Tulfes ist eine Gemeinde im Bezirk Innsbruck-Land im Bundesland Tirol (Österreich) mit Einwohnern (Stand ). Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Hall in Tirol.
Geografie Tulfes liegt auf einer Mittelgebirgsterrasse 6 km von Hall und 12 km von Innsbruck entfernt, am Fuß des hohen Glungezer. Das Gemeindegebiet erstreckt sich vom Inntalboden über das Mittelgebirge bis zum hinteren Voldertal, umfasst aber nur die linke Seite des Tals, die rechte gehört zu Volders.
Gemeindegliederung Die Gemeinde besteht aus der Katastralgemeinde und einzigen Ortschaft Tulfes (in Klammern Einwohnerzahl Stand ): Tulfes () Bis 2025 war Volderwald (499 Einwohner; Stand 2025Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2025 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2025), (ODS, 520 KB)) ebenfalls als Ortschaft ausgewiesen.
Die Gemeinde umfasst neben dem Dorf Tulfes die Rotten Bramor, Dörfli, Gasteig, Halsmarter, Heißangerer und Oberlavieren, den Weiler Moser, die zerstreuten Häuser Tulfein, Tulferberg, Voldertal und Volderwald sowie mehrere Einzelhöfe, Hütten und Almen.
Nachbargemeinden
Geschichte Funde aus dem ersten Jahrtausend v. Chr. zeigen erste Besiedlungsspuren, wie eine Gefäßscherbe und eine illyrische Lappenaxt. Ebenfalls noch aus der vorchristlichen Zeit stammen die Überreste einer Wallburg aus der Latènezeit.
Der Kolbenturm ist das älteste bis heute erhaltene Bauwerk in Tulfes. Er wurde um das Jahr 1200 vom Geschlecht der Kolb erbaut.
Der Name Tulfes stammt vom lateinischen tellevo, was so viel wie nutzbare Erde bedeutet. 1240 wurde eine Auseinandersetzung um ein Gut in „Volrar Gasteige“ urkundlich festgehalten, das ist Volderwald der heutigen Gemeinde. Der Name „Tulfes“ wurde erstmals 1266 genannt, als ein Rüdiger auf die Vogtei in Tulfes verzichtetr. Darauf folgten mehrere Nennungen in den Jahren 1270, 1288 und 1294 mit den Schreibweisen „Tulfes“, „Tulves“ oder „Tulferberg“. Daraus geht hervor, dass Tulfes dem Landesfürsten von Tirol gehörte, aber dass auch bayrische Klöster in Tulfes Grund besaßen. Dabei wurden jeweils einzelne Höfe genannt, es lässt sich aber daraus nicht ableiten, wann der Ort entstand.
Als steuerzahlende Gemeinde wurde Tulfes 1312 im Inntaler Steuerbuch aufgeführt, dabei wurden 47 Bauern namentlich genannt.
Zum Bau der Kirche St. Thomas gibt es keine Unterlagen, die Kirche wurde erstmals 1332 im „Stiftsarchiv Wilten“ erwähnt. Sie gehörte zur Pfarre Ampass und hatte bis 1721 keinen ortsansässigen Priester. Eine eigene Pfarre wurde Tulfes im Jahr 1891.
Im Jahr 1964 zerschellte ein viermotoriges Flugzeug der englischen Fluggesellschaft Cunard Eagle Airways am Glungezer, alle 83 Insassen starben. 1971 wurde Adelheid von Österreich (1914–1971), die Tochter des letzten österreichischen Kaiserpaares Karl und Zita, in Tulfes begraben.
Bevölkerungsentwicklung
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Pfarrkirche Tulfes mini|Ansitz Kolbenturm mini|Hofkapelle Windegg mini|Kapelle Volderwald mini|Huisen-Kapelle
Katholische Pfarrkirche Tulfes hl. Thomas Ansitz Kolbenturm Kapelle Volderwald Hofkapelle Windegg Huisen-Kapelle Stiftsalm-Kapelle
Wirtschaft und Infrastruktur Heute spielt neben der Landwirtschaft der Tourismus eine Rolle, mit dem Ausflugs- und Schiberg Glungezer. Im Südosten des Ortsrandes befindet sich die Talstation der Glungezerbahn. Daneben ist Tulfes ein beliebtes Wohngebiet in der Nähe des städtischen Ballungsraums Innsbruck-Hall.
Arbeitsplätze und Pendler Arbeitsplätze: Die Gemeinde bietet beinahe 300 Arbeitsplätze. Davon entfallen zehn Prozent auf die Landwirtschaft, dreißig auf den Produktionssektor und sechzig Prozent auf Dienstleistungen. Im Produktionssektor arbeitet der Großteil der Erwerbstätigen in der Bauwirtschaft. Die größten Arbeitgeber im Dienstleistungssektor sind die Bereiche Verkehr und soziale und öffentliche Dienste (Stand 2011). Berufspendler: Im Jahr 2011 lebten 752 Erwerbstätige in Tulfes. Zwanzig Prozent arbeiteten in der Gemeinde, achtzig Prozent pendelten aus.
Fremdenverkehr Die Anzahl der jährlichen Nächtigungen stieg von 41.000 im Jahr 2010 auf 49.000 im Jahr 2019. Tulfes ist eine Gemeinde mit zwei Saisonen. Die stärksten Monate Februar und Juli haben jeweils rund 8.000 Übernachtungen.
Politik Gemeinderat Bei den Gemeinderatswahlen 2016 wurden 13 Mandatare gewählt: Wählergruppe20222016ProzentStimmenMandate Prozent Stimmen Mandate Koppelung Gemeinsam für Tulfes (GFT) 48,864957 44,36 % 425 6 AKTIVES TULFES Hannes Angerer (AT)24,092443JUNGES TULFES (JUTU)13,821402 Team Tulfes (TEAMT) 13,231341 24,84 % 238 3 A LISTE TULFES 21,71 % 208 3 A FPÖ und Unabhängige Liste Tulfes 9,08 % 87 1
Bürgermeister Chronik der Bürgermeister: 1888–1894: Markus Rofner 1894–1896: Michael Angerer 1896–1902: Josef Spieltenner 1902–1905: Johann Alt 1905–1908: Georg Klingenschmied 1908–1918: Johann Kößler 1918–1922: Alois Angerer 1922–1925: Georg Angerer 1925–1932: Josef Arnold 1932–1938: Franz Angerer 1938–1938: Jakob Geisler 1938–1945: Rudolf Scheiber 1945–1950: Franz Angerer 1950–1956: Rudolf Scheiber 1956–1962: Jakob Geisler 1962–1974: Josef Feichtner 1974–1986: Helmut Wegmair 1986–2016: Josef Gatt seit 2016 Martin Wegscheider
Wappen Seit 1976 führt Tulfes ein Gemeindewappen: In Rot ein silberner Sturzsparren, darauf eine schwarze, von der unteren Sparrenspitze bis zum oberen Schildrand reichende Speerspitze.
Winkelmaßund Speer sind die Zeichen des Kirchenpatrons des heiligen Apostel Thomas.
Weblinks
Website der Gemeinde
Einzelnachweise
Kategorie:Ort am Inn Kategorie:Tuxer Alpen Kategorie:Katastralgemeinde im Bezirk Innsbruck-Land