Das Institut Solidarische Moderne e. V. (ISM) ist eine politische Denkfabrik in der Rechtsform eines eingetragenen Vereins. Ihr Ziel ist es, eine partei- und organisationsübergreifende Debatte unterschiedlicher linker Strömungen zu führen.
Gründung Das Institut wurde am 31. Januar 2010 gegründet.
Ziele Der eigene Anspruch des Instituts besteht darin, unabhängig von Parteipolitik agieren zu können. Im Mittelpunkt steht die Debatte über ökonomische, ökologische und soziale Fragen und das Entwerfen von neuen Antworten auf diese. So fordern die Initiatoren im Gründungsaufruf eine politische Alternative zum Neoliberalismus, die den Grundwerten „der freiheitlichen Selbstbestimmung und der grenzüberschreitenden Solidarität“ verpflichtet sein müsse. Ziel sei die Entfaltung einer „Gegenhegemonie“ zu den aus Sicht des Instituts vorherrschenden neoliberalen Grundsätzen. Katja Kipping sprach von einem Gegenstück zur Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft. Dabei sollen divergierende Vorstellungen der Linken, konkret die aus der industriellen Moderne erwachsenden Gerechtigkeitsbestrebungen und die eher auf Freiheit und Selbstbestimmung gerichteten Ideale der Postmoderne, vereint und aus ihnen neue Konzepte entwickelt werden. So soll die Neigung zur Spaltung der Linken und damit die Gefahr der Handlungs- und Politikunfähigkeit überwunden werden. Der Begriff „solidarische Moderne“ wird daraus wie folgt definiert:
Als Grundlage wird die Pflege einer lebendigen Demokratie angesehen, aus der in selbstbestimmter Weise neue Konzepte entwickelt werden sollen. Demgegenüber werden „Turbokapitalismus“ und „Postdemokratie“ als „Konturen des real existierenden Neoliberalismus“ bezeichnet.
Organisation Vorstandssprecher (Stand 3. Juni 2026):
Jan Dieren Vorstandssprecher Caren Lay Vorstandssprecherin Karo Otte Vorstandssprecherin
Jens-Christoph Pieper Schatzmeister
weitere Vorstandsmitglieder: Aline Blankertz Micki Börchers Anna di Bari Mareike Engel Thomas Fischer Kathrin Gerlof Henriette Held Steffen Lehndorff Simone Mazari Katrin Mohr Luise Neuhaus-Wartenberg Johanna Offe Patrick Rohde Ulrich Schachtschneider Jan Schlemermeyer Ingo Siebert Sonja Staack Ruppert Stüwe Roland Süß
Kuratoriumssprecher (Stand Juni 2026): Johannes Angermuller Fabian Kessl Isabell Lorey Andrea Ypsilanti
Finanzierung Das ISM finanziert sich aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden. Im Jahr 2021–2022 wird das Projekt Vote for Transition: Policy Recommendations for the Socio-Ecological Transformation durch die Open Society Foundations gGmbH finanziert.Förderung auf solidarische-moderne.de
Reaktionen Einige Politiker der SPD, von Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke begrüßten die Institutsgründung.Linke «Denkfabrik» soll Wähler mobilisieren. Weser-Kurier, 1. Februar 2010. Dagegen nannte Alexander Bonde von den Grünen gegenüber der FAZ die dadurch bewirkte Verstärkung des Lagerdenkens einen Fehler und bezeichnete den Verein als „Ypsilanti-Institut für angewandte Kuba-Wissenschaften“.Mechthild Küpper: „Ypsilanti-Institut für angewandte Kuba-Wissenschaften“. FAZ, 1. Februar 2010.
Auf scharfe Kritik stieß das ISM bei Hermann Gröhe (CDU) und Christian Lindner (FDP); Gröhe bewertete die Gründung als „nichts anderes als ein Versuchslabor für rot-rote Experimente“.ddp: 1. Februar 2010.
Aktionen Das Institut publiziert politische Texte von Institutsmitgliedern in der Schriftenreihe DenkanstößeDenkanstöße und ist Partner der Kampagne Energie in Bürgerhand.Kampagnenstart: Energie in Bürgerhand
Veröffentlichungen (Hrsg.) Johannes Angermuller, Sonja Buckel, Margit Rodrian-Pfenning (Redaktion): Solidarische Bildung. Crossover: Experimente selbstorganisierter Wissensproduktion. VSA-Verlag, Hamburg 2012, ISBN 978-3-89965-498-1. Sonja Buckel, Lukas Oberndorfer, Axel Troost, Andrea Ypsilanti (Redaktion): Solidarisches Europa. Crossover: Alternativen zum neoliberalen Bollwerk – eine konkrete Utopie! VSA-Verlag, Hamburg 2013, ISBN 978-3-89965-567-4. Stephan Lessenich, Mario Neumann, Thomas Seibert, Andrea Ypsilanti (Redaktion): Anders regieren? Von einem Umbruch, der ansteht, aber nicht eintritt. VSA-Verlag, Hamburg 2014, ISBN 978-3-89965-604-6. Die Politik der Vielen. Umbruch und Aufbruch in eine solidarische Moderne. 2020 (Broschüre auf solidarische-moderne.de).
Weblinks Institut Solidarische Moderne
Einzelnachweise
Kategorie:Denkfabrik in Deutschland Kategorie:Verein (Berlin) Kategorie:Bildungseinrichtungsgründung 2010