mini|hochkant|Mihrab der Mezquita von Córdoba, Córdoba, Spanien (um 970) – Wandverkleidung aus Mosaik und Stuck mini|hochkant|Innenhof der Madrasat al-ʿAttārīn, Fès, Marokko (um 1325) – Wandverkleidung aus Kachelmosaiken, Stuck und Holzpaneelen mini|hochkant|Torbau des Taj Mahal, Agra, Indien (um 1650) – Wandverkleidung aus rotem Sandstein, weißem Marmor und bunten Halbedelsteinen mini|hochkant|Taj Mahal – Kernbau aus Ziegelstein; Verkleidung aus weißem Marmor, schwarzen Inschriftbändern und bunten Halbedelsteinen über den Portalen bzw. Bogenzwickeln Wandverkleidungen oder -verblendungen sind nichttragende flächige Bauteile, die an einer Wand befestigt sind und das konstruktive Wandmaterial verbergen. Wandverkleidungen gibt es sowohl an Innen- als auch an Außenwänden. An Außenwänden bezeichnet man sie auch als Fassadenverkleidung oder Fassadenbekleidung. Der Begriff Bekleidung wird eher bei unlösbar mit dem Untergrund verbundenen (z. B. geklebten) Vorsatzmaterialien verwendet, während eine Verkleidung oft von Schrauben, Ankern oder einer speziellen Unterkonstruktion gehalten wird.

mini|hochkant|Majolikahaus von Otto Wagner, (1898) – Ziegelbau, Wandverkleidung mit Majolikafliesen

Beschichtungen sowie dünne flexible Wandbeläge wie Tapeten, Wandbehänge, Wandteppiche oder Wandbespannungen werden nicht als Wandverkleidungen bezeichnet.

Fassadenverkleidung Um den modernen Anforderungen der Bauphysik wie Wärme-, Witterungs- und Schallschutz gerecht zu werden, wurde insbesondere in regenreichen Gebieten zunächst zweischaliges Mauerwerk mit Verblendschale eingesetzt. Wärmedämmverbundsysteme sind kostengünstig, jedoch empfindlich gegenüber Außenschall, mechanischer Beschädigung und Algenbewuchs durch Kondensation.

Fassadenbekleidungen in der Art einer Vorsatzschale, einer vorgehängten Fassade oder einer Vorhangfassade ermöglichen durch die Kombination geeigneter Materialien eine Anpassung an die bauphysikalischen Anforderungen auch von Hochhäusern sowie eine Vielfalt optischer Gestaltungsmöglichkeiten.

Verwendet werden beispielsweise: Verbundsicherheitsglas keramische Materialien wie Verblender, Riemchen dreidimensional geformte Fassadenplatten Wandfliesen (meist Feinsteinzeug) Fassadentafeln bzw. Fassadenplatten aus Metall (Aluminium, Zink, Kupfer, rostfreiem Edelstahl) Verbundplatten, z. B. aus Aluminiumschichten mit Kunststoffzwischenlage (Alucobond) HPL-Platten (beschichteten) Holzwerkstoffplatten (beschichteten) Faserverbundplatten aus Faserzement (Eternit) oder faserverstärkten Kunststoffen

Befestigung Die Befestigung von Wandverkleidungen erfolgt in der Regel entweder durch: (großflächiges) Verkleben, oft vollflächig oder linienförmig durch Mörtel oder organische Klebstoffe oder durch punktförmiges Befestigen durch Nägel, Schrauben, Klammern oder Klebepunkte unmittelbar an der Wand oder auf einer Unterkonstruktion.

Eine vollflächige Verklebung wird typischerweise bei keramischen Bekleidungen (Kacheln, Fliesen) vorgenommen. Die Fugen werden anschließend durch Fugenmörtel oder elastische Dichtstoffe abgedichtet. Tapeten aus Stoffen wurden früher nur aufgespannt, moderne Tapeten aus Papier oder Kunststoff werden vollflächig geklebt.

Bei punktförmiger Befestigung verbleibt ein Luftraum zwischen der tragenden Konstruktion und der Bekleidung, der meist zur Abführung von eindringender Feuchtigkeit hinterlüftet wird. (siehe: Vorgehängte hinterlüftete Fassade)

Wandverkleidungen für Innenräume

Bei historischen Bauweisen waren das z. B. Holzvertäfelungen. Heute werden verschiedene Materialien für verschiedene Funktionen verwendet: zum Beispiel Paneele, Nut- und Federbretter, Schallschutzplatten aus Holz, Gipskarton oder Kunststein (Harz-Betongemisch). Bei geklebten, kleinteiligen Wandverkleidungen spricht man von Fliesen.

Bei modernen Wandverkleidungen werden Nut-und-Feder-Bretter oder Nut-und-Feder-Paneele mit Hilfe von Metallkrallen (sogenannten Profilholzkrallen) an eine Unterkonstruktion (auf Wand aufgebrachte Latten in einem Abstand von 30 bis 50 cm) genagelt (mit Nagelkrallen, die für Nägel geeignete kleine Löcher haben) oder geschraubt (mit Schraubkrallen, die für Schrauben geeignete größere Löcher aufweisen). Die Krallen behindern das Anfügen von weiteren Brettern oder Paneelen nicht und bleiben weitgehend verdeckt. mini|rechts|398x398px|Eine Profilholzkralle greift in die Nut eines Nut-und-Feder-Bretts und erlaubt die Befestigung an Wand oder Decke mit Nägeln oder Schrauben. mini|Anbringung einer Wandverkleidung aus Nut-und-Feder-Brettern mit Hilfe von Profilholzkrallen, die auf Latten geschraubt sind.

Holz- oder Holzwerkstoffe Neben der Bekleidung von Wänden mit Holzbrettern (Nut und Feder) oder Holz-Paneelen gibt es auch den Einsatz von natürlichen Materialien (Holzschindeln). Die 3D Reliefplatten für die moderne Wandverkleidung sind Paneele aus Holzwerkstoffen und zeichnen sich durch außergewöhnliche bzw. individuelle Oberflächen aus. Diese Oberflächenlandschaften entstehen durch den Einsatz von Fräswerkzeugen.

Die verwendeten Materialien können Massivholz bzw. Holz, Mitteldichte Holzfaserplatten (MDF), Sperrholz, Multiplex-Platten oder Faserbeton sein.

Gipswerkstoffe Gipskarton- oder Gipsfaserplatten, welche auch anstatt des Putzes verwendet werden („Trockenputz“).

Naturstein Natursteinplatten aus Schiefer, Granit, Sandstein oder Marmor werden – je nach Größe – wie Fliesen geklebt oder auf einer hölzernen oder metallenen Unterkonstruktion montiert.

Keramisches Material Fliesen, keramische Platten oder Steinzeug werden auf einer Unterkonstruktion befestigt oder punktförmig geklebt. Berühmt für die Verwendung von Keramik als Fassadenverkleidung waren Antoni Gaudí (1852–1926) und Friedensreich Hundertwasser (1928–2000).

Kunststoffe und Verbundwerkstoffe Es gibt eine große Anzahl von Fassaden- und Ausbauplatten mit polymerer Bindung. Häufig werden sie durch einen Zusatz von Fasern oder eine Beschichtung verstärkt, so etwa Aluminium-Verbundplatten.

Faserzementplatten enthalten als Bindemittel Zement mit einem Zusatz von Polymeren.

Spezielle Wandverkleidungen In Sport- oder Turnhallen kommen Prallschutz-Verkleidungen zum Einsatz, welche den Aufprall mindern sollen. Diese können aus Holz- oder Holzwerkstoffen, Kunststoffen, Matten oder sogar Teppichen bestehen.

Normen Brandschutz, Brennbarkeit – Feuerwiderstand Entflammbarkeit (Rauchen, Abtropfen) – Brandverhalten generell: Europäische Technische Zulassung

Weblinks

Kategorie:Wand- und Deckengestaltung