mini|Ortseingangsschild Weenermoor ist ein Ortsteil der Stadt Weener im ostfriesischen Rheiderland. Der Ort hat 347 Einwohner.

Lage und Gebiet Weenermoor ist eine Reihensiedlung. Sie liegt nordwestlich von Weener parallel zur A 31 auf leicht erhöht liegenden eiszeitlichen, wasserdurchlässigen Mineralböden (Podsol-Gley-Böden). Westlich des Ortes befinden sich ausgedehnte Hochmoorflächen, östlich davon mäßig fruchtbare, überschlickte Niederungsmoore. Zwischen Weenermoor und Weener lag das Weener Meer, ein heute verlandeter Binnensee.Paul Weßels (Ortschronisten der Ostfriesischen Landschaft): Weenermoor, Gemeinde Bunde, Landkreis Leer (PDF; 645 kB), eingesehen am 3. Februar 2010.

Geschichte Spätestens im 13. und 14. Jahrhundert (doch vermutlich viel früher) begann in Weenermoor die Urbarmachung und Besiedelung durch Aufstreckung. Die so entstandenen Grundstücke hatten eine Breite zwischen 35 und knapp 100 m und erreichten mit der Zeit eine Länge von bis zu vier Kilometern. Erstmals wurde der Ort 1428 als Weninghermoer urkundlich erwähnt. Ein zweiter Siedlungskern entwickelte sich im Overmoor. Über diesen ist wenig bekannt. Vermutet wird, dass der Name im Zusammenhang mit überschwemmten Gebieten steht.Heimatkundlicher Arbeitskreis e. V., Weenermoor-Möhlenwarf-St. Georgiwold-Beschotenweg: Die Ortschaften, eingesehen am 3. Februar 2010.

Aus dieser Zeit wurden östlich des heutigen Dorfkerns auf Warfen alte Hausplätze und der Kirchhof der heute wüst liegenden, mittelalterlichen Vorgängersiedlungen Weenermoors aus dem 13./14. Jahrhundert entdeckt. Diese Siedlung hatte große Probleme mit der Entwässerung, so dass sie in mehreren Schritten an den heutigen Standort verlegt wurde. Auch die anhaltende Moorkultivierung trug zur Verlagerung des Dorfes in Richtung Westen bei. Nach und nach wurden im alten Dorfkern die Häuser abgebrochen und weiter westlich neu erbaut. Einige Einwohner blieben zurück. Die so entstandenen Höfe sind keine Aussiedlerhöfe. Sie werden noch heute Eenhus, Tweehusen und Dreehusen. genannt. 1664 wuchsen so Overmoor und Weenigermoor zusammen. Doch baute man noch 1660 eine neue Kirche am Mittelweg, deren Standort wegen des Strohdaches Strohkarken genannt wurde. Der Friedhof diente im Frühjahr als Sammelplatz für Hollandsgänger. Im Jahre 1815 war die Kirche eingestürzt. Südwestlich ihres Standortes wurde 1824 die heutige Weenermoorer Kirche angelegt, womit die Verlegung des Dorfes abgeschlossen wurde. Im Jahre 1891 wurde Overmoor in Weenermoor eingemeindet.

Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm der Ort eine für Ostfriesland durchschnittliche Zahl an Heimatvertriebenen auf.

Am 1. Januar 1973 wurde Weenermoor in die Stadt Weener eingegliedert.

Bevölkerungsentwicklung

Der Ortsteil Weenermoor ist nicht mit der ehemaligen Gemeinde deckungsgleich.

Jahr Einwohner 1823 572 1848 836 1871 797 1885 975 1905 1050 1925 1275 1933 1302 1946 1628 1950 1660 1956 1487 1961 1606 1970 1829 2009 367

Literatur Heimatkundlicher Arbeitskreises e. V. Weenermoor – Möhlenwarf – Sankt Georgiwold – Beschotenweg (Hrsg.): 10 Jahre Chronik des Heimatkundlichen Arbeitskreises e. V. Weenermoor – Möhlenwarf – Sankt Georgiwold – Beschotenweg, Selbstverlag, Weener 2005.

Weblinks Beschreibung von Weenermoor in der Historischen Ortsdatenbank der Ostfriesischen Landschaft

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Leer Kategorie:Geographie (Weener) Kategorie:Rheiderland Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Leer) Kategorie:Gemeindeauflösung 1973