miniatur|Andreas Kofler führte nach dem ersten Durchgang und gewann später das Springen Der Auftakt zur Vierschanzentournee 2009/10 fand wie schon seit der ersten Austragung 1953 in Oberstdorf auf der Schattenbergschanze statt. Durch einen Kälteeinbruch Mitte Dezember war auch die Schneeversorgung sichergestellt, sodass die Verantwortlichen am 16. Dezember endgültig grünes Licht für das Springen gaben.
Sowohl im Training als auch im Wettbewerb zeigten die Österreicher die stärkste Teamleistung. Nach einem Vierfacherfolg in der Qualifikation und einer Dreifachführung nach dem ersten Durchgang gewann schließlich mit Andreas Kofler auch ein Athlet aus dem Alpenland. Zweiter wurde der Finne Janne Ahonen, der erst zu Saisonbeginn sein Comeback im Weltcup gegeben hatte und sich dank eines guten zweiten Versuchs im Finale um neun Plätze verbesserte. Auf den Rängen drei und vier folgten mit Thomas Morgenstern und Wolfgang Loitzl weitere Österreicher. Überraschend sprangen die beiden Tourneefavoriten Simon Ammann sowie Gregor Schlierenzauer nicht um den Sieg mit und belegten lediglich die Ränge fünf und neun. Aus der enttäuschenden deutschen Mannschaft war der 18-jährige Pascal Bodmer als Zwölfter der Beste.
Schanzendaten miniatur|hochkant=1.0|Die Schattenbergschanze in Oberstdorf (2006) Der Wettkampf fand am 29. Dezember 2009 auf der Schattenbergschanze statt, die eine Schanzengröße von 137 Metern, einen Kalkulationspunkt von 120 Metern, eine Aufsprungneigung am K-Punkt von 35,50°, eine Turmhöhe von 43 Metern, eine Anlauflänge von 93 Metern und eine Gesamtlänge bis zum Beginn des Auslaufs von 238 Metern aufweist. Aktueller Schanzenrekordhalter zum Zeitpunkt des Wettbewerbs war der Norweger Sigurd Pettersen, der am 29. Dezember 2003 eine Weite von 143,5 Metern erreichte.
Training → Trainingsergebnisse auf fis-ski.com
Den weitesten Sprung im ersten Trainingsdurchgang setzte der Schweizer Gesamtweltcupführende Simon Ammann, der bei 134 Metern landete. Am zweitweitesten sprang der Pole Adam Małysz mit 131,5 Metern. Ihm folgten Andreas Kofler, Wolfgang Loitzl und Janne Ahonen, die alle drei eine Weite von 131 Metern erzielten. Aus deutscher Sicht überzeugte besonders Michael Neumayer; er sprang 129 Meter. Für die letzten acht Springer wurde der Anlauf verkürzt, während die Athleten zuvor aus den Luken 18 und 17 gestartet waren, sprangen die Besten des Gesamtweltcups aus der Luke 15.
Nach einem mittelmäßigen ersten Sprung von 123 Metern – der zweitkürzesten Weite eines Österreichers – zeigte Mitfavorit Gregor Schlierenzauer im zweiten und letzten Trainingssprung die beste Leistung. Obwohl erneut mehrmals die Anlauflänge verändert wurde und die Favoriten wieder etwas tiefer als die vorherigen Sportler starteten, sprang Schlierenzauer 135 Meter weit und stellte damit die Tagesbestmarke auf. Mit etwas mehr Anlauf war der Finne Harri Olli als Zweitbester zuvor bei 133 Metern gelandet. Simon Ammann setzte den viertweitesten Sprung mit 130,5 Metern, Pascal Bodmer war als Fünfter mit 129,5 Metern bester Deutscher.
Qualifikation Die Qualifikation fand am 28. Dezember 2008 zwischen 16:31 und 17:31 Uhr statt. Zu ihr traten 63 Starter aus 18 Nationen an. Die besten zehn im Gesamtweltcup waren bereits vorqualifiziert.
Verlauf Zunächst ohne größere Windprobleme begann der Qualifikationsdurchgang, den der Deutsche Richard Freitag eröffnete. Freitag landete bei 118,5 Metern, einer Weite, die schließlich für eine Platzierung unter den besten 50 und somit für die Qualifikation ausreichte. Genau zehn Meter weiter sprang mit der Startnummer 9 der erste Österreicher Stefan Thurnbichler. Da die Wettkampfjury vor dem Springen den Windkorridor weit ausgelegt hatte, mussten die Athleten teilweise bei sich stark unterscheidenden Windbedingungen starten. Die Sportler, die schon frühzeitig gesprungen waren, profitierten dabei von besseren Konditionen. Thurnbichler etwa behielt die Führung lange Zeit, ehe der als 40. gestartete Schweizer Andreas Küttel seine Bestweite um 1,5 Meter verbesserte. Zwischenzeitlich waren schon mehrere andere – normalerweise gute – Springer ausgeschieden, so zum Beispiel der Finne Janne Happonen, der lediglich 109,5 Meter erreichte.
Die beiden Deutschen Martin Schmitt sowie Andreas Wank zeigten gute Sprünge und qualifizierten sich ebenso wie der Österreicher Martin Koch. Küttels Spitzenweite hielt nur sechs Sprünge, dann wurde sie vom Norweger Anders Jacobsen übertroffen. Jacobsen sprang 134 Meter weit, erhielt gute Haltungsnoten und gewann schließlich die Qualifikation mit zehn Punkten Vorsprung auf Andreas Küttel. Im Gegensatz dazu verpassten der Russe Dmitri Wassiljew, Fünfter bei der vorjährigen Tournee, sowie der Pole Kamil Stoch das Finale. Beide hatten dabei den Nachteil schlechter Windbedingungen. Zu den letzten Athleten, die sich noch für den Wettbewerb in Oberstdorf qualifizieren mussten, gehörten Janne Ahonen, Michael Uhrmann sowie Adam Małysz. Allen drei Springern gelang der Einzug in die Finaldurchgänge, wenngleich Ahonen und Uhrmann nicht unter die besten 30 kamen.
Bevor die letzten Zehn, deren Qualifikation bereits sicherstand, ihre Sprünge absolvierten, entschied die Rennjury, den Anlauf um zwei Luken zu verkürzen. Dadurch sollten bei den schwierigen Windbedingungen Sprünge, die den Konstruktionspunkt zu weit überschritten, verhindert werden. Diese zehn Springer platzierten sich so in einer eigenen Wertung, die vor das Klassement der restlichen Teilnehmer gestellt wurde. Pascal Bodmer gelang ein Sprung auf 122,5 Meter; wegen der Anlaufverkürzung reichte dies für den achten Rang – noch vor Anders Jacobsen, der mehr als zehn Meter weiter gelandet war. Die besten Versuche zeigten die Österreicher, von denen wiederum Thomas Morgenstern mit 127,5 Metern am weitesten sprang. Das gleiche Ergebnis erzielte Gregor Schlierenzauer, aufgrund etwas schlechterer Haltungsnoten belegte er jedoch Rang zwei vor seinen Landsleuten Wolfgang Loitzl und Andreas Kofler. Während Schlierenzauer sich nicht in bester Form fühlte – er hatte eine Magen-Darm-Verstimmung –, war Qualifikationssieger Morgenstern zufrieden. Der Dritte, Wolfgang Loitzl, meinte zu dem Vierfachsieg der Österreicher: „Das ist schon eine Ansage für morgen. Wir wollen versuchen, wieder so geschlossen weit vorne zu landen.“Alle Adler dabei auf derstandard.at. Erschienen am 28. Dezember 2009.
Hingegen verzichtete Simon Ammann, einer der besten aus den Trainingssprüngen, auf die Qualifikation und begründete dies so: „Es ist für mich besser, nicht so sehr im Trubel zu sein. Ich fühle mich wohl auf der Schanze, bin gut vorbereitet, und daher benötige ich diesen dritten Sprung der Qualifikation nicht unbedingt.“29.12.2009: 4 ST - Oberstdorf: Kofler gewinnt den ersten Bewerb auf sportsplanet.at. Erschienen am 29. Dezember 2009. Obwohl auch der Schweizer bereits vorqualifiziert war, belegte er in der Gesamtwertung der Qualifikation nicht den zehnten Platz, sondern wurde als Letzter des Klassements aufgeführt. Deswegen stand fest, dass er in dem K.-o.-System des ersten Finaldurchgangs gegen den Gewinner der Qualifikation, Thomas Morgenstern, antreten musste. Der Österreicher erklärte in Hinblick auf dieses Duell, das die Medien als „Kracherpaarung“ titulierten: „Da freue ich mich drauf. Es taugt mir, im Paket mit dem Simi und dem Schlieri zu springen. Wenn wir beide gute Sprünge machen, sind wir beide weiter.“Morgenstern im K.o.-Duell gegen Ammann auf kurier.at. Erschienen am 28. Dezember 2009.
Ergebnis Die zehn Führenden des Gesamtweltcups, die für das Springen bereits vorqualifiziert waren, sind in der Liste mit einem Stern * gekennzeichnet.
Rang Name Weite Punkte Start aus Luke 15: 1 * 127,5 m 129,0 2 * 127,5 m 128,0 3 * 125,5 m 125,9 4 * 126,0 m 123,3 5 * 124,5 m 122,1 6 * 124,0 m 119,2 6 * 124,0 m 119,2 8 * 122,5 m 118,0 9 * 120,5 m 112,9 Start aus Luke 17: 10 134,0 m 142,2 11 130,0 m 132,5 12 128,5 m 129,3 13 128,0 m 128,9 14 127,0 m 128,6 15 127,5 m 127,5 16 126,5 m 125,2 17 125,5 m 124,4 18 127,0 m 123,6 19 124,0 m 121,2 20 123,5 m 120,3 21 123,5 m 119,3 22 122,5 m 117,5 23 122,0 m 117,1 24 122,5 m 117,0 24 122,5 m 117,0 26 121,5 m 116,2 27 121,0 m 115,3 27 121,0 m 115,3 29 120,5 m 114,4 30 121,0 m 112,3 31 119,5 m 112,1 32 120,5 m 111,9 Rang Name Weite Punkte 33 119,5 m 111,6 34 119,0 m 110,7 35 119,0 m 110,2 36 118,0 m 108,9 37 119,0 m 108,7 38 118,0 m 108,4 39 118,5 m 108,3 40 117,5 m 108,0 41 118,0 m 107,4 42 117,0 m 106,1 42 117,0 m 106,1 44 117,5 m 106,0 45 116,5 m 105,7 46 117,0 m 105,1 47 117,0 m 104,6 48 115,5 m 102,9 49 115,0 m 102,0 DNS * – – Nicht für den ersten Durchgang qualifiziert: 50 114,0 m 100,2 51 112,5 m 98,5 52 112,0 m 97,1 53 111,5 m 95,2 54 109,5 m 92,6 55 109,5 m 92,1 56 110,5 m 91,9 57 109,5 m 91,6 58 109,0 m 90,7 59 106,0 m 85,3 60 106,5 m 84,7 61 106,0 m 84,3 62 105,0 m 82,0 63 98,5 m 68,8
Erster Durchgang Der erste Wertungsdurchgang fand am 29. Dezember 2009 zwischen 16:33 und 17:53 Uhr statt. Zu diesem traten 50 Springer aus 15 Nationen an. Gestartet wurde aus Luke 23. Zuvor hatte bereits ein Probedurchgang stattgefunden, bei dem siebenmal die Anlauflänge den ständig drehenden Winden angepasst wurde. Den insgesamt weitesten Sprung hatte dort der Deutsche Andreas Wank bei 131 Metern gesetzt, von den Favoriten war Andreas Kofler der beste mit 123,5 Metern.
Verlauf miniatur|Wolfgang Loitzl, Dritter nach dem ersten Durchgang In der Qualifikation waren mehrere, zu den besten zwanzig im Weltcup gehörende Athleten bei schlechten Windbedingungen gestartet und hatten sich so nicht in der ersten Hälfte des Klassements platziert. Deshalb trafen im K.-o.-Modus des ersten Wertungsdurchgangs einige Athleten aufeinander, die in der bisherigen Saison auf ungefähr gleichem Niveau gesprungen waren. Dazu zählten etwa Shōhei Tochimoto und Anders Jacobsen oder Robert Kranjec und Andreas Wank, die jeweils gegeneinander um den Finaleinzug sprangen. Wegen Ammanns Verzicht auf den Qualifikationssprung, trat der Schweizer gegen den Sieger Thomas Morgenstern an.
Für den ersten Durchgang hatten sich sowohl alle Deutschen als auch das komplette österreichische Aufgebot qualifiziert. Mit jeweils sieben Springern stellten diese Nationen das größte Kontingent, gefolgt von sechs Norwegern und fünf Finnen. Der Wettkampf begann unter schlechten Wetterbedingungen, Regen und wechselnden Winden. Als zehnte Paarung stand das Duell Martin Koch gegen Martin Schmitt auf dem Programm. Sowohl der Österreicher als auch der Deutsche erzielten mit 104 beziehungsweise 96 Metern Weiten, die am Tag vorher nicht einmal für die Qualifikation ausgereicht hätten. Zuvor hatte bereits der Pole Adam Małysz nach einem Sprung auf 116 Meter – mehr als zehn Meter kürzer als sein Versuch im Probedurchgang – den Anlauf als „nicht optimal“ kritisiert. auf sueddeutsche.de. Erschienen am 29. Dezember 2009. Die Jury reagierte und entschied sich für einen Neustart, alle 20 bisher gesprungenen Athleten bekamen einen neuen Versuch bei längerem Anlauf. Um eine längere Wettkampfpause zu verhindern, absolvierten diese Sportler ihren Sprung jedoch erst am Ende des Durchgangs, nachdem alle anderen Teilnehmer fertig waren.Andreas Kofler gewinnt in Oberstdorf auf zeit.de. Erschienen am 29. Dezember 2009.Kofler gewinnt in Oberstdorf auf oe24.at. Erschienen am 29. Dezember 2009.