Die Oblast Kaluga (/ Kaluschskaja oblast) ist ein Föderationssubjekt Russlands und gehört zum Föderationskreis Zentralrussland. Sie liegt im Westen des europäischen Teils Russlands.
Im 14. Jahrhundert war ein Teil der Kalugaer Territorien unter der Herrschaft von Moskau; im gleichen Jahrhundert wurde zum ersten Mal Kaluga erwähnt. Seit 1796 bestand das Gouvernement Kaluga des Kaiserreichs. Es wurde 1929 zur Zeit der RSFSR der Sowjetunion aufgelöst. Das Gebiet um Kaluga gehörte dann ab 1929 zunächst zur Oblast Moskau und ab 1937 zur Oblast Tula, ehe 1944 die bis heute bestehende Oblast Kaluga gebildet wurde. Sie grenzt an die Stadt Moskau, die Oblast Moskau sowie an die Oblaste Tula, Brjansk, Smolensk und Orjol. Vom Norden nach Süden erstreckt sich das Gebiet über 250 km, vom Westen nach Osten über 180 km.
Verwaltungsgliederung und größte Orte
Die Oblast Kaluga gliedert sich in 24 Rajons sowie zwei Stadtkreise, die von den Großstädten Kaluga und Obninsk gebildet werden. Weitere größere Städte sind Ljudinowo, Kirow, Malojaroslawez und Balabanowo. Insgesamt gibt es in der Oblast 22 Städte und 6 Siedlungen städtischen Typs.
+ Größte Städte Name Russisch Einwohner() Kaluga Obninsk Ljudinowo Kirow Malojaroslawez Balabanowo
Bevölkerung Bei den letzten russischen Volkszählungen in den Jahren 2023 und 2024 gab es eine Bevölkerungszahl von 1.070.853 respektive 1.068.410 Bewohnern. Somit sank die Einwohnerzahl in diesen acht Jahren um 2443 Personen. Die Verteilung der verschiedenen Volksgruppen sah folgendermaßen aus:
+ Bevölkerung der Oblast nach Volksgruppen Nationalität VZ 1989 Prozent VZ 2002 Prozent VZ 2010 ProzentRussen 998.443 93,82 973.589 93,47 869.031 85,96Ukrainer 30.191 2,84 23.162 2,22 16.662 1,65Armenier 1.450 0,14 7.095 0,68 9.962 0,99Belarussen 8.574 0,81 6.609 0,63 4.557 0,45Tataren 2.963 0,28 4.299 0,41 4.206 0,42Aserbaidschaner 1.993 0,19 3.007 0,29 3.498 0,35Usbeken 1.366 0,13 802 0,08 3.482 0,34Zigane 2.671 0,25 3.187 0,31 2.847 0,28Tadschiken 616 0,06 589 0,06 2.756 0,27Moldawier 1.440 0,14 1.443 0,14 2.511 0,25Deutsche 1.148 0,11 1.548 0,15 1.154 0,11Einwohner 1.064.194 100,00 1.041.641 100,00 1.010.930 100,00 Anmerkung: die Anteile beziehen sich auf Gesamtzahl der Einwohner. Also mitsamt dem Personenkreis, der keine Angaben zu seiner ethnischen Zugehörigkeit gemacht hat (2002 3.479 resp. 2010 77.292 Personen)
Die Bevölkerung des Gebiets besteht stark überwiegend aus Russen. Die Ukrainer sind die einzige nennenswerte ethnische Minderheit in der Oblast Kaluga. Ihre Zahl – wie auch die Anzahl der Belarussen – sinkt allerdings stark. Aus dem Transkaukasus und Zentralasien sind seit dem Ende der Sowjetunion dagegen zahlreiche Menschen zugewandert.
Geographie, Geologie und Natur Geographie Das Kalugaer Gebiet liegt im Zentrum der Osteuropäischen Ebene. Das Territorium der Region befindet sich zwischen dem Mittelrussischen Landrücken (mit den mittleren Höhen innerhalb der Region von höher als 200 m und der maximalen Höhe von 275 m im Südosten des Gebietes), den Smolensk-Moskauer Höhen und der Dneprisch-Desnische Provinz. Den großen Teil des Gebietes nehmen Ebenen, Felder und Wälder mit einer vielfältigen Pflanzen- und Tierwelt ein. Das Zentrum des Gebietes liegt auf dem Barjatinsk-Suchinitschier Landrücken.
Im westlichen Teil des Gebietes innerhalb der Gletscherebene erhebt sich die Spas-Demensker Hügelreihe. Eine südlich anschließende Sanderhochebene gehört zu der Brjansk-Schisdraer Polessje, deren mittlere Höhen bis zu 200 m hoch ragen. Im Nordwesten des Gebietes erstreckt sich eine Moränenebene mit den Grandkuppen.
Von Norden nach Süden beträgt die Ausdehnung des Kalugaer Gebiets mehr als 220 km von 53°30' bis 55°30' Nord, von Westen nach Osten ca. 220 km. Die Fläche des Territoriums beträgt ca. 29.777 km².
Über das Territorium des Gebietes verlaufen die wichtigsten internationalen Eisenbahn- und Autobahnlinien: Moskau – Kaluga – Brjansk – Kiew – Lwow – Warschau. Das Kalugaer Gebiet grenzt an die Brjansker, Smolensker, Moskauer, Tulaer, Orjoler Gebiete, die Stadt Moskau (ab dem 1. Juli 2012). Das Gebiet hat 303 munizipale Gebilde, einschließlich 24 Rayons, 2 Stadtkreise, 26 stadtartige und 251 ländliche Siedlungen. Flächenmäßig ist der Uljanowskij Rayon am größten, der Tarusskij Rayon ist dabei am kleinsten.
Die Städte des Kalugaer Gebiets sind Kaluga, Balabanowo, Beloussowo, Borowsk, Jermolino, Schisdra, Schukow, Kirow, Koselsk, Kondrowo, Kremenki, Ljudinowo, Malojaroslawez, Medyn, Meschtschowsk, Mossalsk, Obninsk, Sossenski, Spas-Demensk, Suchinitschi, Tarussa und Juchnow.
Relief, geologischer Bau und Bodenschätze Das gegenwärtige Relief des Kalugaer Gebiets hat sich in der Präglazialzeit herausgebildet: hügelig, mit den Flusstälern, Schluchten und Talsenken. Einige Gletscherseen sind bis heute erhalten geblieben, zum Beispiel, der tiefste See des Kalugaer Gebiets, der Besdon-See.
Die Region liegt zwischen dem Mittelrussischen Landrücken und den Smolensk-Moskauer Höhen. Auf dem Territorium des Gebietes befinden sich die Niedrigebenen mit einer Höhe von bis 200 m über dem Meeresspiegel, als auch die Hochebenen mit einer Höhe von über 200 m ü. d. M. Im Südosten des Gebietes erstreckt sich der Mittelrussische Landrücken, im hohen Nordwesten erhebt sich die Spas-Demensker Hügelreihe. Diese Anhöhen sind voneinander durch die Ugraisch-Protwaische Tiefebene getrennt. Im hohen Südwesten des Gebietes befindet sich die Brjansk-Schisdraer Polessje und im Zentrum erstreckt sich die Barjatinsk-Suchinitschier Ebene. Der höchste Reliefpunkt des Gebietes befindet sich auf der Höhe von 279 m innerhalb der Spas-Demensker Hügelreihe (Sajzewa-Berg), der niedrigste Punkt liegt im Tal des Flusses Oka (120 m über dem Meeresspiegel). So beläuft sich die Amplitude des Reliefs auf 160 m.
Das Kalugaer Gebiet liegt im Zentrum der Osteuropäischen Ebene. Die Mächtigkeit der oberen Sedimentenschicht wächst von 400 bis 500 m im Süden bis auf 1000 bis 1400 m im Norden. Der größte Teil der sedimentären Kappe ist aus Sedimenten der Devonformation zusammengesetzt. Ihr Anteil im Süden des Gebietes überschreitet 80 % der Mächtigkeit der ganzen Ablagerungsformation (inkl. quartärer Formation). Auf dem Territorium des Kalugaer Gebiets unterscheidet man vier geologisch-wirtschaftliche Gebiete: nordöstliches, zentrales, südliches und nordwestliches Gebiet.
Der spezifische Wert von Lagerstätten des Kalugaer Gebiets beträgt mehr als 8 Mio. Rbl/m². Auf dem Territorium des Gebietes sind 550 Vorkommen mit 19 Arten harter Mineralrohstoffe sowie 131 Vorkommen süßer unterirdischer Gewässer und 13 Vorkommen unterirdischer Mineralwässer erkundet worden.
Die Mineralressourcen des Gebietes sind vertreten durch Phosphorite, Braunkohle, Erdfarben, Gipssteine, Bausteine, Kreide für die Bauarbeiten, Karbonatgesteine für die Kalkdüngung und die Anwendung in der Zellstoff- und Papierindustrie, feuerbeständige und schwer schmelzbare Tone, leicht schmelzbare Tone für die Produktion von Ziegel und Keramsit, Tripolite für die Produktion von Entfärbungserde und thermolytischen Kieselsteinen, Tone für Bohrspülungen, Sandkiesmaterial, Glassande, Formsande, Sande für Bauarbeiten und die Herstellung von Silikaterzeugnissen sowie durch Torf und Sapropel.
Das Gebiet verfügt über 24 Vorkommen mit den industriellen Tonvorräten von mehr als 220 Mio. m³, davon werden heute 14 Vorkommen intensiv erschlossen. Das Vorkommen feuerbeständiger und keramischer Tone „Uljanowskoje“ ist eines der größten in Russland und von der Industrie noch nicht aufgeschlossen. Auf seinen Anteil entfallen 16,2 % aller Vorräte schwer schmelzbarer Tone im Föderationskreis Zentralrussland. Solche Tone werden für die Herstellung von feuerfesten Erzeugnissen für Anwendungszwecke in der Metallurgie, Zement- und Glasindustrie und den anderen Industriezweigen, in welchen die Produktionsprozesse mit den hohen Temperaturen verbunden sind. Bei einer stabilen Entwicklung der Baubranche im Föderationskreis Zentralrussland wird das Bedürfnis nach Tonen des Vorkommens „Uljanowskoje“ 600–700 Tausend Tonnen pro Jahr betragen. Das Vorkommen „Uljanowskoje“ hat alle Chancen, Hauptrohstoffbasis für die Unternehmen des Baukomplexes und der Feuerfestindustrie und zwar nicht nur für das Kalugaer Gebiet zu werden. Die summarischen Bilanzvorräte aus dem Braunkohlevorkommen des Moskauer Kohlenbeckens betragen 1240 Mio. t, darunter sind solche Lagerstättenabschnitte wie Worotynskoje (410 Mio. t), Severo-Agejewskoje (151 Mio. t), Seredejskoje (150 Mio. t), Studenowskie Abschnitte (103 Mio. t) und andere. Obwohl die Qualität der Kohlen nicht sehr hoch ist, sind die Rohstoffe infolge der Nähe zu den großen Konsumenten von Interesse. Die Bilanzvorräte von Torf betragen ca. 24 Mio. t.
Das Rohstoffpotential des Gebietes kann die Bedürfnisse der Betriebe nach den Hauptarten von Erzbodenschätzen (Bausteine, Sandkiesmaterial, Bausand, Silikatsand, leichtschmelzender Ton und Lehmboden für die Herstellung von Ziegel und Keramsit) decken. Im Jahr 2013 sind auf dem Territorium des Kalugaer Gebiets 109 Lizenzen über das Recht auf die Nutzung von Bodenschätzen gültig, um die Baustoffe zu gewinnen.
Pflanzenwelt Die Wälder nehmen 45 % des Territoriums des Kalugaer Gebiets ein. Die Holzvorräte betragen insgesamt ca. 269 Mio. m³. Davon gehören 30 % zu den Nadelholzarten, 67 % zu den Weichlaubholzarten.
Nach Angaben für das Jahr 2013 beträgt der jährliche zulässige Umfang der Holzgewinnung ca. 3.136.900 m³. Der Gesamtholzeinschlag liegt bei 30 % des geplanten Hiebsatzes. Die jährliche Zunahme von Anpflanzungen beträgt 4,8 Mio. m³.
Die Waldzone der Region hat zwei Unterzonen: die Nadelwald- und Breitblattwaldunterzone sowie die Breitblattwaldunterzone. In der Nadelwald- und Breitblattwaldunterzone dominieren verschiedene Fichtenwaldarten. Die Baumschicht solcher Wälder bilden gemeine Fichten gemischt mit Kiefern, Birken, Espen, Linden, Stieleichen. In der Breitblattwaldunterzone nimmt der Primärwald eine kleine Fläche im Gebiet zwischen den Flüssen Wytebet, Schisdra und Oka.
Als Edifikatoren dienen in diesen Wäldern hauptsächlich solche Baumarten wie Stieleiche, Steinlinde, gemeine Esche, Ulme. Diese Wälder sind im Unterschied zum Nadelwald polydominant, haben bis 7 bis 8 Schichten und sind normalerweise mit Birken und Espen in der zweiten Schicht, Strauchahorn, glattblättrigen Apfelbäumen, Ebereschen in der dritten Schicht gemischt. Die Strauchschicht ist gut entwickelt. In der Krautschicht dominieren die Vorfrühling-Ephemeroiden und mehrjährige Pflanzen.
Die nicht zonengebundene Vegetation auf dem Territorium des Gebietes ist durch Kiefernwälder und kleinblättrige Wälder, Sümpfe und Wiesen vorgestellt. Die Weißkiefer bildet die Wälder auf den Sandschüttungen altertümlicher Alluvialebenen, den Sandterrassen von Flusstälern, den torfhaltigen Sumpfböden. Das sind Kiefernwälder mit Weißmoosdecken bzw. Grünmoosheiden, Sphagnum-Heiden, komplexe Kiefernwälder. Die Baumschicht kleinblättriger Wälder und derivativer Mischwälder ist durch Hängebirken, Winterbirken, Espen, Ziegenweide, Fichten, Kiefern und Eichen gebildet. Die Wiesen gliedern sich in Talauen und Festlandswiesen.
Die Sümpfe liegen auf dem Territorium des Gebietes ungleichmäßig verteilt. Am meisten versumpft sind die nordwestlichen und westlichen Teile (Flussgebiet der Ugra), sowie die Brjansk-Schisdraer Polessje.
Tierwelt Im Verlauf eines zweihundertjährigen Zeitraums der Erforschung sind auf dem Territorium des Kalugaer Gebiets einige tausend Arten der Wirbellosen und 396 Arten der Wirbeltiere entdeckt. Auf der Roten Liste des Kalugaer Gebiets stehen 132 Arten der Wirbeltiere, davon sind 36 auch in die entsprechende Liste der Schutzobjekte der Russischen Föderation eingetragen.