mini|Dorf- und Flößermuseum, ehemaliges Schulhaus Friesen ist ein Gemeindeteil der Kreisstadt Kronach im Landkreis Kronach (Oberfranken, Bayern).

Geographie Das Pfarrdorf liegt an der Kronach und an der Remschlitz, die innerorts als linker Zufluss in die Kronach mündet. Die Staatsstraße 2200 führt nach Steinberg (1,7 km nördlich) bzw. nach Dörfles (1,4 km südwestlich). Die Kreisstraße KC 25 führt nach Gundelsdorf zur Bundesstraße 85 (3,7 km nordwestlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Remschlitz (2,1 km nordöstlich) und nach Rennesberg (1,2 km südlich).

Geschichte Erstmals urkundlich erwähnt wurde Friesen im Jahre 1348. Es gab ein mittleres Schloss, das aber schon im 19. Jahrhundert zerfallen war. Das obere Schloss war bis vor kurzem noch als Ruine erhalten, deren Reste inzwischen beseitigt wurden. Seit Mitte des 17. bis Ende des 19. Jahrhunderts bestand eine jüdische Gemeinde im Ort. Die 1434 errichtete Wehrkirche wurde mehrfach umgebaut und renoviert.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Friesen aus 103 Anwesen. Das Hochgericht übte das bambergische Centamt Kronach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Vogteiamt Kronach inne. Grundherren waren das Kastenamt Kronach (86 Anwesen: 1 Gut, 10 Söldengüter, 10 Söldengütlein, 1 Höflein, 31 Tropfhäuser, 13 halbe Tropfhäuser, 13 Häuser, 5 halbe Häuser, 2 Schneidmühlen), die Pfarrei Kronach (5 Anwesen: 1 Zinshof, 1 Haus, 2 halbe Tropfhäuser, 1 Mahlmühle), das Gotteshaus Kronach (5 Anwesen: 1 Haus, 2 halbe Tropfhäuser, 2 halbe Häuser), die Stadt Kronach (4 Anwesen: 1 Tropfhaus, 1 Haus, 1 halbes Tropfhaus, 1 halbes Haus), der Lehenhof Bamberg (1 Tropfsölde, 1 Haus), das Rittergut Seibelsdorf (2 halbe Tropfhäuser). Außerdem gab es noch eine Kirche, ein Kaplanhaus, ein Schulhaus und eine Synagoge.Es werden abweichend 106 Anwesen als Gesamtzahl angegeben.

Friesen kam durch den Reichsdeputationshauptschluss im Jahr 1803 zum Kurfürstentum Bayern. Mit dem Gemeindeedikt wurde 1808 der Steuerdistrikt Friesen gebildet, zu dem Dennig, Dörfles, Neumühle, Rennesberg, Rosenhof und Trebesgrund gehörten. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Friesen, zu der Dennig, Neumühle, Rennesberg und Trebesgrund gehörten. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Kronach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Kronach (1919 in Finanzamt Kronach umbenannt). In der freiwilligen Gerichtsbarkeit unterstanden zwei Anwesen dem Patrimonialgericht Seibelsdorf (1819–1833). In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde auf dem Gemeindegebiet Hochwart gegründet. Als im Königreich Bayern im Jahr 1862 die Zuständigkeit als unterste staatliche Verwaltungsebene an die neu eingerichteten Bezirksämter übertragen wurde, kam Friesen zum Bezirksamt Kronach (1939 in Landkreis Kronach umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Kronach (1879 in das Amtsgericht Kronach umgewandelt). Die Gemeinde hatte eine Fläche von 6,727 km². Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde Friesen am 1. Mai 1978 nach Kronach eingegliedert.

Die Friesener werden auch als „Orchelsacher“ bezeichnet, weil vor langer Zeit ein Knabe in die Orgel gesacht (uriniert) und Spuren hinterlassen hat.

Baudenkmäler In Friesen gibt es 23 Baudenkmäler:

Einwohnerentwicklung Gemeinde Friesen Jahr 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 764 734 766 820 784 786 793 815 794 777 781 786 818 825 815 851 864 886 1038 1065 1035 1073 1180HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 120 124 115 120 133 170 190 Quelle

Ort Friesen Jahr 1818 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 622 735 704 717 718 785 996 978 1072 1143Häuser 93 113 111 124 155 175 294Quelle

Religion Der Ort ist römisch-katholisch geprägt und nach St. Georg (Kronach) gepfarrt.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Anmerkungen

Kategorie:Ort im Landkreis Kronach Kategorie:Geographie (Kronach) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Kronach) Kategorie:Ersterwähnung 1348 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1978 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)