Der Hahnenkamm ist als Jura-Kalkstein-Höhenzug ein bis hoher und zirka 20 Kilometer langer Nordwestausläufer der Fränkischen Alb und gehört zu dessen höchsten Höhenzügen. Der Hahnenkamm liegt im mittelfränkischen Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen in Bayern, Deutschland.

Namenskundliches Frühe Namensdeutungen wie Hunnenkamp oder Campus hunorum ("Schlachtfeld der Hunnen") stellten eine legendarische Verbindung mit Attila dem Hunnenkönig her. Andere Hypothesen lassen den Namen auf Hain zurückgehen. Als Haynenkamm oder Haynenkamp würde er "bewaldeter Bergrücken" bedeuten.

Wilhelm Kraft vermutete, dass sich der Begriff Hahnenkamm von einem gleichnamigen Gewann bei Rehlingen aus auf den gesamten Höhenzug verbreitete. Martin Winter deutet den Namen direkter als Bezug auf die Topographie der Hügelkette, die die lokale Bevölkerung an den Kopf eines Hahns erinnerte.Winter, M. (1988). Vom Altmühltal zum Hahnenkamm. Selbstverlag Martin Winter, Hohentrüdingen. 203 Seiten.

Geographie Lage Der Hahnenkamm liegt im Städteviereck von Gunzenhausen im Norden, Weißenburg im Osten, Treuchtlingen im Südosten und Wassertrüdingen im Westen. Nordöstlich wird er von der Altmühl begrenzt, etwas südwestlich liegt das von der Wörnitz durchflossene Nördlinger Ries; letzteres trennt Schwäbische Alb und Fränkische Alb. Von der Altmühl erhebt sich der Hahnenkamm etwa 200 m über den Talgrund. Der teilweise von Laubwald bewachsene Höhenzug ist Teil des Naturparks Altmühltal.

Der höchste bewohnte Ort am Hahnenkamm ist Auernheim, das auf Höhe liegt und sich zusammen mit Hohenstein den Rang teilt, die höchstgelegene Ortschaft Mittelfrankens zu sein.

Naturräumliche Zuordnung Der Hahnenkamm gehört in der naturräumlichen Haupteinheitengruppe Fränkische Alb (Nr. 08), in der Haupteinheit Südliche Frankenalb (082) und in der Untereinheit Altmühlalb (082.2) zum Naturraum Hahnenkammalb (082.20). Seine Landschaft fällt nach Westen über Norden bis Osten in der Haupteinheitengruppe Fränkisches Keuper-Lias-Land (Nr. 11), in der Haupteinheit Vorland der Südlichen Frankenalb (110) und in der Untereinheit Hahnenkamm-Vorland (110.2) in den Naturraum Hahnenkamm-Vorberge (110.21) ab...

Berge Zu den Bergen bzw. Erhebungen des Hahnenkamms und seiner Ausläufer gehören – sortiert nach Höhe in Meter (m) über Normalhöhennull (NHN):

In westlicher Nachbarschaft liegt der Hesselberg (), der höchste Berg der Fränkischen Alb.

Ortschaften Zu den Ortschaften im und am Hahnenkamm gehören – betrachtet etwa im Uhrzeigersinn (beginnend im Norden):

Geologie Die Geologie des Hahnenkamms entspricht im Grunde der restlichen Frankenalb. Der Fuß des Höhenzugs wird von Tonsteinen des Schwarzjuras dominiert. Die unteren Hänge bestehen aus Opalinuston, der erste Steilanstieg wird von Eisensandstein gebildet. Nach einer weiteren dünnen Stufe der Sengenthal-Formation folgt das Plateau aus Bankkalken und Schwamm-Algen Riffen des Weißjuras. Vereinzelt treten Auswurfmassen des Ries-Ereignisses und Steinerne Rinnen auf. Vorhandene Quarzit-Blöcke könnten kreidezeitlich sein.Schmidt-Kaler, H. (1970). Erläuterungen zur Geologischen Karte von Bayern 1: 25,000, Blatt-Nr. 6930 Heidenheim. Bayer. Geol. Landesamt, München. 120 Seiten.

Schutzgebiete Auf oder an dem Hahnenkamm liegen die Naturschutzgebiete Steinerne Rinne bei Wolfsbronn (CDDA-Nr. 82630; 1984 ausgewiesen; 6 ha groß) und Buchleite bei Markt Berolzheim (CDDA-Nr. 162621; 1986; 31 ha). Auf dem Höhenzug befinden sich auch Teile des Landschaftsschutzgebiets Schutzzone im Naturpark Altmühltal (CDDA-Nr. 396115; 1995; 1.632,96 km²) und des Fauna-Flora-Habitat-Gebiets Trauf der südlichen Frankenalb (FFH-Nr. 6833-371; 43,24 km²).

mini|Blick aus 15 km Entfernung von einer Anhöhe bei Oettingen zum Windpark Hahnenkamm bei Degersheim Wirtschaft Der Hahnenkamm wird hauptsächlich landwirtschaftlich, touristisch und energiewirtschaftlich genutzt. Der 1996 angelegte Windpark Hahnenkamm bei Heidenheim-Degersheim besteht seit 2011 aus zwölf Windkraftanlagen.

Die zur Stärkung der dortigen Wirtschaft in den 1970er Jahren am Nordtrauf bei Heidenheim erbaute Hahnenkamm-Kaserne der Bundeswehr wurde im Zuge der Bundeswehrreform 2003 geschlossen.Markt Heidenheim, heidenheim.hahnenkamm.de, abgerufen am 18. November 2023 Ebenfalls in dieser Zeit wurde zur Förderung des Tourismus der Hahnenkammsee bei Hechlingen angelegt.

Sehenswürdigkeiten mini|hochkant|Käsrinne bei Heidenheim mini|hochkant|Steinerne Rinne, Wolfsbronn Zu den Sehenswürdigkeiten am Hahnenkamm gehören: Zahlreiche Geotope, siehe auch Liste der Geotope im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen Hohlweg bei Hechlingen Käsrinne bei Heidenheim Steinerne Rinne bei Hechlingen Steinerne Rinne von Oberweiler Steinerne Rinne bei Wolfsbronn Fossa Carolina (Karlsgraben bei Treuchtlingen) Gelber Berg Hahnenkammsee Hohentrüdingen Kloster Heidenheim Schloss Spielberg

Wanderwege Wanderwege des Hahnenkamms sind: Altmühltal-Panoramaweg Frankenweg Main-Donau-Weg Waldlehrpfad Roter Berg Westlicher Albrand-Weg (mit Parkplatz Roter Berg bei Hechlingen) Geologischer Pfad (mit Parkplatz am Hahnenkammsee bei Hechlingen)

Einzelnachweise

Literatur Hermann Schmidt-Kaler: Vom neuen Fränkischen Seenland zum Hahnenkamm und Hesselberg. Reihe Wanderungen in die Erdgeschichte. Band 3, 1991. Behandelt sind der Weißjura-Ausläufer des Hahnenkammes und der Weißjura-Zeugenberg des Hesselbergs.

Weblinks Karte des Hahnenkamms auf: Kommunalen Allianz Hahnenkamm (KAH) (Gemeinden am Hahnenkamm), auf hahnenkamm.de Radwanderweg Gunzenhausen–Hahnenkamm–Ries, auf bay-rad.de Radwanderwege im oberen Altmühltal (u. a. im südöstlichen Hahnenkamm), auf marktberolzheim.de

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