Thomas Stiller (* 3. April 1961 in Wiesbaden) ist ein deutscher Filmregisseur, Drehbuchautor und Schauspieler.

Wirken 1980er und 1990er Jahre Nach seinem Abitur am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium in Hilden im Jahr 1981 absolvierte Stiller von 1985 bis 1986 eine Schauspiel- und Regieausbildung am Herbert Berghoff-Studio und Actors Studio in New York. Nach Abschluss seines Diploms agierte er bis 1993 an verschiedenen Theaterbühnen sowie in Film- und Fernsehproduktionen, bevor er seinen künstlerischen Schwerpunkt auf Regie und Drehbuch verlagerte.

Mit Die brennende Schnecke realisierte er 1995 sein Spielfilmdebüt. Das Drama um einen 14-jährigen Jungen, der in einer Jugendgang seiner Isolation zu entfliehen hofft, wurde im Rahmen zahlreicher internationaler Filmfestivals gezeigt, darunter dem World Film Festival in Montréal, dem Internationalen Filmfestival in Shanghai und dem Internationalen Filmfest in Moskau.Kinder- und Jugendfilm Korrespondenz Ausgabe 66-2/1996

Der 1999 erschienene Psychothriller Stille Nacht – Heilige Nacht bescherte Stiller im darauffolgenden Jahr eine Nominierung für den Adolf-Grimme-Preis, darüber hinaus lief die Produktion im Wettbewerb des Filmfests München. Filmfest München Mit seinem Drehbuch bot er zugleich die Vorlage für das vom SWR produzierte gleichnamige Hörspiel.

2000er und 2010er Jahre Im Jahr 2000 übernahm Stiller die Regie für The Great Grandson of the Man Who Drank a Cow, ein Musikfilm über den japanischen Jazzmusiker und Trompeter Toshinori Kondō. Seit 2003 entstehen unter seiner Regie zudem Kinotrailer für das Internationale Filmfest in Oldenburg. Neben einer Reihe von Fernsehfilmen wie Der gestohlene Mond (2002) mit Birol Ünel und Dietmar Bär sowie Kinoproduktionen wie Der Junge ohne Eigenschaften (2006) mit Marek Harloff und Lisa Martinek war Stiller darüber hinaus als Regisseur und Drehbuchautor für Episoden der Fernsehserien Tatort, Unschuldig, Peter Strohm und Wolffs Revier verantwortlich. Besonderen Erfolg verzeichnete er als Drehbuchautor für das Familien-Psychodrama Unter dem Eis, das in der Kategorie „Fiktion“ mit dem Adolf-Grimme-Preis 2007 geehrt wurde. Adolf-Grimme-Institut Online

2008 fungierte Stiller als Regisseur für den Fernsehspielfilm Zwölf Winter, der im Jahr 2010 erneut für den Adolf-Grimme-Preis sowie den Deutschen Fernsehkrimipreis nominiert Adolf Grimme Online und mit dem Jupiter ausgezeichnet wurde. Unter Mitwirkung der zu jener Zeit mit der Aufklärung des Falls befassten LKA-Beamten sowie des verurteilten Täters Mike Rödesheim zeichnete Drehbuchautor Holger Karsten Schmidt die auf einem wahren Verbrechen beruhende Kriminalgeschichte zweier Serientäter nach, die zwischen 1988 und 2001 Provinzbanken und Sparkassen im gesamten Bundesgebiet überfielen und sechs Millionen € erbeuteten. Der ursprünglich vorgesehene Zweiteiler wurde nach Beschluss des WDR auf einen eineinhalbstündigen Spielfilm reduziert. Die Einkürzung der Szenen erfolgte durch Thomas Stiller.

Anlässlich der ARD-Themenwoche Ist doch Ehrensache! Wie Menschen sich für die Gesellschaft engagieren setzte Stiller im Jahr 2009 den Spielfilm Genug ist nicht genug um, der die Not und Missstände in deutschen Pflegeeinrichtungen, den Einsatz Ehrenamtlicher und die Folgen ihres Streiks thematisiert. Stiller, der sich zuvor nur oberflächlich mit diesem Tätigkeitsfeld auseinandergesetzt hatte, gab nach Abschluss der Dreharbeiten zu verstehen, der Film habe seinen Blick auf das bürgerschaftliche Engagement wesentlich verändert.ARD Themenwoche: Ist doch Ehrensache! Wie Menschen sich für die Gesellschaft engagieren PDF-Datei

Der Brisanz eskalierender Jugendgewalt widmete sich Stiller im gleichen Jahr mit dem zunächst für das Kino geplanten Drama Sie hat es verdient, in dem eine sozial gut gestellte Schülerin von sozial benachteiligten Gleichaltrigen aus Rachegründen zu Tode gefoltert wird. Das Drehbuch wurde aufgrund der heiklen Thematik im Vorfeld von mehreren Sendern abgelehnt. Der Westen vom 18. November 2009 In der Produktion der teamWorx Television & Film GmbH für die ARD Degeto und den Bayerischen Rundfunk agierten unter anderem Liv Lisa Fries, Koproduzentin Veronica Ferres und François Goeske als Hauptdarsteller. Erstmals ausgestrahlt wurde der Film am 14. September 2011 in der ARD, nachdem er international auf mehreren Filmfestivals zu sehen war.DIFF Interview – “She Deserved It” Writer/Director Thomas Stiller Interview mit Thomas Stiller, DIFF Dallas International Film Festival 2011

Thomas Stiller lebt in Berlin.

Filmografie

Als Schauspieler 1997: Dr. Stefan Frank – Der Arzt, dem die Frauen vertrauen – Wenn eine Kinderseele weint

Als Regisseur

Als Drehbuchautor

Hörspiele Stille Nacht – Heilige Nacht. Regie: Christoph Dietrich, Mitwirkende: Konrad Bösherz, Martin Engler, Michael Wittenborn, Irina Wanka, Christian Berkel, Beate Jensen, Claude-Oliver Rudolph, 55 min., SWR 2005.

Nominierungen (Auswahl) 2000: Adolf-Grimme-Preis für Stille Nacht – Heilige Nacht 2010: Adolf-Grimme-Preis für Zwölf Winter 2010: Deutscher Fernsehkrimipreis für Zwölf Winter 2012: Deutscher Fernsehkrimipreis für Tatort – Der traurige König

Auszeichnungen 2007: Adolf-Grimme-Preis für Unter dem Eis 2010: Jupiter für Zwölf Winter 2012: Publikumspreis des Deutschen Fernsehkrimipreises für Tatort: Der traurige KönigHessischer Tatort gewinnt Fernsehkrimipreis diepresse.com, 12. März 2012, aufgerufen am 13. März 2012 2019: New York Festivals TV & Film Awards Bronze Drama für Angst in meinem Kopf

Weblinks

Thomas Stiller auf der Website der Agentur Fischer & Partner

Einzelnachweise

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