Der Waffenexport bezeichnet alle Vorgänge im Zusammenhang mit dem außerstaatlichen Transfer von Waffen. Dieser Artikel behandelt Waffen- und Rüstungsgüterexporte bis zum Zeitpunkt der Industrialisierung in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Danach konzentriert sich dieser Artikel auf die Exporte von Schusswaffen.

In den Jahren von 2020 bis 2024 war der Waffenexport SIPRI zufolge aufgeteilt auf folgende Staaten: USA (43 %), Frankreich (9,6 %), Russland (7,8 %), China (5,9 %) und Deutschland (5,6 %), Italien (4,8 %), Vereinigtes Königreich (3,6 %), Israel (3,1 %), Spanien (3,0 %), Südkorea (2,2 %); Sonstige Länder im Zeitraum von 2020 bis 2024: (11,4 %).

In den Jahren von 2020 bis 2024 war der Waffenimport SIPRI zufolge aufgeteilt auf folgende Staaten: Ukraine (8,8 %) Indien (8,3 %), Katar (6,8 %), Saudi-Arabien (6,8 %), Pakistan (4,6 %), Japan (3,9 %), Australien (3,5 %), Ägypten (3,3 %), USA (3,1 %), Kuwait (2,9 %); Sonstige Länder: (48 %).

Geschichte Vor 1800 Die Konzentration der Schmiedezentren mit ihrer hohen Produktivität, die die Nachfrage der lokalen Abnehmer in Weitem übertraf, führte zwangsläufig zu Waffenexporten.

Die Zünfte regelten die Waffenproduktion, die Preise und den Export. Im mittelalterlichen Nürnberg mussten alle Schmiede und Schleifer der Stadt angeben, „wie viel und welche Sorten“ sie fabrizieren konnten. Daraufhin bestimmte die Zunft die Zuteilung, bestimmte die Preise und die Kontingente und den Zeitpunkt für Marktreisen. „Keiner durfte vor dem anderen verreisen oder Güter außerhalb der Märkte verschicken. Die daheimgebliebenen Brüder sollten ihre Waren innerhalb des Handwerks veräußern; fanden sich aber keine Käufer, so durfte ein jeder auch außerhalb desselben sich solche suchen und so teuer als möglich, keinesfalls aber unter den festgesetzten Preisen verkaufen“.S. 110.

Es gab auch weite Transitstrecken über Handelsstraßen und durch die Seeschifffahrt. Bereits im 10. Jahrhundert brachten die Venezianer Waffen (Schwerter, Lanzen und Panzer) aus den Waffenschmieden der Steiermark Facharbeit an der HTL Steyr – eingesehen am 2. Februar 2011. und aus Kärnten über die Handelsstraßen der Alpen nach Italien. Ebenso sind Waffenexporte nach England im 13./14. Jahrhundert belegt sowie im 13. Jahrhundert aus Pirna und Eisenach und in den folgenden Jahrhunderten aus Osnabrück, Danzig und Lübeck. Auch Rohstoffe wurden in großem Umfang im- und exportiert. Schweden, der mittelalterliche Hauptlieferant für Kupfer, das zur Herstellung von Kanonenrohren benötigt wurde, machte mit seinen Rohstoffexporten hohen Profit.Waffenhandel im Dreißigjährigen Krieg private Webseite von Klaus Koniarek – eingesehen am 3. Januar 2011.

Die wichtigsten Waffenexporteure vor 1800 waren nach Angaben des Historischen Lexikons der Schweiz ab dem 14. Jh. die Lombardei,Das Waffenmuseum Luigi Marzoli, offizielle Webseite 1470–1600 Bayern (Nürnberg, Augsburg, Kempten, Passau), Solingen (Nordrhein-Westfalen), 1630–1770 Suhl (Thüringen) und (bis 1870) Lüttich.

Von überragender Bedeutung im Mittelalter waren die Hafenstädte Amsterdam und Hamburg, die durch die Seeschifffahrt einen logistischen Vorteil hatten. In diesen Städten wurden zwar nur wenige Waffen hergestellt, jedoch waren sie wichtige Umschlagplätze für Kriegsgüter. Auf Grund der anti-niederländischen Haltung Spaniens konnte Hamburg während des Dreißigjährigen Kriegs die Vormachtstellung Amsterdams im Rüstungshandel zeitweise sogar brechen.Waffenhandel im 30-jährigen Krieg eingesehen am 1. Januar 2011. Auch Antwerpen, Danzig, Dünkirchen, Lübeck, Venedig und Genua verdienten gut am Waffenhandel und am Handel mit Salpeter, der ein Hauptbestandteil des Schwarzpulvers ist.

Nach 1800 Die Pferdeausfuhr galt im 19. und frühen 20. Jahrhundert als Waffenexport. Weil Pferde bedeutend für den Transport von Soldaten und Kanonen waren, wurde der internationale Pferdehandel vielfach eingeschränkt.LI LA RE 1918/5162 ad 2, Liechtenstein protestiert gegen ein von Österreich erlassenes Verbot, Pferde aus Liechtenstein in die Schweiz auszuführen, Schreiben des Vollzugsausschusses, gez. Martin Ritter, an die Finanzbezirksdirektion für Vorarlberg und Liechtenstein in Feldkirch (maschinenschriftliche Abschrift), 6. Dezember 1918, abgerufen am 8. August 2024. Ab ca. 1850 wurden vermehrt Maschinen in die Produktion einbezogen und diese automatisiert. Aufgrund des technischen Fortschritts und der daraus folgenden, zunehmenden Spezialisierung spaltete sich die Rüstungsindustrie von den Waffenherstellern ab.

Aktuelle Waffenexporte

Zu den Schusswaffen, die international als SALW (Abk. für Small Arms Light Weapons) bezeichnet werden, gehören Kriegswaffen wie Sturmgewehre, Maschinenpistolen und Maschinengewehre, sowie zivile Schusswaffen wie Jagd- und Sportgewehre, Pistolen und Revolver.

Das Regierungsprojekt Small Arms Survey untersuchte 2009 den internationalen Schusswaffenhandel und kam zu folgendem Ergebnis: 20 Exportländer tätigen 80 % des Handels mit Kleinwaffen und leichten Waffen Das geschätzte tatsächliche Exportvolumen aller Kleinwaffen der 53 Staaten, die an der UN Commodity Trade Statistics Database (Comtrade) teilnehmen, war 2006 um etwa 10 % höher als das gemeldete (1568 statt 1428 Mio. USD), bei den militärischen Feuerwaffen betrug die Abweichung sogar 32 % (321 statt 244 Mio. USD). (PDF; 2,7 MB) Deutsche Zusammenfassung des Kapitels 1, Jahrbuch 2009. Die westlichen Länder sind mit wenigen Ausnahmen an der Spitze des Transparenzbarometers, d. h., sie halten sich an die internationalen Richtlinien. S. 8, PDF-Datei (2,53 MB)

Abnehmer In den meisten Teilen der Welt, bedingt durch die nationalen Gesetze, werden Kriegsschusswaffen hauptsächlich an militärische Streitkräfte und Sicherheitsbehörden, wie Polizei und Zoll, vermittelt, zumeist durch Umgehung des Handels, der nur in Ausnahmefällen eine Genehmigung zum Vermitteln von Kriegswaffen besitzt. Ein sehr kleiner Teil der Kriegs-Schusswaffen gelangt durch nationale Ausnahmegenehmigungen im zivilen Markt an Sammler und Museen. S. 39, PDF-Datei (2,53 MB)

Die Abnehmer der Jagd- und Sportwaffen sind hauptsächlich Großhändler für zivile Schusswaffen und Privatpersonen. Lediglich ein kleiner Anteil an Präzisionsgewehren geht sowohl an behördliche Scharfschützen, als auch an Sportschützen für die 300-Meter-Disziplin der International Shooting Sport Federation und an Long Range Schützen bis 1000 Yard (umgerechnet circa 915 Meter), die diese teuren Waffen auf Grund deren Präzision schätzen.

Die Abnehmer von Pistolen und Revolvern sind ebenfalls Großhändler für zivile Schusswaffen und Privatpersonen. In größerem Umfang importieren auch staatliche Behörden Kurzwaffen, wenn sie ihre Behörden zusätzlich ausrüsten oder ihren überalterten Faustfeuerwaffenbestand austauschen. S. 39, PDF-Datei (2,53 MB)

Von den 650 Millionen Schusswaffen in Privatbesitz sollen nach amtlichen Schätzungen über die Hälfte Faustfeuerwaffen sein. Über 250 Millionen Schusswaffen befinden sich allein in US-amerikanischem Privatbesitz. Die USA importieren fast 50 % des weltweiten Schusswaffenexports. S. 40, PDF-Datei (2,53 MB)

Exportdaten Kriegswaffen Im internationalen legalen Handel von Kleinwaffen und leichten Waffen (SALW) ist zwischen 2000 und 2006 der Export um 29 % auf 375 Millionen USD zurückgegangen. Insgesamt 83 % der legalen Exporte wurden von den größten Exporteuren durchgeführt. S. 25, PDF-Datei (2,53 MB) 68 % der Exporte wurden legal durchgeführt. S. 29, PDF-Datei (2,53 MB)

Die größten Exporteure waren USA (54 %), Belgien (6 %), Frankreich (5 %), Deutschland (4 %), Großbritannien (3 %), China, Norwegen, Italien, Kanada und Schweiz (jeweils 2 %). S. 18, PDF-Datei (2,53 MB)

Die größten Importeure waren Zypern (20 %), Südkorea (9 %), Japan (7 %), Griechenland (6 %), Saudi-Arabien (6 %), USA (5 %), Niederlande, Türkei, Ägypten (jeweils 3 %) und Australien (2 %). S. 20, PDF-Datei (2,53 MB)

Ein wichtiger Teil der Kriegswaffenexporte erfolgt im Rahmen von UN-Friedensmissionen. Manchmal werden die Waffen beim Abzug wieder mitgenommen. In anderen Fällen bleiben sie zur militärischen Unterstützung im Land und werden einer Mission einer anderen Nation übergeben. S. 37, PDF-Datei (2,53 MB)

Zivile Schusswaffen Den größten Anteil (77 %) an den internationalen Waffenexporten haben Sport-, Jagd- und Kurzwaffen. Der Handel erfolgt hauptsächlich zwischen den reichen, westlichen Ländern; diese zählen sowohl zu den größten Exporteuren als auch Importeuren. S. 8, PDF-Datei (2,53 MB) In Europa werden vorwiegend hochwertige Waffen (z. B. Präzisionsgewehre und mit aufwändigen Schafthölzern versehene Waffen) sowie hochwertige Jagd- und Sportmunition hergestellt. In den USA und in Lateinamerika wird vorwiegend preisgünstigere Massenware hergestellt.

Jagd- und Sportgewehre

2006 wurden Jagd- und Sportwaffen für 779 Millionen US-Dollar exportiert. Dies entsprach 50 % aller legalen Waffentransporte. 97 % des Handels mit Jagd- und Sportwaffen erfolgte 2006 laut smallarmssurvey.org legal. S. 44, PDF-Datei (2,53 MB) smallarmssurvey ist ein in Genf (Schweiz) ansässiges unabhängiges Forschungsprojekt; es wurde 1999 gestartet und wird von acht Regierungen finanziert.About the Small Arms SurveyNeuere Daten siehe

Die Hauptexporteure 2006 waren Italien (32 %), Deutschland (10 %), USA (8 %), Belgien (6 %), Türkei (6 %), Japan (5 %), Großbritannien (5 %), Brasilien (4 %), Russland (4 %), Finnland (3 %), Tschechien (3 %), Spanien, Kanada, Ukraine (jeweils 2 %), Österreich, Portugal und China (jeweils 1 %). S. 45, PDF-Datei (2,53 MB)

Die Hauptimporteure 2006 waren mit 42 % die USA und mit 22 % die westeuropäischen Staaten. Es folgten Australien, Neuseeland und Japan, die Arabischen Emirate sowie die Safariländer Kasachstan und Botswana. S. 47, PDF-Datei (2,53 MB)

Pistolen und Revolver 27 % aller im Jahr 2006 exportierten Schusswaffen waren Faustfeuerwaffen im Wert von ca. 430 Millionen USD. 99 % davon sollen legal exportiert worden sein. S. 29, PDF-Datei (2,5 MB)

Die elf Hauptexporteure waren Österreich (27 %), Deutschland (21 %), Brasilien (11 %), Italien (10 %), USA (7 %), Kroatien (6 %), Tschechien (4 %), Argentinien, Belgien, Israel und Kanada (jeweils ca. 2 %). Deren Exporte, insgesamt über 93 %, sind alle dokumentiert.

59 % der Importe tätigten die USA. Hauptabnahmeländer von Österreich (Glock) waren USA, Saudi-Arabien, Thailand, Brasilien und Italien. Hauptabnahmeländer von Deutschland (SIG-Sauer, Walther, H&K) waren USA, Frankreich (importierte seit 2003 über 250.000 neue Dienstwaffen von SIG-Sauer), Spanien, Schweden und Schweiz.

Brasilien exportierte 86 %, Argentinien 68 % und Kroatien sogar 98 % ihrer Handfeuerwaffen in die USA. S. 40, PDF-Datei (2,5 MB)

Brasilien, Österreich und Belgien deklarierten ihre Handfeuerwaffen nur unpräzise, z. B. als Sportwaffe statt Pistole. Ihre Daten konnten jedoch durch die Dokumentation der Importländer ermittelt werden. S. 31, PDF-Datei (2,5 MB)

Waffenexporte der EU Der jährliche Bericht des europäischen Verbands der Waffenhändler A.E.C.A.C führte im Jahr 2010 die Exportzahlen für die Jahre 2004 bis 2008 auf. Der Bericht unterscheidet zwischen Feuerwaffen (Kategorie A bis D) und anderen Schusswaffen. Zu letzteren zählen Signalwaffen, Druckluftwaffen, Airsoftwaffen, antike Waffen und Reproduktionen.

Im Durchschnitt exportieren die Länder der EU Feuer- und Nichtfeuerwaffen im Wert von 600 Millionen Euro pro Jahr. Im Schnitt wurden jährlich Feuerwaffen im Wert von 300 Millionen Euro in Drittländer und im Wert von 200 Millionen in andere EU-Länder verbracht. Für jeweils 50 Millionen Euro verbrachten die EU-Länder Nichtfeuerwaffen sowohl in Drittländer wie auch in andere EU-Länder.

Deutsche Waffenexporte