. Förderverein der Hasela Grundschule e. V. Förderverein Martinskirche Altenhaßlau e. V. Freiwillige Feuerwehr Altenhaßlau e. V. Freizeitclub "Panik Group" Heimat- und Geschichtsverein Linsengericht e. V. Jungs von der Linde