Cymothoidae sind eine Familie von Asseln, die parasitisch an Fischen leben.
Merkmale Mit bis zu 75 Millimetern Länge gehören einige der größten Asseln zu den Cymothoidae. Die Tiere weisen eine Reihe von Anpassungen an die parasitische Lebensweise auf. Bis auf Artystone trysibiu haben sie sieben Peraeopoden, die zu Greifwerkzeugen ausgebildet sind, indem die ersten sechs, meist aber alle sieben hakenartige Endglieder aufweisen. Die Oberfläche der Peraeopoden ist häufig vergrößert, möglicherweise um die Atmung der relativ großen Tiere zu unterstützen. Die Augen sind bei Larven gut ausgebildet, bei erwachsenen Tieren aber meist reduziert. Die Antennen sind gleichmäßig zugespitzt ohne verbreiterte Basis. Die Mundwerkzeuge sind meist stark abgewandelt. Die Maxillipeden sind zu kurzen, dreigliedrigen Tastern reduziert. Die ersten Maxillen sind eingliedrig und schmal und liegen dicht nebeneinander, um Blut des Wirts zum Mund zu leiten. Die zweiten Maxillen sind kurz und zweilappig. Alle genannten Gliedmaßen tragen meist Dornen, mit denen sie am Wirt verankert werden können. Die Mandibeln weisen eine gut entwickelte Schneidekante auf, um die Haut des Wirts durchschneiden zu können. Das Pleon besteht meist aus sechs Segmenten, außer bei Ourozeuktes, wo alle Segmente mit dem Telson verschmolzen sind und Asotana splendida mit vier Segmenten und Pleotelson.
Lebensweise mini|Nerocila armata an Synodus synodus
Cymothoidae kommen als Ektoparasiten an Fischen im flachen Bereich tropischer und subtropischer Meere, im Brackwasser und teilweise auch im Süßwasser vor. Die meisten Arten weisen eine relativ hohe Wirtsspezifität auf und setzen sich an der Hautoberfläche, im Kiemenbereich oder in der Mundhöhle fest, eine Reihe südamerikanischer Süßwasserarten gräbt sich auch in das Gewebe ihres Wirts ein. Cymothoidae sind proterandrisch, beginnen ihr Leben also als Männchen, und besiedeln in dieser Phase ihre Wirte. Sie ernähren sich von Blut, Gewebe und möglicherweise teilweise von der Nahrung des Wirts. Nach mehreren Häutungen verwandeln die Tiere sich in Weibchen, wobei das entscheidende Signal möglicherweise die Ankunft eines zweiten Männchens am gleichen Wirt ist. Bei diesem wird die Umwandlung dann durch neuroendokrine Signale des Weibchens unterdrückt. Dadurch sind an den Wirtstieren meist Paare zu finden. Während die Männchen wahrscheinlich immer parasitisch leben, fressen die Weibchen bei den meisten Arten zumindest während der Fortpflanzungphasen nicht. Bei Cymothoa exigua und Ceratothoa oestroides führen die Weibchen eine Atrophie der Zunge des Wirts herbei. Befruchtete Eier werden von den Weibchen bis zum Schlüpfen in Bruttaschen unter dem Körper gehalten. Die Zahl der Eier hängt von der Größe der Tiere ab und liegt bei 200 bis 1600, meist aber zwischen 300 und 600. Die Larven sind nach dem Schlüpfen freischwimmend.
Während Cymothoidae unter normalen Bedingungen meist wenig Einfluss auf den Wirt haben, können junge Fische durch den Befall getötet werden, während bei älteren Fischen das Wachstum reduziert sein kann und die Empfindlichkeit gegenüber Stressfaktoren gesteigert ist. Sekundärinfektionen mit Mikroorganismen kommen vor, sind aber nicht besonders häufig.
Gattungen mini|Eine Anilocra-Art an Spicara flexuosa mini|Anilocra gigantea an Pristipomoides filamentosus
Bisher wurden um die 40 unterschiedlichen Gattungen entdeckt und beschrieben:[ Familieneintrag bei ITIS]
Aegathoa Dana, 1853 Agarna Schioedte & Meinert, 1884 Amblycephalon Pillai, 1954 Anilocra Leach, 1818 Artystone Schioedte, 1866 Asotana Schioedte & Meinert, 1881 Braga Schioedte & Meinert, 1881 Catoessa Schioedte & Meinert, 1884 Ceratothoa Dana, 1852 Cinusa Schioedte & Meinert, 1884 Creniola Bruce, 1987 Cterissa Schioedte & Meinert, 1884 Cymothoa Fabricius, 1787 Elthusa Schioedte & Meinert, 1884 Emetha Schioedte & Meinert, 1883 Glossobius Schioedte & Meinert, 1883 Ichthyoxenus Herklots, 1870 Idusa Schioedte & Meinert, 1884 Isonebula Taberner, 1977 Joryma Bowman & Tareen, 1983 Kuna Williams & Williams, 1986 Lathraena Schioedte & Meinert, 1881 Livoneca Leach, 1818 Lobothorax Bleeker, 1857 Mothocya Costa in Hope, 1851 Nerocila Leach, 1818 Norileca Bruce, 1990 Olencira Leach, 1818 Ourozeuktes H. Milne-Edwards, 1840 Paracymothoa Lemos de Castro, 1955 Philostomella Szidat & Schubart, 1960 Pleopodias Richardson, 1910 Plotor Schioedte & Meinert, 1881 Pseudoirona Pillai, 1964 Renocila Miers, 1880 Rhiothra Schioedte & Meinert, 1884 Riggia Szidat, 1948 Ryukyua Williams & Bunkley-Williams, 1994 Smenispa Özdikmen, 2009 Telotha Schioedte & Meinert, 1884 Tetragonocephalon Avdeev, 1978
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Asseln Kategorie:Isopoda